Unter Konzentration versteht man in der Wirtschaft den Zustand oder Prozess der Verdichtung von Merkmalen (zumeist Marktanteile).
Üblicherweise unterscheidet man absolute und relative Konzentration. Von absoluter Konzentration spricht man, wenn die Anzahl der Unternehmen auf dem relevanten Markt gering ist oder abnimmt.
Von relativer Konzentration spricht man, wenn die Anzahl der Unternehmen auf dem relevanten Markt ungleich verteilt ist bzw. die Ungleichheit zunimmt.
Man unterscheidet verschiedene Ursachen für eine Konzentration. Zum einen kann eine Konzentration durch ein überproportionales internes Wachstum des Unternehmens ausgelöst werden. Dies ist meist Zeichen für dynamischen Wettbewerb und nur dann problematisch, wenn kein Imitator im Markt vorzufinden ist. Diese Ursache führt daher häufig zu wünschenswerten Konzentrationen.
Problematischer ist externes Unternehmenswachstum durch eine Fusion. Hier tritt ein Primäreffekt auf, indem die Anzahl der Anbieter unmittelbar sinkt. In der Folge ist ein Sekundäreffekt zu beobachten, der durch die Ausnutzung der entstandenen Marktmacht zu einem weiteren Absinken der Anbieteranzahl führt und eine Marktmacht entsteht. Schließlich ist als Ursache der Marktein- oder -austritt zu nennen.
Bei Karl Marx schließlich in seinem "Das Kapital" ergibt sich die absolute Konzentration des Kapitals (bei Marx "Kapitalkonzentration") und die relative Konzentration des Kapitals (bei Marx "Kapitalzentralisation") aus der Logik des kapitalistischen Prozesses. Die Kapitalzentralisation ist verknüpft mit dem Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate. Marx räumt bei der Kapitalzentralisation ein, dass es sich hier nicht um eine Einbahnstraße handelt, sondern dass neben den "zentripetalen" Kräften "zentrifugale" Kräfte immer wieder auch zu Abspaltungen und Neugründungen von Kapital führen.
Durch Konzentrationen lassen sich häufig Effizienzgewinne in Form statischer und dynamischer Effizienz erzielen.
Andererseits entstehen durch eine Konzentration zusätzliche Kosten in Form steigender Organisations- und Kontrollkosten.
Konzentrationen werden gestützt durch die Empirie zunehmend skeptisch betrachtet, insbesondere aus volkswirtschaftlicher Sicht. Dies gilt jedoch weniger für Konzentrationen aus internem Wachstum als vor allem für externes Wachstum. Dennoch werden immer wieder Zusammenschlüsse gewagt, deren Scheitern in den letzten Jahren durch prominente Beispiele beobachtet werden konnte. Oft spielen hier kurzfristige Interessen oder Zielkonflikte zwischen den Unternehmen und den sie führenden Managern eine Rolle.
Mehr als die Hälfte aller horizontalen Zusammenschlüsse führen nicht zu Effizienzgewinnen. (Horizontale Zusammenschlüsse finden zwischen Unternehmen auf der selben Produktionsstufe statt, beispielsweise mehrere Kohlebergwerke. Vertikale Zusammenschlüsse finden zwischen verschiedenen Produktionsstufen statt, beispielsweise ein Kohlebergwerk schließt sich mit einem Stahlwerk, das die Kohle bezieht, zusammen.) Insbesondere wächst das Risiko eines Fehlschlags mit der Größe der beteiligten Unternehmen. Die dennoch zu beobachtenden Gewinnzunahmen beruhen meist auf Marktmacht-Zunahmen – und haben Jörg Huffschmid: Die Politik des Kapitals - Konzentration und Wirtschaftspolitik in der Bundesrepublik. Suhrkamp 1975, ISBN 3-518-10313-X
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"Konzentration (Wirtschaft)".
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