Unter Koordinatentransformation versteht man die Veränderung der Koordinatenwerte beim Wechsel von einem Koordinatensystem zu einem anderen. Formal gesehen ist diese Transformation ein Basiswechsel.
Koordinatentransformationen können angewendet werden, wenn sich ein Problem in einem anderen Koordinatensystem leichter lösen lässt, z. B. wird eine Transformation bei der Umrechnung von kartesische Koordinaten in Polarkoordinaten oder umgekehrt verwendet, wodurch sich die geographische Breite, Länge und Höhe in kartesischen Koordinaten darstellen lässt.
Lineare Transformationen beschreiben die Umrechnung zwischen Koordinatensystemen, die einen gemeinsamen Ursprung haben. Formal gesehen handelt es sich hierbei um lineare Abbildungen.
Will man bei einem Koordinatensystem die Maßstäbe ändern, müssen die Koordinaten aller Punkte umgerechnet werden. Dabei bleiben die Verhältnisse der Strecken zueinander bestehen. Es gilt für einen Punkt auf der y-Achse:
Dabei sind die alt-Werte die Werte aus dem bekannten Koordinatensystem, die neu-Werte die Werte des neuen Koordinatensystems. Löst man die Gleichung nach auf, hat man den y-Wert, der im neuen Koordinatensystem einzuzeichnen ist.
Für die x-Werte gilt entsprechendes:
Dieses Transformationsproblem tritt beispielsweise am PC auf, wenn in einer Programmiersprache kein Befehl für die Koordinatenumrechnung vorhanden ist. Dann muss man alle x- und y-Werte transformieren, so dass sie der PC richtig darstellt.
Um die Funktion auf einem PC darstellen zu können, will man den maximalen y-Wert bei 2 und den minimalen y-Wert bei -2 haben. Bei diesem Computer beträgt z. B. der maximale y-Wert 100 und der minimale y-Wert 0. Die x-Koordinaten sollen unverändert bleiben.
Dann ist bekannt
Weiterhin ist bekannt
Gesucht sind die -Werte für , wobei .
Man kann obige Verhältnisformel nach auflösen und ist am Ziel.
Statt setzt man jetzt die gesuchte Funktion ein: . Dann erhält man insgesamt:
Koordinatentransformation_PC.PNG
Wir betrachten zwei Koordinatensysteme S und S' mit einer gemeinsamen z-Achse und gemeinsamen Ursprung. S' sei gegenüber S um den Winkel um die z-Achse gedreht. Ein Punkt P, der im Koordinatensystem S die Koordinaten (x, y, z) hat, besitzt dann im Koordinatensystem S' die Koordinaten:
siehe auch: Rotationsmatrix
Die Linearen Transformationen sind ein Spezialfall der Affinen Transformationen.
siehe auch: Affine Abbildung
Ein Punkt P, der im Koordinatensystem S die Koordinaten hat, besitzt dann im Koordinatensystem S' die Koordinaten
siehe auch: Parallelverschiebung
Ein Punkt in der Ebene wird im kartesischen Koordinatensystem durch seine Koordinaten (x,y) und im Polarkoordinatensystem durch den Abstand vom Ursprung und dem (positivem) Winkel zur x-Achse bestimmt.
Dabei gilt für die Umrechnung von Polarkoordinaten in kartesische Koordinaten:
Für die Umrechnung von kartesischen Koordinaten in Polarkoordinaten gilt:
In den Geowissenschaften - insbesondere der Geodäsie und Kartographie gibt es noch weitere Transformationen, die formal Koordinatentransformationen darstellen.
Siehe auch: Georeferenz, Passpunkt, Fotogrammetrie, kartesisches Koordinatensystem, Rotationsmatrix, Basiswechsel, Herzog'scher TART-Satz
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Koordinatentransformation".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world