| Wissenschaftlicher Name
|
| Varanus komodoensis
|
| (Ouwens, 1912)
|
Der
Komodowaran oder
Komododrache (
Varanus komodoensis) ist eine
Echse in der Familie der
Warane (
Varanidae).
Der Komodowaran kommt nur auf einigen zu Indonesien gehörenden Inseln vor (Komodo (1700 Tiere), Rinca (1300), Gili Motang (100) und Flores (etwa 2000)).
Erscheinungsbild
Der Komodowaran lässt die meisten anderen heute lebenden Echsen wie Zwerge erscheinen. Er wird bis zu 3 Meter lang; mit leerem Magen wird er zwar selten schwerer als 50 kg; da er in kurzer Zeit bis zu 80% seines Körpergewichts an Nahrung aufnehmen kann, sind in vollgefressenem Zustand aber maximal 150 kg möglich (einige Quellen sprechen sogar von bis zu 250 kg, was aber als Übertreibung gelten muss). Er hat einen schweren graubraunen bis olivgrünen Körper, einen langen, dicken Schwanz und gut entwickelte Gliedmaßen mit klauenartigen Nägeln. Die Zähne sind groß und spitz, die Zunge ist gegabelt und kann schnell aus dem Maul herausgestreckt und wieder eingezogen werden. Trotz seiner Größe ist er ein guter Kletterer, der sich sowohl auf dem Land wie auch im Wasser, in dessen Nähe er oft lebt, schnell fortbewegen kann. Er kann eine Geschwindigkeit von bis zu ca. 30 km/h erreichen. Das erreichbare Alter wird auf 30 bis 50 Jahre geschätzt. Komodowarane haben einen äußerst unangenehmen Eigengeruch.
Lebensweise
Diese größte lebende
Echse ist agil, besitzt ausgezeichnete Sinnesorgane und gilt als eines der intelligentesten Reptilien. Als Geruchsorgan benutzt er seine Zunge. Der Komodowaran lebt in den Wäldern und Buschländern der Inseln und ernährt sich dort unter anderem von
Aas (wobei allerdings ein großer Teil dieser toten Tiere an Waranbissen verendet sein wird), schlägt aber durchaus auch häufig lebende Beute, angefangen von kleinen Reptilien, Vögeln und Säugern, bis hin zu großen Säugern wie Hirschen, Wildschweinen oder Pferden, die das Gewicht der Warane um ein Vielfaches übersteigen. Selbst vor einem Büffel schreckt er zuweilen nicht zurück. Die kleineren Beutetiere verspeist der Komodowaran im Ganzen. Früher bestand seine Hauptbeute aus heute ausgestorbenen Zwergelefanten, die damals als einzige große Säugetiere auf Komodo und den umliegenden Inseln vorkamen.
Die Taktik auf der Jagd ist folgende: Der Waran versteckt sich im Gras und versucht ein großes Opfer so nah herankommen zu lassen, dass ihm eine Bisswunde zugefügt werden kann. Da der zähflüssige Speichel des Komodowarans verschiedene Wundbrand und Blutvergiftung auslösende Bakterien enthält, wird diese Wunde gleichzeitig infiziert, so dass der Waran nun nur noch das Opfer solange verfolgen muss, bis es an der Vergiftung zugrunde geht, was in aller Regel nach wenigen Tagen der Fall ist.
Kleinere Beutetiere dagegen werden einfach in typischer Waran-Manier gepackt und gegebenenfalls totgeschüttelt. Auch Jungtiere der eigenen Art werden häufig von den Alttieren gefressen, weshalb sie sich während der ersten Lebensjahre größtenteils auf Bäumen aufhalten, um so den Nachstellungen ihrer Verwandten zu entgehen.
Angriffe mit Todesfolge auf den Menschen sind selten; allerdings sind Bisswunden durch Komodowarane auch durch die moderne Medizin nur selten heilbar, so dass infizierte Gliedmaßen oft amputiert werden müssen. Es ist allerdings auch schon passiert, dass Menschen von Komodowaranen gefressen wurden.
Fortpflanzung
Komodowarane paaren sich zwischen Mai und August; die Eiablage erfolgt im September. Das Weibchen legt jeweils etwa 15 Eier, die es im Boden vergräbt. Nach der Fürsorge für das Nest werden die Jungtiere (100 g schwer, 40 cm lang) sich selber überlassen, und oft sogar als Beute gefressen. Überlebende Jungtiere wachsen innerhalb fünf bis sieben Jahren auf eine Länge von etwa 1,50 Meter und sind auch dann erst geschlechtsreif. Bis zu diesem Zeitpunkt leben die Jungtiere ausschließlich auf
Bäumen, die ihre älteren Artgenossen auf Grund ihres größeren Gewichtes nicht erklettern können.
Damit sind sie gut gegen kannibalistische Überfälle gewappnet.
Erste wissenschaftliche Beschreibung
Die erste wissenschaftliche Beschreibung des Komodowarans stammt aus dem Jahre
1912 von
Peter Ouwens, dem Leiter des zoologischen Museums von
Bogor auf
Java. Bereits in den Jahren zuvor hatten die stattlichen Echsen das Interesse niederländischer Perlentaucher und Soldaten erweckt.
Wegen seiner Ähnlichkeit zum "
Drachen" dachte man einige Zeit, der Komodowaran könne Feuer speien.
Zum Schutz des Komodowarans wurde 1980 der Komodo-Nationalpark gegründet.
Weblinks
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Echsen
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