Konrad II miniatur.JPG Konrad II. (* 12. Juli 990; † 4. Juni 1039 in Utrecht), war König des Heiligen Römischen Reiches von 1024 bis 1039, ab 1026 König von Italien, ab 1027 Kaiser, ab 1033 König von Burgund. Er war der erste Kaiser aus dem Geschlecht der fränkischen Salier, wobei ihm selbst diese Bezeichnung mit Sicherheit nicht bekannt gewesen sein dürfte, da diese erst zum Ende der Dynastie aufkam.
Konrad setzte konsequent die Herrschaft seines Vorgängers Heinrich II. fort und baute die Machtstellung des Reiches weiter aus. Dabei stützte er sich wie dieser auf die Reichskirche, vermied es aber ebenso, in die Verhältnisse des Papstes einzugreifen. Trotz mehrerer Aufstände war seine Herrschaft niemals ernstlich gefährdet. Während Konrad die nördliche und östliche Grenze des Reiches teilweise nur durch Gebietsabtretungen sichern konnte, brachte er dem Reich durch den Erwerb des Königreichs Burgund einen enormen Gebietszuwachs.
Kurz nach seinem Amtsantritt im Jahre 1000 nahm sich der neue Wormser Bischof Burchard des jungen Konrad an und bildete ihn aus. Dies ist daher bemerkenswert, da in Worms Konrads Vorfahren residierten und die Stadtherrschaft über Worms besaßen, die sich auf eine stark befestigte Burg stützte, die dem Bischof als Zufluchtsort von Dieben und Strolchen galt. Nur ein einziger habe sich, so berichtet die Vita Burchardi, von den anderen seines Geschlechtes unterschieden
den die väterliche Sippe ausgespieen habe. Burchard habe ihn danach wie einen Adoptivsohn aufgenommen und Gottesfurcht und Liebe zu Gott gelehrt. Trotz des gespannten Verhältnisses zwischen dem Kärntner Herzog und dem Bischof kann aber davon ausgegangen werden, dass Konrad durch Otto in die Obhut des Bischofs gegeben wurde. Es war zu dieser Zeit allgemein üblich, dass die Söhne und Töchter des Adels durch Domschulen und Bischofskirchen erzogen wurden. Unter der Obhut des Bischofs wurde Konrad hauptsächlich weltlich erzogen. Dazu gehörten Sport, Jagd, Waffenübungen und der Umgang mit Gleichgestellten und Untergebenen sowie Verwaltungsaufgaben und Rechtspflege.
Inwiefern Konrad trotz dieser Ausbildung sein ganzes Leben lang ungebildet blieb, wenn auch wohl kein Analphabet, und das Latein seiner eigenen Diplome nicht verstand, wie von Wipo angedeutet wird, ist zumindest fraglich. Der Historiker Werner Trillmich bezeichnet dies sogar als Märchen .
Historiker vermuten für diese Verbindung, dass Gisela damit ihre Rechtsansprüche auf das Herzogtum und das Königreich am ehesten wahren konnte. Sie war zum Zeitpunkt der Heirat, wie Konrad, 26 oder 27 Jahre alt und hatte bereits drei Söhne und eventuell eine Tochter geboren. Bereits im ersten Ehejahr wurde der gemeinsame Sohn Heinrich, der vierte und letzte Sohn Giselas, am 28. Oktober 1017 geboren. Dieser Sohn wurde als Heinrich III. der Nachfolger seines Vaters als Kaiser des Reiches. Die zwei jüngeren Schwestern Heinrichs Beatrix und Mathilde starben im Alter von 16 bzw. 9 Jahren - Beatrix unverheiratet und kinderlos am 26. September 1036, Mathilde 1034 als Ehefrau des französischen Königs Heinrich I. König von Frankreich, natürlich ebenfalls kinderlos.
Zwischen 1017 und 1019 war Konrad zweimal in Auseinandersetzungen zwischen seinen Verwandten und Anhängern des damaligen Kaisers Heinrich II. verwickelt. Genauere Ursachen für diese Auseinandersetzungen sind nicht bekannt. Dabei wurde Konrad im Jahre 1017 verwundet. Konrads Biograf Wipo betonte seine ständige Bereitschaft, sich für die Sache seiner Verwandten und Freunde einzusetzen, was als große Tugend eines Kriegers galt.
Daraufhin verlor Konrad die kaiserliche Huld und wurde wahrscheinlich verbannt. Wenn, dann war dies jedoch nur von kurzer Dauer, da bereits ein dreiviertel Jahr später Konrad im April oder Mai 1020 als Zeuge des Paktums Heinrichs II. mit der römischen Kirche erscheint.
Während der Zeit der Thronvakanz führte Heinrichs Witwe Kunigunde unangefochten mit Hilfe ihrer Brüder Dietrich II., Bischof von Metz, und des bayerischen Herzogs Heinrich V. von Bayern die Reichsgeschäfte. Ebenso behielt sie die Reichskleinodien in ihrer Gewalt, um diese dem Gewählten zu übergeben und diesen damit als König zu legitimieren.
Konrad stand mit seinem kriegerischen Einsatz für seine Verwandten im Kontrast zu seinem Vorgänger Heinrich II., der den Klerus bevorzugte, seine Machtansprüche auch gegen Verwandte seiner Gattin durchsetzte und allgemein als fromm und von der Sakralität seines Amtes beseelt galt. Konrad hingegen verkörperte wohl eher die Mentalität des weltlichen Adels. Weshalb Konrad sich trotz seiner geringen Macht und seines geringen Einflusses durchsetzen konnte, ist nicht genau bekannt. In Frage kommen wohl geblütsrechtliche Vorstellungen, Konrad wurde immerhin mit dem Geschlecht der Karolinger in Verbindung gebracht, aber auch sein Einsatz für die Rechte und Ansprüche seiner Verwandten und Freunde, könnten einen Einfluss ausgeübt haben. Dass er zudem eine ehrgeizige Gattin, die Erbin eines Herzogtums und eines Königreichs war, und einen siebenjährigen Thronfolger besaß, dürfte der von vielen Fürsten gewünschten Kontinuität auf dem Königsthron zugute gekommen sein.
Eine Designation durch Heinrich II. findet sich zwar bei einigen Chronisten, jedoch stehen diese den Ereignissen räumlich und zeitlich fern und werden von den zeitgenössischen Quellen nicht bestätigt.
Die beste Darstellung der Wahl verdanken wir der Chronik von Wipo, jedoch hat dieser teilweise seine eigenen Vorstellungen in die Darstellung einfließen lassen. So lässt er beispielsweise die sächsischen Adeligen mit ihren slawischen Nachbarn bei der Wahl anwesend sein, obwohl diese wohl nicht teilnahmen. Zudem gesteht er den, ebenfalls nicht angereisten, italienischen Fürsten das Wahlrecht zu, was wohl eher für seine Vorstellungen über die Einheit des Reiches spricht, denn mit den damaligen Gegebenheiten einer Königswahl im Reich zu tun hat.
Nach der zweimonatigen Vakanz fand die Wahl des neuen Königs am 4. September in Kamba, einem mittlerweile untergegangenen Ort gegenüber Oppenheim auf der weiten Rheinebene zwischen Worms und Mainz statt. Von den Vorgängen und Beratungen während der Wahlversammlung sind nur wenige Quellen erhalten, die den Prozess der Entscheidung nicht erkennen lassen. Die Entscheidung für den älteren Konrad dürfte aber schon im Vorfeld gefallen sein.
Der Erzbischof von Mainz Aribo amtierte als Wahlleiter, machte sich für Konrad stark und gab als erster seine Stimme für Konrad ab. Da der andere Kandidat für den Königsthron, Konrad der Jüngere, verzichtete und auch als erster der weltlichen Fürsten für den älteren Konrad stimmte, wurde Konrad daraufhin einhellig gewählt. Die lothringische Verwandtschaft von Konrad dem Jüngeren und der Kölner Bischof hatten nach dem Rückzug des jüngeren Konrads nicht an der Wahl teilgenommen und reisten ohne Abschied ab. Die Wahl wurde durch die Übergabe der Reichskleinodien durch die Kaiserwitwe Kunigunde bestätigt.
Wenige Tage später, am 8. September 1024, wurde Konrad im Mainzer Dom durch Aribo gesalbt und zum König gekrönt. Da Aribo aus nicht mehr sicher erkennbaren Gründen Konrads Gattin die Krönung verweigerte, büßte er daraufhin das Mainzer Krönungsrecht ein. Warum dies geschah, ist umso unverständlicher, da Aribo seinen Kandidaten durchgesetzt hatte und er vom neuen König wahrscheinlich direkt nach der Wahl zum Erzkanzler für Italien ernannt wurde. Damit unterstand, neben der für die nördlichen Reichsteile, auch die italienische Abteilung der Kanzlei dem Mainzer Bischof.
Auf jeden Fall nutzte der unterlegene Rivale Aribos, der Kölner Bischof Pilgrim, die Chance das ihm bereits vom Papst verliehene Krönungsrecht auszuüben und endgültig für sich zu beanspruchen und krönte Gisela 13 Tage später am 21. September 1024 in Köln zu Beginn des sich anschließenden Königsumrittes.
Die weiteren Stationen des Umrittes waren Paderborn (um Neujahr), Hildesheim (Anfang Januar 1025), Hildesheim (Mitte Januar), Goslar, wo ein Königsgericht tagte, Gandersheim, erneut Goslar, Halberstadt und Quedlinburg. Ende Januar 1025 erreichte Konrad die Elbe und nahm am 2. Februar in Magdeburg weitere Huldigungen entgegen. Am 8. Februar weilte der Hof in Merseburg und am 2. März ist ein Aufenthalt in der Pfalz Wallhausen nachweisbar.
Da der neue polnische König jedoch schon sehr alt war und bereits im Juni 1025 verstarb, unternahm Konrad keine Schritte gegen ihn, da zu erwarten war, dass sich nach seinem Tod Spannungen, Aufstände und Kriege ereignen würden. Zudem musste er bedacht vorgehen, da er noch nicht überall im Reich anerkannt war. Um seine Kräfte nicht zu zersplittern, setzte er sich dafür ein, den Frieden an der slawischen Grenze nicht zu gefährden. Wohl auch deshalb wird er die Huldigung der heidnischen Liutizen, die sein Vorgänger als Bündnispartner gewinnen konnte, entgegengenommen haben.
In Richtung Osten reiste Konrad weiter nach Bayern und nahm in Regensburg die Huldigungen der bayrischen Adligen entgegen. Der Aufenthalt in Bayern hat wohl nur wenige Tage gedauert. Über das königliche Gut Beratzhausen und Bamberg ging es weiter an den Bodensee, wo in der Pfalz in Konstanz am 6. Juni Pfingsten gefeiert wurde. Auf diesem Landtag war auch der Mailänder Erzbischof Aribert sowie eine Abordnung der Bürger Paduas anwesend. Der Erzbischof huldigte dem König und versprach Konrad zum italienischen König zu krönen:
Die Abordnung Paduas versuchte Konrads Gunst zu gewinnen, da, wie später ausführlich dargelegt, in dieser Stadt nach dem Tod Heinrichs II. Unruhen ausbrachen.
Während all dieser Wochen war die königliche Kanzlei stark mit dem Aufsetzen von Urkunden beschäftigt, die zuvor ausgehandelte Rechtsgeschäfte bestätigten.
Mitte Juni ging es über Zürich und Basel, wo schwere Unruhen befriedet werden konnten, rheinabwärts nach Straßburg und Rheinfranken. Hier endete der Umritt Mitte Juli.
Die Stadt hatte sich durch die Schifffahrt auf dem Po zu einem bedeutenden Handelsstützpunkt und Markt entwickelt, von dem aus Handelslinien nach Burgund und Frankreich führten. Die politisch und juristisch gebildete Oberschicht der Kaufleute, denen sich Angehörige des niederen Adels anschlossen hatten, erstrebten hauptsächlich aus handelspolitischen Erwägungen eine weitgehende Autonomie gegenüber den Grundherren. Deshalb empfand die Kommune das bloße Vorhandensein der kaiserlichen Burg innerhalb der Stadtmauern als unerträglich. Die Bürgerschaft wäre wohl aber in ähnlicher Weise gegen Gebäude jedes Herrschers vorgegangen.
Auf dem bereits erwähnten Landtag in Konstanz brachten die Abgesandten aus Pavia dem König wertvolle Geschenke und versuchten sich damit zu rechtfertigen, dass nach dem Tod Kaiser Heinrichs, dem sie immer die Treue gehalten hätten, doch die Königsgewalt erloschen gewesen wäre. Konrad ließ diese Ausflüchte nicht zu und antwortete ihnen mit der berühmt gewordenen Schiffsmetapher:
Weiter argumentierte Konrad, dass damit nicht Eigentum des Königs, sondern staatliches Eigentum zerstört wurde, und dementsprechend sei der neue König berechtigt, diese Tat zu bestrafen.
Anfang des Jahres 1026 ging Konrad nach Mailand, wo ihn der Erzbischof Aribert im März wahrscheinlich zum König von Italien krönte. Um die Kaiserwürde zu erhalten war dieser Schritt jedoch nicht unbedingt erforderlich. Nachdem er die Opposition einiger Städte überwunden hatte, erreichte er Rom, wo er und seine Ehefrau zu Ostern, am 26. März 1027, von Papst Johannes XIX. zu Kaiser und Kaiserin gekrönt wurden. Während dieser Zeit starb auch Heinrich V. von Bayern und Konrad wurde als Konrad I. von Bayern für ein Jahr Herzog dieses Landes, bevor er diese Herzogswürde an seinen Sohn Heinrich, der dann als Heinrich VI. von Bayern regierte, weitergab.
Konrad gab neue Konstitutionen für die Lombardei heraus und bestätigte die populären legalen Traditionen Sachsens. Im Jahre 1028 ließ er seinen Sohn Heinrich III. in Aachen zum deutschen König weihen. Heinrich heiratete Kunigunde (auch Gunhilda), die Tochter des Königs Knuts des Großen von England, Dänemark, Schweden und Norwegen. Dieses Heiratsabkommen war schon zehn Jahre zuvor zustande gekommen, als Konrad Knut Teile von Norddeutschland zur Administration gab. Das Gebiet zwischen Eider und Schlei fiel wieder an Dänemark. Sein Sohn Heinrich wurde der oberste Berater seines Vaters.
Konrad musste im Jahre 1028 gegen Polen antreten und zwang dessen Herzog Mieszko II. (Sohn Bolesławs I.), Frieden zu schließen und das Land, das Mieszkos Vater Bolesław I. erobert hatte, wieder herauszugeben. Nach dem Tode Kaiser Heinrichs II. hatte der herausfordernde und rebellische Herzog von Polen, Mieszko II. versucht, die Vasallenschaft abzustreifen, aber gab dann nach und schwor den Eid als Kaiser Konrads treuer Vasall. Er verzichtete damit auf den Titel eines Königs von Polen.
König Rudolf III. von Burgund starb am 2. Februar 1032 und vererbte aufgrund eines Vertrages, den er bereits mit Konrads Vorgänger Heinrich II. geschlossen hatte, sein Königreich dem römisch-deutschen Kaiser. Zunächst jedoch erhob sich Widerstand: Graf Odo II. von der Champagne, einer der mächtigsten nordfranzösischen Adligen und gleichzeitig ein Neffe Rudolfs, erhob Ansprüche auf den Thron. Konrad begann im Winter 1033 mit militärischen Aktionen, die jedoch kaum Erfolg hatten. Daraufhin ging Konrad ein Bündnis mit dem französischen König Heinrich I. ein, dem an einem Machtgewinn seines ehrgeizigen Vasallen Odo nicht gelegen war. 1034 fiel Konrad mit starken Kräften von Norden und Süden gleichzeitig in das Königreich Burgund ein. Odo musste weichen und Konrad gewann rasch die Kontrolle über das Regnum. Dessen Fürsten huldigten Konrad II. in Genf, wo er am 1. August 1034 auch zum König von Burgund gekrönt wurde (zwar hatte er sich bereits am 2. Februar 1033 in Peterlingen (Payerne) krönen lassen, doch war erst mit dem Huldigungsakt in Genf der Erhebungsakt abgeschlossen). Damit war das Imperium zu einer Trias geworden, bestehend aus den Regna Deutschland, Italien und Burgund. Der Erwerb Burgunds sicherte gleichzeitig die wichtigen westlichen Alpenrouten nach Italien und war somit auch von militärischer Bedeutung, wobei der König freilich nur mit unterschiedlicher Intensität die Reichsgewalt ausüben konnte: In der Provence beispielsweise war dies kaum möglich, anders hingegen im Norden des Königreichs Burgunds, welches sich von der heutigen Freigrafschaft Burgund und der Westschweiz über das Rhonetal bis zur Provence erstreckte. Das Herzogtum Burgund, die heutige Bourgogne, gehörte bereits zuvor, seit 843, zum westfränkischen Reich.
Konrad hielt die Rechte der Ritter und Bürger der Städte Italiens gegen dessen Fürsten und Erzbischof Aribert von Mailand aufrecht. Die Fürsten und der Bischof hatten konspiriert, um den Bürgern ihre Rechte abzunehmen. Mit geschickter Diplomatie und Glück konnte Konrad wieder Ordnung schaffen. Er ging weiter bis Salerno und Anversa und setzte Richer aus Deutschland als Abt von Monte Cassino ein.
Auf dem Rückweg nach Deutschland brach eine Epidemie unter den Truppen aus. Konrads Schwiegertochter und Stiefsohn starben. Konrad selbst kam heil zurück und hielt noch weitere wichtige Tagungen in Solothurn, Straßburg und Goslar. Sein Sohn Heinrich wurde mit dem Königreich Burgund investiert.
In allen Kirchen, in denen der Trauerzug Station machte, wurde die Bahre Konrads durch seinen Sohn und Nachfolger Heinrich III. mitgetragen und damit wurden, wie Wipo bemerkt
erfüllt.
Konrad stand genauso wie Heinrich den Reformen in den Klöstern des Reiches positiv gegenüber, die einer Verweltlichung der Klöster entgegensteuern sollten.
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