article

Ein Kopfgeldjäger (amerik. Bounty Hunter) ist eine Person, die eine andere Person jagt um eine Belohnung (das Kopfgeld) für das Auffinden zu bekommen. In manchen Staaten ist es auch heute noch üblich, dass Personen für vogelfrei erklärt werden und von privaten oder staatlichen Kopfgeldjägern gesucht werden dürfen. Eine vorgeschriebene Ausbildung zum Kopfgeldjäger gibt es in den USA nicht, dort kann jeder den Beruf des Bounty Hunter ausüben. Ebenso haben Bounty Hunter in den USA noch einige anachronistische Sonderrechte aufgrund von Gesetzen, die in den 1870er Jahren erlassen und wegen der starken Lobby der ca. 6000 Kopfgeldjäger in den USA bislang nicht modernisiert wurden. Im Gegensatz zu der Polizei dürfen sie Wohnungen ohne Durchsuchungsbefehl betreten oder unter Waffenandrohung Gefangene machen, solange sie im Rahmen ihrer Verfolgung tätig sind. Ebenso ist es Ihnen z.B. nicht verboten, Grenzen der Privatsphäre zu übertreten. So ist es für sie nicht strafbar, z.B. den Briefkasten von Verwandten oder Bekannten des Gesuchten zu durchwühlen.
Allerdings gibt es auch in den USA Bundesstaaten, die keine Kopfgeldjäger mehr kennen. Etwa, wenn das lokale Rechtssystem keine Kautionsbüros zulässt. Weiterhin können Kopfgeldjäger aus den USA in Schwierigkeiten geraten, wenn sie Kautionsflüchtlinge über die Staatsgrenzen der USA hinaus verfolgen. So können sie etwa wegen Entführung oder Verschleppung belangt werden, wenn sie in Mexiko oder Kanada aktiv werden.

In einigen Fällen ist es bereits dazu gekommen, dass Kopfgeldjäger aufgrund falscher Informationen Wohnungen von Unbeteiligten gestürmt und diese auch durch Schläge körperlich verletzt haben. Es sind sogar bereits Unschuldige von Kopfgeldjägern erschossen worden. Da sich diese Übergriffe oft im Milieu der ärmeren Unterschicht abspielen, fehlt den Betroffenen meist das Geld, um die Bounty Hunter für diesen immensen psychologischen und teils körperlichen Schaden zu verklagen und die Kopfgeldjäger kommen somit ohne Strafe davon.

In früheren Zeiten blieb oft offen, ob die gejagte Person tot oder lebendig (am.: "Dead Or Alive") abgegeben werden musste. Wurde die gejagte Person getötet, so war oft nur ein Körperteil oder eine Requisite als Beweis notwendig.

Heute wird der Begriff manchmal verwendet, um einen Berufsstand zu beschreiben, der Angestellte für einen Betrieb sucht und diese notwendigerweise von anderen Betrieben abwirbt. Dort hat sich die angelsächsische Variante Headhunter eingebürgert.

Die Profession des Kopfgeldjägers wurde in vielen Italo-Western der 1960er Jahre sehr populär. Dort wurden zum Beispiel von Clint Eastwood und Lee van Cleef rivalisierende Kopfgeldjäger gespielt.
Der Film Domino beschreibt realitätsnah das Leben einer der bekanntesten Kopfgeldjägerinnen der USA - Domino Harvey.

In dem Lucky Luke-Comic "Der Kopfgeldjäger" wurde der Beruf parodiert.

siehe auch


Kautionssystem (USA)

Weblinks


Beruf | Recht (USA)

Bounty hunter | Cazarrecompensas | Cacciatore di taglie | Premiejager | Caçador de recompensas | Prisjägare

 

This article is licensed under the GNU Free Documentation License. It uses material from the "Kopfgeldjäger".

Home Pageartsbusinesscomputersgameshealthhospitalshomekids & teensnewsphysiciansrecreationreferenceregionalscienceshoppingsocietysportsworld