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Die Kreuzfahrerstaaten im engeren Sinne sind die als Ergebnis des Ersten Kreuzzugs in Palästina und Syrien errichteten vier Staaten:
Sie waren militärisch den Moslems unterlegen, konnten sich aber halten, weil die ständigen Kriege zwischen den islamischen Mächten es ihnen ermöglichten, das Küstenland zu besetzen und für den Nachschub offen zu halten. Die Kreuzfahrer wurden zusammenfassend als "Franken", das Land als "Outremer" bezeichnet.
Das ebenfalls 1098 errichtete Fürstentum Antiochia wurde unter seinen ersten normannischen Herrschern Bohemund von Tarent († 1111) und dessen Neffen Tankred († 1112) durch Eroberungen gegen die Moslems und Byzanz erweitert. Sie hinterließen einen gefestigten Staat, für den aber Raimund von Poitiers 1137 dem byzantinischen Kaiser huldigen musste. 1268 erlag Antiochia, inzwischen wirtschaftlich verarmt, einem Mamelukenheer des Sultans Baibars von Ägypten.
Nicht viel später (1289) fiel Tripolis, seit Bohemund IV. von den Fürsten Antiochias mitregiert; es war 1109 als letzter der Kreuzfahrerstaaten errichtet und Bertrand von St. Gilles als vasallitische Grafschaft des Königreichs Jerusalem verliehen worden.
Unter Balduin I., dem ersten König von Jerusalem (1100), und seinen nächsten Nachfolgern Balduin II. (1118–1131), Fulko von Anjou (1131–1143) und Balduin III. (1143–1162) konnte das Gebiet erweitert und gegen die Sarazenen behauptet werden. 1187 besiegte Saladin die Kreuzfahrer vernichtend bei Hattin und eroberte anschließend Jerusalem.
Die Christen gewannen 1191 Akko unter Führung von Richard Löwenherz zurück, der 1192 mit Saladin vertraglich die christliche Herrschaft im Küstenstrich von Tyrus bis Jaffa vereinbarte.
Der Fünfte Kreuzzug Friedrichs II., der sich 1229 zum König von Jerusalem krönte, brachte Jerusalem und weitere Gebiete wieder an die Kreuzfahrer. Die Hauptstadt ging 1244 endgültig verloren; Akko, Mittelpunkt des restlichen Königreichs, war durch innere Kämpfe geschwächt und fiel 1291. Der Rest Palästinas wurde - bis auf die Stadt Byblos (Erorberung 1298) und die Inselfestung Ruan vor der syrischen Küste (Aufgabe 1303) noch im selben Jahr - geräumt (Flucht nach Zypern). Die aus Palästina/ Syrien nach Zypern vertriebenen Johanniter eroberten ab 1306 Rhodos, das sie bis zur Eroberung durch die Osmanen 1522 beherrschten.
Im Vierten Kreuzzug wurde das Byzantinische Reich von den Kreuzfahrern erobert (1204), wobei vier weitere Staaten entstanden:
Die Venezianer schufen darüber hinaus in der Folge des Vierten Kreuzzugs das Herzogtum Archipelagos in der Ägäis.
Thessalonike und das Lateinische Kaiserreich wurden von den Byzantinern bis 1261 zurückerobert. Nachfolger der Kreuzfahrer regierten in Athen, auf dem Peloponnes und in Morea bis in die Mitte des 15. Jahrhunderts.
Siehe auch: Kreuzzug, Kreuzfahrer, Ritterorden
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