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Der Kottenforst ist ein ca. 4.000 Hektar großes Waldgebiet im Naturpark Rheinland zwischen Bonn, Wachtberg, Meckenheim und Alfter-Witterschlick. Es befindet sich auf einer Hochebene von etwa 180 m ü. NN, die zum Rheintal steil abfällt.

Der Boden besteht aus Rheinschottern und Kiesen mit einer Lehmschicht, die durch ihre Wasserundurchlässigkeit zusammen mit dem ebenen Gelände zu einer langanhaltenden Vernässung durch Niederschläge führt. In Bodenvertiefungen sammelt sich Wasser an - diese Tümpel werden – inzwischen „fälschlich“, da sich der Begriff zu einem Fachbegriff des Vulkanismus weiterentwickelt hat – Maare genannt.

Geschichte


Der Name Kottenforst stammt von dem keltischen Wort „coat“ für Wald ab. Erstmals urkundlich erwähnt wurde er bereits im 7. Jahrhundert als fränkisches Königsgut.

Abgesehen von kleinen römischen Poststationen blieb der Kottenforst bis heute unbesiedelt. Um 820 hatte die adlige Gerhilde, Besitzerin des Herrenhofes von Oberbachem das Recht 30 Schweine in den Kottenforst zur Eichelmast treiben zu lassen.

Zum Schutz vor Ungarneinfällen um 954 ist der Ringwall Venne erhalten, der vom Kloster Marienforst errichtet wurde. Im Jahr 973 übertrug Otto II. das Jagdrecht in dem bisherigen Reichsgut dem Erzbischof von Köln.

Das Grundeigentum des Kottenforstes gehörte ab 1064 zusammen mit dem Gut Muffendorf (heute Siegburger Hof) der Abtei Siegburg. Als Vasallen dieser Abtei hatten die so genannten "Viermänner", die Besitzer der Burgen Adendorf und Odenhausen sowie des Thurmhofs und des Binsfelderhofs in Friesdorf (Bonn), Holz- und Weiderechte im Kottenforst. 1549 verkaufte die Abtei Siegburg das Grundrecht an dem Kottenforst an die Erzbischöfe von Köln, die dort eh das Jagdrecht auf Hochwild behalten hatte und bereits Jagdschlösser in Poppelsdorf und Buschhoven besaß.

Um 1727 wurde der Kottenforst zum ersten mal systematisch vermessen zur Anlage von Alleen für die Parforcejagd. Die meist breiten Alleen wurden schnurgerade aufgeschüttet mit Gräben links und rechts wegen des nassen Untergrundes.

1754 bis 1756 ließen die Erzbischöfe von Köln in Röttgen (Bonn) das Jagdschloss Herzogsfreude in das Zentrum dieses Systems von Alleen erbauen.

Nach dem Einmarsch der Franzosen 1794 war die Zeit der fürstlichen Jagden vorbei, 1807 wurde das Jagdschloss abgebrochen und der Kottenforst wurde zum Forêt Impériale und zur Zeit der Preußen zum Staatsforst.

Die erste forstwirtschaftliche Waldbeschreibung von 1829 stellt den durch Raubbau heruntergekommenen Zustand des Waldes heraus: Nur 335 Hektar Eichen- und Buchen-Hochwald und 139 hektar Kiefernkulturen waren forstwirtschaftlich wertvoll. Der Rest bestand aus ausgelichteten Mittel- und Niederwaldungen.

Naturpark


Der Kottenforst war 1959 die Keimzelle des Naturparks Kottenforst, der nach einer Erweiterung 1967 in Naturpark Kottenforst-Ville umbenannt wurde und heute – nach weiteren Erweiterungen 1986Naturpark Rheinland heißt.

Bereits die Preußen haben systematisch wieder aufgeforstet und 1980 bestand der Wald aus:

  • Eiche (37 %)
  • Buche (16 %)
  • anderes Laubholz (10 %)
  • Fichte (24 %)
  • Kiefer und Lärche (13 %)

Jährlich werden 20.000 Festmeter Holz im Kottenforst geschlagen und in Sägewerken der näheren Umgebung weiterverarbeitet – unter anderem für den Treppenbau in Fritzdorf.

Sehenswürdigkeiten


Bahnhofkottenforst.jpg

Quellen


Weblinks


Waldgebiet in Deutschland | Rheinland | Bonn

 

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