Als Kopfschwarte (auch Skalp) bezeichnet man die funktionelle Einheit von Haut, Unterhaut und Sehnenhaube (Galea aponeurotica) über dem Schädeldach (Calvaria). Das lockere subaponeurotische Bindegewebe verbindet hierbei die Sehnenhaube mit dem Periost und ermöglicht so die freie Bewegung des Skalps, der bei einem Erwachsenen eine typische Dicke von 5 mm hat.
Da die Kopfschwarte sehr gut durchblutet ist, sehen auch kleine Kopfplatzwunden meist bedrohlicher aus als sie eigentlich sind. Bei sehr starken Blutungen, z.B. bei Durchtrennung der Schläfenarterie (Arteria temporalis), sollten jedoch sofort Notmaßnahmen eingeleitet und ein Notarzt gerufen werden.
Beim „Skalpieren“ nutzt man die Tatsache, dass das Periost sehr leicht vom Knochen zu lösen ist, so kann man die Kopfschwarte relativ leicht vom Schädel ziehen.
Dazu trennt man die Haut am Hinterkopf auf und schiebt sie bis zur Stirn vor, was ausreichend Platz schafft, um das Schädeldach aufsägen zu können. Später stülpt man die Kopfhaut wieder zurück und vernäht den Hautschnittt.
Das Skalpieren Lebender hat eine ernste Auswirkung. Da der Körper seiner schützenden Oberfläche beraubt ist, kann auch durch Austrocknung eine Infektion der Schädeldecke und damit eine Infektion der Hirnhäute auftreten, eine lebensgefährliche Erkrankung.
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