Als Kraton bezeichnet man in der Geologie sehr alte Festlandskerne von Kontinentalschollen. Neben Kratonen bestehen Kontinentalplatten auch aus jüngerem, meist verfaltetem Gestein, das beispielsweise bei der Kollision mit anderen Platten entstanden ist, wie ehemaliger hochgehobener Ozeanboden, angeschweißte Teile anderer Kontinentalplatten oder Vulkanketten, die aus Subduktionszonen emporgestiegen sind.
Kratone dagegen haben nach dem Präkambrium oder seit Beginn des Paläozoikums keine tektonische Umformung wie Faltung, Aufwölbung o.ä. mehr erfahren, sind also über Äone unverändert geblieben.
Kratone teilt man in Schilde und Tafeln.
In den Schilden tritt meistens das kristalline Grundgebirge zu Tage; sehr alte Kruste, meist schon im Präkambrium durch vermutlich tektonische Vorgänge intensiv verfaltet, in großen Tiefen metamorph umgewandelt und meist schon stark erodiert.
Häufig sind die Schilde mit ebenfalls in jüngerer Zeit nicht mehr verformten Sedimenten bedeckt. Hier spricht man von den Tafeln oder Plattformen. Die Sedimente können aber diskordant aufliegen. Diskordant heißt, zwischen Schild und Bedeckung besteht eine Sedimentlücke. Also muss dieser Teil des Kraton einmal Land gewesen sein, was zur Erosion bestimmter Schichten geführt hat und kann wieder von Meer überflutet gewesen sein, woher die Sedimente stammen.
Ein Kraton kann also in jüngerer Zeit insgesamt gehoben oder gesenkt worden sein. Da die Kruste der Kratone sehr starr ist, werden sie bei tektonischer Beanspruchung nicht gefaltet, sondern sie zerbrechen.
Manche Kratone dokumentieren auch zum Stillstand gekommene Grabenbrüche mit Riftbildung, wobei dann in diesem Graben mächtige Sedimentschichten abgelagert wurden und teilweise auch sehr große Mengen an Lava zu Tage traten.
Die bis zu 200 km in den Erdmantel reichenden - ursprünglich magmatischen im Zeitenlauf aber meist metamorphierten - Kratone aus relativ (zur übrigen Erdkruste) leichtem Fels werden geografisch in Geologische Provinzen eingeteilt, jede Provinz wird nach ihmem Alter klassifiziert:
Weil Minerale und Gesteine - so wie Edelmetalle, aber auch Edelsteine und Diamanten - im Lauf der Zeiten dazu tendieren in der Erdkruste separiert und verteilt bzw. sogar im Erdmantel wieder aufgeschmolzen zu werden, sind die ältesten Kratone- da sie seit Äonen keinen plattentektonischen Veränderungen unterworfen wurden - für Prospektoren und Bergbauunternehmen von grösstem Interesse. Man darf annehmen, daß politische globale Perspektiven und Strategien durchaus diesen Aspekt beinhalten. Heutzutage wird - besonders in Kanada - mit Messung der Struktur des Erdmagnetfelds und Gamma-Radiometrischen -, sonarreflektorischen - und anderen stratigrafischen und geochronologischer Methoden an der Entdeckung und Erforschung dieser alten Festlandteile der Erde gearbeitet.
Hier ist eine Liste bekannter Schilde, Platten, Tafeln, Becken, Riftzonen und die beteiligten Kratone:
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