Die koreanische Minderheit in Japan (jap. 在日 zainichi bzw. 在日コリアン zainichi korian) ist die größte Minderheitengruppe Japans. Ihr gehören schätzungsweise 600.000-700.000 koreastämmige Menschen an, die vor allem während der Besetzung Koreas zwischen 1910 und 1945 eingewandert sind. Noch heute leiden sie und ihre Nachkommen, die mittlerweile in der vierten Generation in Japan leben, unter Diskriminierung und rechtlichen Einschränkungen.
In den folgenden Jahren wurden die Rechte der koreanischen Minderheit zunehmend beschnitten. Im Dezember 1945 verloren sie das Wahlrecht, denn Korea wurde von Japan bis zum Vertrag von San Francisco (1952 in Kraft getreten) weiterhin als Teil Japans angesehen. Minderheitsverbände und von ihnen unterstützte koreanische Schulen wurden sowohl von der japanischen Regierung als auch von den Besatzungsmächten unterdrückt.
Die Lage verschlechterte sich, als die Koreaner mit dem Ausbruch des Koreakrieges (1950-1953) im Prinzip staatenlos wurden, denn weder Nord- noch Südkorea wurden von der japanischen Regierung als souveräne Staaten anerkannt.
Erst 1965 nahm die japanische Regierung mit der südkoreanischen Regierung Verhandlungen auf und ermöglichte es Koreanern (und deren Kindern) nach 20 Jahren, die südkoreanische Staatsbürgerschaft anzunehmen. Da Nordkorea nach wie vor nicht von Japan anerkannt wird, konnten Nordkoreaner erst 1981, nachdem Japan die Flüchtlingskonvention der Vereinten Nationen und die Menschenrechtkonventionen ratifiziert hatte, in ihr Herkunftsland (und nach Japan zurück) reisen. Zu dieser Zeit besserte sich auch die wirtschaftliche Lage der koreanischen Minderheit, da diese endlich auch vom japanischen Wirtschaftswunder profitieren konnte.
In den letzten Jahren hat sich die Situation der koreanischen Minderheit verbessert, was unter anderem daran liegt, dass die sich nunmehr in der dritten oder vierten Generation befindenen Koreaner in und mit Japan aufgewachsen sind und sich mehr mit Japan als mit Korea identifizieren.
Obwohl sie äußerlich schwer bis gar nicht von Japanern zu unterscheiden sind, werden Koreaner in vielerlei Hinsicht diskriminiert, vor allem in der Bildung, bei der Arbeitssuche und bei Sozialleistungen. Dazu müssen sie immer ihren Ausweis mitführen, ansonsten drohen hohe Geld- bzw. Haftstrafen.
Da die japanische Gesellschaft auch heute noch sehr auf eine Ideologie der Homogenität setzt, ist sie z.B. gegenüber ethnischen Unterschieden durchweg intolerant eingestellt. Menschen, die als "anders" oder "unrein" identifiziert werden, sind oft Ausgrenzung oder Diskriminierung ausgesetzt. Hierbei sind besonders Angehörige von Minderheitsgruppen betroffen. Das kann soweit führen, dass selbst Japaner, die eine längere Zeit im Ausland lebten und wieder nach Japan zurückkehren, diskriminierend behandelt werden. Auch Überlebende der Atombombenabwürfe (Hibakusha) auf Nagasaki und Hiroshima oder Angehörige der Burakumin und deren Nachfahren waren oft allerlei Formen der Diskriminierung ausgesetzt.
Ethnische Minderheit | Gesellschaft (Japan) | Koreaner | Minderheit
Zainichi Korean | 在日コリアン | 재일 한국인 | Japans koreanska minoritet
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"Koreanische Minderheit in Japan".
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