In der Wirtschaft versteht man unter einem Indikator vor allem Kennzahlen, die Aussagen über die konjunkturelle Entwicklung oder die wirtschaftliche Situation im Allgemeinen erlauben (Makroökonomie). Indikatoren werden auch bei der Bewertung von Aktien eingesetzt. Die auch Ökonomische Kennzahlen genannten Indikatoren dienen der Visualisierung wirtschaftlicher Entwicklungen. Sie werden sowohl in der Betriebswirtschaftslehre als auch der Volkswirtschaftslehre insbesondere dort benötigt, wo hochkomplexe kausale Zusammenhänge bestehen.
Man unterscheidet Indikatoren:
Preisindikatoren geben durch die Entwicklung von Preisen die Entwicklung an. Beispiele sind die Entwicklung von:
Präsensindikatoren zeigen die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung. Beispiele sind:
Spätindikatoren zeigen an wie sich die Wirtschaft in der Vergangenheit entwickelt hat. Beispiele sind:
Die Einteilung ist nicht immer eindeutig möglich, wie man es beim Bruttoinlandsprodukt (das je nach beinhaltetem Zeitraum zu einer anderen Gruppe gehört) sehen kann.
Kennzahlen gewährleisten, dass komplexe Strukturen in einfacher aber verdichteter Form darstellbar sind
Kennzahlen dienen als Basis für Entscheidungen (Problemerkennung, Darstellung, Informationsgewinnung), zur Kontrolle (Soll-Ist Vergleich), zur Dokumentation und/oder zur Koordination (Verhaltenssteuerung) von wichtigen Sachverhalten und Zusammenhängen im Unternehmen
Entscheidungsfunktion: Problemerkennung, Mustererkennung, Informationsgewinnung, Übersichtliche Darstellung
Kontrollfunktion: Soll-Ist Vergleich, Zeitvergleich, Betriebsvergleich
Koordinationsfunktion: Entscheidungsdurchsetzung, Koordination, Verhaltenssteuerung
Dokumentations- und Informationsfunktion
Wichtige Elemente sind dabei der Informationscharakter, die Quantifizierbarkeit und die spezifische Form der Information.
Absolute Kennzahlen: Der Informationsgehalt ist durch die Aussagekraft der Zahl selbst definiert. Typische Beispiele sind: Cash Flow, Deckungsbeitrag, Ausschusszahlen
Relative Kennzahlen: Dies sind absolute Werte, die miteinander in Relation gebracht werden, d.h. es wird ein Vergleich dieser Zahlen mittels Verhältnis gebildet, um so die Aussagekraft zu erhöhen. Die Stärke einer relativen Kennzahl hängt in erster Linie vom sachlichen Zusammenhang der zu vergleichenden Größen ab. Dies führt zu einer weiteren Unterteilung. Indexkennzahlen - sind Größen, bei denen ein Verhältnis von gleichartigen Merkmalen gebildet wird und eine Größe zur besseren Relativierung 1 gesetzt wird )Bspw.: Umsatzwachstum, Preisentwicklung,..) Beziehungskennzahlen bezeichnen das Verhältnis von zwei begrifflich verschiedenen Merkmalen wie z.B. Eigenkapitalrentabilität (Vergleich Betriebsergebnis zu Eigenkapital) Gliederungskennzahlen sind der Vergleich eines Teils zum Ganzen Eigenkapital zu Gesamtkapital – also die Eigenkapitalquote. Kennzahlensysteme sind eine Zusammenstellung von mehreren Kennzahlen, die in einer sachlich sinnvollen Beziehung zueinander stehen, sich ergänzen bzw. erklären und auf ein übergeordnetes Ziel ausgerichtet sind.
Unter einem Kennzahlensystem wird im Allgemeinen eher eine Zusammenstellung von quantitativen Variablen verstanden.
Kennzahlensysteme sollen aber keine willkürliche Ansammlung von Einzelindikatoren sein („Zahlenfriedhof“).
Weitere wichtige Indikatoren bilden die sogenannten Timingindikatoren in der Technischen Analyse, die für Kauf- und Verkaufentscheidungen eines Wertpapiers (Aktie) ausschlaggebend sein können. Als Beispiel für einen Timingindikator kann z.B. das Momentum herangezogen werden. Diese werden lediglich aufgrund von historischen Kursverläufen gebildet und geben keine Garantie für die Zukunft und können somit Fehlentscheidungen für die Anlage herbeiführen. Allerdings können durch die Timingindikatoren Trendwechsel in der Kursentwicklung schneller erkennbar werden und somit durch allgemeine Zugänglichkeit die Psyche der Anleger beeinflusst und somit eine relative Zukunftsentwicklung vorhergesagt werden kann.
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"Indikator (Wirtschaft)".
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