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Konstantin Eduardowitsch Ziolkowski (* 17. September / 29. September 1857 in Ischewskoje; Oblast Rjasan; † 19. September 1935 in Kaluga; russisch Константин Эдуардович Циолковский, wiss. Transliteration Konstantin Ėduardovič Ciolkovskij) wird zu den ersten Pionieren der Raumfahrt gezählt.

__TOC__ Im Alter von zehn Jahren wurde Ziolkowski durch eine Scharlacherkrankung nahezu taub und musste die Schule verlassen. Er bildete sich autodidaktisch weiter und wurde von seiner Familie zum Studium nach Moskau geschickt. Dort studierte er Physik, Astronomie, Mechanik und Geometrie.

Nach drei Jahren wurde Ziolkowski von seinem Vater nach Hause zurückgeholt. Danach gab er in seinem Heimatort Unterricht in Mathematik und Physik, bis er 1882 als Mathematiklehrer an die Kreisschule von Borowsk in der Provinz Kaluga berufen wurde. Inzwischen hatte er geheiratet und war Vater geworden. Während der russischen Revolution lebte er sehr zurückgezogen.

Von Science-Fiction und Erzählungen von Jules Verne angeregt, begann Ziolkowski selbst Geschichten über interplanetare Raumfahrt zu schreiben. Darin ließ er mehr und mehr physikalische und technische Probleme einfließen und entwickelte sich dabei zum Verfasser theoretischer Abhandlungen. Ab etwa 1885 stellte er eine Vielzahl von Überlegungen zur Realisierung von Raumflügen an, wandte sein Augenmerk dabei auch Ganzmetall-Luftschiffen zu.

1886 veröffentlichte Ziolkowski die Studie "Theoria Aerostatika", der 1892 die "Aerostat Metallitscheski" (Theorie eines Ganzmetall-Luftschiffes) folgte. Bis zu seinem Tod 1935 veröffentlichte er 35 Bücher, Artikel und Schriften zur Luftschiffthematik .

In einem Zimmer seiner Wohnung baute er den ersten Windkanal Russlands und bestimmte die Luftwiderstände verschiedener Objekte. Zunehmend begann er sich der Raketenforschung zu widmen. Er erkannte, dass die bisher für Feuerwerke und militärische Zwecke verwendeten Feststoffraketen zu schwach sein würden, um den Weltraum zu erreichen. Daher schlug er als Erster die Verwendung von flüssigen Raketentreibstoffen (Wasserstoff, Sauerstoff und Kohlenwasserstoffen) vor.

Gipfelpunkt seiner Arbeit war die Raketengrundgleichung die er 1903 in der russischen Zeitschrift: Wissenschaftliche Rundschau unter dem Titel: Erforschung des Weltraums mittels Reaktionsapparaten veröffentlichte. Neben ausführlichen Arbeiten zum Flüssigkeitsraketentriebwerk, Kühlung der Brennkammer, Steuerung der Rakete mittels Strahlruder und Kreiselsteuerung stellte er mit der Raketengrundgleichung auch das Prinzip der Mehrstufenrakete auf eine wissenschaftliche Basis. Er befasste sich auch mit Fragen des Betriebs von Raumstationen, der industriellen Nutzung des Weltraums und der Nutzung seiner Ressourcen.

In den 1880er Jahren entwickelte er ein Konzept für Ganzmetallluftschiffe. In den 1930er Jahren wurde diese Konstruktion in den USA mit dem ZMC-2 umgesetzt.

Bedeutung und Würdigung


Mit seinen Ideen war Ziolkowski in visionärer Weise seiner Zeit weit voraus und fand damit im zaristischen Russland nur geringe Beachtung. Erst im politischen System der Sowjetunion fanden seine Arbeiten Anerkennung und Unterstützung. Sein Gedankengut wurde außerordentlich populär. So entspricht das Raumschiff im Roman Aëlita des Schriftstellers Alexei Nikolajewitsch Tolstoi fast völlig den Vorstellungen Ziolkowskis.

Zusammen mit Hermann Oberth und Robert Goddard, die erst später von seinen Arbeiten erfuhren, gilt Konstantin Ziolkowski als der geistige Vater der Raumfahrt. Seine beiden letzten Veröffentlichungen sind das "Album der kosmischen Reisen" von 1932 und "Die höchste Geschwindigkeit bei Raketen" von 1935. Es war ihm jedoch nicht vergönnt, die praktische Umsetzung seiner Ideen zu erleben.

Zu Ziolkowskis Ehren wurden ein Mondkrater sowie der Asteroid (1590) Tsiolkovskaja nach ihm benannt. Sein früheres Wohnhaus in Kaluga dient heute als Museum.

Zitate


  • „All unser Wissen in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ist ein Nichts im Vergleich zu dem, was wir niemals wissen werden.“
  • „Die Erde ist die Wiege der Menschheit, aber der Mensch kann nicht ewig in der Wiege bleiben.“

Literatur


  • Peter Stache: Sowjetische Raketen im Dienst von Wissenschaft und Verteidigung. Militärverlag der DDR, Berlin 1987, ISBN 3-327-00302-5
  • A A Kosmodemjanski: Konstantin Eduardowitsch Ziolkowski. 1979
  • Nikola Stilijanov Kalicin: Weltraumflüge von Ziolkowski bis Gagarin. VEB Fachbuchverlag, 1961

Weblinks


Raketenpionier | Mann | Russe | Geboren 1857 | Gestorben 1935

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