Das Kottbusser Tor ist die Bezeichnung für einen Platz, ein Viertel und einen U-Bahnhof im Berliner Stadtteil Kreuzberg (seit der Bezirks- und Verwaltungsreform 2001 Teil des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg). Der Platz und der U-Bahnhof werden im Berliner Volksmund auch Kotti genannt. Der Kotti ist das Zentrum der nördlichen Hälfte Kreuzbergs, dem historisch so genannten SO 36.
Benannt ist der Platz nach einem Stadttor der Berliner Akzisemauer, das sich im 18. und 19. Jahrhundert bis zum Abriss der Akzisemauer in den 1860er Jahren an dieser Stelle befunden hat und in Richtung Cottbus aus Berlin herausführte.
Die Schreibweisen für das Tor änderten sich mit der Zeit:
Am Platz wurden in den 1960er Jahren Gebäude in moderner Architektur gebaut. Seitdem hat er seinen Gründerzeitcharakter verloren.
Der U-Bahnhof Kottbusser Tor wurde am 18. Februar 1902 für die erste Berliner Untergrund- und Hochbahnlinie eröffnet. Ursprünglich war der Bahnhof baugleich mit dem Hochbahnhof Görlitzer Tor. Wurde jedoch Ende der 20er Jahre zum Umsteigebahnhof ausgebaut, als die U-Bahn von Gesundbrunnen nach Neukölln eröffnet wurde. Der Hochbahnhof wurde hierbei Abgerissen und in veränderter Form an anderer Stelle wiederaufgebaut. Die ältere Hochbahn erhält hierbei den Namen Linie B, wobei die Linienführung allerdings mehrfach verändert wird. Die neue in Nord-Süd-Richtung verlaufende Untergrundbahn erhält die Bezeichnung Linie D. In den 60er Jahren haben erhielten die Bahnen schließlich ihre heutigen Bezeichnungen: U1 (Hochbahn) und U8.
Gleichzeitig ist der Kotti mit dem benachbarten Wassertorplatz (wie das ganze Viertel) ein sozialer Brennpunkt. Vom Berliner Senat wurde das Viertel rund um das Kottbusser Tor als eines von 17 Gebieten mit besonderem Entwicklungsbedarf ausgewiesen. Das so künstlich geschaffene Viertel Kreuzberg Zentrum/Wassertorplatz erhält seit 1999 ein Programm zum Quartiersmanagement.
Das Viertel ist Schauplatz der jährlichen Straßenschlachten zum Ersten Mai in Kreuzberg. Durch verschiedene Maßnahmen ist es dem Bezirksamt und Anwohnerinitiativen gelungen, die jährlichen Ausschreitungen in den letzten Jahren erheblich zu reduzieren. Die Medienberichte darüber sind oftmals stark übertrieben und stellen nicht immer das tatsächliche Ausmaß dar.
Außerdem hat sich – sehr zum Leidwesen ansässiger Geschäftsleute und Anwohner – seit Jahren eine der größten Berliner Drogenszenen auf dem Platz festgesetzt. Nach jahrelangen Auseinandersetzungen zwischen Berliner Senat und Mietern wurde vor einiger Zeit hinter dem Platz versuchsweise ein öffentlicher Drogenkonsumraum eingerichtet. Man hofft, so die Situation für die Drogenabhängigen, aber auch für die dort wohnenden Bürger zu verbessern.
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