| Strukturformel | |||
|---|---|---|---|
| Kreatin.PNG | |||
| Allgemeines | |||
| Name | Kreatin | ||
| Andere Namen | Creatin | ||
| Summenformel | C4H9N3O2 | ||
| CAS-Nummer | 57-00-1 | ||
| Kurzbeschreibung | Feststoff | ||
| Eigenschaften | |||
| Molmasse | 131,13 g/mol | ||
| Aggregatzustand | fest | ||
| Dichte | ? g/cm³ | ||
| Schmelzpunkt | 303 °C | ||
| Siedepunkt | ? °C | ||
| Dampfdruck | ? Pa (x °C) | ||
| Löslichkeit | ? | ||
| Sicherheitshinweise | |||
| Gefahrensymbole | |||
| ? |
Kreatin ist ein wichtiger Stoff im Organismus des Menschen. Es ist eine natürlich vorkommende Substanz, die in der Niere, der Leber und in der Bauchspeicheldrüse synthetisiert wird. Sie stammt von den Aminosäuren Glycin und Arginin ab und ist zu 95 % im Skelettmuskel vorhanden.
Vor allem bei der Muskelkontraktion wird Kreatin in Form von Kreatinphosphat (PCr) benötigt. Kreatinphosphat stellt hier die Phosphatgruppe zur Verfügung, die zur Umwandlung des bei der Kontraktion entstandenen ADP zurück in ATP genutzt wird. 60 % des Kreatins treten in der Form von Kreatinphosphat und 40 % in Form von freiem Kreatin auf. Die gesamte Speichermenge von Kreatin beträgt 120 bis 150 Gramm, der Mensch benötigt täglich etwa zwei Gramm. Der Organismus bezieht etwa die Hälfte des Kreatins aus der täglichen Nahrung, das in Fisch sowie Fleisch enthalten ist. Vegetarier decken ihren Kreatinbedarf über eine erhöhte Syntheserate ab, so dass es nicht zu einem Kreatinmangel kommt. Täglich werden etwa 0,5 bis 2,5 Gramm Kreatin als Abbauprodukt Kreatinin über den Urin ausgeschieden (Nebel, 2002).
In der Medizin wird Kreatin gelegentlich bei der Behandlung von Muskeldystrophie zur Verbesserung des Muskelstoffwechsels eingesetzt.
Um die Vorräte des Energieträgers ATP so einfach und schnell wie möglich zu erneuern, verwenden die Muskeln hauptsächlich Kreatin. Die Kreatinmenge in den Muskeln spielt eine entscheidende Rolle bei der Unterstützung von intensiven körperlichen Anstrengungen.
Bei Männern enthalten die Muskeln im Ruhezustand ungefähr vier Gramm Kreatin pro Kilogramm Muskelmasse. Diese Vorräte können durch eine kurzzeitige zusätzliche Kreatineinnahme erhöht werden.
Eine "Nebenwirkung", die in der wissenschaftlichen Literatur erfasst ist, ist eine mögliche Gewichtszunahme um ein bis zwei Prozent, je nach Person. Diese Gewichtszunahme resultiert aus der Einbehaltung von Wasser in den Muskelzellen. Für Bodybuilder ist das ein wünschenswerter Nebeneffekt, da der Muskel größer wird, außerdem berichten viele Bodybuilder über eine Kraftzunahme, dies gilt jedoch als umstritten.
Der Ernährungswissenschaftler Priv.-Doz. Dr. Andreas Hahn von der Universität Hannover urteilt in seinem Buch: Nahrungsergänzungsmittel:
In diesem Zusammenhang sollte auch erwähnt werden, dass nicht jeder Mensch gleich auf eine Kreatin-Supplementation reagiert. Es wird zwischen sogenannten Non-Respondern und Respondern unterschieden, sprich zwischen Menschen bei denen es sei es zu Veränderungen in der Körperzusammensetzung (Zuwachs an Muskelmasse) und einer Leistungssteigerung im Sport kommt, oder eben nicht. Der Unterschied zwischen beiden Gruppen besteht darin, dass bei den Non-Respondern die Speicherfähigkeit im Muskel bereits bis zur möglichen Obergrenze ausgenutzt ist und zusätzliche Supplementgaben daher ungenutzt ausgeschieden werden, wogegen bei Respondern der natürliche Gehalt unter dem Maximalwert liegt.
Große Leistungssprünge, wie sie vielfach in übertriebenen Ausmaßen von der Supplement-Industrie für Nahrungsergänzungsmittel beworben werden, sind durch die Supplementation mit Kreatin nicht zu erwarten. Das Hauptaugenmerk sollte besonders im Krafttraining auf einer größtmöglichen Trainingsintensität liegen.
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