Am Anfang des 2. Jahrtausends v. Chr. haben griechische Stämme das Festland von Hellas erobert. Sie gerieten bald unter den Einfluss der überlegenen vorgriechischen Kultur der Insel Kreta. Heinrich Schliemanns Entdeckungen in Mykene und die Hochkultur in Kreta geben dieser Kunstrichtung den Namen.
Die kretische Kultur wurde um 1900 entdeckt. Grundformen der Kunst sind logische geometrische Gefüge, die bald mit Spiralen und einfachen Pflanzmotiven verbunden wurden. Hier treten auch erstmals Wellenranken und Palmetten auf (vgl. Ornament).
Die kretischen Paläste sind unbefestigt um große, für den Kult bestimmte Höfe gruppiert.
Die kretische Religion erwies sich durch Darstellungen auf Vasen und Wänden als grundverschieden von der neolithischen: sie verehrt die Götter nicht im greifbaren Idol, sondern als alles durchdringende Naturmächte, deren Gestalt nur in Visionen erscheint und deren Geheimnis in uralten Sagen von der Geburt, der Liebe und den Kämpfen der Götter angedeutet wird.
In der mykenischen Kultur lebt die alte Naturreligion weiter und Sagenerzählungen fehlen auch hier. Deutlich tritt der Heroenkult hervor. Die mykenischen Burgen sind befestigt und beherrscht vom Thronsaal (Megaron) mit seiner Säulenvorhalle. Gewaltige Ruinen von Burgen und Kuppelgräbern zeugen von einem monumentalen Charakter.
Unter den mykenischen Kunstwerken zeugen am ehesten die Kuppelgräber und Burgen von einer eigenen Frömmigkeit, in der sich griechische Einsicht in Größe und Bedingtheit des Menschen verbreitet.
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"Kretisch-Mykenische Kunst".
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