Zheng Chenggong (鄭成功 Zhèng Chénggōng;), mit populärem Namen Koxinga (國姓爺; Guóxìngyé), (* 1624; † 1662) war ein Armeeführer und halbstaatlicher Seeräuber am Übergang der chinesischen Ming- zur Qing-Dynastie.
Sein Vater Zheng Zhilong/Cheng Chi-lung war der Sohn eines kleinen Beamten, welcher nach Macao ging, um dort mit den Europäern Geschäfte zu machen. 1624 schloss sich Cheng Chi-lung einer Bande von Piraten an, die chinesischen und niederländischen Handelsschiffen auflauerte. Vier Jahre später wechselte er die Seiten und errang durch Gefangennahme anderer Piraten offizielle Ehren (1628). Er finanzierte seine Piratenarmee durch "Wasserzahlungen" und Handelsgewinne und erkaufte sich Ansehen bei Hofe.
Südlich des Jangtsekiangs lehnte die Mehrheit der Leute die Qing ab und versuchte, den Nachkommen der Ming-Dynastie wieder auf den Thron zu verhelfen. Einem der Abkömmlinge der Ming, Prinz Tang, gelang es mit Hilfe von Huang Daozhou und Koxingas Vater Zheng Zhilong, in Fuzhou an die Macht zu kommen. Als Prinz Tang den Qing in die Hände fiel, war Koxinga gerade in Zhangzhou, um Soldaten und Nachschub zu organisieren.
Er hörte, dass sein Vater dabei war, aufzugeben, so eilte Koxinga nach Quanzhou, um seinen Vater vom Gegenteil zu überzeugen. Sein Vater hörte nicht auf ihn, ergab sich 1646 den Qing und wurde in Peking unter Hausarrest gestellt. 1661 wurde Zheng Zhilong hingerichtet.
Er diente auch als Mittelsmann der südlichen Ming zu Japan, wohin er sich 1648, 1651, 1658 und 1660 begab, um dort Unterstützung zu erbitten, die aber ausblieb.
Gegen 1655 unterhielt Koxinga in Fukien 72 Militärstationen und 100 - 170 000 Mann, organisiert durch viele ehemalige Ming-Offiziere. Damit griff er 1658-59 Nanking an. Die Stadt stand kurz vor dem Fall, als seine Armee mitten in seinen Geburtstags-Feierlichkeiten attackiert und schwer geschlagen wurde. 1660 konnte er zwar seinen Stützpunkt in Xiamen (Amoy, Süd-Fukien) gegen die Qing verteidigen, aber die ließen alle Küstenbewohner dieser Provinz ins Landesinnere umsiedeln, um ihm seine Machtgrundlage zu entziehen.
Im Jahr 1661 landete Koxinga mit seinen Truppen in der Nähe von Lu'ermen, um Taiwan und den dortigen niederländischen Stützpunkt einzunehmen. Ende des Jahres hatte er die Niederländer weitgehend vertrieben. Am 1. Februar 1662 kapitulierte Frederik Coyett, der holländische Befehlshaber, mit seinem Stützpunkt Fort Zeelandia. Taiwan war 38 Jahre lang von den Holländern kontrolliert worden. In Batavia machte man danach Kommandant Coyett zum alleinigen Sündenbock, er entkam nur knapp der Hinrichtung.
Die Niederländer bildeten Juni 1662 aus 24 Kriegsschiffen eine Flotte und boten den Qing einen gemeinsamen Angriff auf Taiwan an. Der Hof (mittlerweile vom Tode Koxingas informiert) tat aber nichts dergleichen, sondern verließ sich auf seine Regelungen, die er bis zur Eroberung Taiwans 1683 beibehielt. Der Umstand erleichterte die europäische Vorherrschaft zur See beträchtlich.
Koxingas Botschafter V. Ricci forderte in Manila Tribut, der abgelehnt wurde. Der Seeräuber erschien vor der spanischen Insel Luzon/Philippinen, starb aber im Alter von 39 Jahren bei einem Tobsuchtsanfall. Seine Lieblingssklavin hatte ein Kind von seinem Sohn geboren (1662). Die harmlosere Version seiner Todesursache ist Malaria.
Als Japan Taiwan besetzt hielt, wurde Zheng Chenggong wegen seiner japanischen Mutter als Brücke zwischen Taiwan und Japan hochstilisiert.
Von den Kuomintang wurde er ebenfalls vereinnahmt, weil er wie Chiang Kai-shek von außerhalb Taiwans kam und Taiwan als Basis für Angriffe auf das Festland benutzte.
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