Kompetenz (v. lat. competere - zusammentreffen) bezeichnet die Fähigkeit (psychologisch) und ist juristisch gleichbedeutend mit der Zuständigkeit eines Menschen (oder eines Organs), bestimmte Aufgaben selbstständig durchzuführen.
Früher stand die letzte Bedeutung im Vordergrund, etwa: "Da überschreiten Sie ihre Kompetenzen!" - gemeint ist, dass die Person etwas tut, was ihr aufgrund bestimmter Rahmenbedingungen (nicht) zusteht. Zunehmend rücken jedoch Qualitäten der Person in den Vordergrund des Verständnisses: "Auf dem Gebiet ist sie sehr kompetent!"
Der Kompetenzbegriff gewinnt in verschiedenen Bereichen zunehmend an Bedeutung. So wird etwa in der Pädagogik seit Ende des 20. Jahrhunderts statt von Qualifikation verstärkt von Kompetenz gesprochen. Der Qualifikationsbegriff war problematisch geworden, weil er die Passung von situativen Anforderungen (etwa einer Tätigkeit) einerseits und den personalen Voraussetzungen zu deren Bewältigung in einen (zu) engen Zusammenhang bringen wollte. Kompetenzen sind weniger eng auf Anforderungen von Berufen oder Tätigkeiten bezogen, sondern sind allgemeine Dispositionen von Menschen zur Bewältigung bestimmter lebensweltlicher Anforderungen bzw. die menschliche Fähigkeit zur Teilhabe an gesellschaftlicher Kommunikation (s. etwa auch der bereits in den 1980er Jahren etablierte Begriff der kommunikativen Kompetenz von Habermas).
Je nach Standpunkt gibt es ganz unterschiedliche Definitionsvorschläge, woraus sich Kompetenzen zusammensetzen.
In der Praxis der beruflichen Bildung hat sich in den 1990er Jahren eingebürgert von vier Kernkompetenzen auszugehen, aus der sich alle weiteren Kompetenzen ableiten lassen: soziale Kompetenzen, die fachliche Kompetenzen, die Methodenkompetenzen und personale Kompetenzen.
In der wissenschaftlichen Diskussion wird diese Systematik immer wieder als problematisch aufgefasst. So lassen sich fachliche und methodische Kompetenzen inhaltlich schwer trennen. (Es hat sich herausgestellt, dass es kaum "generische" z.b. Problemlösekompetenzen gibt, die sich auf beliebige Fachinhalte übertragen lassen, s. das Problem des mangelnden Lerntransfer).
In der Erziehungswissenschaft wird das Modell (etwa von Dieter Euler) einer Matrix bevorzugt, in der auf der einen Achse die Inhaltsbereiche Fachkompetenz, Sozialkompetenz und Selbstkompetenz unterschieden werden und auf der anderen Achse: Wissen, Fertigkeiten und Einstellungen. Alle Kompetenzbereiche zusammen sind die Grundlage für Handlungskompetenz.
In der kognitiven Psychologie wird zwischen aktueller Kompetenz, heuristischer Kompetenz und epistemischer Kompetenz unterschieden.
Und im Kontext der europäischen Bildungspolitik umfassen Kompetenzen im weiteren Sinne, die "Selbstständigkeit und Verantwortlichkeit", die "Lern- bzw. Selbstlernkompetenz", die "kommunikative und soziale Kompetenz" sowie die "professionelle und berufliche Kompetenz".
Kommunikative Kompetenz nach Habermas
Wissen | Sozialpsychologie | Staats- und Verfassungsrecht | Verwaltungsorganisation | Gerichtsverfassungsrecht | Leistung (Pädagogik)
Kompetencija | Competentie (vaardigheid) | Incompetência | Компетенция
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