Eine Kriegsanleihe (oder Kriegskredit) ist ein verzinsliches oder unverzinsliches Wertpapier, das der Finanzierung eines Krieges dient. Emittent ist in der Regel eine Regierung. Der Verkauf der Anleihe kommt einer Gewährung von Krediten an die Regierung gleich.
Kriegsanleihen werden meist von umfangreicher Propaganda begleitet, da diese eine der Möglichkeiten sind, auch die Heimatfront direkt zur Unterstützung des Krieges zu gewinnen. Um möglichst viele Anleger zu finden, wird meist an deren Patriotismus appelliert. Hierzu versucht man sie davon zu überzeugen, dass der Absatz der Anleihe eine kriegsentscheidende Bedeutung habe. Kapitalgeber spekulieren auch auf die Zinsen, die der Staat bei einem Sieg durch Reparationszahlungen finanzieren will. Im Falle eines verlorenen Krieges besteht die Gefahr, dass die Anleihe nicht zurückgezahlt wird. Das angelegte Kapital geht dadurch verloren. Die Geschichte kennt viele Beispiele für solche Verluste.
In der Schweiz wurden diese 1848 herausgegeben. 1936 gab die Schweiz eine Wehranleihe aus, die den Zweck hatte, in einem vermuteten Krieg möglichst gut gerüstet zu sein.
In Deutschland wurden zwischen 1914 und 1918 insgesamt neun Kriegsanleihen ausgegeben, die 98 Milliarden Reichsmark einbrachten und etwa 60% der deutschen Kriegskosten deckten.
Als „die“ Kriegskredite wird in der deutschen Geschichte im allgemeinen jener Beschluss der SPD im Jahr 1914 bezeichnet, der die Finanzierung für den ersten Weltkrieg ermöglichte. In der Folge kam es außerdem zum Zerfall der deutschen Arbeiterbewegung, eine Entwicklung die später den Aufstieg des Nationalsozialismus begünstigen sollte.
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