Konzentrationslager ist eine Bezeichnung für verschiedene Formen von Gefangenenlagern. Der Begriff wird im Deutschen meist mit KZ abgekürzt und seit der Zeit des Nationalsozialismus mit den Arbeits- und Vernichtungslagern des NS-Regimes assoziiert. Woher das Kürzel stammt, ist unklar; daneben gab es damals auch die von nationalsozialistischen Funktionären häufig verwendete Abkürzung KL. Nach Eugen Kogon (Der SS-Staat) gaben SS-Wachmannschaften „KZ" wegen seines härteren Klanges den Vorzug.
Seit der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland 1933–1945 verbindet man den Begriff jedoch vor allem mit der gezielten staatlichen Verfolgung und Ermordung von Andersdenkenden und anderweitig gesellschaftlich Ausgegrenzten, insbesondere mit der Verfolgung der europäischen Juden und dem Holocaust. Die Nazis selbst verwendeten ihn, ohne zwischen den während ihrer Gewaltherrschaft errichteten Arbeitslagern und Vernichtungslagern zu unterscheiden. Sie nannten ihre KZs zynisch auch „Würdegarten“ oder „Konzertlager“, in denen den Juden und Marxisten die „richtigen Flötentöne beigebracht werden“. Damit verschleierten sie den geplanten und industriell durchgeführten Massenmord an Millionen von Menschen, der ihre Lager von allen bisherigen Gefangenenlagern unterscheidet. Neonazi-Kreise propagieren solche Ausdrücke dennoch gern heute noch.
Vor diesem Hintergrund wirkt der Gebrauch des Wortes für alle Arten von Sammellagern leichtfertig. Er soll meist auf massive und eklatante Menschenrechtsverletzungen hinweisen, die verschiedene Lagerarten verbindet. Manchmal werden sogar nach den Genfer Konventionen zulässige Kriegsgefangenenlager fälschlich als „Konzentrationslager“ bezeichnet. Dies kann die Vernichtungslager der NS-Zeit durch Relativierung zusätzlich verharmlosen.
Gleichwohl sind Konzentrationslager bisher nicht geächtet. Es gibt bis heute Gefangenenlager, die die Genfer Konvention missachten oder ihrem Geltungsbereich entzogen werden (s.u.), auch wenn diese anders genannt werden.
Zu den Vorgehensmethoden zählen drastische Bestrafungen, Folter und willkürliche Hinrichtungen. In den Konzentrationslagern des Nationalsozialismus verfolgte man das Programm der „Vernichtung durch Arbeit“ (Überschrift: „Arbeit macht frei“). Die Parole der „Erziehung durch Arbeit“ wurde bereits vorher in den sowjetischen, später in den chinesischen und anderen Umerziehungslagern angewendet.
Ein Internierungslager dient der Kontrolle über politische Gegner oder als politisch unzuverlässig geltende Bevölkerungsgruppen. Ein Kriegsgefangenenlager hat den Zweck der Unterbringung gefangener Soldaten gegnerischer Streitkräfte. Nach der Genfer Konvention haben Internierte und Kriegsgefangene humanitäre Mindestrechte und dürfen auch nicht zur Arbeit gezwungen werden. Diese Regeln wurden und werden oft missachtet.
Es gab auch Gefangene, die durch Gerichtsurteil für eine bestimmte Zeit in ein Arbeitslager oder Konzentrationslager eingewiesen wurden, die Mehrheit der Häftlinge war jedoch ohne Gerichtsverfahren in Unfreiheit. Auch manche Flüchtlingslager unterscheiden sich von den Konzentrationslagern nur in Kleinigkeiten, oft werden Flüchtlinge genau so interniert und isoliert wie andere Missliebige, und deren schlechte Behandlung und Unterbringung soll gezielt weiteren Flüchtlingstrom unterbinden - so beispielsweise die Lager für Vietnamflüchtlinge in Hong Kong und Macao, Flüchtingslager in Australien, auf Nauru und auch anderswo heute. Während des Zweiten Weltkrieg wurden sogar die Flüchtlingslager in der Schweiz „Konzentrationslager“ genannt. Das karge Leben dort war jedoch keinesfalls mit dem Dasein und Sterben in den Konzentrationslagern des Nationalsozialismus vergleichbar.
Es ist oft auch für den objektiven Beobachter schwer, die verschiedenen Lagertypen voneinander abzugrenzen. Allen Lagertypen ist gemeinsam, dass die Menschenrechte der Insassen missachtet und verletzt werden.
Man schätzt heute, dass ca. zwei Drittel der sechs Millionen Juden, die dem Holocaust zum Opfer fielen, direkt in den Lagern des Dritten Reiches ermordet worden oder dort an Folgen von Misshandlungen und Krankheiten gestorben sind. Das verbleibende Drittel starb in Ghettos, bei Massenerschießungen und auf den sogenannten Todesmärschen. Es wurden in den KZ auch viele andere Menschen ermordet, z. B. Homosexuelle, geistig Behinderte und sogenannte Asoziale. Die Anzahl der Toten ist bis heute unklar, da die Mörder längst nicht über alle Opfer Akten führten, am Ende des Krieges keine Ermordungen mehr festgehalten wurden und viele Unterlagen wie Zeugen unwiederbringlich verloren gingen.
Während der ersten Phase in den frühen Jahren der NS-Diktatur bis zum Frühsommer 1934 begann man überall in Deutschland damit, größere oder kleinere Lager aufzubauen. Diese Lager ähnelten allerdings mehr Gefängnissen, die dazu da waren, die politischen Gegner des NS- Regimes einzusperren. Der Aufbau dieser Lager wurde anfangs nicht von einer einzigen, sondern von verschiedenen Institution geleitet, u.a von der SA, von den verschiedenen nationalsozialistischen Polizeichefs und natürlich von der SS („Schutzstaffel“, eine Eliteeinheit der NSDAP unter Reichsführer-SS Heinrich Himmler, die ursprünglich für den persönlichen Schutz von Adolf Hitler gegründet worden war). In dieser ersten Phase der Konzentrationslager waren ca. 26.000 Menschen inhaftiert, die der Willkür ihrer Bewacher ausgesetzt waren. Diese erste Phase der KZs kann man als eine Art „Vorbereitung“ auf das sehen, was später kam.
Die zweite Phase begann 1936 und dauerte bis 1938. In dieser Zeit wurde der Bau von Lagern u.a wegen steigender Häftlingszahlen vorangetrieben. Es veränderte sich aber auch die Zusammensetzung der Häftlinge. Während in der ersten Phase noch hauptsächlich politische Gegner des Regimes inhaftiert waren, wurde in der zweiten Phase damit begonnen, diejenigen zu inhaftieren, die nicht dem nationalsozialistischen Bild entsprachen. Das waren vor allem „Asoziale“, Kriminelle und „Arbeitsscheue“ sowie alle anderen „Unnormalen“. Es wurde also versucht, die Menschen „auszurotten“, die in den Augen der Nationalsozialisten den Wert des deutschen Volkes minderten. Dazu wurden auch die Kriminalpolizei und die Gestapo zur sogenannten „Sicherheitspolizei“ unter Reinhard Heydrich zusammengelegt und außerdem wurden unter der Aufsicht der IKL neue Lager gebaut. In dieser zweiten Phase wurden auch die Konzentrationslager Sachsenhausen und Buchenwald gebaut, die schon ein Zeichen des drohenden Krieges und damit verbundenen steigenden Häftlingszahlen waren. Das Konzentrationslager Sachsenhausen wurde nach seinem Bau auch zum Zentrum der Konzentrationslager (Sitz des IKL). Nach der Reichskristallnacht im November 1938 begann man verstärkt, Juden in Konzentrationslagern zu inhaftieren, was zu einer Überfüllung der bestehenden und Errichtung weiterer Konzentrationslager führte.
Zur weiteren Entwicklung der Konzentrationslager in der dritten Phase, die mit dem Krieg anfing und bis Mitte 1941 bzw. Anfang 1942 andauerte, trugen mehrere Faktoren bei. Nach einer Inhaftierungswelle in Deutschland stiegen die Häftlingszahlen rapide an und verdoppelten sich binnen kürzester Zeit. Außerdem veränderte sich wieder die Zusammensetzung der Häftlinge. Waren es am Anfang vor allem noch Deutsche, also politische Gegner, „Asoziale“ und „Unnormale“, die inhaftiert waren, so kamen mit Beginn des Krieges vor allem Menschen aus den von Deutschland eroberten Gebieten, also Polen, Franzosen, Tschechen, Jugoslawen, Holländer und Belgier. Unter diesen Häftlingen waren viele Juden und Zigeuner. Auch in den eroberten Gebieten wurden viele neue Lager errichtet; bald waren mehr Häftlinge in diesen Lagern eingesperrt als im Reichsgebiet (Deutschland und Österreich). Mit Beginn der dritten Phase wurden die Konzentrationslager in drei Kategorien eingeteilt, welche die Härte der Behandlung und die Lebensbedingungen der Häftlinge anzeigten. Die Todeszahlen stiegen in der dritten Phase wie die Häftlingszahlen enorm an.
Die letzte Phase begann Anfang 1942 und endete 1945. Sie war vor allem durch die massive Judenverfolgung und durch den Krieg gegen Russland gekennzeichnet. In dieser letzten Phase lag die Hauptverwaltung der Konzentrationslager bei dem WVHA („Wirtschaftsverwaltungs-Hauptamt“ der SS). Die Häftlinge in dieser Phase wurden vor allem für die Verlagerung von Waffenfabriken in unterirdische Anlagen benötigt. Ungefähr 2,5 bis 3 Millionen Menschen waren in dieser Zeit in den Konzentrationslagern eingesperrt.
Allgemein kann man zwei Arten von Konzentrationslagern unterscheiden: die normalen, nach den drei vorher genannten Kategorien sortierten und die reinen Vernichtungslager wie z.B. Treblinka. In den Lagern des nationalsozialistischen Regimes starben über 6 Millionen Menschen. Die meisten wurden in den Gaskammern ermordet, wurden erschossen oder erschlagen, starben aufgrund der harten Arbeitseinsätze, an Unterernährung und Krankheiten, viele auch bei verbrecherischen medizinischen Versuchen, die an ihnen durchgeführt wurden.
Im Verlauf des Krieges erlangten die Arbeitslager eine kriegswichtige Funktion, die zu dem Vernichtungsziel in gewissem Gegensatz stand. Die Lager waren Produktionsstätten der SS, zunächst zur Gewinnung von Natur- und Ziegelsteinen, später in vielen anderen Bereichen. Außerdem wurden Arbeitskräfte an die (Rüstungs-)Industrie ausgeliehen. Der bekannteste Fall betrifft die IG Farben. Praktisch die gesamte Großindustrie machte von solchen Zwangsarbeitern Gebrauch.
Etwas anders gelagert sind die Fälle KZ Auschwitz-Birkenau und Majdanek. In beiden Konzentrationslagern wurden erst nach Inbetriebnahme der ersten Vernichtungslager Gaskammern zum Massenmord an Juden eingerichtet. Wegen der ungeheuren Opferzahl werden daher auch Auschwitz-Birkenau und Majdanek zu den Vernichtungslagern gezählt. Anders als die erstgenannten Vernichtungslager waren sie aber zugleich Konzentrationslager im herkömmlichen Sinn.
Vernichtungslager unterscheiden sich weiter von den anderen Konzentrationslagern durch die Zahl jüdischer Opfer. In allen KZs zusammen, Birkenau und Majdanek ausgenommen, kamen weniger Juden um als im kleinsten Vernichtungslager. Auschwitz-Birkenau ist zwar das weltweit bekannteste aller Vernichtungslager, dennoch wurden im weniger bekannten Treblinka deutlich mehr jüdische Menschen vergast als in Auschwitz-Birkenau.
Es erscheint wissenschaftlich nicht haltbar und ethisch bedenklich, die Judenvernichtungslager unter „Konzentrationslager“ zu subsumieren und dadurch letzten Endes Verharmlosungen Vorschub zu leisten, denn allein in Auschwitz wurden über eine Million Juden ermordet.
Diesem System waren Durchgangslager und Sammellager vorgeschaltet. Abgetrennte Stadtteile wurden als Ghettos bezeichnet, welche es in Europa längst nicht mehr gab. Allein in Osteuropa gab es ca. 600 Ghettos, in denen mindestens 4 Millionen Menschen zwischenzeitlich interniert wurden.
An Inhaftierten wurden von Ärzten wie Josef Mengele (Auschwitz), Robert Ritter (KZ Buchenwald) u.a. medizinische Experimente vorgenommen, an denen die Häftlinge meist qualvoll starben. Sie wurden beispielsweise mit Fleckfieber (oder TBC-Erregern infiziert, um Impfstoffe zu testen, ihnen wurden Brandbombenverletzungen zugefügt (Salzwasserversuche. Der Nürnberger Ärzteprozess fand vom 9. Dezember 1946 bis zum 20. August 1947 vor dem Ersten Amerikanischen Militärgerichtshof in Nürnberg statt. Angeklagt war u.a. der Abteilungsleiter für Tropenmedizin am Robert-Koch-Institut in Berlin, Dr. med. Gerhard Rose für die Fleckfieberversuche an Sinti und Roma in Buchenwald ([http://www.gesch.med.uni-erlangen.de/gewissen/ausstell/fleck/text_04.htm" target="_blank" >*). Weiterhin wurde der SS-Hauptsturmführer Dr. med. Waldemar Hoven, Lagerarzt KZ Buchenwald angeklagt.
Quellengrundlage für die Experimente in Buchenwald sind das Stationstagebuch von Dr. med. Erwin Ding-Schuler SS-Hauptsturmführer, Aussagen von europäischen Medizinern, die im KZ inhaftiert waren, sowie Häftlingen wie der österreichische Soziologe und Philosoph Eugen Kogon, der 1946 unter dem Titel Der SS-Staat über das Leben in Buchenwald berichtete. Die Publikation der vollständigen Dokumentation, der Wortprotokolle, des Anklage- und Verteidigungsmaterials erfolgte erst 1999 durch den Saur-Verlag München. Die Analyse dazu lieferte 2001 Angelika Ebbinghaus/Klaus Dörner (Hg.): Vernichten und Heilen. Der Nürnberger Ärzteprozess und seine Folgen. Die Bundesärztekammer weigerte sich, diese Edition finanziell zu unterstützen. Erst Einzelspenden von 8000 Ärzten ermöglichten sie.
Folgende Chiffre-Formen wurden verwendet:
Der Holocaust-Überlebende Arno Lustiger trug in seiner Rede vor dem deutschen Bundestag am 27. Januar 2005 vor: "Zwischen November 1944 und Mai 1945 wurden etwa 700.000 Häftlinge, 200.000 von ihnen Juden, bei der Räumung und Liquidierung der KZs in Polen und Deutschland, auf etwa hundert Todesmärschen durch ganz Deutschland getrieben. Es wird geschätzt, daß über die Hälfte von ihnen umgekommen ist. Sie wurden erschossen, in Scheunen verbrannt, sind verhungert oder an Seuchen verstorben. (...) Bis heute gibt es keine Gesamtdarstellung dieser sich auf Deutschlands Straßen abspielenden tausendfachen Tragödien, ..."
Siehe auch: SS, Zyklon B, Kapo, Wannsee-Konferenz, Nürnberger Kriegsverbrechertribunal, Schutzhaft, Jugendkonzentrationslager, Arbeitserziehungslager, Liste der Konzentrationslager
Auch die in der Folgezeit von den USA angelegten Indianerreservationen für zahlreiche indigene (eingeborene) Ethnien sind als Konzentrationslager anzusehen: die Menschen wurden aus rassistischen Motiven unter inhumanen Umständen auf Gebieten festgehalten, die ein eigenes Auskommen unmöglich machten und dazu führten, dass Kinder, Frauen und auch Männer verhungerten. Flucht oder Gegenwehr wurden mit dem Tod bestraft.
Die Geschichte des Begriffes Konzentrationslager beginnt wohl im kubanischen Unabhängigkeitskampf gegen Spanien 1868-1898, als zunächst der spanische General Valmaseda und später in weitaus größerem Umfang General Valeriano Weyler y Nicolau anordneten, dass sich diejenigen Bauern, die nicht als Aufständische behandelt werden wollen, in befestigten Lagern konzentrieren müssen, den so genannten campos de reconcentración. (siehe auch: Guerilla)
Der Begriff "concentration camp" (Konzentrationslager) wurde danach vom Militär Großbritanniens benutzt, um die im Burenkrieg (1899-1902) angelegten Lager zu beschreiben. Frauen und Kinder der Buren sowie Afrikaner, die im Burengebiet lebten, wurden in Lagern in Südafrika zusammengetrieben. Obwohl diese Lager keine speziellen Vernichtungslager waren, bedingten die schlechte Ernährung sowie die schlechten hygienischen Verhältnisse eine hohe Sterblichkeitsrate. Hier starben etwa 26 000 Frauen und Kinder. Die Offenlegung der Verhältnisse in Südafrika durch Emily Hobhouse führte dort zu einer Entspannung der Situation.
Auch die deutschen Kolonialtruppen setzten in der damaligen Kolonie Deutsch-Südwestafrika beim Völkermord an den Herero und Nama entsprechende Lager ein. Nach Angaben der deutschen Militärverwaltung starben zwischen Oktober 1904 und März 1907 insgesamt 7.682 Inhaftierte. Die Sterblichkeit betrug je nach Lager zwischen 30 und 50% der insgesamt Gefangenen.
In Deutschland wurden um 1920 die ersten als ‘Konzentrationslager’ bezeichneten Einrichtungen zur Abschiebung unter anderem in Stargard errichtet. In diesen Lagern wurden vor allem Juden aus Osteuropa, aber auch Sinti und Roma interniert. Sie wurden 1923 nach Protesten aufgrund der unmenschlichen Bedingungen aufgelöst.
Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges richteten die USA Concentration camps für potentiell gefährliche Bürger japanischer, italienischer oder deutscher Abstammung ein. Aber auch Menschen mit anderem Hintergrund wurden zwangsinterniert (z.B. Zeugen Jehovas). Bekannt wurden insbesondere die kalifornischen Camps, weil sich dort die meisten japanstämmischen Familien aufhielten. Ein Gerichtsbeschluss war für die Zwangseinweisungen nicht nötig.
Heute betreiben die USA ein Lager auf Kuba (US-Stützpunkt Guantanamo Bay) für Menschen, die der Unterstützung des Terrors verdächtigt werden. Von offizieller Seite wird die Bezeichnung als "concentration camp" zurückgewiesen, jedoch genügt bereits der bloße Verdacht der aktiven Unterstützung des Terrors für eine Inhaftierung ohne ein nach der US-Verfassung zwingend vorgesehenes Gerichtsverfahren. Kritiker sehen damit alle wesentlichen Kriterien eines Konzentrationslagers als erfüllt an. Es gibt ernste Anzeichen, dass die Haftbedingungen für die Internierten, welche von Menschenrechtsorganisationen scharf gerügt werden, den Insassen physisch und psychisch massiv schaden. Auch das IKRK hat nach Informationen der New York Times im November 2004 gegenüber der US-Regierung die Haftbedingungen in ungewöhnlich scharfer Form kritisiert und von Folter gesprochen. Wiederholte Medienberichte weisen ebenfalls in diese Richtung. [http://www.faz.net/s/Rub28FC768942F34C5B8297CC6E16FFC8B4/Doc~E20DBFDA9778949E2A428464736F03979~ATpl~Ecommon~Scontent.html
Die völkerrechtliche Zulässigkeit des Lagers in Guantanamo, aber auch die Rechtmäßigkeit nach der US-Verfassung ist äußerst umstritten. Einige US-Gerichte haben das Festhalten von Verdächtigen ohne ordnungsgemäßen Gerichtsprozess inzwischen als illegal bezeichnet, so zum Beispiel Hens Joyce Green, Richter am District Court for the District of Columbia in seinem Urteil * vom 31. Januar 2005. Eine endgültige gerichtliche Klärung der Rechtmäßigkeit nach US-Recht steht jedoch noch aus.
Siehe auch: Geschichte Chiles
Siehe auch: Die Schweiz im Zweiten Weltkrieg
Die größten Konzentrationslager des faschistischen Italiens
- | Bezeichnung | Von | Bis | Geschätze Anzahl gefangener Menschen | Geschätze Anzahl ermordeter Menschen | - | Arbe (Rab) | Juli 1942 | 11. September, 1943 | 15,000 | 1,500 | - | Chiesanuova in der Nähe von Padua | Juni 1942 | - | Gonars in der Nähe von Palmanova | März 1942 | 8. September, 1943 | 7,000 | 453; >500 | - | Molat | - | Monigo in der Nähe von Treviso | Juni 1942 | - | Renicci di Anghiari, in der Nähe von Arezzo | Oktober 1942 | - | Visco in der Nähe von Palmanova | Winter 1942 |
|---|
In italienischen Konzentrationslagern im besetzten Dalmatien und der besetzten nordkroatischen Küste Bakar, Kraljevica, Molat, Rab, Zlarin wurden von 1941- 1943 einige zehntausend gefangener Zivilisten festgehalten.
Zwangsarbeit und widrige Lebensumstände kosteten zahlreiche Insassen, die nicht gleich hingerichtet wurden, das Leben.
Die Lager in Molat und in Rab (34% der Insassen überlebten nicht) waren als Todeslager besonders berüchtigt.
Der vom UNO Kriegsverbrechertribunal zu 20 Jahren Haft verurteilte serbische Kriegsverbrecher Dusko Tadic war einer der Aufseher im Konzentrationslager Omarska.
Zudem wurden medizinischen Versuche an russischen, chinesischen und anderen Gefangenen, bei denen beispielsweise mit Krankheitserregern experimentiert wurde, durchgeführt. In diesem Zusammenhang tritt besonders die Einheit 731 hervor. Das offizielle Japan hat bis heute keine Stellung zu dieser Kriegsschuld bezogen und auch nie Entschädigungen an die Opfer bezahlt.
Siehe auch: Geschichte Österreichs
Nach 1926 wurden weitere KZ eingerichtet, nicht nur für Deutsche, sondern auch für Ukrainer und andere Minderheiten in Polen sowie für polnische Oppositionelle, die Lager Bereza-Kartuska und Brest-Litowsk. Über die Zahl der dort Inhaftierten und Ermordeten wurden offizielle Zahlen nicht bekanntgegeben.
Von Anfang bis September des Jahres 1939 kamen weitere Lager für Deutsche hinzu, u.a. in Chodzen. Es kam in diesem Zeitraum zu einer gesteigerten Anzahl von Massenverhaftungen und Pogromen an der deutschen Bevölkerung, die zur Flucht von Zehntausenden führte. Aus 1131 Ortschaften in Posen und Pommerellen kam es zu Verschleppungsmärschen in Lager.
Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es im Zuge der Vertreibung der deutschen Zivilbevölkerung aus den Gebieten des Deutschen Reiches, die damals unter polnische Verwaltung gestellt wurden und seitdem zu Polen gehören, zur Errichtung von 1255 Konzentrationslagern mit einer Sterblichkeitsrate von 20 bis 50 %, z.B. in Tost (Toszek), Lamsdorf, Potulice, Schwientochlowitz. Tost stand allerdings nicht unter polnischem Oberkommando, sondern war ein Lager des sowjetischen NKWD. In den Lagern wurden Misshandlungen, exzessive Grausamkeiten und planmäßige Morde verübt. Besonders bekannt wurden die Fälle der Lagerkommandanten Lola Potok, Czeslaw Geborski und Salomon Morel (KZ Zgoda). Der in jüngster Zeit ergangene Auslieferungsantrag des polnischen Staates bezüglich Morels an Israel als dessen jetzigem Aufenthaltsort wurde abschlägig beschieden, da Israel auch Staatsbürger, die der Verbrechen gegen die Menschlichkeit beschuldigt werden, nicht an andere Staaten ausliefert.
Zu nennen ist hier auch das Lager für Ukrainer, Polen und Deutsche in Jaworzno. Tausende Insassen mussten in schlesischen Gruben arbeiten, wo viele starben.
Bei den Inhaftierten handelte es sich nicht um NS-Täter, sondern um deutsche Wohnbevölkerung, die 1945 nicht schnell genug hatte fliehen können. Inhaftierungsgrund war nicht irgendeine persönliche Täterschaft, sondern die deutsche Nationalität oder Sprache. Die Bevölkerung ganzer Dörfer - vom Säugling bis zum Greis - wurde in Lager verschleppt, dort ermordet oder vorsätzlich dem Hungertod ausgesetzt. Dabei spielte auch die etwaige polnische Staatsangehörigkeit, die manche hatten, keine Rolle.
Proteste des amerikanischen Roten Kreuzes, des US-Senators Langer (North-Dakota), des britischen Botschafters Bentinck und des britischen Premierministers Winston Churchill bei der polnischen Regierung mit der Mahnung, sich an die Genfer Konvention und das Völkerrecht zu halten, bewirkten nichts.
Belegt ist die Zahl von mindestens 60.000-80.000 Menschen, die in diesen Lagern der Nachkriegszeit ums Leben kamen.
Ab 1938 war João da Silva Leiter des Konzentrationslagers. Silva besichtigte vorher die deutschen Konzentrationslager. Die Wachmannschaften bestanden aus 25 Mitgliedern der portugisieschen Geheimpolizei PVDE (ab 1945 PIDE), sowie einem Bataillon von über 75 kapverdischen und angolanischen Hilfswächtern. Die Gefangenen wurden zahlreichen Foltermethoden unterzogen. Fluchtversuche in den Jahren 1937 und danach scheiterten.
Nach dem Ende des Nationalsozialismus entspannte sich die Lage im Lager. Bis zu seiner Schließung am 26. Januar 1954 starben noch zwei Gefangene. Auch wurden bis dahin die meisten Gefangenen nach Portugal verlegt oder amnestiert (*).
Von 1961 bis 1974 wurde das Lager für Gefangene aus antikolonialen Kämpfen genutzt. Es herrschten KZ-ähnliche Bedingungen.
Unter der Herrschaft Lenins und vor allem Stalins konnte es passieren, dass jemand wegen einer kritischen Äußerung im Familienkreis oder wegen des Diebstahls eines Apfels denunziert und verhaftet wurde. Während des Großen Terrors (1937-38) wurden von der Staats- und Parteiführung Verhaftungsquoten festgelegt, die dazu führten, dass eine Vielzahl Unschuldiger inhaftiert und verurteilt wurden, viele darunter zu Lagerhaft. Ähnliche Methoden wurden teilweise schon in der Bauzeit des Weißmeer-Ostsee-Kanals angewandt. Derartige Urteile stützten sich meist auf vom Geheimdienst fabrizierte „Beweise“ oder auf unter Folter erpresste Geständnisse. Sehr vage und undeutlich war insbesondere der berüchtigte Paragraph 58 des sowjetischen Stafgesetzbuches, der „konterrevolutionäre Verbrechen“ betraf. Sogar „Verbeugung vor dem Westen“, das „Äußern von Hoffnungen auf das Ende des Kommunismus“ und der angeblich „beabsichtigte Versuch der Spionage“ waren strafbar.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden in Osteuropa Menschen, die wirklich oder angeblich mit dem deutschen Kriegsverbrechern zusammengearbeitet hatten oder selbst Deutsche waren, in Lagern interniert (zum Beispiel in der Tschechoslowakei, wo auch viele Ungarn und Polen interniert wurden). Die Bedingungen für die deutschen Kriegsgefangenen entsprachen ebenfalls nicht den Vorschriften der Genfer Konvention und viele Menschen starben oder überlebten nur mit Folgeschäden.
Unter der kommunistischen Diktatur Nicolae Ceauşescus in Rumänien „verschwanden“ Regimekritiker in Gefängnissen und Irrenhäusern. Ceauşescus Versuch, die Anzahl der Rumänen zu vergrößern und im Übrigen die „Qualität des Volkes“ zu verbessern, führte zur Einrichtung von „Kinder-GULAGs“ z.B. für behinderte Kinder, wie beispielsweise in Cighid.
Eine juristische Aufarbeitung der Konzentrationslager hat auch nach den Demokratisierungen der Länder nur in wenigen Fällen stattgefunden. Hierfür werden auch noch vorhandene Machtstrukturen aus der Zeit der staatlichen Unterdrückung verantwortlich gemacht, die an einer kritischen Auseinandersetzung mit der Vergangenheit nicht interessiert sind.
Nach dem Massaker auf dem Tiananmen-Platz von 1989 und der damit verbundenen Machtübernahme von Jiang Zemin wurden und werden in der Volksrepublik wieder Millionen von Dissidenten in Arbeitslagern gefangen gehalten, nachdem in den Siebziger Jahren durch Deng Xiaopings Reformen viele der politischen Gefangenen freigelassen worden waren. Darunter befinden sich von der Partei verfolgte Gruppen wie Tibeter, Christen, Demokraten, Falun-Gong-Übende, Betreiber von Qigong-Schulen, Menschenrechtler, Uiguren, Gewerkschafter und viele mehr.
Die Lager sind fabrikmäßig organisierte Produktionsstätten. Ihre jährliche Produktionskraft entspricht der eines durchschnittlichen europäischen Landes wie Spanien oder Frankreich.
In chinesischen Propaganda-Filmen werden die Arbeitslager als harmlos hingestellt und Beweise für Misshandlungen und Folter von der chinesischen Regierung geleugnet.
Des weiteren gab es vor einigen Jahren Berichte über Waisenheime für ungewollte, von ihren Eltern ausgesetzte oder behinderte Kinder (oftmals Mädchen), die als Folge der staatlich verordneten Ein-Kind-Politik in Heime gegeben werden. Die Lebensbedingungen in diesen Lagern sind so schlimm, dass 30 bis 50% der Insassen innerhalb kurzer Zeit sterben.
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