| Basisdaten | |
|---|---|
| Staat: | Serbien |
| Region: | Šumadija |
| Geografische Lage: | |
| Höhe: | 183 m ü. NN |
| Fläche: | 835 km² |
| Einwohner: | 211.580 |
| Einwohnerdichte: | 216 Ew./km² |
| Vorwahlen: | 00381 034 |
| Kfz-Kennzeichen: | KG |
| Website: | www.kragujevac.org.yu |
| Politik | |
| Bürgermeister: | Veroljub Stevanović (SDPO) |
Kragujevac pos.png Kragujevac (kyrill.: Крагујевац) ist mit ca. 211.580 Einwohnern fünftgrößte Stadt in Serbien. Sie ist die Hauptstadt bzw. Hauptverwaltungssitz des serbischen | Bezirks Šumadija.
Die Stadt besitzt eine gut entwickelte Waffen- und Automobil-Industrie. 1838 wurde in Kragujevac die erste Universität Serbiens der jüngeren Geschichte gegründet. Ebenfalls die erste Grundschule (Gymnasium), Druckerei (beide im Jahre 1833), Theater (1834) und Militärakademie (1837). Sie ist außerdem die Partnerstadt von Ingolstadt und Suresnes (seit 1961)(Frankreich)(sehe : www.ville-suresnes.fr).
Kragujevac liegt ca. 140 km südöstlich von Belgrad. Die Lage der Stadt liegt bei 44.02° nördl. Breite, 20.92° östl. Länge.
Sperber.jpg Die Stadt wurde erstmals im 15. Jahrhundert in türkischen Dokumenten als Stadt des Kragujevdža erwähnt. Mit Kragujevdža war ein Sperberfänger gemeint, da Kraguj auf Serbisch eine Art des Sperbers bezeichnet. Kragujevac hieße auf Deutsch also etwa Sperberstadt. In der Periode von 1818 bis 1839 war Kragujevac zusammen mit Požarevac die Hauptstadt Serbiens. Bis 1867 war dann Belgrad offiziell Hauptstadt Serbiens, aber aufgrund der Präsenz eines osmanischen Regiments in der Belgrader Festung Kalemegdan (Serbien war zu dem Zeitpunkt ein autonomes Fürstentum) verblieben alle wichtigen staatlichen Institutionen in Kragujevac. 1867 sollte Fürst Mihailo Obrenović die letzten osmanischen Regimenter zwingen, das Fürstentum zu verlassen. Belgrad wurde endgültig zur Hauptstadt erklärt und dorthin alle staatlichen Institutionen verlegt.
Während der Besetzung durch die deutsche Wehrmacht kam es in der Stadt zu einem Massaker durch die Nazis. Als Vergeltung für einen Partisanenangriff wurden am 21. Oktober 1941 über 7300 Bewohner erschossen, darunter 300 Schüler und 18 Lehrer des örtlichen Gymnasiums. Ein Denkmal in der Stadt erinnert an die damaligen Opfer (siehe Massaker von Kraljevo und Kragujevac). Diese Gewalttaten inspirierten die Dichterin Desanka Maksimović, eine sehr bekannte Persönlichkeit auf dem Balkan, zum Gedicht Krvava Bajka (Blutiges Märchen). Infolge des tragischen Schicksals wurde Kragujevac einer der aktivsten Vorkämpfer für Frieden und Zusammenarbeit in der Welt. Hierfür wurde die Stadt im Jahr 1986 von der UNO ausgezeichnet und bekam 1988 die Friedensmedaille der französischen Stadt Verdun.
In der Umgebung von Kragujevac gibt es einige mittelalterliche Klöster und Kirchen wie die Klöster Divostin und Hl. Nikolaus (Sv. Nikola), beide aus dem 13. Jahrhundert, und das Kloster Drača von noch unbekanntem Alter. Diese 3 Klöster haben schon zur Zeit der Schlacht auf dem Amselfeld im Jahre 1389 existiert. Damals wurde dokumentiert, dass am Tag der Schlacht und die Tage davor eine enorm große Anzahl von Frauen, Kindern und älteren Personen die Klöster besuchten, um zu beten.
Der Verein „Abrašević“ mit seinen ca. 600 Mitgliedern zählt zu den größten Kulturvereinen Serbiens.
In der Stadt finden sich viele architektonische Stile nebeneinander. So gibt es traditionelle Gebäude im serbisch-türkischen Balkanstil neben klassizistischer Architektur aus dem 19. Jahrhundert, sozialistischer Einheitsbauweise und modernen Wolkenkratzern.
Heutzutage ist Kragujevac eine moderne Industriestadt im Herzen Serbiens. Das bekannteste Unternehmen, das hier seinen Ursprung hat, ist die Automarke Zastava, die das ganze ehemalige Jugoslawien schon seit den 1950er mit Autos versorgte, darunter mit dem allseits beliebten Fića (eigentlich Zastava 750, eine frühere Lizensversion des Fiat 600) oder dem berühmt-berüchtigten Yugo. *
| KragujevacSv.Nikola.jpg Hl. Nikolaus (Sv. Nikola) | KragujevacDenkmal.jpg Denkmal an die Opfer vom Oktober 1941 | KragujevacPanorama.jpg Panorama von Kragujevac |
Крагуевац | Kragujevac | Kragujevac | Kragujevac | Kragujevac | Kragujevac | Kragujevac | Kragujevac | Kragujevac | Kragujevac | Крагујевац | Kragujevac | Kragujevac | Крагуевац | Kragujevac | Крагујевац | Kragujevac
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