Kontrakt-Bridge ist die Bridge-Variante, die sich weltweit durchgesetzt hat.
Für Anfänger gibt es auch eine Variante, bei der dieses Verfahren stark vereinfacht wird: Minibridge. Im Folgenden wird nur die normale Reizung beschrieben.
Die Mindestanzahl von Stichen, die man in der Reizung ansagen kann, ist 7. Es wird jedoch nicht die tatsächliche Anzahl von Stichen angesagt, sondern 6 weniger - z. B. bedeutet eine 3 in der Reizung 3+6=9 Stiche. Da maximal 13 Stiche erzielt werden können, gibt es die Bietstufen 1 bis 7 (= 7 bis 13 Stiche).
Ein Gebot in der Reizung ist die Kombination einer Bietstufe mit einer Denomination (= Farbe oder Sans Atout (= ohne Trumpf)). Beispielsweise bedeutet das Gebot "4 Pik", dass der betreffende Spieler gerne Alleinspieler werden will, Pik Trumpf sein soll, und dass er mindestens 10 Stiche erzielen will. Da es 7 Bietstufen gibt und 5 Denominationen, gibt es 35 mögliche Gebote. Ein Gebot darf nur abgegeben werden, wenn es "höher" ist als alle bisher in der laufenden Reizung abgegebenen Gebote. Gebote einer höheren Bietstufe sind stets höher als Gebote einer niedrigeren Bietstufe. Bei gleicher Bietstufe ist Sans Atout höher als Farbe, und bei den Farben gilt die oben angegebene Reihenfolge.
Alle Gebote sind auch Ansagen. Es gibt 3 weitere Ansagen, die keine Gebote sind:
Das Verfahren der Reizung ist folgendermaßen geregelt: Der Teiler macht die erste Ansage. Danach darf sein linker Nachbar ansagen, und dies setzt sich im Uhrzeigersinn fort. Derjenige Spieler, der das erste Gebot abgibt, heißt Eröffner. Falls mindestens ein Gebot abgegeben wurde, endet die Reizung, nachdem 3 Mal in ununterbrochener Reihenfolge gepasst wurde. Dann ist das zuletzt abgegebene Gebot - ggf. einschließlich eines anschließend gereizten Kontras oder Rekontras - der Kontrakt. Man sagt, dass diejenige Partei, die das Kontrakt-Gebot gereizt hat, die Reizung gewonnen hat. Von dieser Partei wird derjenige Alleinspieler, der als erster die Denomination des Kontraktes geboten hat. Wenn die erste Ansage aller vier Spieler passe ist, endet die Reizung ebenfalls, und das Spiel wird nicht durchgeführt.
Es ist üblich, per Partnerschaftsvereinbarungen den Ansagen zusätzliche Bedeutungen zu unterlegen. Die Bedeutung variiert im Allgemeinen mit dem Kontext, in dem die Ansage abgegeben wurde. Eine systematische Zusammenfassung von Partnerschaftsvereinbarungen wird Bietsystem genannt.
Partnerschaftsvereinbarungen müssen der Gegenseite bekannt gemacht werden. Wenn nicht erwartet werden kann, dass die Gegenseite die Bedeutung der aktuellen Ansage versteht, dann muss diese Tatsache dem Gegner mitgeteilt werden. Dies geschieht üblicherweise durch den Partner desjenigen, der die Ansage abgegeben hat. Er sagt zu diesem Zweck "Alert", klopft auf den Tisch, oder benutzt eine Alert-Karte.
Ursprünglich wurden alle Ansagen in der Reizung mündlich abgegeben. Dies ist auch heute noch möglich, aber die meisten Bridgespieler verwenden Bietkarten. Jeder Spieler hat eine Bietbox mit den 35 Geboten und mehreren Karten für passe, kontra und rekontra. Wenn er an der Reihe ist, entnimmt der Spieler der Bietbox die Karte für die gewünschte Ansage und legt sie vor sich auf den Tisch. In der vorigen Runde abgegebene Ansagen werden nicht entfernt, sondern mit der neuen Karte teilweise überdeckt, aber so, dass die Ansage sichtbar bleibt. Erst nach Ende der Reizung werden alle Bietkarten wieder entfernt.
Der Spieler, der die erste Karte zu einem Stich aufzudecken hat, darf jede beliebige Karte verwenden, die er noch in der Hand hat. Damit legt er die Farbe für diesen Stich fest. Die drei folgenden müssen, falls vorhanden, eine Karte der gleichen Farbe spielen ("Bedienen"). Wenn dies nicht möglich ist, können sie auch eine beliebige Karte verwenden.
Für jede Farbe gilt folgende Reihenfolge der Karten (höchste zuerst):
Falls bei einem Stich Trumpfkarten beteiligt sind, wird er von der höchsten Trumpfkarte gewonnen. Ansonsten gewinnt die höchste Karte der ausgespielten Farbe. Karten, die weder Trumpf sind noch die ausgespielte Farbe haben, können einen Stich nie gewinnen. Derjenige Spieler, der einen Stich gewonnen hat, darf die erste Karte zum nächsten Stich ausspielen.
Die erste Karte des ersten Stiches wird vom dem Spieler gespielt, der links neben dem Alleinspieler sitzt. Als nächstes legt der Partner des Alleinspieler alle seine Karten geordnet auf den Tisch. Falls es eine Trumpffarbe gibt, gehören die Karten dieser Farbe nach rechts. Diese nun auf dem Tisch liegenden Karten werden als "Dummy" oder "Tisch" bezeichnet, und ihr Besitzer darf nicht selbst entscheiden, welche Karte er spielen will, sondern muss den mündlichen Anweisungen des Alleinspielers folgen.
Um gewonnene und verlorene Stiche am Ende besser zählen zu können, legt jeder Spieler die Karten von kompletten Stichen mit der Bildseite nach unten und der Längsachse der Karte in Richtung der eigenen Partnerschaft, wenn der Stich gewonnen war, und in Richtung der gegnerischen Partnerschaft, wenn der Stich verloren war. Die Karten eines Spielers bleiben dabei zusammen vor ihm liegen, so dass sie sich nicht mit Karten von anderen Spielern vermischen.
Dadurch ist es beim Turnierbridge möglich, nach Spielende die Karten wieder in die vier Fächer eines Etuis ("Board") zu stecken, damit andere Spieler die gleiche Verteilung noch einmal spielen können.
Bei der Bewertung des Ergebnisses spielt die so genannte Gefahrenlage eine Rolle. Sie liegt vor Spielbeginn fest und bestimmt für jede der beiden Parteien, ob sie "in Gefahr" ist oder nicht. Für die Abrechnung ist nur die Gefahrenlage des Alleinspielers relevant.
Aus Kontrakt, Stichzahl und Gefahrenlage lässt sich ein Punktwert errechnen, der die Höhe des Sieges/der Niederlage quantifiziert. Dieser wird "Score" genannt. Der Punkteskala liegt das Prinzip zugrunde, dass es weniger Punkte bringt, wenn der Gegner seinen Kontrakt knapp nicht erfüllt, als wenn man selbst einen Kontrakt erfüllt. Dies macht es oft attraktiv, den Gegner zu überbieten, auch wenn man glaubt oder sicher ist, dass man den angesagten Kontrakt nicht mehr erfüllen kann. Damit es attraktiv wird, hohe Kontrakte zu reizen, auch wenn der Gegner passt, gibt es für angesagte Stichzahlen ab 9, 10 oder 11 (je nach Denomination) hohe Prämien für den Alleinspieler - jedoch nur, wenn er den Kontrakt erfüllt.
Beim Turnierbridge werden die erzielten Punkte eines Spiels mit denen anderer Paare verglichen, die das Spiel mit den gleichen Karten auf der gleichen Achse gespielt haben. Dabei ergeben sich je nach Turnierart Matchpunkte (MP) oder internationale Matchpunkte (IMP). Diese werden für jede Partei über alle Spiele eines Turnierabschnitts addiert. Hier spielt es nur eine sehr untergeordnete Rolle, ob man überwiegend gute oder schlechte Karten hatte, da die anderen Parteien, mit denen man verglichen wird, die gleichen Karten hatten.
Beim Rubberbridge zählen die reinen Punkte für das Spiel, so dass sich überlegene Spielstärke nur auf lange Sicht auswirken kann. Dafür reichen 4 Spieler zum Spielen aus.
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