Die Kommunistische Partei der Sowjetunion (KPdSU), russ.: Коммунистическая партия Советского Союза (KПCC) wurde 1918 nach der Oktoberrevolution in Russland als Kommunistische Partei Russlands gegründet. 1925 folgte die Umbenennung in "Kommunistische Partei der Sowjetunion (Bolschewiki)". 1952 wurde der Namenszusatz "Bolschewiki" gestrichen. 1991 Verbot der Partei in der Sowjetunion. Ihr erster Vorsitzender war Wladimir Iljitsch Lenin. 1922 übernahm Josef Stalin das neu geschaffene Amt des Generalsekretärs der Partei, das dieser nach dem Tod Lenins 1924 zunehmend mit einer auf seine Person zugeschnittenen diktatorischen Machtbefugnis ausstattete. Ebenfalls 1922 wurde die Partei in Kommunistische Partei der Sowjetunion umbenannt, zunächst noch mit dem Zusatz (B) für Bolschewiki, der 1952 gestrichen wurde.
Nach Ende der Ära Stalin 1953 setzte sich bei den folgenden parteiinternen Machtkämpfen Nikita Chruschtschow als Parteisekretär durch. 1964 wurde Chruschtschow gestürzt, neuer Generalsekretär wurde Leonid Breschnew. Dieser vereinigte 1977 die Ämter des Generalsekretärs der KPdSU und des Staatsoberhauptes auf sich.
Nach dem Tode Breschnews trat Juri Wladimirowitsch Andropow 1982 dessen Nachfolge an. Seine Herrschaft blieb ein kurzes Intermezzo, genau wie die von Konstantin Tschernenko, der 1984 und 1985 die Partei- und Staatsgeschäfte leitete. Seine Nachfolge trat Michail Gorbatschow an, der durch Reformen (Glasnost, Perestroika) versuchte, die Sowjetunion unter Beibehaltung von sozialistischen Strukturen zu modernisieren. Gorbatschow scheiterte jedoch mit diesen Reformversuchen; es gelang ihm weder, die autokratischen Führungsstrukturen in der Sowjetunion zu beseitigen, noch konnte er die KPdSU zu einer im pluralistischen Sinn ausgerichteten demokratischen Partei reformieren.
Von etwa 1920 bis 1990 war die KPdSU die einzige relevante politische Macht in der Sowjetunion, da sie die Staatspartei in dem sowjetischen Einparteisystem war. Nach dem gescheiterten Staatsstreich vom 21. August 1991 wurde die KPdSU aufgelöst und verboten. Die Kommunistische Partei der Russischen Föderation (KPRF) ist die Nachfolgepartei der KPdSU.
Die Politik der KPdSU war geprägt durch die Ideologie des Marxismus-Leninismus, der eine Erweiterung des Marxismus durch Lenin darstellte und diesen auf die russischen Verhältnisse anpasste. Die sowjetische Jugendorganisation Komsomol galt als die Nachwuchsorganistion der Partei.
Die zentrale Parteihochschule „W. I. Lenin“ bestand in Moskau. Hier studierten auch viele Kader aus den kommunistischen Parteien der „befreundeten“ sozialistischen Länder und sogenannter Volksdemokratien in Ein- oder Dreijahreslehrgängen (siehe auch unter Volkspartei - dort Unterartikel Sozialistisch-kommunistische Parteien, Organisationen oder Bewegungen). Der Abschluss war das Staatsexamen als Diplomgesellschaftswissenschaftler.
Höchstes Organ der KPdSU war der Parteitag. Er besass das Recht, Programm und Statut der Partei ändern. Er wählte das Zentralkomitee als höchstes Parteigremium für die Zeit zwischen den Parteitagen (ca. fünf Jahre).
Das Zentralkomitee tagte ca. einmal monatlich in einem mehrtägigen Plenum. Für die Zeit zwischen den Plenen wurde die Politik vom Politbüro und vom Generalsekretär des ZK (ab 1922) bestimmt.
In Russland war 1898 die Sozialdemokratische Arbeiterpartei Russlands (SDAPR) aus dem Zusammenschluss dreier marxistischer Gruppen hervorgegangenen. Die SDAPR wurde jedoch schon kurz nach ihrer Gründung verboten; die meisten ihrer Mitglieder wurden verhaftet oder gingen ins Exil. Lenin4.jpg
Die eigentliche Gründung der SDAPR sollte auf de II. Parteitag im Exil erfolgen. Heißes Thema in den Auseinandersetzungen war die Frage der Parteiitgliedschaft. Während Lenin unter den Bedingungen der zaristischen Repression nur aktive Mitglieder, Berufsrevolutionäre, in der Partei sehen wollte, strebten die gemäßigten Sozialisten (die späteren Menschewiki) eine offene Mitgliedschaft für alle Interessierten an. Nach einer Wiedervereinigung folgte dann 1912 die endgültige Spaltung zwischen Bolschewiki und Menschewiki. Der Grund der Spaltung lag, wie zeitgleich und später in vielen sozialistischen und sozialdemokratischen Parteien anderer Länder auch, in der Auseinandersetzung zwischen einem revolutionären oder reformistischen Kurs der Partei.
Obwohl eines der mächtigsten Länder der Welt, war das zaristische Russland bis ins ausgehende 19. Jahrhundert noch überwiegend landwirtschaftlich geprägt. Vielerorts herrschten noch vorkapitalistische Feudalstrukturen (Feudalismus). Eine verstärkte Industrialisierung setzte vor allem seit der Regierung von Zar Nikolaus II. (ab 1894) ein. Das darauf schnell anwachsende Proletariat litt unter miserablen sozialen Verhältnissen. Eine linke Opposition gegen den Zarismus war im 19. Jahrhundert in Russland stärker als in den meisten anderen europäischen Ländern von sozialrevolutionären und anarchistischen Strömungen geprägt (vgl. Narodniki), wohingegen die organisierte marxistische Sozialdemokratie zu Beginn des 20. Jahrhunderts erst noch in ihren Anfängen steckte.
Im Januar 1905 war es im Anschluss an den so genannten "Blutsonntag" von Sankt Petersburg, wo bei der Niederschlagung einer Massendemonstration von Arbeitern, die dem Zaren eine Bittschrift überreichen wollten, etwa 1000 Demonstranten um´s Leben kamen, landesweit zu revolutionären Aufständen, Streiks und Demonstrationen gekommen. Diese Aufstände standen jedoch noch nicht unter der Führung einer bestimmten Partei. Sie ebbten ab, als der Zar einlenkte und einige liberale Reformen einführte. (siehe auch russische Revolution 1905)
Mit dem opferreichen Verlauf des ersten Weltkriegs und der sich verschärfenden Versorgungskrise in den Städten verstärkte sich erneut die Unzufriedenheit in der russischen Bevölkerung, vor allem bei den Soldaten und den Arbeitern. Russland stand am Rande des wirtschaftlichen Ruins. Die Februarrevolution 1917 führte schließlich zum Sturz des Zaren, der nach seiner Abdankung nach Jekaterinburg in den Ural verbannt wurde, und zur Bildung der Provisorischen Regierung, die sich jedoch noch nicht zur Beendigung des Krieges gegen die Mittelmächte Deutschland und Österreich durchringen konnte.
Die Bolschewiki standen nach dem Februar zunächst unter Führung derPetrograder Funktionäre Molotow und Schljapnikow, nach deren Rückkehr aus dem Exil dann unter der von Stalin und Kamenew. Diese strebten die Zusammenarbeit mit der Provisorischen Regierung an und leiteten Verhandlungen über die Wiedervereinigung mit den Menschewiki ein.
Mit Hilfe des Deutschen Reiches wurde Lenin in einer geheimen Aktion aus seinem Schweizer Exil in einem verplombten Eisenbahnwaggon über Finnland nach Sankt Petersburg gebracht. Die kaiserliche deutsche Regierung erhoffte sich durch eine Revolution der Bolschewiki, deren zentrale Figur Lenin war, ein siegreiches Ende des Krieges an der Ostfront, damit sie die frei werdenden Verbände für den Krieg im Westen verwenden konnte.
Unter der Führung Lenins und Trotzkis übernahmen die Bolschewiki mit dem "Sturm auf das Winterpalais" in der Oktoberrevolution 1917, nachdem sie die regierenden Menschewiki unter Kerenski gestürzt hatten, die Macht und gründeten die RSFSR (Russische Sozialistische Föderative Sowjetrepublik), aus der zusammen mit weiteren Sowjetrepubliken nach dem Bürgerkrieg 1922 die UdSSR hervor ging. Wie von Deutschland erwartet, hatten die Bolschewiki den 1. Weltkrieg Anfang 1918 in Russland beim Friedensschluss von Brest-Litowsk beendet.
Die Oktoberrevolution, von den Mittelmächten zuerst als taktisches Manöver, das eine Wende im 1. Weltkrieg zu ihren Gunsten bringen sollte, mit gefördert, bildete jedoch das entscheidende Fanal für linksrevolutionäre Kräfte der ganzen Welt, und setzte letztendlich den Grundstein für das Ende, mindestens den Machtverlust der meisten europäischen Monarchien. Die Folgen der russischen Oktoberrevolution prägten auch insgesamt die kommende Geschichte des 20. Jahrhunderts entscheidend mit, in der die als "realsozialistisch" bezeichnete UdSSR die weitere Entwicklung von Kommunistischen Parteien (KPs) in anderen Ländern über viele Jahrzehnte hinweg dominieren sollte. Auch für viele Historiker gilt diese Revolution mit der Beendigung des so genannten Bürgerlichen Zeitalters als der eigentliche inhaltliche Markierungspunkt der Trennung des 19. vom 20. Jahrhundert.
Aus den Bolschewiki ging schließlich die Kommunistische Partei Russlands (KPR) und nach mehreren Namensänderungen der Kommunistischen Partei seit 1918, 1952 die KPdSU (Kommunistische Partei der Sowjetunion) hervor. Theoretische Grundlage der KPdSU bildeten die Schriften Lenins, der die Theorien von Karl Marx unter Berücksichtigung der Situation Russlands zum Marxismus-Leninismus erweiterte.
Trotzki_and_Lenin_in_Petrograd.jpg In der Sowjetunion kam es nach der Oktoberrevolution von 1917, nachdem Trotzki den ersten Weltkrieg mit dem Deutschen Reich im Frieden von Brest-Litowsk für Russland beendet hatte, zu einem 5-jährigen verheerenden Bürgerkrieg zwischen der von Trotzki aufgebauten Roten Armee und sehr unterschiedlichen oppositionellen Gruppierungen, insbesondere den Truppen der so genannten "Weißen" ("Weiße Armeen"), den noch relativ starken Anhängern des vormaligen Zaren, der 1918 mit seiner Familie von den Bolschewiki im Auftrag Lenins in der Verbannung bei Jekaterinburg im Ural ermordet worden war, um den Zusammenhalt der insgesamt eher unheitlichen weißen Truppen durch die Beseitigung ihrer zentralen Symbolgestalt und seiner potenziellen Nachfolger zu schwächen (vgl. auch Ermordung der Zarenfamilie).
Während des Bürgerkriegs wurden auch sozialrevolutionäre und anarchistische Bewegungen, die bei der Oktoberrevolution die Bolschewiki zunächst unterstützt hatten, niedergeschlagen. Ein relativ bekanntes Beispiel dafür ist die Niederschlagung des Aufstands des Kronstädter Sowjets. Weniger bekannt, jedoch größer in der Dimension, war die Unterwerfung der anarchistischen Bewegung der Machnotschina, einer Partisanenbewegung unter Führung des Bauernführers Nestor Machno in der Ukraine, die stark von den Ideen des Theoretikers Peter Kropotkins geprägt war. Die Machnowzi, die etwa 3 Jahre lang den größten Teil der Ukraine kontrolliert hatten, hatten sich sowohl gegen die zaristischen "Weißen Armeen" als auch später gegen die zunächst mit ihnen verbündete Rote Armee Trotzkis zu erwehren, bis sie schließlich 1922 den Bolschewikí unterlagen.
Der Bürgerkrieg, in dessen Folge es auch zu einer großen Hungersnot mit mehreren Millionen Todesopfern gekommen war, schwächte die junge UdSSR mit enormen sozialen Problemen. Dennoch waren die Bolschewiki am Ende erfolgreich und setzten die Vorherrschaft der kommunistischen Partei in Russland und den angegliederten Sowjetrepubliken durch.
Kommunistische Parteien bildeten sich nach 1918 weltweit seit der Dritten Internationale, der Komintern (Kommunistische Internationale), die 1919 auf Initiative Lenins in Abgrenzung zur zweiten, der sozialistischen Internationale (vergleiche Zweite Internationale) mit 30 Mitgliedsparteien gegründet wurde, und die durch die russische KP, die über die Komintern ihren weltweiten Führungsanspruch über die kommunistische Bewegung geltend machte, maßgeblich geprägt wurde.
Die Erfahrung der Oktoberrevolution in Russland führte innerhalb der KPdSU zur Position, dass vor einer Weltrevolution die Umsetzung des Sozialismus auch in einem Lande möglich sei, um die kapitalistische Staats- und Gesellschaftsordnung durch eine kommunistische zu ersetzen.
Parteien, die sich dieser Position oder dem Führungsanspruch der KPdSU entzogen, wendeten sich in der Folgezeit teilweise wieder eher sozialdemokratischen Positionen zu.
Spätestens ab 1924 waren nahezu alle Kommunistischen Parteien im Grunde lediglich nationale Sektionen der Komintern, ausgerichtet an den Vorgaben der KPdSU.
Nach dem Tod Lenins 1924 führte der Machtkampf um Lenins Nachfolge zum Bruch zwischen Josef Stalin und Leo Trotzki (siehe auch: Linke Opposition). Gegen den ursprünglichen Willen Lenins konnte sich Stalin auch durch innerparteiliche Intrigen durchsetzen. Stalin war schon seit 1922 Inhaber des neu geschaffenen Amtes des Generalsekretärs der Partei, das später von ihm mit fast uneingeschränkten Machtbefugnissen ausgestattet wurde.
Neben Trotzki wurden mögliche Konkurrenten Stalins wie Gregorij J. Sinowjew, Nikolaj I. Bucharin und Lew B. Kamenew, die Stalin zunächst unterstützt hatten, ausgeschaltet, in den 1930er Jahren im Zuge der so genannten "Großen Säuberung" schließlich hingerichtet. Trotzki wurde verbannt und anschließend außer Landes verwiesen. Seine Emigration führte ihn bis nach Mexiko.
Stalin passte den Demokratischen Zentralismus in der praktizierten Realität seinen persönlichen Vorstellungen an und festigte die Führungsrolle der KPdSU. Dabei räumte er einem nationalen Weg zum Kommunismus Priorität ein.
Zur Zeit des Stalinismus in der UdSSR (1924-1953) folgten viele kommunistische Parteien dem Leitbild der KPdSU. Der "demokratischer Zentralismus" genannte Parteiaufbau kannte einen Parteikongress, auf dem die anwesenden Delegierten ein Zentralkomitee wählten, das dann das Politbüro wählte.
De facto stellte das Politbüro allerdings eine unkontrollierte Machteinheit dar, und dominierte das Zentralkomitee, welches wiederum sicher stellte, dass die Wahlen auf dem Parteikongress "nach Wunsch" abliefen.
Zur Zeit des Stalinismus wurde in fast allen Ländern, in denen eine kommunistische Partei die Regierung stellte (namentlich in den Ostblockstaaten nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs), Oppositionsparteien verboten oder zwangsassimiliert. Stalin1.jpg Stalin selbst stattete sich mit einer diktatorischen Macht aus, und baute um seine Person einen bis dahin beispiellosen Personenkult auf, der fast schon Züge religiösen Wahns annahm.
Auf dem 14. Parteitag der KPdSU 1925 wurde Stalins Position, sein Kurs und seine Thesen zum Aufbau des Sozialismus in einem Land gefestigt.
Am 1. Dezember 1934 kam Parteisekretär Sergei Mironowitsch Kirow bei einem Anschlag um´s Leben. Stalin nahm dieses Attentat zum Anlass, tatsächliche oder auch nur vermeintliche Widersacher innerhalb und außerhalb der Partei bei den so genannten stalinschen Säuberungen, die die "Große Tschistka" (russisch: "Große Säuberung") genannt wurden, vor allem zwischen 1935 und 1939 teilweise nach spektakulären Schauprozessen auszuschalten (vgl. Moskauer Prozesse). Wenn sie nicht hingerichtet wurden, dann wurden sie zu langen Haftstrafen oder zur Verbannung verurteilt. Dazu wurde ein System von Straf- und Arbeitslagern, das schon in den 1920er Jahren unter Lenin eingerichtet worden war, ausgebaut; - der so genannte "Gulag", den der Schriftsteller und Dissident Alexander Solschenizyn durch seine Veröffentlichungen seit den 1970er Jahren einer weltweiten Öffentlichkeit bekannt machte. Es gibt unterschiedliche Schätzungen über die Zahl der Todesopfer im Gulag. Sie reichen von einigen hunderttausend bis zu mehreren Millionen.
Wirtschaftlich versuchte Stalin, die UdSSR durch eine massive Industrialisierung und den Ausbau des Schienennetzes auf die Höhe der westlichen Industrienationen heranzubringen. Mit rigorosen Mitteln organisierte Stalin die Zwangskollektivierung der Landwirtschaft, wodurch viele Bauern ihre Existenzgrundlagen verloren. Ebenfalls rigoros bekämpfte er die orthodoxe Kirche in der UdSSR. Viele Angehörige des Klerus wurden umgebracht oder in Arbeitslager verbannt. In vielen Orten kam es zum Bildersturm in den orthodoxen Kirchen und zur Zerstörung der christlichen Insignien. MolotovRibbentropStalin.jpg Mit dem Hitler-Stalin-Pakt vom August 1939, in dessen geheimen Zusatzprotokoll Polen und andere Gebiete Osteuropas zwischen Deutschland und der UdSSR aufgeteilt wurden, hoffte Stalin, seinen ideologischen Gegner Hitler von einem Krieg gegen die UdSSR abzuhalten. Stalin-Verteidiger vertreten die Auffassung, dass Stalin damit nur habe Zeit gewinnen wollen, um die Rote Armee bis zum drohenden Krieg zu verstärken. Als 1941 mit dem "Unternehmen Barbarossa" dann doch der deutsche Überfall auf die UdSSR kam, war Stalin und die Rote Armee zunächst überrascht und überrumpelt. Stalin war auf die Unterstützung durch die USA mit Waffenlieferungen über das Nordmeer angewiesen. Die deutsche Wehrmacht konnte zunächst in einem Vernichtungsfeldzug bis vor Moskau und nach Stalingrad (heute: Wolgograd) vordringen. Ww2 Stalingrad GermanSoldiers.jpg Im Winter 1942 /43 kam nach dem Sieg der Sowjetunion über die 6. deutsche Armee in Stalingrad die Wende. Die Deutschen wurden zurückgedrängt und schließlich besiegt. Der Sieg über die NS-Diktatur im "großen vaterländischen Krieg" gab Stalin ab 1945 neuen Auftrieb.
Im Zuge des Krieges war 1943 die Dritte Internationale (Komintern) auch aus Rücksicht gegenüber den westlichen Alliierten USA und Großbritannien aufgelöst worden. Sie wurde 1947, nach Beginn des Kalten Krieges, nachdem die UdSSR ihren machtpolitischen Einfluss auf die neuen Ostblockstaaten ausgedehnt hatte, durch das Kommunistische Informationsbüro (Kominform) ersetzt, das die KPs insbesondere Osteuropas noch stärker als zuvor den Vorgaben der KPdSU unterzuordnen versuchte.
Schließlich löste sich auch das Kominform bis 1956 / 57 im Zuge der späteren Entstalinisierung und der von der KPdSU nicht mehr aufzuhaltenden sich unabhängig von ihr auszubildenden kommunistischen Ideologien, vor allem in China, auf. Dennoch behielt die KPdSU auch danach bis zum Niedergang der UdSSR um 1990 / 91 weiterhin einen bedeutenden, wenn auch nach und nach abnehmenden Einfluss auf viele KPs in anderen Ländern.
Nach dem Sieg der Alliierten über Deutschland und dem Ende des 2. Weltkrieges gewann die UdSSR die Oberhand über die osteuropäischen Staaten Polen, Tschechoslowakei, Ungarn, Rumänien, Bulgarien und den sowjetisch besetzten Teil Deutschlands (1945-55 war auch der Osten Österreichs darunter). Aus der sowjetischen Besatzungszone, in der 1946 die unter der NS-Diktatur verbotenen Parteien SPD und KPD zur sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) unter Wilhelm Pieck und Otto Grotewohl (zwangs-)vereinigt wurden, ging 1949 die Deutsche Demokratische Republik (DDR) hervor. Gemeinsam mit der DDR bildeten die genannten Staaten unter Oberhoheit der UdSSR 1955 das östliche Militärbündnis Warschauer Pakt als Antwort auf die kurz zuvor von den USA und ihren westlichen Verbündeten gegründete NATO.
Albanien gehörte bis 1968 dem Warschauer Pakt an, trat aber 1968 aus Protest gegen das Vorgehen der UdSSR in der Tschechoslawakei wieder aus.
Wirtschaftlich schlossen sich die Staaten des Ostblocks ab 1949 im RGW (Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe), englisch: Comecon (Council for Mutual economic Assistance) zusammen. Der RGW bildete die wirtschaftliche Konkurrenzbündnis zur westlichen OECD und zur EWG (Europäische Wirtschaftsgemeinschaft) Bis 1978 schlossen sich weitere kommunistische Staaten dem RGW an, so die Mongolische Volksrepublik (Mongolei) 1962, Kuba 1972 und Vietnam 1978. In den 1970er Jahren erhielten auch einige nicht-kommunistische Staaten einen Status im RGW, so zum Beispiel Finnland, Mexiko und Irak.
Albanien, Mitglied seit 1949, wurde 1961 aus dem RGW ausgeschlossen.
Die Länder des Warschauer Pakts wurden alle von stalinistischen kommunistischen Parteien regiert. Nach Stalins Tod 1953 wurde Georgij M. Malenkow Generalsekretär der KPdSU, dessen Amt aber noch im gleichen Jahr von Nikita Chruschtschow übernommen wurde. Reformen der Partei in der UdSSR unter Chruschtschow (Entstalinisierung) seit Februar 1956 nach Chruschtschows Rede auf dem 20. Parteitag der KPdSU, bei der er die Politik des stalinistischen Systems und einen großen Teil seiner Verbrechen offenlegte und kritisierte, wurden in den anderen Staaten des Warschauer Pakts (außer in Albanien) ebenfalls eingeführt. Die Entstalinisierung beließ es zwar auf dem Anspruch der Alleinherrschaft der KPdSU, machte die Partei jedoch wieder zu einem kollektiven Entscheidungsorgan und schwächte die Position des Generalsekretärs in der Sowjetunion.
Trotz der Entstalinisierung wurden reformkommunistische Bestrebungen, die die Vorherrschaft der KPdSU in Frage stellten oder stellen konnten, innerhalb des Warschauer Paktes weiterhin unterdrückt. Entsprechende reformistische Bestrebungen oder gar Aufstände wie etwa in Ungarn 1956 oder in der Tschechoslowakei 1968 (Prager Frühling) wurden gegebenenfalls mit militärischer Gewalt niedergeschlagen. Auch schon der Arbeiteraufstand am 17. Juni 1953 in der DDR, war - nur wenige Monate nach Stalins Tod -, nachdem die SED nicht mehr Herr der Lage schien, von sowjetischen Panzern überrollt worden.
Außenpolitisch führte die Entstalinisierung unter anderem zum ideologischen Konflikt und schließlich bis Ende der 1950er Jahre zum Bruch mit China unter Mao Zedong, wodurch es zu einer Art kommunistischen Schisma kam, weil nun zwei unterschiedliche kommunistische Großmächte weltpolitisch führende Rollen einnahmen. Brezhnev 1.jpeg Insgesamt konnten Chruschtows Reformen unterschiedlich starken Tendenzen der Restalinisierung unter seinen Nachfolgern Leonid Iljitsch Breschnew (1964 bis 1982), Juri Wladimirowitsch Andropow (1982 bis 1984), Konstantin Ustinowitsch Tschernenko (1984 / 1985) jedoch standhalten. Weitere entscheidende und für den Kommunismus insgesamt schwerwiegende Reformen wurden schließlich ab 1985 unter der Regierung Michail Gorbatschows eingeleitet.
1990 hob der Oberste Sowjet der UdSSR das in Artikel 6 der Verfassung von 1977 festgeschriebene Machtmonopol der Partei auf.
Beim Bestreben, die KPdSU selbst zu reformieren, kam es im August 1991 zu einem orthodox-kommunistischen Putschversuch gegen Gorbatschow. Nach dessen Scheitern aufgrund des Widerstands des russischen Präsidenten Boris Jelzin und der Moskauer Bevölkerung wurde die KPdSU vom Obersten Sowjet unionsweit verboten.
Die turbulenten Ereignisse im Zuge der Volksaufstände gegen die Vorherrschaft der KPs in allen Staaten Osteuropas bis zum Ende der 1980er Jahre, beginnend in Polen mit der Gründung der unabhängigen Gewerkschaft Solidarność und endend mit dem Fall der Berliner Mauer in der DDR sowie dem Sturz und der Hinrichtung des Diktators Nicolae Ceauşescu in Rumänien, führten letztlich doch zur Auflösung des Warschauer Paktes und schließlich auch zur Auflösung der UdSSR am 12. Dezember 1990 in der GUS = Gemeinschaft unabhängiger Staaten, zunächst noch unter dem Dach Russlands. Gorbatschow trat als Staatspräsident der UdSSR zurück. Als Präsident Russlands trat darauf Boris Jelzin sozusagen Gorbatschows Nachfolge in Russland an.
Im Zuge dieser Ereignisse kam es in den Folgejahren auch zu einer Veränderung der kommunistischen Parteien Osteuropas.
Nach dem Verbot der KPdSU gründeten die orthodoxen Kommunisten Russlands unter dem Vorsitz Gennadij Sjuganows die Kommunistische Partei der Russischen Föderation (KPRF). Sie bildeten in der neuen Duma, dem russischen Parlament, zwar die größte Fraktion, blieben aber in Relation zu den übrigen, inzwischen zugelassenen Parteien dennoch insgesamt in der Minderheit und waren bislang nicht mehr an einer Regierung in Russland beteiligt.
Als politische Nebenströmung oder Abspaltung kann die rechtsextreme Nationalbolschewistische Partei Russlands betrachtet werden.
Viele ehemals kommunistische Parteien des Ostblocks wandelten sich in linksgerichtete sozialistische Parteien um, die eine soziale Marktwirtschaft und ein Mehrparteiensystem unterstützen. Als Neugründungen oder Abspaltungen entstanden aber auch kommunistische Parteien, die mehr oder weniger der traditionellen kommunistischen Ideologie folgen.
Die SDAPR wurde Mitglied der II. Internationale, welche die Spaltung in Bolschewiki und Menschewiki nicht anerkannte un die Wiedervereinigung beider in einer Partei zu fördern suchte.
Der Weltkrieg förderte die Lösung der Bolschewiki von der weltweiten Sozialdemokratie und vergrößerte die Kluft zu den Menschewiki. Neben den serbischen Sozialisten waren die Bolschewiki die einzige sozialistische Partei, welche die Zusammenarbeit mit ihrer Regierung im Weltkrieg durch Zustimmung zu den Kriegskrediten verweigerte.
Lenin vertrat in der Situation des ersten Weltkriegs nicht dessen Beendigung durch Verhandlungen, sondern die Umwandlung in einen Bürgerkrieg gegen die herrschenden Klassen der jeweiligen Länder.
Die sozialistischen Weltkriegsgegner trafen sich auf den Konferenzen von Zimmerwald und Khiental, auf denen Lenin jeweils die radikalste Position einnahm, ohne sich völlig durchsetzen zu können.
1919 ergriff die bolschewistische Parteiführung die Initiative zur Gründung der Kommunistischen (III.) Internationale- ein Projekt, das Lenin schon seit dem Weltkrieg verfolgte. Die RKP (B) war neben der jungen KPD die bedeutendste kommunistische Partei. Deen Delegation wandte sich zunächst gegen eine sofortige Gründung der III. Internationale, im Laufe der Tagung setzte sich jedoch Lenin durch.
1925 beschloss das Exekutivkomitee der Komintern auf Anregung der RKP (B) Thesen zur "Bolschewisierung" der Mitgliedsparteien der Internationale.
Auf dem VI. Weltkongress der Komintern (1928) wurden die Interessen der weltweiten kommunistischen Bewegung endgültig und eindeutig den Interessen der Sowjetunion und ihrer Industrialisierungspolitik untergeordnet.
1943 wurde die Komintern aufgelöst. Ihr Apparat und die Beziehungen zu den kommunistischen Parteien weltweit wurden der Internationalen Abteilung des Zenralkomitess der KPdSU übertragen. Der Einfluss der KPdSU als führende kommunistische Partei der Welt blieb davon bis zum Tod Stalins (1953) unberührt.
Das 1947 gegründete Kominform sollte die engere Kontrolle der Parteien im Sowjetblock sicherstellen, war aber keine Fortsetzung der Komintern.
Nach längerer Krise brach 1960 der Konflikt zwischen KPdSU und KPCh auf einer Tagung kommunistischer Parteien in Bukarest offen aus. Folge war in den folgenden Jahren eine weitere Spaltung der kommunistischen Weltbewegung zwischen Moskau-treuen und Peking-orientierten Parteien.
Der Eurokommunismus in den kommunistischen Parteien Italiens und Frankreichs bedeutete deren Integration in das politische System ihrer Länder, und damit zugleich die Lockerung der Beziehungen zur KPdSU. Der Eurokommunismus wurde von der KPdSU deutlich kritisiert.
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