Als Krampf, Muskelkrampf oder Spasmus wird eine ungewollte starke Muskelanspannung bezeichnet, die mit Schmerzen verbunden sein kann. Bei einem Muskelkrampf bleiben Aktin und Myosin (Eiweißfäden, die zur Kontraktion eines Muskels dienen) ineinander verhakt und können sich für kurze Zeit nicht lösen, was für Schmerzen oder Zuckungen sorgt.
Als meist gutartige und vielen Menschen bekannte Erscheinung können Muskelkrämpfe nach Überanstrengung einzelner Muskelgruppen und bei Elektrolytstörungen auftreten. Häufig sind nächtliche Wadenkrämpfe, früher auch sogenannte Schreibkrämpfe der Handmuskulatur. Sie können oft durch Entspannungsübungen oder (als beliebtes Hausmittel) Zufuhr von Magnesium gebessert werden.
Davon zu unterscheiden sind so genannten zerebralen Krampfanfälle. Rasch aufeinander folgende Krämpfe wie bei einem Krampfanfall werden auch Konvulsionen oder klonische Krämpfe genannt. Sie sind für die Epilepsie typisch und werden dort beschrieben.
Plötzlich einsetzende unwillkürliche Bewegungen verschiedener Muskeln, die in der Regel nicht schmerzhaft sind, treten bei den verschiedenen Formen der Chorea auf. Lang anhaltende Krämpfe, auch tonische Krämpfe genannt, werden beim Wundstarrkrampf, beim tonischen Fazialiskrampf, beim Torticollis und gelegentlich bei der Hysterie beobachtet.
Meist stark schmerzhafte Krämpfe der glatten Muskulatur an Hohlorganen wie beispielsweise der Gallenblase, dem Darm oder der Harnblase werden als Koliken bezeichnet und im entsprechenden Artikel behandelt. Im Zusammenhang mit Blutgefäßen, Bronchien und dem Kehlkopf spricht man auch von Spasmen, etwa dem Vasospasmus, Bronchospasmus oder Laryngospasmus.