Unter Krafttraining versteht man ein körperliches Training, welches das Hauptaugenmerk auf die Steigerung der Kraftfähigkeiten (und nicht etwa die der Ausdauer, der Schnelligkeit oder der Beweglichkeit) legt. LegPressMachineExercise.JPG
Die theoretische Grundlage jedes Trainings ist der Umstand, dass der Körper danach trachtet, sich möglichst ökonomisch an Beanspruchungen anzupassen. Wird er nun durch erhöhte Kraftbelastungen beansprucht, so passt er sich an, indem er über Veränderungen im Kreislauf- und Zentralnervensystem sowie im Bewegungsapparat (Knochen, Sehnen und Muskeln) seine Fähigkeit zur Kraftentfaltung steigert.
Die Anpassung erfolgt (vom Zustand eines Untrainierten ausgehend) in dieser Reihenfolge:
Obwohl die besagten Anpassungen prinzipiell in der genannten Reihenfolge passieren, so fließen sie in der Regel ineinander über, da der Organismus ein komplexes Geflecht all dieser Systematiken ist. Es passen sich übrigens auch andere Teile des Bewegungsapparats wie Sehnen und Knochen an, diese allerdings so langsam, dass ein Effekt nur über lange Zeiträume überhaupt messbar ist. Gelenke hingegen können sich de facto nicht anpassen, sie können nur „verbraucht“ werden, es ist daher beim Training besonderes Augenmerk darauf zu richten, etwa Übungen in korrekter Haltung auszuführen, um akute und chronische Schäden an den Gelenken zu vermeiden.
Wird eine Muskelpartie durch Training – also in einem über dem gewöhnlichen Level liegenden Maß – belastet, so werden Energiereserven angegriffen, Muskeln de facto überlastet, usw. Dies ist der Trainingsimpuls. Der Körper reagiert nun zunächst auf diesen Impuls, indem er entstandene Schäden beseitigt. Er regeneriert also die in Mitleidenschaft gezogenen Energiespeicher und Muskeln, deren Leistung durch die Inanspruchnahme gesunken ist. Letztendlich trifft der Körper aber nun Vorsorge; da die entsprechenden Systeme über das gewöhnliche Maß hinaus belastet worden sind, betreibt er eine Hyperkompensation (auch Superkompensation genannt), er regeneriert sie über das vorher gewöhnliche Maß hinaus, um dafür Sorge zu tragen, dass sie der angestiegenen Beanspruchung gewachsen sind.
Wird nun in dieser Phase gewachsener Leistung ein erneuter Trainingsimpuls gesetzt, so setzt wieder eine Degeneration, eine Regeneration, und eine erneute Hyperkompensation ein. Auf diese Art und Weise kann progressiv die Kraftleistung gesteigert werden. Allerdings stößt dieses System der Leistungssteigerung natürlich auf individuelle genetische Grenzen, sodass mit fortschreitendem Trainingsstatus immer größere Trainigsreize gesetzt werden müssen, damit die gleichen Leistungsgewinne erzielt werden können. Um die individuelle Adaptationskapazität erhöhen zu können, greifen viele Hochleistungssportler daher oft zu Dopingmitteln. Durch diese kann der beschriebene Zyklus von Überlastung, Kompensation und Hyperkompensation etwas weiter fortgeführt werden. Allerdings sind Dopingmittel (quasi per definitionem) illegal und können zu erheblichen negativen Nebenwirkungen (Herzmuskelschädigung, Gynäkomastie, Krebs) führen.
In der Regel erfolgt die konkrete Ausführung mittels Übungen (also Bewegungsabläufen unter Belastung), die einen Trainingsimpuls bei bestimmten Muskelgruppen setzen. Hier gibt es zwei grundsätzlich verschiedene Arten von Übungen, Grundübungen und Isolationsübungen. Für ein Verzeichnis der Übungen siehe den Artikel Krafttrainingsübungen.
Ein den ganzen Körper beanspruchendes Training lässt sich mittels Grundübungen relativ leicht zusammenstellen, Beispiel:
Diese Zusammensetzung ist nur ein Beispiel, andere Zusammensetzungen sind möglich. Dennoch ist mit ihr (Oberkörper und Unterkörper, ziehend und drückend, in jede mögliche Richtung) die gesamte Palette möglicher Bewegungen abgedeckt und der ganze Körper beansprucht.
Generell sind Grundübungen Isolationsübungen vorzuziehen, da sie neurophysiologisch deutlich effizienter und "natürlicher" sind. Isolationsübungen sollten nur zum speziellen Ausgleich von Defiziten dienen.
| Übung | andere Namen | Gerät | Zielmuskel (gebr. Name) | Synergisten | Bewegungsart |
|---|---|---|---|---|---|
| Armbeuge | Bizeps-Curl, Curls | Kurzhantel, Langhantel | Bizeps | musculus brachialis | Ziehen |
| Übung | andere Namen | Gerät | Zielmuskel (gebr. Name) | Synergisten | Bewegungsart |
|---|---|---|---|---|---|
| Frontheben | Kurzhanteln oder Seilzüge | vorderer Schultermuskel | Ziehen | ||
| Seitheben | Kurzhanteln oder Seilzüge | seitlicher Schultermuskel | hinterer Schultermuskel, Obergrätenmuskel | Ziehen |
Es macht nun einen eklatanten Unterschied, ob einige – aber letztlich isolierte – Muskeln eine Mehrbeanspruchung aufweisen oder aber der ganze Körper. Nur in letzterem Fall ist gewährleistet, dass die Beanspruchung an Stoffwechsel und Kreislauf so groß sind, dass der Körper überhaupt Willens ist, überzukompensieren.
Es ist ein oft beobachtetes Phänomen, dass Personen, die mit Isolationsübungen trainieren, über ein bestimmtes, relativ geringes Maß an Belastung bei ihren Übungen nicht hinauskommen – weil ihnen die stoffwechseltechnische Grundlage dazu fehlt. Nach einer Umstellung des Trainings auf Ganzkörperbeanspruchung kommen sie dann in der Regel weiter.
Wer keine Grundlage hat, kann auch keine Details korrigieren, und natürlich sind Grundübungen wesentlich anstrengender als „Isos“, nur: Wer glaubt, trainieren zu können, ohne sich dabei anzustrengen, hat etwas sehr sehr Wichtiges nicht verstanden…
Für Anfänger bietet sich hierbei ein Ganzkörperplan an, der 2 mal die Woche absolviert wird, Fortgeschrittene können durchaus 4-5 mal die Woche trainieren, wobei es sich hier meist um eine "Split-Training" handelt, d.h. es werden jeweils nur bestimmte Muskelpartien trainiert.
Auch beim Krafttraining gilt, wie bei allen Sportarten, dass die Trainingshäufigkeit vor der Trainingsdauer und diese vor der Trainingsintensität gesteigert werden sollte.
Krafttraining mit Gewichten ist bereits in der Antike dokumentiert worden.
Weight training | אימון משקולות | ウエイトトレーニング | Styrketräning
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