Der Begriff Konsumgesellschaft wird einerseits von Kritikern einer konsumorientierten Lebensweise gebraucht und beinhaltet dann eine negative Wertung, andererseits gibt es aber auch Apologeten des Konsumverhaltens wie Norbert Bolz, die in einer globalen Konsumgesellschaft eine Möglichkeit sehen, die Welt zu befrieden, indem sie die Segnungen des Konsums allen Völkern zuteil werden läßt.
Die Konsumgesellschaft ist nach dieser Vorstellung eine Wohlstandsgesellschaft, in der es für die Mehrheit der Menschen keine Versorgungslücken mehr gibt und in der sich die allgemeine Verfügbarkeit ehemals exklusiver Güter vorteilhaft auswirkt. Durch Konsum, besonders im Sinne des Geltungskonsums, kann der Mensch sich nach dieser Vorstellung selbst darstellen und von anderen differenzieren (siehe auch Norbert Bolz).
Die konsumkritische Sichtweise wird aber auch durch Hinweise darauf bestätigt, daß ein übermäßiger Konsum in Psycho- und Sozialpathologien zu münden droht, für die u.a. die Suizidrate, aber auch die Verbreitung von Süchten, stoffgebundenen (z.B. Alkoholsucht) sowie stoffungebundenen (z.B. Kaufsucht), Indikatoren sind.
Der Begriff Konsumgesellschaft wird auch häufig als abschätzige Bezeichnung mancher Kritiker für einen Lebensstil breiter Bevölkerungsschichten verwendet, bei dem das Konsumieren von Waren und Dienstleistungen im Mittelpunkt steht und Eigeninitiative, solidarisches Handeln und Interagieren mit anderen Menschen verdrängt.
Eine Konsumgesellschaft beschränkt sich Kritikern zufolge nicht auf die Beschaffung notwendiger Güter, sondern trachtet danach, das Konsumieren zum Erlebnis zu machen. Während es zunehmend schwieriger wird, Gebrauchsartikel abseits der Massenware zu finden, locken Handel und Industrie mit „Einkaufserlebnissen“ in Form von Berieselungsmusik, längeren Öffnungszeiten und Einkaufszentren mit Parkplatz und Kinderbetreuung. Die Freizeit wird ebenfalls mit standardisierten und berechenbaren Erlebnissen ausgefüllt, etwa mit Besuchen in „Erlebnisparks“ oder mit Grenzerfahrungen beim „Bungee-Jumping“. Eine Auslandsreise reduziert sich auf einen Aufenthalt in einem Ferienclub, in dem man sich „animieren“ lässt anstatt außerhalb des eingezäunten Geländes auf Entdeckungsreise zu gehen. Die Fremdenverkehrsgemeinden vermarkten Landschaft und Tradition, und selbst das Verweilen am Meeresstrand wird zum Konsumartikel, für den man Eintritt zahlen muss.
Der ungebremste Ausbau der alpinen Skigebiete zur Befriedigung des Freizeitkonsums oder die dichte Besiedelung von Flussufern zur Befriedigung des Bedürfnisses nach dem eigenen Häuschen hat in den letzten zehn Jahren zu mehreren Überschwemmungen geführt und den Gegensatz zwischen Konsumgesellschaft und umweltgerechter Lebensweise sichtbar gemacht.
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