Als Kreuzweg (Weg des Kreuzes) bezeichnet man ursprünglich die Nachahmung der Via Dolorosa (Schmerzhafte Straße) in Jerusalem als Stationenweg vor Wallfahrtskirchen. Aus dem Heiligen Land zurückgekehrte Pilger legten Nachbildungen der Heiligen Städte in ihrer Heimat an. Oftmals übertrugen sie exakt die Länge der Via Dolorosa auf ihren heimischen Kreuzweg. Das Ziel der in der Heimat angelegten Kreuzwege war nicht selten ein Kalvarienberg (von Lat. calvariae locus; Schädelstätte), auf dem eine Grabeskirche oder die Kreuzigungs-darstellung aufgebaut war. Diejenigen, die sich nicht leisten konnten, selbst nach Jerusalem zu pilgern, wollten aber dem Leidensweg Jesu so nah wie möglich sein. Die Pilger wollten sich in Ermangelung von Reisemöglichkeiten in das Heilige Land wenigstens geistig auf den Leidensweg von Jesus Christus begeben, wie er seit dem Mittelalter in Jerusalem mit mancherlei frommen Ausschmückungen gezeigt und beschritten wurde.
Wegen der großen Beliebtheit blieb schließlich kaum eine katholische Pfarrkirche mehr ohne die Darstellung der 14 Stationen, nun aber im Inneren der Kirche.
Die freitägliche Kreuzwegandacht ist in der Fastenzeit auch heute noch ein vielerorts praktiziertes meditatives Gebet vor den Stationen, oft auch ergänzt durch eine 15. Station, die der Auferstehung gedenkt.
Josef von Führich und seine Schüler schufen im Nazarenerstil das Genre der Führich-Kreuzwege, die in vielen Kirchen Mitteleuropas präsent sind.
Das Kreuzweggebet eignet sich außerdem für Familienandachten oder persönliche Meditationen (ähnlich wie der Rosenkranz).
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