Die Krimtataren (Eigenbezeichnung: Qırımtatar, Pl. Qırımtatarları) sind ein Turkvolk und zählen zu den Südtürken, da sie eine Südtürkische Sprache sprechen. Die Bezeichnung Kırımtürkleri (Krimtürken) ist weit verbreitet. Die Gesellschaft für bedrohte Völker hat die Krimtataren in die Liste der bedrohten Völker aufgenommen.
Nach der anderen Theorie sind die Nachkommen der Polowzer bzw. Kiptschaken die im Zuge der mongolischen Eroberungen auf der Krim ansässig wurden und dann später nach dem Zerfall der Goldenen Horde ein eigenständiges Khanat gegründet haben.
Nach dem Zerfall der Goldenen Horde gründeten Krimtataren um 1430 ein Khanat, das die Krim, die südlichen Gebiete der modernen Ukraine und die Gebiete der Nogaier im nordkaukasischen Kuban umfasste. Hauptstadt wurde das um 1450 gegründete Bachtschyssaraj auf der Krim, aber schon 1475 musste das Khanat die osmanische (nach einem Hilferuf an die Osmanen wurden sie von jenen ins Reich aufgenommen), 1774 die russische Oberhoheit anerkennen.
Alan Fisher schreibt in seinem Buch "Muscovy and the Black Sea Slave Trade", Canadian American Slavic Studies, 1972, Vol. 6, pp. 575-594.
Die Raubzüge der Krimtataren lasteten lange Zeit als ein schweres Problem, sowohl auf Russland, als auch auf der Polnisch-Litauischen Union, zu dem damals die Ukraine und Weißrussland gehörten. Ganze Landstriche wurden entvölkert und geplündert, was diese Staaten erheblich schwächte. Im 16. Jahrhundert musste Moskau jedes Jahr ca. 80.000 Mann rekrutieren, die an den südlichen Befestigungen (dem sogenannten Gürtel der Gottesmutter) gegen Einfälle der krimtatarischen Reiter Dienst trugen. Dafür musste ca. 1/3 des Staatshaushaltes verwendet werden.
Die Einfälle der Krimtataren waren häufiger Grund für Kriege und trugen außerdem zur Herausbildung der Kosaken als wehrhafter Bauern bei. Als Folge der Einfälle konnten die südlichen Steppengebiete erst in der Neuzeit, als die Tatarengefahr beseitigt war, vollwertig besiedelt werden (siehe Neurussland). Ab Peter dem Großen betrieb das erstarkte Russland eine aktive Zurückdrängungspolitik der Krimtataren, die im erheblichen Maße als Vergeltung motiviert war. 1783 schließlich wurde die Krim annektiert.
Seit der Orangenen Revolution, die von den Krimtataren unterstützt wurde, versucht die Regierung in Kiew zunehmend, die Krimtataren gegen die russische Bevölkerungsmehrheit auf der Krim auszuspielen und unterstützt ihre nationalistischen Ansichten.
Die Mehrheit der Krimtataren ist sunnitisch. Heute sind vermutlich etwa 280.000 oder fast 12 % der 2,5 Millionen Bewohner der Krim Krimtataren.
1992/93 wurde Krimtatarisch zur dritten Amtssprache der Halbinsel erklärt, da deren Sprecher zwischenzeitlich über 10 % der Bevölkerung ausmachen.
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