Schema Kompressionskältemaschine.png
Die Kompressionskältemaschine stellt die häufigste Bauform der Kältemaschine dar. Diese Bauform nutzt den physikalischen Effekt der Verdampfungswärme bei Wechsel des Aggregatzustandes von gasförmig zu flüssig.
Ein Kältemittel, das in einem geschlossenen Kreislauf bewegt wird, erfährt nacheinander verschiedene Aggregatszustandsänderungen. Das gasförmige Kältemittel wird zunächst durch einen Kompressor komprimiert (verdichtet). Im folgenden Wärmeübertrager (Kondensator) kondensiert (verflüssigt) es unter Wärmeabgabe. Anschließend wird das flüssige Kältemittel aufgrund der Druckänderung einer Düse expandiert bzw. entspannt. Im zweiten Wärmeübertrager (Verdampfer) verdampft bzw. vergast das Kältemittel unter Wärmeaufnahme bei niedriger Temperatur (Kühlleistung). Der Kreislauf kann nun von vorne beginnen. Der Prozess muss von außen durch Zufuhr von mechanischer Arbeit (Antriebsleistung) über den Kompressor in Gang gehalten werden.
Die Kältemaschine wandelt so Thermische Energie niedriger Temperatur (z.B. 5 °C) in Thermische Energie hoher Temperatur (z.B. 30 °C) unter Zufuhr von Arbeit um.
Der Vorteil der Kompressionskältemaschine besteht darin, dass der apparative Aufbau relativ einfach ist und in sehr großen Stückzahlen, also auch kostengünstig, hergestellt werden kann. Außerdem ist das Kältemittel ein Ein-Stoff-System, für das eine Reihe von vorwiegend synthetischen Stoffen zur Verfügung steht, so dass sich eine große Anwendungs- und Einsatzbreite ergibt.
Die thermodynamische Grundlage der Kältemaschinen ist der Carnot-Prozess.
Kühlersysteme mit einem Kompressor, der direkt an das Arbeitsvolumen angeschlossen ist, gehören zum Stirling-Typ, solche mit Hoch- und Niederdrucktanks und Verteilerventil zum Gifford-McMahon-Typ.
Gängige Kältemittel sind z. B. Ammoniak (NH3), Kohlendioxid (CO2), Kohlenwasserstoffe (z. B. Propylen, Isobutan) und auch Fluorkohlenwasserstoffe (FKW), wie z. B. R134a, R 507, R 407c. Für industrielle Kälteanlagen mit großer Leistung ist Ammoniak als natürliches Kältemittel weit verbreitet. Im Bereich der Gewerbekälte und der Klimatisierung werden meist FKW eingesetzt, die allerdings wegen ihres erheblichen Treibhauseffektes (engl. Global warming potential (GWP)) Gegenstand einer politischen Diskussion sind, die eine Einschränkung ihrer Verwendung zum Ziel hat. Die früher üblichen Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) sind wegen ihrer ozonzerstörenden Wirkung (engl. Ozone depletion potential (ODP)) in der EU bereits stark eingeschränkt und insbesondere für Neuanlagen nicht mehr zugelassen.
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