Koromandelküste wird die südöstliche Küste der indischen Halbinsel genannt. Allgemein wird angenommen, dass der Name von den tamilischen Worten Chola Madal für "Region (madalam) der Chola (eine historische südindische Dynastie)" abgeleitet ist. Historisch bezeichnet Koromandelküste die Küste zwischen Point Calmere (auch Cape Calimere oder Kodikkarai) in der Nähe des Flussdeltas des Kaveri nach Norden bis zur Mündung des Krishna. Heute teilen sich die Bundesstaaten Tamil Nadu, Andhra Pradesh und das Unionsterritorium Pondicherry die Koromandelküste.
Geographie
Die Küste ist insgesamt sehr flach und wird durch die Deltas mehrerer großer Flüsse unterbrochen, einschließlich des
Kaveri, des
Palar, des
Penner und des
Krishna, die in den Hochebenen der
Westghats (auch
Sahyadri) -Berge entspringen und durch das
Dekkanplateau in den
Golf von Bengalen fließen. Die Schwemmebenen dieser Flüsse sind fruchtbar und werden landwirtschaftlich genutzt. Die Küste ist auch für ihre Häfen in
Pulicat,
Chennai (Madras),
Sadras,
Pondicherry,
Karaikal,
Kadalur (Cuddalore),
Tarangambadi (Trankebar),
Nagore und
Nagappattinam bekannt, die aus ihrer Nähe zu Regionen mit reichen natürlichen und mineralischen Ressourcen wie dem
Chhattisgarh-Gürtel und den Bergwerken von
Golkonda und
Kolar und/oder einer guten Transportinfrastruktur ziehen. Die flache Geographie der Region fördert zudem das urbane Wachstum und das Zusammenwachsen von Städten.
Klima
Die Koromandelküste liegt im
Regenschatten der
Westghats und erhält deshalb eine deutlich geringere Niederschlagsmenge während des sommerlichen Südwest-
Monsuns als das restliche Indien. Der regionale Durchschnitt liegt bei 800 mm im Jahr, das meiste fällt zwischen Oktober und Dezember. Die Topographie des Golfs von Bengalen und die jahreszeitlich gestaffelten Wetterverhältnisse fördern den Nordwest-Monsun, der eine Tendenz hat, eher
Zyklone und
Hurrikans als einen gleichmäßigen Niederschlag mitsichzubringen. Im Ergebnis wird die Küste fast jedes Jahr zwischen Oktober und Januar von rauhem Wetter getroffen. Die sehr unterschiedlichen Niederschlagsmengen sind auch für Wasserknappheit und Hungersnöte in den meisten Gebieten verantwortlich, die nicht von großen Flüssen versorgt werden. Chennai ist beispielsweise wegen der schwer einschätzbaren jahreszeitabhängigen Natur des Monsuns, trotz der hohen Luftfeuchtigkeit eine der trockensten Städte des Landes, was die Verfügbarkeit von Trinkwasser angeht.
Geschichte
Die Koromandelküste war im
17. und
18. Jahrhundert Schauplatz von Kämpfen zwischen europäischen Kräften um die Kontrolle des Indienhandels. Die
Briten setzten sich im Fort St. George (
Madras) und in
Masulipatnam fest, die
Niederländer in
Pulicat und
Sadras, die
Franzosen in
Pondicherry,
Karaikal und
Nizampatnam und die
Dänen in
Tranquebar. Letztendlich machten die Briten das Rennen, auch Frankreich die beiden kleinen
Enklaven in Pondicherry und Karaikal bis
1954 hielten.
Chinesische Lack-Waren wie Kästen, Schirme und Truhen wurden im 18. Jahrhundert als "Coromandelwaren" bekannt, weil viele chinesische Exportlieferungen in den Koromandelhäfen zusammenliefen.
Ökologie
Die Koromandelküste ist die Heimat der
Ökoregion Ost
dekkanischer immergrüner
Trockenwald, die als schmaler Streifen die Küste entlangläuft. Anders als die anderen tropischen und subtropischen Trockenlaubwaldregionen in Indien, wo die Bäume ihre Blätter während der Trockenperiode verlieren, behält der Ostdekkanische immergrüne Trockenwald seine Blätter das ganze Jahr über. Die Koromandelküste beheimatet auch ausgedehnte
Mangrovenwälder entlang der tiefgelegenen Küste und
Flussdeltas und verschiedene wichtige
Feuchtgebiete, zum Beispiel die Seen
Kaliveli und
Pulicat, die einen Lebensraum für tausende
Zug- und
Standvögel bieten.
Die Koromandelküste war vom Erdbeben im Indischen Ozean 2004 und dem darauf folgenden Tsunami betroffen, der hier viele Menschen tötete und viele Küstendörfer vernichtete.
Landschaft in Asien | Geographie (Indien)
Coromandel Coast | Côte de Coromandel | Koromandelkysten | Koromandelkusten