Komplexität bezeichnet in der Informatik die "Kompliziertheit" von Problemen, Algorithmen oder Daten. Die Komplexitätstheorie befasst sich dabei mit dem Ressourcenverbrauch von Algorithmen, die Informationstheorie dagegen verwendet den Begriff für den Informationsgehalt von Daten (siehe unten).
Die betrachteten Ressourcen sind fast immer die Anzahl der benötigten Rechenschritte (Zeitkomplexität) oder der Speicherbedarf (Platzkomplexität) - die Komplexität kann aber auch bezüglich einer anderen Ressource bestimmt werden. Dabei interessiert nicht der Aufwand eines konkreten Programmes auf einem bestimmten Computer, sondern viel mehr, wie der Ressourcenbedarf wächst, wenn mehr Daten zu verarbeiten sind, also z.B. ob sich der Aufwand für die doppelte Datenmenge verdoppelt oder quadriert (Skalierbarkeit).
Oft ist es sehr aufwendig oder ganz unmöglich, eine Funktion anzugeben, die allgemein zu jeder beliebigen Eingabe für ein Problem den zugehörigen Aufwand an Ressourcen angibt. Daher begnügt man sich in der Regel damit, statt jede Eingabe einzeln zu erfassen, sich lediglich mit der Eingabelänge zu befassen. Es ist aber meist sogar zu schwierig, eine Funktion anzugeben. Daher beschränkt man sich häufig darauf, eine obere und untere Schranke für das asymptotische Verhalten anzugeben. Hierfür wurden die Landau-Symbole entwickelt.
Algorithmen und Probleme werden in der Komplexitätstheorie gemäß ihrer so bestimmten Komplexität in so genannte Komplexitätsklassen eingeteilt. Diese sind ein wichtiges Werkzeug, um bestimmen zu können, welche Probleme "gleich schwierig", beziehungsweise welche Algorithmen "gleich mächtig" sind. Dabei ist die Frage, ob zwei Komplexitätsklassen gleichwertig sind, oft nicht einfach zu entscheiden, siehe z.B. P/NP-Problem.
Die Komplexität eines Problems ist zum Beispiel entscheidend für die Kryptographie und insbesondere für die Asymmetrische Verschlüsselung: So verlässt sich zum Beispiel das RSA-Verfahren auf die Vermutung, dass die Primfaktorzerlegung von großen Zahlen nur mit sehr viel Aufwand zu berechnen ist - anderenfalls ließe sich aus dem Öffentlichen Schlüssel leicht der Private Schlüssel errechnen.
Zum einen gibt es die so genannte Kolmogorow-Komplexität (auch Algorithmische Komplexität oder Beschreibungskomplexität), die den Informationsgehalt als die Größe des kleinsten Programmes definiert, dass in der Lage ist, die betrachteten Daten zu erzeugen. Sie beschreibt eine absolut optimale Komprimierung der Daten. Eine Präzisierung des Ansatzes Andrei Kolmogorows bezüglich des Maschinenmodells bietet die Algorithmische Informationstheorie von Gregory Chaitin.
Dagegen betrachtet Algorithmische Tiefe (auch Logische Tiefe) die Zeitkomplexität eines optimalen Algorithmus zur Erzeugung der Daten als Maß für den Informationsgehalt.
Siehe auch: Effizienz
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"Komplexität (Informatik)".
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