RomeConstantine'sArch03.jpg Der Konstantinsbogen ist ein dreitoriger Triumphbogen in Rom. Er wurde zu Ehren des Kaisers Konstantin in Erinnerung an dessen Sieg bei der Milvischen Brücke (312 n. Chr.) über seinen Widersacher Maxentius errichtet.
Im Mittelalter integrierte man den Triumphbogen, ebenso wie das Kolosseum, in die Stadtbefestigungsanlagen. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde er in den derzeitigen baulichen Zustand versetzt. Im modernen Rom litt der Bogen, wie viele andere antike Monumente auch, sehr stark unter den Belastungen des motorisierten Straßenverkehrs. Heute ist das Areal vom Kolosseum über das Forum bis hinauf zum Kapitol jedoch eine autofreie Zone.
Der Konstantinsbogen ist der größte und der jüngste unter den drei Triumphbögen, die im antiken Viertel um das Forum Romanum erhalten sind. Er ist 21 Meter hoch, 25,7 Meter breit und hat eine Durchgangstiefe von über 7 Metern. Von anderen Bauwerken unterscheidet er sich aber vor allem dadurch, dass etliche Teile des Zierats sowie die kannelierten korinthischen Säulen aus älteren Denkmälern und Gebäuden stammen.
An den frontalen Seiten prägen je vier Säulen das Bild, ähnlich der Bauweise bei seinem architektonischen Vorbild, dem Septimius-Severus-Bogen. Die Sockel der Säulen tragen Reliefs von Siegesgöttinnen, Soldaten und gefangenen Barbaren. In den Bogenwinkeln sind allegorische Dekorationen und Figuren zu erkennen: Gottheiten, die personifizierten Jahreszeiten, Flussgötter. Über den Hauptbogen legen sich geflügelte Siegesgötter. Es folgt ein umlaufendes Relief über den kleinen Bögen, das die Geschichte von Konstantins Feldzug, seinem Sieg und der Machtübernahme in Rom erzählt: Es beginnt an der westlichen Schmalseite mit dem "Aufbruch aus Mailand" (profectio), dann folgen an der Südseite die Belagerung einer Stadt, wohl Verona (obsidio) und die Darstellung der Schlacht bei der Milvischen Brücke (proelium). An der Ostseite ist der Einzug des siegreichen Kaisers in Rom abgebildet (adventus), und an der Nordseite die Rede des Kaisers auf dem Forum Romanum (oratio) sowie die Verteilung von Geldgeschenken an das Volk (largitio). Soweit die konstantinische Dekoration, welche zum großen Teil die künstlerische Feinheit und Ausdruckskraft vergangener Jahrhunderte vermissen lässt.
Die acht auffälligen, paarweise positionierten Medaillons an den Frontseiten stammen aus der Zeit Kaiser Hadrians. Sie zeigen vier Jagdszenen und vier Opferszenen. Die Hauptfigur ist Hadrian, doch wurde sein Kopf auf vier Reliefs durch den Konstantins ersetzt, auf den übrigen vier durch Konstantins Vater Constantius I. oder Konstantins oströmischen Mitregenten Licinius (die Identifizierung ist nicht gesichert). Die Reliefs des Hauptdurchgangs stammen aus der Basilica Ulpia am Trajansforum.
Die Statuen, die die Säulen in Höhe der Attika krönen, stellen Daker dar, welche an den Daker-Feldzug Trajans erinnern. Zwischen den Statuen finden sich wiederum paarweise rechteckige Reliefs mit Motiven des Markomannen-Feldzugs des Marcus Aurelius. Sie erzählen die Geschichte vom Aufbruch, dem Krieg und der Heimkehr des Kaisers im Jahr 173. Über dem Hauptbogen ist in großen Lettern, jedoch im Detail unsauber gearbeitet, die Widmungsinschrift angebracht.
IMP CAES FL CONSTANTINO MAXIMO
P F AUGUSTO S P Q R
QUOD INSTINCTU DIVINITATIS MENTIS
MAGNITUDINE CUM EXERCITU SUO
TAM DE TYRANNO QUAM DE OMNI EIUS
FACTIONE UNO TEMPORE IUSTIS
REM PUBLICAM ULTUS EST ARMIS
ARCUM TRIUMPHIS INSIGNEM DICAVIT
Durch die fehlenden Buchstaben ergänzt lautet die Inschrift:
IMPERATORI CAESARI FLAVIO CONSTANTINO MAXIMO
PIO FELICI AUGUSTO SENATUS POPULUSQUE ROMANUS
QUOD INSTINCTU DIVINITATIS MENTIS
MAGNITUDINE CUM EXERCITU SUO
TAM DE TYRANNO QUAM DE OMNI EIUS
FACTIONE UNO TEMPORE IUSTIS
REM PUBLICAM ULTUS EST ARMIS
ARCUM TRIUMPHIS INSIGNEM DICAVIT
Die (sinngemäße) Übersetzung lautet:
Dem Imperator Caesar Flavius Constantinus Maximus
Pius Felix Augustus haben Senat und Volk von Rom,
weil er durch göttliche Eingebung und Größe
des Geistes mit seinem Heer
sowohl am Tyrannen als auch all seinen
Anhängern zur selben Zeit
den Staat mit Waffen rächte,
diesen Triumphbogen gewidmet.
Die Formulierung „durch göttliche Eingebung“ bezieht sich auf die Legende, dass Konstantin kurz vor der Schlacht bei der Milvischen Brücke eine Kreuzeserscheinung am Himmel gesehen haben will. "In hoc signo vinces" ("in diesem Zeichen wirst du siegen") soll Christus ihm außerdem im Traum mitgeteilt haben. Daraufhin ließ er seine Soldaten das Zeichen Jesu auf ihre Schilde malen und gewann die entscheidende Schlacht vor den Toren Roms. Trotz der starken christlichen Mythik, die diesen Sieg umgibt, findet sich auf dem Triumphbogen nicht ein christliches Symbol.
Der Konstantinsbogen steht zum einen für den Niedergang der römischen Bildhauerkunst. Zum anderen zeugt die ungenierte Wiederverwertung älterer Werke auch von finanziellen Schwierigkeiten und Sparzwang. Es wird sogar vermutet, dass der Bogen bereits einen Vorgängerbau aus Hadrians Zeit hatte, der lediglich mit der Attika aufgestockt und neu verkleidet wurde. Die aufbereiteten und überarbeiteten Reliefs stammen aus den glücklicheren Regierungsjahren der Kaiser Trajan (98–117), Hadrian (117–138) und Marcus Aurelius (161–180).
siehe auch: Rom und Rom/Themenliste, Marble Arch
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