Der
Kreis Iserlohn war ein Kreis in
Nordrhein-Westfalen,
Deutschland. Er lag im Nordwesten des
Sauerlands und gehörte zum Regierungsbezirk
Arnsberg. Nachbarkreise waren:
Der Kreis Iserlohn wurde zum 1. Januar 1975 aufgelöst, der größte Teil des Kreisgebietes wurde mit dem ehemaligen
Kreis Lüdenscheid und der kreisfreien Stadt
Iserlohn sowie aus dem ehemaligen
Kreis Arnsberg das Gebiet der heutigen Stadt
Balve zum neu gebildeten
Märkischen Kreis vereinigt. Das Gebiet der heutigen Stadt
Schwerte ging an den
Kreis Unna, die bis dahin selbstständige Stadt
Hohenlimburg wurde Stadtteil der kreisfreien Stadt
Hagen.
Geographie
Der
Kreis Iserlohn lag im Herzen
Nordrhein-Westfalens am Mittellauf der
Ruhr und Unterlauf der
Lenne im Westen und der
Hönne im Osten. Der niedrigste Punkt lag bei 91 m ü.
NN im Ruhrtal an der Kreisgrenze in
Westhofen, der höchste Punkt war der 493,9 m hohe Rüssenberg in Iserlohn-
Kesbern.
Geschichte
Der
Kreis Iserlohn wurde
1817 von
Preußen gegründet. Er bestand aus politisch unterschiedlichen Teilen:
- Der Grafschaft Limburg mit Limburg, Elsey, Berchum, Ergste, Letmathe, Oestrich, Hennen und Henkhausen
- Teilen der Grafschaft Mark, und zwar Iserlohn, Amt Hemer, Schwerte und Amt Westhofen
- Teilen des Herzogtums Westfalen, und zwar die Stadt und das Amt Menden.
Er umfasste - neben dem unten näher beschriebenen Gebiet - auch noch weite Teile des späteren
Kreises Arnsberg, die aber schon nach wenigen Jahren (1819 und 1832) abgegeben wurden:
- Echthausen, Voßwinkel --> Wickede (Ruhr)
- Holzen --> Neheim-Hüsten
- Asbeck --> Menden
- Balve, Eisborn, Volkringhausen, Beckum, Mellen, Garbeck, Langenholthausen
- Küntrop, Blintrop, Affeln, Altenaffeln --> Neuenrade
- Enkhausen, Langscheid, Amecke, Altendorf, Stockum, Hagen, Endorf --> Sundern
Der Kreissitz des Kreises war für ein Jahr auf
Schloss Melschede (bei Mellen, heute Balve). Das Schloss liegt im heutigen Stadtteil Hövel der Stadt
Sundern,
Hochsauerlandkreis.
1818 wechselte der Sitz nach Iserlohn. Der Kreis Iserlohn bestand zuletzt aus 7 Städten und 4 Ämtern mit 25 Gemeinden .
1907 wurde die Stadt Iserlohn kreisfrei, blieb aber Sitz des Landkreises Iserlohn.
1909 wurde die Stadt Hohenlimburg aus den Gemeinden Reh, Henkhausen, Elsey und der Titularstadt Limburg (Lenne) (alle Amt Limburg) gebildet. Die verbleibenden Gemeinden Letmathe und Oestrich bildeten fortan das Amt Letmathe-Oestrich.
1922 trennten sich Letmathe und Oestrich. Oestrich bildete nun mit Lössel (aus dem Amt Hemer) das Amt Oestrich.
1929 wurde der Landkreis Hörde aufgelöst und die Stadt Schwerte und das Amt Westhofen gingen an den Kreis Iserlohn über. Heute sind die Stadt Schwerte und die Gemeinde Holzwickede im Kreis Unna die einzigen Kommunen des Altkreises Hörde, die überlebt haben.
1935/36 erhielten die Gemeinden Hemer und Letmathe Stadtrechte.
1956 wurde die Stadt Letmathe aus der Stadt Letmathe und den Gemeinden Oestrich und Lössel neu gebildet. In diesem Zug gingen wesentliche Teile der Gemeinde Oestrich (Iserlohner Heide, Gerlingsen, Hombruch und Nussberg) an die kreisfreie Stadt Iserlohn.
1969 gelangte die Gemeinde Berchum zu Hohenlimburg. Die Gemeinde Evingsen wurde aus dem Amt Hemer gelöst und der Stadt Altena (Kreis Altena-Lüdenscheid) zugeschlagen.
1975 wurden der Kreis Iserlohn und die kreisfreie Stadt Iserlohn mit dem Kreis Lüdenscheid (vormals Kreis Altena) zum neuen Märkischen Kreis vereinigt. Sämtliche Ämter wurden aufgelöst. Übrig blieben die Stadt Menden (aus Menden und Amt Menden Sümmern), die Stadt Hemer (aus Hemer ohne Griesenbrauck und Amt Hemer), die Stadt Schwerte (aus Schwerte, Amt Westhofen Holzen und Lichtendorf und Ergste; jetzt Kreis Unna bzw. Stadt Dortmund) und die Stadt Iserlohn (aus Alt-Iserlohn, Letmathe, Hennen, Sümmern Ostsümmern, Kesbern sowie Griesenbrauck aus der Stadt Hemer). Iserlohn wurde zwar die weitaus größte Stadt des neuen Kreises, verlor den Kreissitz aber an Lüdenscheid. Die Stadt Hohenlimburg wird von der Stadt Hagen eingemeindet.
Politik
Wappen
Das Wappen des Landkreises Iserlohn versuchte alle territorialen Gegebenheiten zu vereinen:
- Das westfälische Pferd - als Zeichen der Zugehörigkeit zur Provinz Westfalen
- Das kurkölnische Kreuz - als Zeichen für die kurkölnischen Städte und Ämter
- Menden (Stadt und Amt)
- sowie die Ämter Balve und Sundern (bis 1819/1832)
- Der märkische Balken - für die märkischen Städte und Ämter
- Hemer
- Iserlohn (später kreisfrei)
- Schwerte (ab 1929)
- Westhofen (ab 1929)
- der limburgische Löwe - für die limburgischen Städte und Ämter
- Ergste
- Hohenlimburg
- Letmathe
Landräte
- 1862 - 1877: August Overweg
- 1887 - 1919: Ullrich Wilhelm Carl Nauck
- 1919 - 1932: Dr. August Loos
- 1932 - 1935: Dr. Hans Storck
- 1935 - 1939: Karl von Rumohr (NSDAP)
- 1939 - 1945: Erich Ebel (NSDAP)
- 1945: Richard Klewer
- 1945 - 1946: Werner Jacobi (SPD)
- 1946 - 1948: Paul Grote (CDU)
- 1948 - 1952: Marin Volmert (Zentrum)
- 1952 - 1954: Josef Vieler (CDU)
- 1954 - 1956: Stephan Mias (FDP)
- 1956 - 1961: Hugo Höppe (SPD)
- 1961 - 1969: Dr. Fritz Willmes (CDU)
- 1969 - 1975: Willy Haarmann (CDU)
Oberkreisdirektoren
- 1946 - 1963: Friedrich Lücking (SPD)
- 1963 - 1974: Dr. Jürgen Albath (CDU)
Verkehr
Bundesfernstraßen
- A 1 (Hansalinie) Köln-Schwerte-Bremen
- A 45 (Sauerlandlinie) Dortmund-Ergste-Frankfurt
- A 46 Hagen-Hohenlimburg-Iserlohn/Letmathe-Iserlohn
- B 7 Düsseldorf-Hohenlimburg und Hemer-Menden-Kassel
- B 63 Wimbern-Werl-Hamm
- B 233 Iserlohn-Hennen-Kamen
- B 236 Olfen-Schwerte-Ergste-Iserlohn/Letmathe-Winterberg-Wetter (Hess.)
- B 515 Balve-Lendringsen-Menden-Bösperde-Halingen-Langschede
Eisenbahnlinien
Kreispartnerschaften
Kreisgliederung
- Einwohnerzahlen (EW) von 2002 -
Des weiteren die Ämter (mit Amtssitz*)
- Westhofen (ab 1929); mit den Gemeinden
- Ergste; mit den Gemeinden
- Hemer; mit den Gemeinden
- Menden (die Stadt Menden* gehörte nicht zum Amt Menden) mit den Gemeinden
Entwicklung des Kreisgebiets
Eingemeindungen
- 1929 Stadt Schwerte und Amt Westhofen (aus Kreis Hörde)
Ausgemeindungen
- 1890 Gebiete westlich des Grüner Bachs (von Lössel) --> Kreisfreie Stadt Iserlohn
- 1929 Wermingsen, Calle (aus dem Amt Hemer) --> Kreisfreie Stadt Iserlohn
- 1933 Nußberg, nördlicher Dördel (von Oestrich) --> Kreisfreie Stadt Iserlohn
- 1941 Kuhlo und westliches Dröscheder Feld (von Oestrich) --> Kreisfreie Stadt Iserlohn
- 1956 Iserlohner Heide, Gerlingsen, Hombruch (von Oestrich) --> Kreisfreie Stadt Iserlohn
- 1969 Gemeinde Evingsen (Amt Hemer) --> Stadt Altena (Kreis Lüdenscheid)
- 1969 Gemeinde Wimbern (Amt Menden) --> Gemeinde Wickede (Ruhr) (Kreis Soest)
- 1969 Waldgebiet nördlich von Iserlohn-Hombruch östlich des Refflingser Bachs (von Letmathe) --> Kreisfreie Stadt Iserlohn
- 1969 Flurstück im Bereich "Vor'm Heu" (von Letmathe) --> Kreisfreie Stadt Iserlohn
- 1975 Stadt Hohenlimburg --> Kreisfreie Stadt Hagen
- 1975 Stadt Schwerte (einschl. Ergste, Villigst, Westhofen) --> Kreis Unna
- 1975 Auflösung des Landkreises Iserlohn; Rechtsnachfolger ist der Märkische Kreis
Bildung, Kultur und Sehenswürdigkeiten
Überörtliche Bildungseinrichtungen
Theater
Museen
- Städtisches Museum 'Haus der Heimat', Iserlohn
- Varnhagensche Bibliothek, Iserlohn
- Historische Fabrikenanlage Barendorf, Iserlohn (Nadelmuseum, Gelbguss, Künstlerwerkstätten)
- Handwerks- und Postmuseum, Iserlohn
- Sammlung Städtereinigung/Entsorgung, Iserlohn
- Höhlenkundemuseum (Dechenhöhle), Iserlohn
- Städt. Museum Haus Letmathe, Iserlohn
- Ruhrtalmuseum Schwerte
- Höhlenkundemuseum, Hemer
- Deutsches Kaltwalzmuseum Hohenlimburg (jetzt Stadt Hagen)
- Heimatmuseen in jeder Stadt
Galerien
- Städt. Galerie Iserlohn
- Villa Wessel, Iserlohn - Kunstausstellungen
- Galerie Bengelsträter, Iserlohn
Musik
- Städt. Musikschule Iserlohn
- Iserlohner Herbsttage für Musik, internationale Meisterkurse
- Iserlohner Gitarrensymposium (jährlich)
- Jazzclub Henkelmann des "Hot Club Iserlohn" (ältester deutscher Jazzclub)
- Iserlohner Orgelwochen (jährlich)
Bauwerke und Kulturdenkmale