Eine Krankheit (synonym: Erkrankung, Morbus, griech: Nosos - vgl. dann Noxe) ist eine Störung der körperlichen, kognitiven, sozialen und/oder seelischen Funktionen, die die Leistungsfähigkeit oder das Wohlbefinden eines Lebewesens subjektiv oder intersubjektiv deutlich wahrnehmbar negativ beeinflusst oder eine solche Beeinflussung erwarten lässt.
In diesem Umschreibungsversuch sind drei Ebenen angedeutet, die beim Menschen mit „Krankheit“ bzw. „Kranksein“ verbunden sind: der mehr oder weniger objektive, beobachtbare Tatbestand, das subjektive Befinden und das daraus folgende oder erwartete soziale Verhalten. Eine besondere Definitionsschwierigkeit stellen die Übergänge zwischen gesund und krank dar. Eine schwere Erkrankung ist als Zustand mit einer Definition einfach zu umschreiben. Der Krankheitsbeginn, in dem Prävention sinnvoll sein kann, ist nicht so einfach zu definieren.
Die gesellschaftliche Diskussion um die Abgrenzung von Krankheit zur Gesundheit wird in der Fachwelt mit Begriffen wie Healthism, Disease Mongering und Medikalisierung geführt.
Häufig wird Krankheit mit Zweckdefinitionen umschrieben, die notwendig werden, wenn wie im Krankenversicherungsrecht über erhebliche finanzielle und soziale Konsequenzen entschieden wird. Der deutsche Bundesgerichtshof hat am 21.3.1958 definiert: „Krankheit ist jede Störung der normalen Beschaffenheit oder der normalen Tätigkeit des Körpers, die geheilt, d.h. beseitigt oder gelindert werden kann.“ Nach einer neueren Formulierung wird in der Kranken- und Unfallversicherung unter Krankheit „ein regelwidriger Körper- oder Geisteszustand, der ärztlicher Behandlung bedarf und/oder Arbeitsunfähigkeit zur Folge hat“, verstanden (BSGE 35, 10, 12 f.).
Im historischen, soziologischen und regionalen Vergleich ist das Verständnis von Krankheit sehr unterschiedlich (vgl. Krankheitskonzept, Krankheitsmodell). Abwesenheit von Krankheit ist eine notwendige, aber laut WHO nicht hinreichende Voraussetzung für Gesundheit.
Eine an den bekannten oder vermuteten Ursachen orientierte Einteilung ist die nach
Bei einigen Krankheiten sind keine spezifischen Ursachen, sondern lediglich Risikofaktoren bekannt. Eine seelisch-körperliche Betrachtungs- und Heilweise, unter Berücksichtigung der emotionalen und sozialen Ursachen sowie der Persönlichkeit und des Lebensschicksals des Patienten versucht die Psychosomatische Medizin.
Außerhalb der sogenannten Schulmedizin werden auch andere Krankheitsursachen bis hin zu metaphysischen Zusammenhängen angenommen.
Mit der gesellschaftlichen Bedingtheit von Erkrankung und Krankheitsverläufen sowie der staatlichen Steuerung des Gesundheitswesens beschäftigt sich die Medizinsoziologie.
Innere Faktoren
- Alterungsprozess - Erbkrankheiten - ererbte Anfälligkeiten/Anlagen - embryonale Fehlbildungen
--> sind wenig beeinflussbar
Äußere Faktoren
- soziale Verhältnisse, Stress - Ernährung - Umweltbedingungen - Krankheiterreger
--> sind gut beeinflussbar
Häufig verwendete Begriffe, die den zeitlichen Verlauf beschreiben:
Inzidenz, Epidemiologie, Ethnomedizin, Liste der Krankheiten, Krankheitserreger, Prävalenz, Krankheitsgewinn, Krankheit als Metapher, Krankenhaus, Medizingeschichte, Morbidität, Mortalität, Pathologie, Prävalenz, klinische Psychologie, Risikofaktoren, subjektive Krankheitstheorie
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