Die Stadt liegt etwa 200 km südlich von Ankara in der Ebene von Konya (türk.Konya Ovası) in etwa auf 1.200 m Meereshöhe, fast im geographischen Zentrum Anatoliens. Die Hochebene hat keinen Abfluss zum Meer, sondern nur lokale Flüsse, die in Binnenseen münden. Im Umkreis wird sie von einigen bis 2.300 m hohen Bergen überragt, der nördlichen Fortsetzung des Taurus-Gebirges.
Bevölkerungsentwicklung
Die Einwohnerzahl beträgt 903.797 (2006)http://www.gazetteer.de/.
Laut der Volksauszählung 2000 betrug sie etwa 742.690.
Ikonion war eine bedeutende antike Stadt im Zentrum Kleinasiens mit einer fast 3.000 Jahre alten Geschichte. Am selben Ort entwickelte sich nach der türkischen Invasion die heutige Großstadt Konya, deren Namen sich aus Ikonion ableitet.
Diese Städte der römischen Teilprovinz Lycaonia gehörten in der vorangehenden griechischen Zeit meist zu Phrygien, wurden zeitweise aber auch dem (fast identischen) Galatien zugerechnet, bzw. dem östlich angrenzenden Kappadokien oder den Südregionen Pisidien bzw. Pamphylien.
Das Wahrzeichen der Stadt ist das Mausoleum von Mevlana Dschalal ad-Din Rumi, dem Begründer des Mevlevi-Ordens, heute ein Museum und Wallfahrtsort frommer Muslime und Anhänger des Sufismus (islamische Mystik). Einen hohen Bekanntheitsgrad genießen auch die heute noch in mehreren Gruppen organisierten tanzenden Derwische der Mevlevis, die mittlerweile zu einer touristischen Attraktion geworden sind. Seit 1954 darf der Sema (Mevlevi-Tanz) anlässlich des Jahrestages von Dschalal ad-Din Rumis Tod am 17. Dezember wieder in einer Sporthalle vollzogen werden, nachdem am 2. September1925Mustafa Kemâl Pascha (genannt Atatürk (türk. = Vater der Türken)), der Gründer der Türkischen Republik, sämtliche religiösen Aktivitäten durch Beschluss der großen Türkischen Nationalversammlung (Türk Büyük Millî Meclisi) verbieten ließ.
Daneben befinden sich in Konya bedeutende Baudenkmäler aus der Zeit der Seldschuken.
In osmanischer Zeit war Konya ein bedeutendes religiöses Zentrum. Nach dem Verbot der Sufiorden durch Kemal Atatürk entwickelte es sich daher zu einer Hochburg der islamisch-konservativen Opposition. Die Stimmenanteile islamischer Parteien sind stets unter den landesweit höchsten.
Südöstlich von Konya, ca. 40 km entfernt, befindet sich Çatal Höyük, eine der ältesten Siedlungen der Menschheit.
Konya ist heute einer der bedeutendsten Industrie- und Universitätsstandorte der Türkei. Seit 1992 verfügt Konya über ein aus zwei Linien bestehendes Straßenbahnnetz, welches ausschließlich mit aus Köln übernommenen Gebrauchtwagen betrieben wird.
Die Selçuk-Universität (türkisch Selçuk Üniversitesi) in Konya besteht aus 16 Fakultäten, einer Fremdsprachenhochschule, einem staatlichen Konservatorium, 3 Gesundheithochschulen, 25 Berufshochschulen, 4 Instituten, 2 Sporthochschulen und 13 Forschungs- und Entwicklungszentren. Mit ca. 60.000 Studenten ist sie zahlenmäßig die größte Universität der Türkei.