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Wappen_Krefeld_Huels.jpg1713141.jpgHüls ist ein 1975 nach Krefeld eingemeindeter Stadtteil, der im Nordwesten der Stadt liegt. Vorher gehörte Hüls als eigenständige Gemeinde zum Kreis Kempen-Krefeld und ab 1970 als Stadtteil zur westlich von Hüls gelegenen Stadt Kempen. Einige Hülser können sich bis heute nicht mit der Eingemeindung abfinden.

Bestimmend für das Hülser Ortsbild ist die Kirche St. Cyriakus, die am Hülser Markt die historische Bebauung überragt.

Die Hülser Burg, im Osten des Ortsteils, wurde durch eine Initiative vom Hülser Heimatverein und Hülser Sportverein saniert. Die Fertigstellung der sanierten Burgruine fand im Jahre 2005 statt. Jährlich findet auf der Burg ein Fest des HSV statt. Weitere Feste finden auf dem Platz vor der Feuerwehr und im historischen Ortskern statt. Hierzu gehören die Frühjahrs- und Herbstkirmes sowie im September der Bottermaat, der rund um den gleichnamigen Platz stattfindet. Am Bottermaat kommen viele Hülser Vereine und Handwerker zusammen, um sich und ihre Arbeit vorzustellen. Ebenfalls unterscheiden sich die Hülser durch ihre Karnevalstradition. "Breetlook"(Porree) ist für Hülser das, was für andere z.B. Krefelder "Helau" ist.

Bemerkenswert ist auch die Hülser Art Nikolaus zu feiern: Am Abend des 5. Dezembers pünktlich um 16 Uhr erscheint der "Heilige Mann" mit Gefolge ganz oben auf der Kirche und winkt der wartenden Masse zu; dann steigt er traditionsgemäß zusammen mit Nikodemus und Zarras vom Hülser Kirchturm herab und beginnt von hier aus seine irdische Reise. 1000 Schaulustige begleiten Jahr für Jahr dieses Schauspiel. Hüls ist über eine Straßenbahnlinie und über drei Buslinien an die Krefelder Innenstadt angeschlossen.

Im Osten von Hüls liegt der Hülser Berg, der als Naherholungsgebiet dient. Sicherlich erwähnenswert ist außerdem der Umstand, dass die katholische Kirchengemeinde St. Cyriakus bezüglich der Gemeindestärke die zweitgrößte im gesamten Bistum Aachen ist.

Hülser Geschichte im zeitlichen Überblick


Das Wort Hüls ist eine Ableitung vom niederdeutschen Wort "hulis", die Stechpalme bzw. Stecheiche.

Steinzeit

Bearbeitete Feuersteinfunde weisen darauf hin, dass im Hülser Raum Menschen unterwegs waren.

Eisenzeit

Nähe Botzweg gab es Brandgräberfunde; Wallanlagen sind am Hülser Berg nachgewiesen.

Römerzeit

Scherben und Ziegelfunde am Friedhof (ca. 2.-3. Jahrhundert)

Mittelalter

1112 Erwähnung eines „Retherus de Holese“, womit die Herren von Hüls erstmals urkundlich genannt sind.

Die erste Burg in Hüls lag in der Nähe des heutigen Hülser Freibades.

14.-15. Jahrhundert Die Herren von Hüls bauten ihren Besitz zur „Herrlichkeit Hüls“ aus, die zum kurkölnischem Amt Kempen gehörte. Die „Herrlichkeit Hüls“ hatte ein Schöffengericht und war ein Marktort.

Die Hülser Kirchengemeinde St. Cyriakus erlangte wohl im 14. Jahrhundert die Selbständigkeit von Kempen.

In der Wendezeit im 14. zum 15. Jahrhundert entstanden die beiden Frauenklöster „Von der Verkündigung Mariens“ (1398, genannt "Klausur") und „St. Cäcilia“ (1468, genannt "Konvent").

1363 wurde durch Erbteilung an Mathias von Hüls, ein Drittel von Hüls abgespalten. Dieses ging später an die Grafschaft Moers - dieser Ortsteil wurde dann als "Hülsisch Moersische Straße" bezeichnet (alles ab Bottermaat Richtung Norden).

1455 Friedrich von Hüls baut die zweite Burg, deren Ruinen erhalten und neuerdings saniert und wieder aufgebaut sind.

1565 starb mit Katharina von Hüls das Rittergeschlecht aus. Nach Erbstreitigkeiten fiel die Herrlichkeit Hüls an eine entfernt wohnende Adelsfamilie. Hüls wurde bis zur französischen Zeit von Amtmännern dieser Familie verwaltet.

1583 Die berühmte Schlacht bei Hüls im Truchsessischer Krieg

Im 16. Jahrhundert entwickelte sich der Bereich Hülsisch Moersische Straße (der zu Moers gehörende Hülser Nordteil) zu einem Wohnplatz von Juden, Reformierten und Täufern. Deren Aktivitäten führten zu einem Aufschwung, wovon beide Ortsteile profitierten.

1661 bestehen in Hüls 111 Höfe und Häuser mit ca. 800 Einwohnern.

Landwirtschaft, Weberei, Ziegel- und "Pottbäckerei" (Töpferhandwerk) und das Schnapsbrennen waren die Hülser Einnahmequellen.

1636 Hülser Kirchturm stürzt ein.

1642 Schlacht bei Hüls zwischen kurkölnischen und hessisch-weimarischen Truppen

1798 Die Franzosen vereinigen die früher getrennten Hülser Teile mit der Honschaft Benrad zur „Mairie de Hüls“, die dem Kanton Kempen zugeteilt wird.

1802 wurden beide Klöster, "Klausur" und "Konvent", aufgelöst. 1815 Durch den Wiener Kongress wird das Rheinland Preußen zugesprochen und Hüls wird zur einer Gemeinde des Landkreises Kempen.

Zu diesem Zeitpunkt hatte Hüls 1500 Einwohner.

Von 1823 bis 1853 wurden die Bürgermeisterei Hüls (Gemeinden Hüls und Benrad), St. Hubert (Gemeinden Broich und Orbroich) und Tönisberg von einem Bürgermeister verwaltet.

In den folgenden Jahren wurde viel an der Infrastruktur gearbeitet.

1847 wurde ein Krankenhaus im ehemaligen "Konvent" eingerichtet.

1865-1868 Neubau der Pfarrkirche St. Cyriakus, bei dem Teile der "Klausur" aus Platzgründen abgerissen worden sind

1870 wurde die Eisenbahnlinie Krefeld - Hüls gebaut.

1872 Hülser Häuser bekommen Hausnummern.

1880 hat Hüls schon 6088 Einwohner.

1883 Bau der Straßenbahn Hüls – Krefeld

1897 hatte Hüls ein eigenes Gaswerk und ab 1908 gab es ein Wasserwerk in Hüls.

1929 Auflösung der Gemeinde Benrad mit Gebietszugewinn für Hüls

1936 Teile von Orbroich werden eingemeindet.

1938 Hülser Nationalsozialisten brennten die Synagoge in Hüls ab.

Während des Zweiten Weltkrieges wurden auch Hülser Häuser durch Luftangriffe zerstört.

Am 3. März 1945 marschieren amerikanische Truppen in Hüls ein. Durch den Krieg sind ca 480 Hülser ums Leben gekommen.

1951 hatte Hüls eine Einwohnerzahl von 11.800 Einwohnern. 1600 Vertriebene waren in Hüls registriert. Es gab ca 5200 berufstätige Hülser, wovon 2100 in Krefeld arbeiteten.

Im Zuge des Wirtschaftswunders kam es auch in Hüls zu einem Aufschwung. Eine der wichtigsten Einrichtungen war das Krankenhaus, welches Ende der 60er Jahre in Hüls eröffnet wurde.

1964 Die (evangelische) Kreuzkirche wird fertiggestellt. Vorher hatten die evangelischen Gottesdienste in Hüls in einer Notkirche stattfinden müssen.

1970 hatte Hüls 13.400 Einwohner und verlor seine Selbständigkeit mit der Eingemeindung nach Kempen.

1975 Herauslösung aus dem Kempener Stadtgebiet und Eingemeindung nach Krefeld im Zuge der Gebietsreform.

1976 Der Johannesturm (Hülser Aussichtsturm) auf dem Hülser Berg wird errichtet. Es wurden neue Schulen in Hüls gebaut und an den Hülser Ortsgrenzen wurden Bauprojekte geplant und realisiert. (Die Siedlungen am westlichen Ortsrand werden volkstümlich als "Legoland" bezeichnet.)

In den folgenden Jahren wanderte Industrie aus Hüls ab.

1984 Sanierung der "Klausur"; es entsteht ein Wohnpark

Neubau einer Grundschule

Neubau einer Ökumenischen Begegnungsstätte

Neubau einer Sporthalle unter anderem für die Rollhockey-Bundesliga.

Weblinks


Ort in Krefeld

 

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