Die Krängung (auch Schlagseite) bezeichnet die Neigung von Schiffen zur Seite.
Krängende Momente am Schiff werden im wesentlichen verursacht durch:
Betrachten wir ein Schiff, das in Ruhe liegt, so können wir an 3-Achsen eines lokalen Orthogonalsystems denken:
Greifen Kräfte an, die nicht lotrecht sind, so gerät das Schiff in Bewegung; das schwimmende Schiff ist ein frei beweglicher Körper mit 6 Freiheitsgraden, daher kann es sechs verschiedene Bewegungen einzeln oder kombiniert ausführen: Richtungen.jpg Drei translatorische:
und drei rotatorische:
Die Krängung (Drehung um die x-Längsachse) entsteht, wenn eine zusätzliche Kraft (durch Ladung oder Wind) in y- oder z-Richtung nicht durch den Auftriebsmittelpunkt A geht und dadurch ein Moment um die x-Achse erzeugt. Dieses Moment bewirkt eine Drehung des Schiffes um die x-Achse.
Die Krängungsmessung erfolgt meistens mit 3 Loten, die über die Länge des Schiffs verteilt werden. Die Lotlänge sollte nicht mehr als 3 m betragen, denn bei größeren Lotlängen kann durch Eigenschwingungen der Lote die Ablesegenauigkeit abnehmen. Die Lote sollten in Wasserkästen hängen. Um die Dämpfung (Eigenschwingung) der Lote nicht noch zu vergrößern, sind an den Loten Dämpfungsflächen anzubringen. Den Krängungswinkel bestimmt man aus der Lotlänge und dem Lotausschlag, der an einer Messlatte abgelesen wird, die über den Wasserkasten gelegt ist.
In der heutigen Zeit wird der Krängungswinkel mit einem elektronischen oder mechanischen Sextanten gemessen, der starr mit dem Schiffskörper verbunden ist. Durch Anpeilen eines markanten Punktes vor und nach der Gewichtsverschiebung erhält man den Krängungswinkel. Wird der Krängungsversuch in Gewässern mit Tidenhub durchgeführt, so muss der Punkt dem Fallen oder Steigen des Wassers im selben Maße wie das Schiff folgen; man nimmt dann den Kopf eines Flaggenstocks auf einem Boot oder ähnliches.
Eine starke Krängung kann zum Kentern des Schiffes führen. Entweder führt die Krängung zum Wassereinbruch oder Verrutschen der Ladung, oder die angreifende Kräfte sind so groß, dass eine Verlagerung des Auftriebsmittelpunktes (oder Gewichtskraftpunktes) nicht mehr zu einem größeren Moment (resultierend aus der Verlagerung mal der Auftriebskraft ) führt.
Bei Segelschiffen, wie Kielbooten oder -yachten, verhindert ein am Kiel angebolztes Totholz (Flossenkiel) als Gegengewicht ein Kentern. Bei Katamaranen oder Trimaranen ermöglichen die außermittigen Schwimmkörper einen größeren Wert für die Verlagerung des Auftriebsmittelpunktes x und erzeugen dadurch ein sehr großes Moment. Daher können Katamarane eine deutlich größere Segelfläche pro verdrängtem Volumen haben, als Segelschiffe mit nur einem Schwimmkörper.
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