Kosel liegt in Schwansen und damit im Kreis Rendsburg-Eckernförde in Schleswig Holstein. Die Gemeinde besteht in ihrer heutigen Form seit 1977, als sie mit dem bis dahin eigenständigen Bohnert zusammengelegt wurde, und umfasst außerdem die Ortsteile Lundshof, Missunde, Ornum und Weseby.
Geografie und Verkehr
Kosel liegt etwa 5 km nordwestlich von
Eckernförde direkt an der
Schlei. Die
Bundesstraße 76 von Eckernförde nach
Schleswig führt durch das Gemeindegebiet.
Geschichte
Das Gemeindegebiet ist bereits seit der
Jungsteinzeit besiedelt. Außerdem wurden zwei
Wikingersiedlungen mit Grubenhäusern und Pfostenhäusern aus der Zeit zwischen dem 9. und dem 11. Jahrhundert, sowie das dazugehörige Gräberfeld, im Gemeindegebiet gefunden.
Ortsteile
Bohnert
Bohnert (dä: Bonert), das ab der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts zum Gut Eschelsmark gehörte, wurde
1352 erstmals erwähnt.
1417 wurde durch den Dänenkönig
Erich von Pommern bei Bohnert eine Königsburg erbaut, von der jedoch nur noch die Burggräben erhalten sind.
1903 wurde eine Villa auf dem Gelände errichtet.
Missunde
Der Fährort Missunde (dä: Mysunde) war vor allem, da er sich an der engsten Stelle der
Schlei befindet, ein wichtiger und bis ins
19. Jahrhundert heiß umkämpfter Ort. Missunde wurde
1115 erstmals unter dem Namen Versund (Fährsund) erwähnt. Da auch die
Wenden versuchten, in dem Gebiet zu siedeln, wurde immer wieder versucht, die Fährstelle abzusichern. So finden sich in Brodersby, jenseits der Schlei in
Angeln, Reste einer Burg und des
Margarethenwalls. Trotzdem kam es Mitte des 11. Jahrhunderts zu mehreren sehr blutigen Auseinandersetzungen mit den Wenden.
Nachdem König Karl X. Gustav von Schweden 1656 gemeinsam mit Brandenburg die polnische Armee bei Warschau besiegt hat, zogen seine Truppen durch Missunde, wo sie große Zerstörungen anrichteten. Im Großen Nordischen Krieg Anfang des 18. Jahrhunderts kam es wieder zu bewaffneten Auseinandersetzungen und auch Mitte des 19. Jahrhunderts wurde mehrmals um die Fährstelle gekämpft. Die Bewohner Missundes haben sich während dieser Kämpfe wohl auf die schwer zugänglichen Reste der Burg in Brodersby geflüchtet.
Seit 1960 verbindet eine Grundseilfähre für Personen und PKW Missunde und Brodersby. Im Jahr 2003 wurde sie erneuert.
Bis 1928 gehörte das Dorf zum Gutsbezirk Ornum. Heute ist der Ort, der ca. 500 Einwohner zählt, touristisch geprägt. Es gibt einen Sportbootanleger mit etwa 30 Liegeplätzen, Ferienhäuser und Gastronomiebetriebe.
Ornum
Ornum war ab dem 17. Jahrhundert ein Meierhof von Eschelsmark. In Ornum gibt es den Flurnamen
Pesthöft, der darauf zurückzuführen ist, dass hier viele der
1744 an einer Rinderseuche verstorbenen Tiere vergraben wurden.
Weseby
Der
1462 erstmals erwähnte, heute von sanftem Tourismus geprägte Ort Weseby (dä: Veseby) liegt direkt an der Großen Breite der
Schlei.
Güter
Gut Eschelsmark
Das Anfang des 17. Jahrhunderts gegründete Gut ist heute in Privatbesitz der Familie Volle und wird landwirtschaftlich genutzt. Der Keller des Herrenhauses wurde
1799 errichtet und ist das einzige was heute noch besteht.
Gut Ornum
Das Gut Ornum besteht seit etwa
1530 und ist heute in Privatbesitz. Im 19. Jahrhundert sind mehrmals Gutsgebäude abgebrannt.
Wirtschaft
Durch die Lage an der Schlei und die Binnenseen im Gemeindegebiet ist Kosel ein beliebter Freizeitort, der auch über einen Yachthafen verfügt.
Politik
Von den 14 Sitzen in der Gemeindevertretung hat die
CDU seit der Kommunalwahl 2003 sieben Sitze, die Wählergemeinschaft FWK vier, die
SPD zwei und die
Grünen einen.
Partnerschaft
Weblinks
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