Konica Minolta ist ein Unternehmen aus der Fotowirtschaft, der optischen Industrie, der Medizin- und der Bürotechnik, das 2003 durch Fusion der Minolta Co., Ltd. mit der Konica Corporation hervorging; die Fusion wurde im Januar 2004 abgeschlossen. Die neue Holdinggesellschaft heißt Konica Minolta Holdings, Inc., das Unternehmen operiert unter der Bezeichnung Konica Minolta, was gleichzeitig auch der neue Markenname ist.
Unter dem Dach der neuen Holdinggesellschaft werden auch die europäischen Hauptquartiere Konica Minolta Business Solutions Europe GmbH (Langenhagen) und Konica Minolta Photo Imaging Europe GmbH (Unterföhring) zusammengefasst; die neuen Unternehmen bilden die Rechtsnachfolge der früheren Konica Business Machines Deutschland GmbH, Konica Europe GmbH und der Minolta Europe GmbH. Die Unternehmen besitzen 26 europäische Niederlassungen mit rund 6.000 Angestellten.
Konica Minolta ist, nach Canon und Nikon, der drittgrößte Kamerahersteller der Welt. Im Sommer 2005 kündigte Konica-Minolta eine strategische Partnerschaft mit dem Weltkonzern und Unterhaltungsindustriegiganten Sony an, zusammen wollten die beiden Unternehmen hochwertige Digitalkameras entwickeln.
Wie Konica Minolta am 19. Januar 2006 bekanntgab, wird die Firma das Kamerageschäft zum 31. März komplett aufgeben, ab dem 1. April will Sony das Geschäft mit den digitalen Spiegelreflexkameras weiterbetreiben. Sony wird den Verlautbarungen zufolge auch den Support übernehmen. Das Foto-Filmgeschäft soll bis zum März 2007 endgültig eingestellt werden. Konica Minolta stützt sich jetzt hauptsächlich auf seine Büroelektronik-Sparte, die zum Beispiel Druckerteile und Kopierer herstellt. Die weltweit rund 35.600 Arbeitsplätze sollen auf etwa 30.000 reduziert werden.
Die Unternehmensgeschichte von Konica reicht sogar bis ins Jahr 1873 zurück, als Rokusaburo Sugiura den Handel mit fotografischen und lithographischen Produkten aufnimmt. Das Geschäft wurde 1879 in Konishi Honten umbenannt. Ab 1943 firmierte das Unternehmen unter dem Namen Konishiroku Photo Industry Co., Ltd., bis schließlich 1987 unter dem Markennamen Konica alle Produktbezeichnungen konsolidiert und die Firma in Konica Corporation umbenannt wird.
Minolta ist auch wegen ihrer Zusammenarbeit mit traditionellen europäischen Manufakturen Leitz (Leica) und Hasselblad bekannt geworden. In den 70er Jahren arbeitete Minolta mit Leitz an der Leica R3, diese wurde die erste Leica Spiegelreflexkamera mit elektronischer Steuerung und entsprach in weiten Teilen der Minolta XE-Serie. Später folgte die legendäre Leica/Minolta CL/CLE, eine hochwertige Messsucherkamera mit Wechselobjektiven. Die CL/CLE ist bis heute die kleinste und leichteste Leica (ausgenommen Digitalkameras), sie wurde so populär, dass Leitz sich gezwungen sah, die Notbremse zu ziehen. Die Leica R4 beruhte technisch teilweise auf der Minolta XD7.
Für die Hasselblad Mittelformatkameras entwickelte Minolta ihre mit der XD 7 eingeführte proprietäre Mattscheibentechnik Acute-Matte weiter. Durch den Einsatz dieser modernen Einstellscheiben mit Mikrowabenlinsen wurde das Sucherbild der Hasselblad Kameras insgesamt wesentlich heller und zum ersten Mal gleichmäßig ausgeleuchtet. Dies erleichtert die Scharfeinstellung vor allem bei wenig Umgebungslicht.
Minolta SRT303b mit MC Rokkor PF 1.4-58 mm.jpg Das Unternehmen Minolta wurde vor allem durch Produkte im Optik-, Kamera- und Film-Sektor bekannt. Bereits 1940 entwickelte Minolta die ersten Rokkor-Objektive; diese Objektivbezeichnung wurde in einigen Produktreihen bis heute beibehalten.
Konica präsentierte zahlreiche technische Innovationen, so beispielsweise die erste Kleinbildkamera der Welt mit Belichtungsautomatik und CdS-Belichtungsmessung (Konica Auto S, 1963), die erste Spiegelreflexkamera mit automatischem Belichtungssystem (1965), die erste Kamera der Welt mit TTL-Belichtungsautomatik (Konica Autoreflex 35 mm FTA, 1968), die erste Kompaktkamera mit integriertem Blitzgerät und Belichtungsautomatik (Konica C35EF, 1975) sowie die erste Kompaktkamera der Welt mit Autofokus (Konica C35AF, 1977).
Minolta7000.jpg Minolta setzte 1985 einen weiteren Meilenstein, als mit der Minolta 7000 praktisch die erste Autofokus-Spiegelreflexkamera der Welt auf den Markt gebracht wurde, deren Autofokus-System komplett in das Gehäuse eingebettet war. Sie war Teil des neu entwickelten AF-Systems der Dynax-Serie. Die Mitbewerber konnten vergleichbare Produkte erst erheblich später vorstellen; so erschien die erste AF-SLR von Canon beispielsweise erst 1987.
In den Jahren zuvor gab es nur vereinzelte (fast noch experimentelle) Insellösungen, die keine weite Verbreitung fanden; die Minolta 7000 öffnete hingegen dem Markt für AF-SLRs überhaupt. Während sich die Minolta 7000 eher an den Amateur wandte, war die kurze Zeit später erschienene Minolta 9000 für professionelle Anwender konzipiert. Zu den aktuellen analogen Kleinbild-Spiegelreflexkameras gehören die Dynax 9 und die Dynax 7.
Digitalkameras stellt Minolta seit 1986 her; das Unternehmen zählt damit zu den ersten Anbietern von Digitalkameras überhaupt. Bereits auf der photokina 1986 wurde ein Still Video Back für die Minolta 9000 vorgestellt. Es folgen unter anderem die Modelle RD-175 mit einer Auflösung von – für damalige Verhältnisse beachtlichen – 1,75 Megapixeln sowie die Dimage RD-3000 mit 2,7 Megapixeln – beides digitale Spiegelreflexkameras.
1996 erschien die Dimage V für Fotoamateure, welche auch die bis heute fortgeführte Minolta Dimage-Modellreihe begründete; die ebenfalls für den Consumerbereich konzipierten beiden Nachfolgemodelle Dimage EX Wide und Dimage EX Zoom von 1998 zeichneten sich ebenso wie die Dimage V durch ein vom Kameragehäuse abtrennbares Objektiv aus, das durch ein Kabel mit der Kamera verbunden war; dieses praktische Alleinstellungsmerkmal ist bis heute einzigartig geblieben.
1999 erschien mit der 3D 1500 eine digitale Spezialkamera zum Generieren von 3D-Modellen, danach konzentrierte sich Minolta weitgehend auf Digitalkameras für das profitable Consumer-Segment, was sich in einer Flut von Modellen zeigte. Die aktuellen Prosumer-Spitzenmodelle sind die Dimage A2 und die Dimage Z5; seit Ende 2004 ist mit der Dynax 7D auch wieder eine digitale Spiegelreflexkamera auf dem Markt, die seit September 2005 durch ihre kleinere Schwester Dynax 5D Zuwachs bekommen hat. Für 2006 waren von Konica Minolta und Sony verschiedene DSLRs mit Minolta-A-Bajonett (vage) angekündigt - gerüchteweise auch ein Profigehäuse mit Namen Dynax 9D oder X9Di.
Im Januar 2006 gab Konica Minolta bekannt, dass sich die Firma ab 1. April 2006 aus dem Kamera- und Filmgeschäft zurückziehen wird. Dabei wird Sony in Zukunft das Geschäft mit digitalen Spiegelreflexkameras des Dynax-Systems übernehmen.
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