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Unter einem Konzeptalbum versteht man ein auf einem Tonträger festgehaltenes musikalisches Kunstwerk, das aus einer Sammlung von Liedern oder Instrumentalstücken besteht, welche allerdings nicht isoliert sondern in ihrer Beziehung zu den anderen Teilen des Albums als Gesamtkunstwerk betrachtet werden. Durch die Ausarbeitung eines musikalischen und textlichen Zusammenhangs wird ein durchgängiges Konzept verfolgt, welches sich auch in andere Bereiche wie etwa die Gestaltung des Covers oder weitere Zusatzelemente ausweiten kann. Musikalisch kann das Konzept entweder durch bewusste stilistische Einheit der Stücke oder durch stilistische Kontraste zum Ausdruck gebracht werden. Aus diesem übergeordneten Konzept ergibt sich zumeist die Reihenfolge der Lieder. Bei Rockalben spricht man auch von Rockopern, sofern eine fortlaufend erzählte Geschichte vorliegt. Diese Form des Albums wird sehr häufig, aber nicht ausschließlich in der Progressive-Rock-Szene verwendet. Als eine der Bedingungen für die Entstehung der Idee "Konzeptalbum" muss die Entwicklung der Langspielplatte (LP) angesehen werden. Auch die technische Weiterentwicklung im Bereich der Aufnahme- und Tonstudiotechnik seit den 1960er-Jahren, beispielsweise durch Stereo- und Mehrspurtechnik, gab entscheidende Impulse, die sich auf musikalische und inhaltliche Aspekte von Konzeptalben auswirkten.

Als einer der Erfinder des Konzeptalbums gilt Frank Sinatra, der mit der Einführung der Langspielplatte die Möglichkeiten dieses Mediums erkannte. 1946 nahm er für Columbia das Album The Voice Of Frank Sinatra auf, dies gilt als die Geburtsstunde der Konzeptalben. Seit den 50er Jahren spielte Sinatra zunächst für Capitol, später für Reprise mehrere Dutzend weiterer solcher Alben ein (siehe Frank-Sinatra-Diskografie), von denen viele zu Klassikern der internationalen Popmusik avancierten. Unzählige Künstler sahen sich von Sinatra inspiriert und griffen die Idee des Konzeptalbums auf.

Im Bereich größerer Orchestersuiten war Gordon Jenkins mit seinem erstmals 1946 erschienenen Album Manhattan Tower (Decca, erweiterte Neuaufnahme 1956 für Capitol) der Pionier des Genres. Von ihm stammen auch die ähnlich konzipierten Suiten Seven Dreams (Decca 1954), The Letter (Capitol 1959, für Judy Garland und John Ireland) und ''Reflections On The Future In Three Tenses (Reprise 1979, für Frank Sinatra).

Als erstes Konzeptalbum der Rockmusik wird oft Frank Zappas Freak Out angeführt, das die Underground-Szene von Los Angeles aus der Perspektive eines „Freaks“ darstellt. Es erschien ein Jahr vor einem der bedeutendsten Konzeptalben der 1960er, Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band von den Beatles, das ausschlaggebend für die Einführung des Begriffs war. Darin nehmen die Beatles die Rolle der im Titel genannten fiktiven Band an, die verschiedene Stücke zum Thema Liebe spielt. Wegen dieser etwas offeneren Thematik wird der Konzeptalbum-Charakter des Albums häufig in Frage gestellt. Seiner historischen Rolle kommt allerdings zugute, dass sich darauf erstmals fließende Übergänge zwischen einzelnen Stücken sowie eine Reprise vorfinden. Diese beiden strukturellen Merkmale sind seitdem fest mit dem Begriff Konzeptalbum verknüpft. Zudem wurde großer Wert auf die äußere Gestaltung der LP-Hülle gelegt, die ausschneidbare Armee-Reliquien enthielt und auf deren Rückseite erstmals die Songtexte abgedruckt wurden.

Untrennbar mit dem Begriff Konzeptalbum verbunden ist die Formation The Alan Parsons Project, die 1976 mit dem Debutalbum Tales of Mystery and Imagination einige Werke von Edgar Allan Poe musikalisch aufbereiteten. Die Verbindung von klassischem Orchester mit Rock- und Pop-Instrumentationen verleiht diesem wie auch vielen folgenden Alben dieser Formation ihren unverwechselbaren Charakter.

Ein weiteres bedeutendes Konzeptalbum ist das 1979 veröffentlichte Album The Wall von Pink Floyd. Es handelt von Pink, einem jungen Mann, der aufgrund der Überbehütung durch seine Mutter und des Verlustes seines im Krieg gefallenen Vaters sowie der Grausamkeit der Lehrer in der Kindheit eine geistige „Mauer“ um sich herum errichtet hat, die ihn vor emotionalen Eindrücken bzw. Störungen schützen soll. Die Handlung des Albums kam außerdem 1982 im gleichnamigen Film von Alan Parker mit Bob Geldof ins Kino.

Ein anderes Beispiel für ein Konzeptalbum ist Nightfall in Middle-Earth von der deutschen Speed- und Powermetal-Band Blind Guardian. Das Album ist dem Buch Das Silmarillion von J. R. R. Tolkien gewidmet und erzählt abschnittsweise fast das komplette Buch. Es gibt erzählte Parts und Zwischenspiele. Weiterhin ist in der Powermetal-Szene die Band Savatage sehr für ihre Konzeptalben bekannt.

Auch Marillion hat einige Konzeptalben veröffentlicht. Das bekannteste davon ist sicherlich Misplaced Childhood.

Ein weiteres Konzeptalbum ist die Doppel-CD "Liberatio" der deutschen Monumental Rock-Band Krypteria, dass eine Geschichte in Form eines Hörspiel-Musicals erzählt. Kritiker bemängelten an diesem Album die "künstlichen" Instrumente, welche jedoch seit dem Auftritt der Band beim Rock for Asia Konzert jäh verstummte, als die Band ein Lied aus ihrem Konzeptalbum Live performte, wobei fast alle Instrumente Live gespielt wurden. Lediglich das "Große Besteck", wie die Band das Streichorchester nennt, fehlt.

Siehe auch


Progressive Rock | Tonträger

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