Das Konsumgütermarketing befasst sich im Gegensatz zum Investitionsgütermarketing mit Produkten, die direkt an Endverbraucher (Haushalte) gerichtet sind. Beispiele für kurzfristige Konsumgüter (Verbrauchsgüter) sind Waschmittel, Lebensmittel, Kaugummi, Pizza usw. Beispiele für langfristige Konsumgüter (Gebrauchsgüter) sind Waschmaschinen, Fernsehgeräte, Wohnmöbel usw.
Hersteller von Konsumgütern zeichnen sich meist durch einen überdurchschnittlich hohen Anteil von Werbeausgaben zu den Gesamtausgaben aus. Des weiteren investieren sie viel in Marktforschung und die Imagepflege.
Das Konsumgütermarketing ist weiterhin durch fünf Kriterien von Investions- und Dienstleistungsmarketing abgrenbar: 1. Der Konsument ist selbst Nutzer und Nachfrager des Produktes 2. Es handelt sich vor allem um Individualentscheidungen. 3. Große Anzahl von Abnehmern 4. mehrstufige Distribution 5. Marktanonymität und Massenkommunikation.
Sind es beim Industriegütermarketing oftmals Gruppen von Entscheidern mit verschiedenen Ausbildungen und Positionen, die alle Angebote genau prüfen Buying Center, sind es bei Konsumgütern oft spontane Entscheidungen, die überwiegend emotional geprägt sind.
Das Konsumgütermarketing versucht demnach mit Hilfe der Marktforschung, die Bedürfnisse der Kunden zu analysieren und dementsprechend den Marketing-Mix abzuleiten. Als Instrumente stehen dem Unternehmen das Produkt, der Preis, die Kommunikation und die Distribution zur Verfügung.
Da sich die Güter und Waren der Hersteller auf den Konsumgütermärkten weitgehend gleichen und es keine Spezialanfertigungen gibt, wird viel mit dem Preis und der Kommunikation gearbeitet. Durch die standardisierten Produkte ist der Kunde weiterhin in der Lage, die Produkte leicht zu vergleichen. Deshalb kommt auch dem Markenbegriff hier eine entscheidende Rolle zu, da die Marke als Hilfsmittel zur Wiedererkennung der Produkte dient und hilft, das Produkt aus der Masse der Konkurrenz herauszuheben. Die Marke wird mit einem bestimmten, vorgegebenen Image versehen, das bei Betrachtung bewusst wird.
Die schnelle Wiedererkennung der Marken ist konform mit den schnellen Entscheidungsprozessen der Kunden.
Nicht zu unterschätzen sind die kurzen Entwicklungszeiten und der entsprechende Druck, neue Produkte auf den Markt zu bringen (time-to-market). Man denke dabei an die Entwicklungszyklen von Handys usw., wo sich die Hersteller mit immer neuen Features in bessere Positionen bringen wollen.
Die Wahl der Distributionsform ist abhängig von der gewählten Unternehmensstrategie und kann demnach vielfältige Gründe haben. Zwei Formen:
Produkte der Konsumgüterindustrie können Gebrauchs- oder Verbrauchsgüter sein.
Von der Positionierungsstrategie hängt maßgeblich auch die Produkt-, Preis- und Kommunikationspolitik ab. Eine Massenmarktstrategie (Preis-Mengen-Strategie) führt eher zur Entwicklung von Standardprodukten und niedrigen Preisen. Eine Präferenzstrategie (Image-Strategie) führt eher zu individuellen Produkten und höheren Preisen. Bsp: Medion ist ein typisches Beispiel für eine Massenmarktstrategie. Große Mengen, Standardprodukte, niedrige Preise und Adressierung des Massenmarktes durch Nutzung der Aldi-Märkte. BMW kann als Beispiel für eine Präferenzstrategie herangezogen werden. Individualisierbare Produkte, hohe Preise und Adressierung bestimmter Marktsegmente.
Viele Unternehmen der Konsumgüterindustrie versuchen eine Massenmarktstrategie mit individuellen Produkten zu kombinieren. Dell beispielsweise bietet build-to-order PC-Systeme an.
Es herrscht transparente Preisbildung. Das heißt, jedem sind die Preise zugänglich und Vergleiche fallen leicht (Beispielsweise indem man einfach den Supermarkt wechselt). Dem Markenbegriff kommt eine besondere Stellung zu, da er dazu dient, nahezu identische (gleicher Grundnutzen) Produkte zu unterscheiden.
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