Ein Konfokalmikroskop ist eine Variante des Lichtmikroskopes, das optische Schnitte mit mikroskopischer Auflösung in räumlich ausgedehnten Objekten erzeugen kann. Mit einem Computer können diese Schnittbilder schichtweise zu einer räumlichen Darstellung zusammengesetzt werden.
Prinzip
Prinzip konfokalmikroskop.png
In einem normalen Lichtmikroskop ist das Bild eine Überlagerung aus einer scharfen Abbildung der Punkte in der
Fokalebene und einer unscharfen Abbildung der Punkte außerhalb dieser. In einem Konfokalmikroskop wird das Anregungslicht in die Probe hineinfokussiert. Licht aus diesem Fokus wird nun in der Regel durch das gleiche Objektiv auf eine Lochblende abgebildet und gelangt von dort auf einen
Detektor (meist ein
Photomultiplier oder eine
APD). Anregungs- und Detektionsfokus liegen konfokal, also übereinander.
Optische Information, die nicht aus der Fokalebene kommt, wird somit zweifach unterdrückt: Erstens wird sie nicht "abgefragt" , da die Beleuchtungsintensität außerhalb des Fokus schwach ist, und zweitens wird Licht von außerhalb der Fokalebene nicht auf die Lochblende fokussiert sondern erscheint dort als Scheibchen, so dass es fast komplett geblockt wird. Dies ist in der Abbildung für einen Punkt hinter der Fokalebene dargestellt (gestrichelte Linie).
Da man lediglich Licht aus einem Punkt der Probe erhält, ist es notwendig die Probe abzurastern und das Bild am Computer zusammenzusetzen.
Technische Ausführung
Es gibt drei Grundtypen von konfokalen Mikroskopen. Die
konfokalen Laser-Rastermikroskope, die
konfokalen Weißlichtmikroskope und die
Nipkow-disk-Mikroskope.
Konfokales Laser-Rastermikroskop
Die meisten - aber keinesfalls alle - Konfokalmikroskope sind
Laser-
Rastermikroskope (oder
CLSM für
confocal laser scanning microscope), deren Prinzip 1955 von
Marvin Minsky erfunden wurde. Bei diesen wird ein Laserstrahl sehr schnell zeilenweise in einer Objektebene
gerastert (engl.
scan). Das Licht aus dem Laserfokus wird auf eine kleine
Lochblende (engl.
pinhole) abgebildet, hinter der sich ein lichtempfindlicher Empfänger befindet. Aus dem Empfängersignal wird dann zeilenweise im Computer ein (Schnitt-)Bild zusammengesetzt.
Typische Laser-Scanning-Mikroskope sind komplexe Systeme, die aus folgenden Komponenten bestehen:
- einem klassischen Mikroskopstativ
- einem sogenannten Scankopf
- Ansteuerelektronik und -optik für diesen Scankopf
- Computer zur Steuerung der Hardware, Signalerfassung, -auswertung, -darstellung und -archivierung
Konfokales Weißlichtmikroskop
Verwendet man weißes Licht anstelle eines Lasers, so werden auch Farbabbildungen mit einem konfokalen Mikroskop möglich. Allerdings lässt sich weißes Licht nicht mit so hohen Intensitäten auf das Objekt fokussieren, wodurch sich die Beobachtungszeiten verlängern. Darum verfügen konfokale Weißlichtmikroskope meist über mehrere parallele Strahlengänge, die eine gleichzeitige Beobachtung mehrerer Stellen auf dem Objekt ermöglichen. Mit geschickten Anordnungen wie einer
Nipkow-Scheibe zur Strahlführung ist so eine Abbildung in Echtzeit möglich.
Natürlich kann man weißes Licht auch mit einem Laser erzeugen, es ist aber etwas teuer: Selbstphasenmodulation
Siehe auch
Weblinks
Optical Microscopy Primer (englisch) Umfangreiche Linksammlung zu detaillierten Beschreibungen der Mikroskopie, u.a. auch virtuelle Konfokalmikroskope
Mikroskopie | Optische Messtechnik | Messgerät | Biophysik
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