Krakatau ist eine Vulkaninsel in der Sunda-Straße zwischen den indonesischen Inseln Sumatra und Java. Der Vulkan brach mehrfach im Laufe seiner Geschichte aus. Die bekannteste Eruption, bei der die gesamte Vulkaninsel vollkommen zerstört wurde, ereignete sich am 27. August 1883.
Seit 1927 entsteht an dem Ort der alten Vulkaninsel eine neue Insel vulkanischen Ursprungs, die Anak Krakatau, Sohn des Krakataus, genannt wird. Krakatoa 01.JPG
Am Mittwoch, den 22. August 1883 erfolgte die erste Eruption. Am Sonntag, den 26. August um 13.06 Uhr (jeweils Ortszeit) erfolgte eine weitere Eruption. Am 27. August 1883 um 5.30 Uhr erfolgte der nächste Ausbruch und um 6.44 Uhr ein weiterer. Um 10.02 Uhr fand der gewaltigste Ausbruch statt. Der Krakatau schleuderte 18 km³ Asche und Gestein bis in 80 km Höhe in die Erdatmosphäre. (Bei den heftigen Ausbrüchen des Mount St. Helens im Mai 1980 war es etwa 1 km³ und beim Pinatubo etwa 10 km³.) Die Energie des Ausbruchs dürfte zwischen 200 und 2.000 Megatonnen TNT gelegen haben, was etwa 10.000 bis 100.000 Hiroshima-Bomben entspricht.
Die unterirdische Magma
Der Ausbruch des Krakatau wird oft als der größte Vulkanausbruch der Neuzeit bezeichnet und hatte einen VEI 6 Vulkanexplosivitätsindex; die Skala reicht von 0 bis 8. Der Mount St. Helens hatte einen VEI 5. Der stärkste Ausbruch der letzten 10.000 Jahre fand zwischen dem 10. und 15. April 1815 statt. Es war der Ausbruch des Tambora auf der indonesischen Insel Sumbawa. Dieser Ausbruch hatte einen VEI 7 und schleuderte ca. 100 km³ Material in die Atmosphäre. Der Maximalwert VEI 8 wurde für keine einzige Eruption der vergangenen 10.000 Jahre vergeben.
Die Explosionsgeräusche, die diesen Ausbruch begleiteten, werden als die lautesten eingeordnet, die in der Geschichte der Menschheit überliefert sind. Sie wurden sowohl in Perth vernommen als auch auf der 3.000 Kilometer entfernten Insel Rodrigues nahe Mauritius. Atmosphärische Schockwellen waren die Folge, die auf der ganzen Welt registriert wurden. Die Luftdruckwelle der Explosion war so gewaltig, dass sie auch nach sechs Umläufen um die gesamte Erde noch messbar war.
Die Flutwelle wurde auch noch in Europa registriert. An Pegeln im Golf von Biskaya, 17.000 km vom Ursprung entfernt, und entlang des Ärmelkanals wurde sie als Ausschlag von 2 cm an den Messgeräten aufgezeichnet.
Größere Partikel, wie z. B. Bimsstein, der nach historischen Berichten von europäischen Schiffen große Meeresflächen im Umkreis bedeckte, gingen in einem Gebiet von fast 4 Millionen km² nieder, doppelt so groß wie der gesamte indonesische Archipel. Die feine Vulkanasche (Aerosol) stieg auf und verteilte sich in wenigen Tagen weltweit durch die Jetströme in über 70 % der hohen Atmosphäre. Überall auf der Welt wurden aufgrund der Lichtbrechung spektakuläre Sonnenuntergänge beobachtet. Auch der Himmelhintergrund des berühmten Gemäldes „Der Schrei“ von Edvard Munch basiert darauf (siehe Literaturhinweis Astronomie heute). Ein Astronom berichtete über die totale Mondfinsternis am 4. Oktober 1884 an „Nature“, dass ... die Verdunkelung des Mondes weit über den Grad hinausgeht, den man bei Finsternissen der letzten Zeit gesehen hat. Es dauerte einige Jahre, bis diese Partikel wieder aus der Atmosphäre abgesunken waren. Unter anderem durch die Reflexion der Sonnenstrahlen zurück ins All sank vor allem auf der Nordhalbkugel die Durchschnittstemperatur um 0,5 bis 0,8 °C und hatte einen ungewöhnlich kühlen, verregneten Sommer mit katastrophalen Missernten zur Folge.
Der 1883er Ausbruch des Krakatau wird in der Medienwissenschaft als eines der frühesten Beispiele für das globale Dorf angeführt. Ohne die telegraphischen Berichte nach Europa wäre beispielsweise die Flutwelle nicht erkannt worden.
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