Hammer and sickle.svg auf rotem Grund - Symbol Kommunistischer Parteien]] Eine Kommunistische Partei (KP) ist eine politische Partei, die den Kommunismus (letztlich die Klassenlose Gesellschaft) als Staats- und Gesellschaftsordnung anstrebt. Die erste Kommunistische Partei war die Organisation der Bolschewiki unter der Führung Lenins. Ausgehend von seinen Theorien über die Verwirklichung der von Karl Marx propagierten Ordnung entstanden überall in der Welt weitere KPs.
Namentlich Kommunistische Parteien bildeten sich weltweit erst und vor allem kurz nach der russischen Oktoberrevolution 1917, meistens als Abspaltungen von zuvor existierenden sozialistischen und sozialdemokratischen Parteien, nachdem diese zunehmend auf einen reformorientierten Kurs umgeschwenkt waren und sich zugleich im Zuge des Ersten Weltkriegs und dem Auseinanderbrechen der zweiten Internationale nach Meinung der revolutionären Marxisten vom „proletarischen Internationalismus“ entfernt hatten. Die Bezeichnung "Kommunistische Partei" geht im wesentlichen auf Lenin zurück, der sich mit der Umbenennung der Russischen Sozialdemokratischen Arbeiterpartei in Russische Kommunistische Partei (Bolschewiki) 1918 von der den 1. Weltkrieg billigenden Burgfriedenspolitik der deutschen SPD, die bis dahin die führende sozialistische Arbeiterpartei in Europa war, distanzieren wollte.
Die weltanschauliche Grundlage der kommunistischen Parteien baut auf den historischen, ökonomischen und philosophischen Erkenntnissen des Marxismus auf, die das theoretische Fundament der kommunistischen Lehre bilden. Diese Lehre war ab 1848 von Karl Marx und Friedrich Engels entwickelt worden.
Schon im 19. Jahrhundert und zunehmend im 20. Jahrhundert war es jedoch zu unterschiedlichen Auslegungen und Weiterentwicklungen der Marxschen Lehren gekommen, die bis in die Gegenwart zu mehreren Konzepten des Sozialismus und Kommunismus führten (vergleiche Leninismus, Trotzkismus, Stalinismus, Titoismus, Maoismus, Eurokommunismus, Operaismus etc.).
Die verschiedenen Auslegungen führten schließlich auch zu Spaltungen und Neugründungen vieler KPs, die nebeneinander existierten und zumindest in mehreren pluralistisch-demokratischen Staaten weiter existieren. Teilweise befehden sie sich untereinander beziehungsweise werfen sich gegenseitig Verrat an der ursprünglichen kommunistischen Idee vor.
Siehe auch: Liste der Kommunistischen Parteien
Anmerkungen zur Einordnung des Artikels
Der folgende Artikel befasst sich mit einem Überblick zur Geschichte der Kommunistischen Parteien und damit auch zwangsläufig mit der Geschichte verschiedener auch gegeneinander konkurrierender kommunistisch geprägter Theorien und Ansätze ab Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart. Dabei fließt die welthistorische Situation teilweise mit ein, soweit sie die Geschichte des Kommunismus (beziehungsweise des „real existierenden Sozialismus“) tangiert.
Ein Schwerpunkt liegt auf der Geschichte der KPs in Europa, insbesondere in Russland (beziehungsweise der UdSSR) und Deutschland. Die KPs anderer Länder, vor allem in anderen Kontinenten werden am ehesten beim Unterartikel 1946 bis Ende der 1980er / Anfang der 1990er Jahre, dabei beispielsweise unter China und Entwicklungs- und Schwellenländer erwähnt.
Keine Erwähnung finden frühkommunistische, vormarxistische Entwicklungen. Dazu sei auf andere Wikipedia-Artikel (bspw. Utopischer Sozialismus) verwiesen.
Der Artikel ist im Wesentlichen in drei größere zeitliche Perioden und entsprechende Haupt„kapitel“ unterteilt:
Dabei kommt es vereinzelt auch zu fließenden Übergängen eines Zeitraums von plus/minus 5 Jahren beziehungsweise zu Unterartikeln, die eine periodische Trennung nicht ohne Weiteres sinnvoll erscheinen ließen (am deutlichsten beispielsweise bei der 1921 bis zum Ende der 1980er Jahre, aber auch bei manchen anderen Entwicklungen einzelner KPs).
Bei allem Umfang kann aufgrund der Komplexität des Themas nicht jede KP im Detail aufgeführt werden. Diesbezüglich sei auf Artikel über die Geschichte der entsprechenden Länder und der einzelnen KPs verwiesen.
Engels.jpgMit dem Schluss-Satz "Proletarier aller Länder, vereinigt euch!" betonte das Kommunistische Manifest den internationalistischen Charakter des Kommunismus und forderte die Arbeiterschaft zum Klassenkampf gegen die im Kapitalismus herrschende Bourgeoisie auf.
Schon zuvor hatten Marx und Engels den noch kleinen Bund der Gerechten (gegründet 1836 in Paris unter entscheidendem Einfluss des frühen Kommunisten Wilhelm Weitling) geprägt. Dieser Bund war aus dem 1834 ebenfalls in Paris gegründeten Bund der Geächteten hervorgegangenen, und 1848 in London in Bund der Kommunisten umbenannt worden, der als Vorläufer der späteren Kommunistischen Parteien gilt.
Ab Mitte des 19. Jahrhunderts kam es, wie in vielen europäischen Ländern auch, in den Staaten des Deutschen Bundes zur Gründung von Arbeiterorganisationen wie Arbeiterbildungsvereinen und Arbeiterwohlfahrtsverbänden, den Vorläufern der Gewerkschaften. Zur Unterstützung der Interessen der Arbeiter auf allgemeingesellschaftlicher und parlamentarischer Ebene wurden schließlich sozialdemokratische und sozialistische Parteien ins Leben gerufen. Wilhelm Liebknecht.jpg In Leipzig gründete Ferdinand Lassalle 1863 eine eher reformorientierte sozialistische Partei unter dem Namen Allgemeiner Deutscher Arbeiterverein (ADAV). 1869 wurde in Eisenach die marxistisch orientierte Sozialdemokratische Arbeiterpartei (SDAP) von Wilhelm Liebknecht und August Bebel als deutsche Sektion der ersten Internationale gegründet.
ADAV und SDAP vereinigten sich 1875 in Gotha unter dem Namen Sozialistische Arbeiterpartei Deutschlands (SAP), der Vorgängerin der seit 1890 unter dem Namen Sozialdemokratische Partei Deutschlands bestehenden SPD und verabschiedeten das Gothaer Programm, das von Marx wegen seiner kompromisslerischen Anpassung gegenüber dem reformorientierten ADAV kritisiert wurde.
Trotz Unterdrückung, juristischer Verfolgung und zeitweiliger Verbote gegen die Sozialdemokratie und ihre Aktivitäten außerhalb des Reichstags durch die Sozialistengesetze unter Reichskanzler Otto von Bismarck zwischen 1878 und 1890, wuchs die Anhängerschaft der Sozialdemokratie stetig an, bis sich die SPD schon Ende des 19. Jahrhunderts zu einer Massenpartei im Deutschen Reich entwickelt hatte. Bismarck sah sich gezwungen, mit der für die Zeit der 1880er Jahre relativ fortschrittlichen Sozialgesetzgebung, der Arbeiterschaft einige Zugeständnisse zu machen, durch die er den Zulauf zur SPD aufhalten wollte, was ihm jedoch nicht so gelang, wie er sich das gewünscht hätte. August Bebel_2.jpg Nach ihrer Neuformierung ab 1890 wurde die SPD mit dem Erfurter Programm zumindest in seinem ersten von Karl Kautsky verfassten Teil wieder deutlicher am Marxismus ausgerichtet. Das Erfurter Programm beeinflusste auch andere sozialistische Parteien in Europa und machte die SPD zur stärksten Partei in der 1889 neu gegründeten Sozialistischen Internationale (Zweite Internationale).
Im Deutschen Reich wurde die SPD nach den Reichtagswahlen 1912 mit nahezu 28 % der Wählerstimmen und damit 110 von 397 Abgeordneten zur stärksten Partei im Deutschen Reichstag, jedoch, ohne an die Regierung zu kommen. Die wurde noch vom Kaiser auch ohne Berücksichtigung des Parlaments bestimmt.
(Weitere Entwicklung siehe 1. Weltkrieg; Novemberrevolution; Gründung der KPD; Weimarer Republik)
Angestrebt wurde eine revolutionäre sozialistische Gesellschaftsordnung, in der die bisher bestehenden kapitalistischen Produktionsverhältnisse in sozialistische umgewandelt werden sollen. Das bedeutet, dass der Privatbesitz an Produktionsmitteln abgeschafft und die Produktionsmittel unter der Führung einer revolutionären Arbeiterpartei in Gemeineigentum überführt werden soll. Diese "Diktatur des Proletariats"(Sozialismus) würde sich zur klassenlosen Gesellschaft (Kommunismus) entwickeln.
Im ausgehenden 19. Jahrhundert war es jedoch schon zu verschiedenen Kontroversen innerhalb der sozialdemokratischen Parteien und der Arbeiterbewegung gekommen. Die erste Internationale (IAA = Internationale Arbeiterassoziation) löste sich in Folge des fundamentalen Konflikts zwischen Karl Marx (Kommunisten) und Michail Bakunin (Anarchisten) bis 1876 auf.
Dieser Konflikt zwischen den beiden profiliertesten Vertretern der Arbeiterbewegung ihrer Zeit, hatte sich nach der Niederschlagung der Pariser Kommune 1871, die als erste sozialistisch-proletarische Revolution gilt, verschärft. Bakunin, der den anarchistischen Flügel der Arbeiterbewegung (Anarchismus) vertrat, strebte auch die Überwindung staatlicher Strukturen an und verneinte die Führungsrolle irgendeiner Partei.
Auf den nationalen Ebenen einiger sozialistischer Parteien kam es Ende des 19. Jahrhunderts zu Kontroversen über einen revolutionären oder einen reformistischen Kurs der Partei. In Deutschland stellte Eduard Bernstein seine "Revisionismustheorie" dem zumindest theoretisch noch mehrheitlich revolutionär gesinnten Lager der SPD unter dem Parteivorsitzenden August Bebel entgegen. Das Ziel der Umwandlung der Gesellschaft durch Reformen nach einer angestrebten demokratischen Regierungsübernahme setzte sich in der SPD sowie in anderen sozialdemokratischen Parteien mittelfristig bis spätestens nach dem 1. Weltkrieg durch. Daraufhin kam es zu kommunistischen, will heißen: im marxistischen Sinne revolutionär gesinnten Abspaltungen von der Sozialdemokratie.
In Russland war 1898 die Sozialdemokratische Arbeiterpartei Russlands (SDAPR) aus dem Zusammenschluss dreier marxistischer Gruppen hervorgegangenen. Die SDAPR wurde jedoch schon kurz nach ihrer Gründung verboten; die meisten ihrer Mitglieder wurden verhaftet oder gingen ins Exil. Lenin4.jpg Im Exil hatten sich die Bolschewiki (= Mehrheitler) unter der Führung Lenins von den Menschewiki (= Minderheitler) zuerst 1903 getrennt. Nach einer Wiedervereinigung folgte dann 1912 die endgültige Spaltung zwischen Bolschewiki und Menschewiki. Auch hier lag der Grund der Spaltung in der Auseinandersetzung zwischen einem revolutionären oder reformistischen Kurs der Partei.
Obwohl eines der mächtigsten Länder der Welt, war das zaristische Russland bis ins ausgehende 19. Jahrhundert noch überwiegend landwirtschaftlich geprägt. Vielerorts herrschten noch vorkapitalistische Feudalstrukturen (Feudalismus). Eine verstärkte Industrialisierung setzte vor allem seit der Regierung von Zar Nikolaus II. (ab 1894) ein. Das darauf schnell anwachsende Proletariat litt unter miserablen sozialen Verhältnissen. Eine linke Opposition gegen den Zarismus war im 19. Jahrhundert in Russland stärker als in den meisten anderen europäischen Ländern von sozialrevolutionären und anarchistischen Strömungen geprägt, wohingegen die organisierte marxistische Sozialdemokratie zu Beginn des 20. Jahrhunderts erst noch in ihren Anfängen steckte.
Im Januar 1905 war es im Anschluss an den so genannten "Blutsonntag" von Sankt Petersburg, wo bei der Niederschlagung einer Massendemonstration von Arbeitern, die dem Zaren eine Bittschrift überreichen wollten, etwa 1000 Demonstranten um´s Leben kamen, landesweit zu revolutionären Aufständen, Streiks und Demonstrationen gekommen. Diese Aufstände standen jedoch noch nicht unter der Führung einer bestimmten Partei. Sie ebbten ab, als der Zar einlenkte und einige liberale Reformen einführte (siehe auch: Russische Revolution 1905).
Mit dem opferreichen Verlauf des ersten Weltkriegs verstärkte sich erneut die Unzufriedenheit in der russischen Bevölkerung, vor allem bei den Soldaten und den Arbeitern. Russland stand am Rande des wirtschaftlichen Ruins. Die Februarrevolution 1917 führte schließlich zum Sturz des Zaren, der nach seiner Abdankung nach Jekaterinburg in den Ural verbannt wurde, und zur Regierung der sozialdemokratischen Menschewiki, die sich jedoch noch nicht zur Beendigung des Krieges gegen die Mittelmächte Deutschland und Österreich durchringen konnte. Mit Hilfe des Deutschen Reiches wurde Lenin in einer geheimen Aktion aus seinem Schweizer Exil in einem verplombten Eisenbahnwaggon über Finnland nach Sankt Petersburg gebracht. Die kaiserliche deutsche Regierung erhoffte sich durch eine Revolution der Bolschewiki, deren zentrale Figur Lenin war, ein siegreiches Ende des Krieges an der Ostfront, damit sie die frei werdenden Verbände für den Krieg im Westen verwenden konnte.
Unter der Führung Lenins und Trotzkis übernahmen die Bolschewiki mit dem "Sturm auf das Winterpalais" in der Oktoberrevolution 1917, nachdem sie die regierenden Menschewiki unter Kerenski gestürzt hatten, die Macht und gründeten die RSFSR (Russische Sozialistische Föderative Sowjetrepublik), aus der zusammen mit weiteren Sowjetrepubliken nach dem Bürgerkrieg 1922 die UdSSR hervor ging. Wie von Deutschland erwartet, hatten die Bolschewiki den 1. Weltkrieg Anfang 1918 in Russland beim Friedensschluss von Brest-Litowsk beendet.
Die Oktoberrevolution, von den Mittelmächten zuerst als taktisches Manöver, das eine Wende im 1. Weltkrieg zu ihren Gunsten bringen sollte, mit gefördert, bildete jedoch das entscheidende Fanal für linksrevolutionäre Kräfte der ganzen Welt, und setzte letztendlich den Grundstein für das Ende, mindestens den Machtverlust der meisten europäischen Monarchien. Die Folgen der russischen Oktoberrevolution prägten auch insgesamt die kommende Geschichte des 20. Jahrhunderts entscheidend mit, in der die als "realsozialistisch" bezeichnete UdSSR die weitere Entwicklung von KPs in anderen Ländern über viele Jahrzehnte hinweg dominieren sollte. Auch für viele Historiker gilt diese Revolution mit der Beendigung des so genannten Bürgerlichen Zeitalters als der eigentliche inhaltliche Markierungspunkt der Trennung des 19. vom 20. Jahrhundert.
Aus den Bolschewiki ging schließlich die Kommunistische Partei Russlands (KPR) und nach mehreren Namensänderungen der Kommunistischen Partei seit 1918, 1952 die KPdSU (Kommunistische Partei der Sowjetunion) hervor. Theoretische Grundlage der KPdSU bildeten die Schriften Lenins, der die Theorien von Karl Marx unter Berücksichtigung der Situation Russlands zum Marxismus-Leninismus erweiterte.
Auch im übrigen Deutschland war die Novemberrevolution von 1918 spätestens nach dem so genannten Spartakusaufstand 1919 und dem darauf folgenden Bürgerkrieg, unter Federführung der SPD-Führung, die sich zuerst aus taktischen Gründen der Revolution angeschlossen hatte, aber im Geheimen mit den konterrevolutionären kaisertreuen Militärs paktierte, gewaltsam zerschlagen worden. Unter Führung der SPD mit dem reformorientierten Friedrich Ebert an der Spitze setzte sich die Weimarer Republik als pluralistische Mehrparteien-Demokratie durch.
Die prominenten Symbolfiguren des linken Flügels der USPD, Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg, die zum Kriegsende aus der Haft entlassen worden waren, hatten schon vor der Novemberrevolution 1918, die Gründung des Spartakusbundes mit initiiert. Beide waren jedoch bis Oktober / November 1918 inhaftiert und versuchten danach, mit Artikeln in der kommunistischen Zeitung "Die Rote Fahne" agitatorischen und aufklärerischen Einfluss auf den Verlauf der Revolution zu nehmen.
Der Spartakusbund hatte während des 1. Weltkrieges als "Gruppe Internationale" nach dem Parteiausschluss Liebknechts und anderer aus der SPD weiter gegen den Krieg agitiert. Nach der Spaltung der SPD war er als revolutionärer Flügel Teil der USPD und bildete nach dem Krieg eine parteiunabhängige linksrevolutionäre Organisation, aus der schließlich Ende 1918 bis Januar 1919 zusammen mit anderen kommunistisch orientierten Gruppierungen wie zum Beispiel den Bremer Linken mit Paul Frölich und Johann Knief an deren Spitze die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) hervorging. Rosa Luxemburg.jpg Kurz nach deren Gründung wurden Liebknecht und Luxemburg als Symbolfiguren der Revolution durch rechtsnationale Freikorpssoldaten im Dienst der SPD-Regierung unter Friedrich Ebert und Gustav Noske am 15. Januar 1919 gefangen genommen und ermordet.
Dabei waren sowohl Liebknecht als auch Luxemburg an den revolutionären Kämpfen kaum aktiv oder gar führend beteiligt. Für die regierende SPD stellten sie mit ihrer Agitation und ihren aufklärenden Artikeln in der KPD-Parteizeitung "Die Rote Fahne" über die Rolle der SPD als Verräterin der Revolution, dennoch eine Gefahr dar. Die revolutionären Arbeiter und Soldaten sahen in der SPD zumeist noch eine im Grunde revolutionäre Partei, die sie unter der Führung von Ebert, Scheidemann und Noske tatsächlich schon beim Beginn der Novemberrevolution nicht mehr war. Das Verhältnis der SPD-Führung zur Revolution war ein taktisches Verhältnis. Ihr eigentliches Ziel war es, die alten Staatsstrukturen unter einer SPD-Führung zu retten und die Revolution abzufangen, schließlich niederzuschlagen, wofür sie mit den im Krieg herrschenden kaisertreuen und rechtsnationalen Militärs zusammen arbeitete. Diese Zusammenhänge versuchten Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht öffentlich zu machen, und dies war der der politische Grund für ihre Verfolgung und Ermordung.
Die USPD wurde zwischen SPD und KPD zusehends zerrieben. Nach 1922 spielte sie als Splitterpartei politisch kaum noch eine nennenswerte Rolle in der Weimarer Republik. Ein Teil ihrer Mitglieder ging zurück in die SPD, der linke Flügel der USPD war zum größten Teil schon bis 1920 der KPD beigetreten.
Die KPD orientierte sich Anfang der 1920er Jahre zunächst noch an den Prinzipien des von Rosa Luxemburg entworfenen Modells einer sozialistischen Rätedemokratie. Nach verschiedenen Flügelkämpfen, bei der die "Parteirechten" um Heinrich Brandler und August Thalheimer eine Einheitsfront mit der SPD anstrebten, setzte sich auf dem Parteitag 1924 die an der UdSSR orientierte "Parteilinke" durch. Sie hatte die revolutionäre Praxis gegen die junge Weimarer Republik auch nach dem Spartakusaufstand fortzusetzen versucht. Nach dem erfolglosen Versuch, im März 1919, den Generalstreik auszurufen, folgten zu Beginn der 1920er Jahre einige erfolglose regionale Aufstände; so beispielsweise 1920 im Ruhrgebiet und 1921 im Vogtland. Ernst-Thaelmann.jpg Unter dem Vorsitz Ernst Thälmanns ab 1925 bis zu ihrem Verbot 1933 durch die Nazis orientierte sich die KPD im Wesentlichen an den Bolschewiki, der nunmehr kommunistischen Partei in Russland beziehungsweise der UdSSR unter der Vorherrschaft Stalins.
Die von Rosa Luxemburg verfassten rätedemokratischen Prinzipien wurden dabei stillschweigend fallen gelassen. Ende der 1920er Jahre konnte die Partei im Zuge der Weltwirtschaftskrise und den sozialpolitischen Polarisierungen in der deutschen Gesellschaft ihre Mitgliederzahlen und ihr Wählerpotenzial steigern, war jedoch nie an einer Regierung in der Weimarer Republik beteiligt. Mit Clara Zetkin, einer engen Vertrauten und Mitstreiterin Rosa Luxemburgs bis zu deren Tod, stellte die KPD am Ende der Weimarer Republik die Alterspräsidentin des Reichstages. Von 1924 bis 1932 konnte die Partei ihre Anhängerschaft mehr als verdoppeln und hatte kurz vor ihrem Verbot etwa 360.000 Mitglieder. Bei der Reichstagswahl 1932 erreichte sie 16,9 % der Wählerstimmen und 100 Mandate im Reichstag.
Der Kampf gegen den aufkommenden Nationalsozialismus wurde in der KPD nur halbherzig geführt. Als politischer Hauptgegner galt einem großen Teil der KPD die SPD, wohingegen von vielen (nicht nur in der KPD) die Ansicht vertreten wurde, dass sich der Faschismus nach einer möglichen Machtergreifung der Nazis von selbst erledigen würde und danach der Wechsel in ein kommunistisches System einfacher würde. Dieser Stimmung zugrunde lag die von Stalin vorgegebene Sozialfaschismustheorie, an der sich die Partei bis zu ihrem Verbot in Folge des Reichstagsbrands (wobei versucht wurde diesen den Kommunisten unterzuschieben) 1933 orientierte. Allerdings kam es gerade am Ende der Weimarer Republik im Zuge der erbittert geführten relativ kurz aufeinander folgenden Wahlkämpfe zu teilweise heftigen Straßenkämpfen zwischen Anhängern der KPD (siehe auch: Roter Frontkämpferbund) und der SA, einer paramilitärischen Terrororganisation der NSDAP, bei denen auch Todesopfer zu beklagen waren.
Abgesehen von wenigen lokalen Ausnahmen verhinderte die Sozialfaschismustheorie ein gemeinsames Auftreten von KPD und SPD, der beiden politischen Hauptgegner der NSDAP in der deutschen Parteienlandschaft, gegen die Nazis.
Unmittelbar nach der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler rief die KPD zum reichsweiten Generalstreik gegen die faschistische Diktatur auf. Jedoch wurde dieser Aufruf, - anders als beim Kapp-Putsch von 1920 - am 31. Januar 1933 nur in der kleinen schwäbischen Industrieortschaft Mössingen befolgt (vgl. Mössinger Generalstreik), wo die Streikaktionen schnell niedergeschlagen und von der Geschichtsschreibung nahezu verdrängt wurden.
(Weitere Entwicklung der KPD siehe weiter unten unter Kommunistische Parteien unter dem Faschismus und im Kalten Krieg unter Westdeutschland)
Während des Bürgerkriegs wurden auch sozialrevolutionäre und anarchistische Bewegungen, die bei der Oktoberrevolution die Bolschewiki zunächst unterstützt hatten, niedergeschlagen. Ein relativ bekanntes Beispiel dafür ist die Niederschlagung des Aufstands des Kronstädter Sowjets. Weniger bekannt, jedoch größer in der Dimension, war die Unterwerfung der anarchistischen Bewegung der Machnotschina, einer Partisanenbewegung unter Führung des Bauernführers Nestor Machno in der Ukraine, die stark von den Ideen des anarchistischen Theoretikers Peter Kropotkins geprägt war. Die Machnowzi, die etwa 3 Jahre lang den größten Teil der Ukraine kontrolliert hatten, hatten sich sowohl gegen die zaristischen "Weißen Armeen" als auch später gegen die zunächst mit ihnen verbündete Rote Armee Trotzkis zu erwehren, bis sie schließlich 1922 den Bolschewikí unterlagen.
Der Bürgerkrieg, in dessen Folge es auch zu einer großen Hungersnot mit mehreren Millionen Todesopfern gekommen war, schwächte die junge UdSSR mit enormen sozialen Problemen. Dennoch waren die Bolschewiki am Ende erfolgreich und setzten die Vorherrschaft der kommunistischen Partei in Russland und den angegliederten Sowjetrepubliken durch. Plakat kpdsu gross.jpgKommunistische Parteien bildeten sich nach 1918 weltweit seit der Dritten Internationale, der Komintern (Kommunistische Internationale), die 1919 auf Initiative Lenins in Abgrenzung zur zweiten, der sozialistischen Internationale (vergleiche Zweite Internationale) mit 30 Mitgliedsparteien gegründet wurde, und die durch die russische KP, die über die Komintern ihren weltweiten Führungsanspruch über die kommunistische Bewegung geltend machte, maßgeblich geprägt wurde.
Die Erfahrung der Oktoberrevolution in Russland führte innerhalb der KPdSU zur Position, dass vor einer Weltrevolution die Umsetzung des Sozialismus auch in einem Lande möglich sei, um die kapitalistische Staats- und Gesellschaftsordnung durch eine kommunistische zu ersetzen.
Parteien, die sich dieser Position oder dem Führungsanspruch der KPdSU entzogen, wendeten sich in der Folgezeit teilweise wieder eher sozialdemokratischen Positionen zu.
Spätestens ab 1924 waren nahezu alle Kommunistischen Parteien im Grunde lediglich nationale Sektionen der Komintern, ausgerichtet an den Vorgaben der KPdSU.
Nach dem Tod Lenins 1924 führte der Machtkampf um Lenins Nachfolge zum Bruch zwischen Josef Stalin und Leo Trotzki (siehe auch: Linke Opposition). Gegen den ursprünglichen Willen Lenins konnte sich Stalin auch durch innerparteiliche Intrigen durchsetzen. Stalin war schon seit 1922 Inhaber des neu geschaffenen Amtes des Generalsekretärs der Partei, das später von ihm mit fast uneingeschränkten Machtbefugnissen ausgestattet wurde.
Neben Trotzki wurden mögliche Konkurrenten Stalins wie Gregorij J. Sinowjew, Nikolaj I. Bucharin und Lew B. Kamenew, die Stalin zunächst unterstützt hatten, ausgeschaltet, in den 1930er Jahren im Zuge der so genannten "Großen Säuberung" schließlich hingerichtet. Trotzki wurde verbannt und anschließend außer Landes verwiesen. Seine Emigration führte ihn bis nach Mexiko.
Stalin passte den Demokratischen Zentralismus in der praktizierten Realität seinen persönlichen Vorstellungen an und festigte die Führungsrolle der KPdSU. Dabei räumte er einem nationalen Weg zum Kommunismus Priorität ein.
Ein bedeutenderer Einfluss trotzkistischer Parteien blieb insgesamt auf nur wenige Staaten (etwa in Lateinamerika oder in Sri Lanka) begrenzt. Trotzkistische Parteien unterstützten in den 1950er und Anfang der 1960er Jahre unter anderem den am Ende erfolgreichen Unabhängigkeitskrieg der FLN in Algerien gegen Frankreich (siehe auch weiter unten).
Die spanische linkskommunistische Partei Partido Obrero de Unificación Marxista (POUM) spielte neben der anarchosyndikalistischen Gewerkschaft Confederación Nacional del Trabajo (CNT) während des Spanischen Bürgerkriegs gegen die Truppen des Generals Franco zwischen 1936 und 1939 eine relativ wichtige Rolle. Terualsiege.jpg
Die UdSSR belieferte als einzige Großmacht die Republik mit Waffen. Zuvor hatte Stalin vergeblich versucht, Großbritannien und Frankreich zu einem Eingreifen gegen die faschistischen Staaten Deutschland und Italien zu bewegen, die Franco massiv unterstützten. Der 1921 gegründete Partido Comunista de España (PCE) (Kommunistische Partei Spaniens), zunächst eine kleine politische Kraft, erlangte eine dominante Stellung innerhalb der Volksfrontregierung der Republik. Die Kommunisten wandten sich gegen die von den Anarchisten ausgehende Revolution und versuchten das Kleinbürgertum auf ihre Seite zu ziehen. Weiterhin prägten sie mehr und mehr die Militärstrategie der Republik, was zusätzlich starke innenpolitische Friktionen hervorrief. Am 1. Mai 1937 kam es in Barcelona zwischen Kommunisten einerseits und Anarchisten und Linkskommunisten andererseits zu Straßenkämpfen.
Ähnlich wie Russland zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Spanien noch stark landwirtschaftlich geprägt. Die Anarchisten der CNT und deren militanter Arm, die Federación Anarquista Ibérica (FAI), hatten eine millionenstarke soziale Basis. Aufgrund der selektiven Waffenlieferungen, der innenpolitischen Verhältnisse und der Fehler der anarchistischen Führer im Umgang mit der Macht konnten die Kommunisten ihren Einfluß auf Kosten der revolutionären Gruppen ausbauen. Auch die innerlich gespaltenen Sozialisten des PSOE gerieten in den Sog des kommunistischen Einflusses. Der starke, vor allem in der Gewerkschaft verankerte revolutionäre Flügel musste sich unterordnen.
Die POUM wurde von der PCE und von Stalin als konterrevolutionäre Organisation betrachtet, als politische Kraft ausgeschaltet und in die Illegalität getrieben. Gleichzeitig drängten die Kommunisten gemeinsam mit den Liberalen die Revolution in die Defensive und gingen auch physisch gegen Kollektive vor. Die entsprechende Konkurrenz zwischen PCE einerseits und POUM beziehungsweise CNT andererseits und der sich daraus letztlich entwickelnde ideologisch bedingte Zweifrontenkrieg trug mit dazu bei, dass am Ende des Spanischen Bürgerkriegs der von Hitler und Mussolini unterstützte Franco siegte und die franquistische Diktatur Spanien für 36 Jahre prägte. Die CNT, die POUM, die PCE und andere Parteien wurden darauf im Spanien unter Franco verboten. Franco konnte die Macht bis zu seinem Tod 1975 halten.
In der Bundesrepublik Deutschland der 1970er und 80er Jahre gab es trotzkistische Parteien, zum Beispiel die politisch relativ unbedeutende Gruppe Internationaler Marxisten (GIM), die an der Bundestagswahl 2005 teilnehmende PSG und verschiedene andere kleine Splitterparteien.
Damit war Spanien der dritte faschistische Staat in Europa nach Italien (seit 1922) und Deutschland (seit 1933). Während der Zeit des Faschismus waren kommunistische Parteien in den jeweiligen Staaten verboten. Ihre Mitglieder wurden vielfach verhaftet oder (etwa im Deutschen Reich) in Konzentrationslagern interniert und dort oft auch ermordet, wenn sie nicht ins Exil fliehen konnten. So war etwa der Vorsitzende der KPD, Ernst Thälmann, ab 1933 elf Jahre interniert, bis er 1944 im KZ Buchenwald erschossen wurde. Der führende Theoretiker der italienischen KPI, Antonio Gramsci, starb 1937, ebenfalls nach 11 Jahren Haft, im Gefängnis. Sachsenhausen gr.jpg Einige Kommunisten setzten illegal im Untergrund ihre politische Aktivität unter lebensgefährlichen Bedingungen fort. In Deutschland sammelten sich Kommunisten beispielsweise in der Spionageorganisation "Rote Kapelle", wo sie vor allem während des 2. Weltkriegs aus dem Untergrund im Widerstand gegen den Nationalsozialismus der Sowjetunion zuarbeiteten. Buchenwald-bei-Weimar-am-24-April-1945.gif Im Exil arbeiteten Kommunisten auch daran, die Struktur der Partei aufrechtzuerhalten und ihre Reorganisation nach dem Krieg vorzubereiten. Die Exil-KPD in Moskau unter Wilhelm Pieck propagierte ab 1935 eine Volksfront-Politik gegen den Faschismus, nachdem die Sozialfaschismustheorie aufgegeben worden war. Diese Volksfront-Politik war die Voraussetzung für die spätere Vereinigung der KPD mit der SPD zur SED in der sowjetischen Besatzungszone nach dem Krieg 1946. Buchenwald_memorial.jpg Während des 2. Weltkriegs spielten vor allem in Frankreich, Albanien, Griechenland, Italien und Jugoslawien die jeweiligen Kommunistischen Parteien oft eine führende Rolle im Kampf gegen die faschistische Besatzungsmacht und beeinflussten den Partisanenkrieg in bestimmender Funktion. Die Rolle der KPs im Kampf um die Befreiung vom Faschismus in diesen Ländern führte nach dem Krieg dazu, dass die jeweiligen Kommunistischen Parteien auch unabhängig von der KPdSU einflusseiche Positionen erlangten. In Albanien (unter Enver Hoxha) und Jugoslawien (unter Josip Broz Tito) kamen die KPs nach der Befreiung an die Regierung und konnten über Jahrzehnte hinweg je unterschiedliche, eigenständige Formen des Kommunismus etablieren.
Zur Zeit des Stalinismus in der UdSSR (1924-1953) folgten viele kommunistische Parteien dem Leitbild der KPdSU. Der "demokratischer Zentralismus" genannte Parteiaufbau kannte einen Parteikongress, auf dem die anwesenden Delegierten ein Zentralkomitee wählten, das dann das Politbüro wählte.
De facto stellte das Politbüro allerdings eine unkontrollierte Machteinheit dar, und dominierte das Zentralkomitee, welches wiederum sicher stellte, dass die Wahlen auf dem Parteikongress "nach Wunsch" abliefen.
Zur Zeit des Stalinismus wurde in fast allen Ländern, in denen eine kommunistische Partei die Regierung stellte (namentlich in den Ostblockstaaten nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs), Oppositionsparteien verboten oder zwangsassimiliert. Stalin1.jpg Stalin selbst stattete sich mit einer diktatorischen Macht aus, und baute um seine Person einen bis dahin beispiellosen Personenkult auf, der fast schon Züge religiösen Wahns annahm.
Auf dem 14. Parteitag der KPdSU 1925 wurde Stalins Position, sein Kurs und seine Thesen zum Aufbau des Sozialismus in einem Land gefestigt.
Am 1. Dezember 1934 kam Parteisekretär Sergei Mironowitsch Kirow bei einem Anschlag um´s Leben. Stalin nahm dieses Attentat zum Anlass, tatsächliche oder auch nur vermeintliche Widersacher innerhalb und außerhalb der Partei bei den so genannten stalinschen Säuberungen, die die "Große Tschistka" (russisch: "Große Säuberung") genannt wurden, vor allem zwischen 1935 und 1939 teilweise nach spektakulären Schauprozessen auszuschalten (vgl. Moskauer Prozesse). Wenn sie nicht hingerichtet wurden, dann wurden sie zu langen Haftstrafen oder zur Verbannung verurteilt. Dazu wurde ein System von Straf- und Arbeitslagern, das schon in den 1920er Jahren unter Lenin eingerichtet worden war, ausgebaut; - der so genannte "Gulag", den der Schriftsteller und Dissident Alexander Solschenizyn durch seine Veröffentlichungen seit den 1970er Jahren einer weltweiten Öffentlichkeit bekannt machte. Es gibt unterschiedliche Schätzungen über die Zahl der Todesopfer im Gulag. Sie reichen von einigen hunderttausend bis zu mehreren Millionen.
Wirtschaftlich versuchte Stalin, die UdSSR durch eine massive Industrialisierung und den Ausbau des Schienennetzes auf die Höhe der westlichen Industrienationen heranzubringen. Mit rigorosen Mitteln organisierte Stalin die Zwangskollektivierung der Landwirtschaft, wodurch viele Bauern ihre Existenzgrundlagen verloren. Ebenfalls rigoros bekämpfte er die orthodoxe Kirche in der UdSSR. Viele Angehörige des Klerus wurden umgebracht oder in Arbeitslager verbannt. In vielen Orten kam es zum Bildersturm in den orthodoxen Kirchen und zur Zerstörung der christlichen Insignien. MolotovRibbentropStalin.jpg Mit dem Hitler-Stalin-Pakt vom August 1939, in dessen geheimen Zusatzprotokoll Polen und andere Gebiete Osteuropas zwischen Deutschland und der UdSSR aufgeteilt wurden, hoffte Stalin, seinen ideologischen Gegner Hitler von einem Krieg gegen die UdSSR abzuhalten. Stalin-Verteidiger vertreten die Auffassung, dass Stalin damit nur habe Zeit gewinnen wollen, um die Rote Armee bis zum drohenden Krieg zu verstärken. Als 1941 mit dem "Unternehmen Barbarossa" dann doch der deutsche Überfall auf die UdSSR kam, war Stalin und die Rote Armee zunächst überrascht und überrumpelt. Stalin war auf die Unterstützung durch die USA mit Waffenlieferungen über das Nordmeer angewiesen. Die deutsche Wehrmacht konnte zunächst in einem Vernichtungsfeldzug bis vor Moskau und nach Stalingrad (heute: Wolgograd) vordringen. Ww2 Stalingrad GermanSoldiers.jpg Im Winter 1942 /43 kam nach dem Sieg der Sowjetunion über die 6. deutsche Armee in Stalingrad die Wende. Die Deutschen wurden zurückgedrängt und schließlich besiegt. Der Sieg über die NS-Diktatur im "großen vaterländischen Krieg" gab Stalin ab 1945 neuen Auftrieb.
Im Zuge des Krieges war 1943 die Dritte Internationale (Komintern) auch aus Rücksicht gegenüber den westlichen Alliierten USA und Großbritannien aufgelöst worden. Sie wurde 1947, nach Beginn des Kalten Krieges, nachdem die UdSSR ihren machtpolitischen Einfluss auf die neuen Ostblockstaaten ausgedehnt hatte, durch das Kommunistische Informationsbüro (Kominform) ersetzt, das die KPs insbesondere Osteuropas noch stärker als zuvor den Vorgaben der KPdSU unterzuordnen versuchte. Schließlich löste sich auch das Kominform bis 1956 / 57 im Zuge der späteren Entstalinisierung und der von der KPdSU nicht mehr aufzuhaltenden sich unabhängig von ihr auszubildenden kommunistischen Ideologien, vor allem in China, auf. Dennoch behielt die KPdSU auch danach bis zum Niedergang der UdSSR um 1990 / 91 weiterhin einen bedeutenden, wenn auch nach und nach abnehmenden Einfluss auf viele KPs in anderen Ländern.
(Weitere Entwicklung der PCF siehe weiter unten)
Während des Zweiten Weltkriegs spielte die verbotene PCI eine führende Rolle im italienischen Widerstand. Ab 1945 war die Partei mit zu der Zeit 1,8 Millionen Mitgliedern mitgliederstärkste KP Westeuropas und übte danach zeitweise wesentlichen Einfluss auf die Politik des demokratischen Italien aus. Die PCI prägte nach dem Krieg in ihrer zunehmenden Abgrenzung zur Politik der KPdSU in der UdSSR auch die Entwicklung einiger westeuropäischer KPs insgesamt.
(Weitere Entwicklung der PCI siehe weiter unten)
(Weitere Entwicklung der KKE siehe weiter unten)
(Entwicklung nach 1945 siehe weiter unten)
(Entwicklung nach 1945 siehe weiter unten)
Die KP Finnlands, die nach ihrer Gründung 1918 zunächst eine große Bedeutung hatte, büßte diese nach dem Finnischen Bürgerkrieg im selben Jahr wieder ein. Einen größeren Einfluss erlangte sie wieder, als Stalin dort während des Sowjetisch-Finnischen Winterkriegs 1939/1940 eine kommunistische Regierung unter Otto W. Kuusinen einsetzte.
In der Illegalität Spaniens wurde 1942 eine neue kommunistische Partei aufgebaut, die aus dem Exil von 1942 bis 1960 von "La Pasionaria" Dolores Ibárruri Gómez und später, ab 1960 von Santiago Carillo geleitet wurde. (Zu Spanien bis 1939 siehe weiter oben)
Weitere KPs spielten neben den schon genannten bis 1945 und viele auch danach, jedenfalls in Westeuropa, kaum eine gewichtige politische Rolle. - Abgesehen von den KPs Osteuropas im Zuge der sowjetischen Hegemonie nach dem 2. Weltkrieg (siehe weiter unten).
Die meisten europäischen KPs wurden zwischen 1918 und 1923 gegründet und gingen oft aus Abspaltungen der sozialdemokratischen oder sozialistischen Parteien der jeweiligen Staaten hervor. Sie richteten sich zumindest bis 1945 vornehmlich an der UdSSR aus und waren nationale Sektionen der Komintern. Zusammen gefasst wurden in Europa beispielsweise in folgenden Ländern Kommunistische Parteien gegründet:
Insbesondere in den USA waren Kommunisten und andere Sozialisten zeitweise besonderen Repressionen ausgesetzt. Schon lange vor der McCarthy-Ära der 1950er Jahre (siehe weiter unten), war die Furcht vor dem Einfluss kommunistischer Bewegungen, kurz nach der russischen Oktoberrevolution, um 1920 herum besonders stark. Ein bekannt gewordenes Beispiel für die US-amerikanische Empfindlichkeit gegenüber Kommunisten und anderen linken Parteigängern war der Prozess gegen die beiden aus Italien stammenden Arbeiter, der anarchistischen Einwanderer Nicola Sacco und Bartolomeo Vanzetti, denen unter fadenscheiniger Beweisführung 1920 ein Raubmord vorgeworfen wurde. Entlastungsmaterial ließ man verschwinden, wenn man es nicht anderweitig unterdrücken konnte. Sacco und Vanzetti wurden zum Tode verurteilt und 1927, - gegen die Proteste einer internationalen Massenbewegung für ihre Freilassung -, nach sieben Jahren in der Todeszelle auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet. Erst 1977 wurden sie posthum rehabilitiert. Heute gilt als unbestritten, dass die beiden unschuldig waren und ihre Verurteilung, bedingt durch den verbreiteten Antikommunismus in den USA, politisch motiviert und von den entsprechenden Kreisen gewollt war.
(Weitere Entwicklung in den USA siehe weiter unten)
Die erste KP in Lateinamerika war diejenige Argentiniens, gegründet 1918. Es folgten die KP Mexikos 1919, dann die Uruguays 1920, Brasiliens 1922, Kubas 1925, Ecuadors 1926, Perus 1928, die KPs Kolumbiens, Costa Ricas und Venezuelas 1930 und die KP Nicaraguas 1937.
(Weitere Entwicklung in Lateinamerika siehe weiter unten unter Kalter Krieg und Nach dem Kalten Krieg)
Die Zeit des Kalten Krieges nach dem Ende des 2. Weltkriegs, dem die ideologische, soziale, wirtschaftliche, technologische und militärische Konkurrenz (forciert durch die Entwicklung von Atomwaffen zuerst der USA, dann der UdSSR) zwischen den Großmächten USA einerseits und der UdSSR andererseits zugrunde lag, war eine Ära, in der kommunistische Parteien in vielen Ländern der Welt verstärkt Bedeutung erlangten.
Während des Kalten Krieges gab es verschiedene Phasen. Die erste Phase von 1947 bis in die 1970er Jahre war geprägt durch teilweise schwere politische Krisen zwischen den Großmächten, die die Welt zeitweise auch nahe an den Rand eines Atomkriegs brachten. Grenzer an der Berliner Mauer.jpg Im Deutschland der Besatzungszeit (vergleiche Besatzungszone) war es 1948 zur Berlin-Blockade durch die UdSSR gekommen, die nach der Versorgung Berlins durch die amerikanische "Luftbrücke" wieder aufgehoben wurde. 1961 folgte der Bau der Berliner Mauer und die Errichtung des so genannten Eisernen Vorhangs, der den Ostblock in Europa durch eine schwer bewachte und gesicherte Grenze nun nicht nur in einem politisch-diplomatischen Sinn vom Westen trennte. Cubacrisis 01 Nov 1962.jpgDie Stationierung sowjetischer Atomraketen auf Kuba führte 1963 zur Kuba-Krise, bei der nach 2 Wochen angespannten diplomatischen Kräftemessens sozusagen im letzten Augenblick ein Atomkrieg durch das Einlenken beider Regierungen verhindert wurde. Die UdSSR unter Chruschtschow zog ihre Raketen aus Kuba ab. Im Gegenzug entfernten die USA unter Präsident John F. Kennedy etwas später dort schon länger stationierte amerikanische Atomraketen aus der Türkei. Korean War bombing Wonsan.jpg Weitere wichtige weltpolitisch kritische Situationen bildeten beispielsweise der Koreakrieg Anfang der 1950er Jahre, die Niederschlagung der reformkommunistischen Bestrebungen beim ungarischen Aufstand 1956 und beim Prager Frühling in der Tschechoslowakei 1968 durch die UdSSR, sowie der Indochinakrieg und der Vietnamkrieg, der seit 1963/64 bis 1973 unter federführender Mitwirkung der USA auf der Seite Südvietnams statt fand. Er wurde geführt gegen die im Indochinakrieg gegen die Kolonialmacht Frankreich bis 1954 erfolgreichen kommunistischen Viet Minh Nordvietnams unter dem Vorsitzenden der vietnamesischen KP Ho Chi Minh beziehungsweise gegen die oppositionelle Guerillabewegung des Vietcong in Südvietnam. Nach dem Rückzug der USA 1973 siegte der Vietcong bis 1975 und vereinigte die beiden vietnamesischen Staaten unter kommunistischer Herrschaft.
In die Zeit des kalten Krieges fiel auch die sowjetische Intervention in Afghanistan (1979 bis 1989) zur Unterstützung der durch einen Putsch gegen die zunehmend autoritärer gewordene afghanische Republik an die Macht gekommenen kommunistischen Regierung gegen verschiedene von den USA und einigen islamischen Staaten unterstützten islamischen und islamistischen Rebellengruppen, die unter dem Namen Mujaheddin zusammengefasst wurden.
Die 2. Phase des Kalten Krieges wurde durch eine Politik der Entspannung zunächst in Europa im Rahmen der neuen Ostpolitik der westdeutschen Regierung unter Willy Brandt eingeleitet, bei der es nach der Aufnahme verstärkter diplomatischer Kontakte zu den Ländern des Warschauer Paktes und der völkerrechtichen Anerkennung der DDR auch durch die Bundesrepublik im Grundlagenvertrag gelang, die Grenze des eisernen Vorhangs etwas durchlässiger zu machen.
Noch vor dem Rückzug der USA aus dem Vietnamkrieg 1973 kam es auch zu einer relativen Entspannung der kritischen Lage in Südostasien, als US-Präsident Richard Nixon diplomatische Kontakte mit der Volksrepublik China unter Mao Zedong aufnahm; und später auch zur UdSSR, mit der das SALT I-Abkommen zur Begrenzung strategischer Waffen abgeschlossen wurde.
Gleichwohl blieb in Südostasien vor allem Kambodscha, ein Nachbarland Vietmams, bis 1978 unter dem besonders grausamen drei Jahre währenden Pol Pot-Regime und danach weiterhin ein Unruheherd.
Auch in Laos, einem weiteren Nachbarstaat Vietnams waren 1975 in Folge der unblutigen Revolution durch den Pathet Lao, Kommunisten an die Macht gekommen, wo sie bis in die Gegenwart regieren.
Trotz des "Tauwetters" durch die Entspannungspolitik blieben auch die 1970er Jahre von Krisen und Kriegen durchzogen, die im Zeichen des Ost-West-Konflikts standen. Neben dem oben erwähnten Afghanistankrieg wären dabei verschiedene Bürgerkriege im Zuge der Entkolonialisierung vor allem in Afrika zu nennen: So zum Beispiel dem Algerienkrieg der 1950er bis Anfang der 1960er Jahre, danach etwa im Kongo, und ab Mitte der 1970er in Mocambique, Angola und anderen Staaten, wo meist auch kommunistisch geprägte Befreiungs- und Unabhängigkeitsbewegungen bedeutende Rollen spielten. Des Weiteren gehören dazu auch Guerillakämpfe, Revolutionen und Staatsstreiche etwa in vielen Ländern Lateinamerikas unter zumindest indirekter Beteiligung der Supermächte für die eine oder andere Seite.
Außerdem standen sich die Großmächte weiterhin mit einem enormen Vernichtungspotenzial an Atomwaffen und anderen Massenvernichtungsmitteln, die seit dem Ende des 2.Weltkrieges nach den USA auch von der UdSSR entwickelt worden waren, hochgerüstet gegenüber. Insbesondere in der UdSSR führte das Wettrüsten zu einem Verbrauch wichtiger finanzieller Ressourcen, die letztlich mit zum wirtschaftlichen und schließlich auch politischen Untergang der UdSSR beitrugen.
Mit der Politik von Perestrojka und Glasnost Michail Gorbatschows sowie dem Abfall und der Demokratisierung der meisten Ostblockstaaten von der Vorherrschaft der UdSSR am Ende der 1980er Jahre endete der kalte Krieg mit dem Zerfall der UdSSR und mit ihr auch dem Ende der Vorherrschaft der KPdSU in Russland und Osteuropa.
Die kommunistische Partei Chinas (KPCh) unter der Führung Mao Zedongs verfolgte nach der erfolgreichen Revolution, die 1949 zur Gründung der Volksrepublik China geführt hatte, einen eigenen kommunistischen Weg - verstärkt ab 1956, als es wegen Chruschtschows Politik der Entstalinisierung in einem sich zuspitzenden ideologischen Konflikt bis 1960 zum Bruch zwischen China und der Sowjetunion kam. Diese Entwicklung fand ihren Höhepunkt in der von Mao eingeleiteten chinesischen Kulturrevolution ab 1966. Ihr lag die Theorie einer permanenten revolutionären Umgestaltung der Gesellschaft zugrunde; die kommunistischen Ideale sollten im gesamten chinesischen Volk verankert werden - mittels Umerziehung und Ausmerzung jeglicher auch vermeintlich konterrevolutionärer Ansätze. Dabei kam es auch zu gewaltsamen Exzessen unter dem Deckmantel der Partei.
Die KPCh war 1921, 10 Jahre nach Gründung der Republik China, in Shanghai gegründet worden. Sie war aus dem marxistischen Teil der so genannten "Bewegung des vierten Mai" hervorgegangen, die aus der Unzufriedenheit der Regelungen des Versailler Vertrags nach dem 1. Weltkrieg für China entstanden war.
Zunächst gab es noch enge Verbindungen der Partei mit der Kuomintang unter Sun Yat-sen. die KPCh als auch die Kuomintang wurden vorerst gemeinsam von der UdSSR unterstützt. Nach dem Führungswechsel in der Kuomintang begann deren neuer Vorsitzender Chiang Kai-shek, die KPCh in einem Bürgerkrieg ab 1927 gewaltsam auszuschalten. Dabei kam es in Shanghai zu einem Massaker an mehreren tausend Kommunisten durch die Kuomintang. In der Folge stellte die verbliebene KPCh eigene Truppen zusammen und baute in der südchinesischen Provinz Jiangxi eine sozialistische Räterepublik auf. Dabei stützte sich Mao auf die proletarische Landbevölkerung als Basis für den revolutionären Klassenkampf, womit er sich gegen die marxistisch-leninistische Doktrin stellte, nach der die Revolution von der städtischen revolutionären Arbeiterschaft getragen werden sollte. Mao Tse-Tung addresses followers.jpg Mao zog sich 1935 mit seiner Armee und seinen Anhängern auf dem berühmt gewordenen, mehrere Tausend Kilometer "Langen Marsch" in die nordchinesische Provinz Shaanxi zurück, als die Räterepublik in Jiangxi von den Kuomintang militärisch angegriffen wurde. Maos Langer Marsch, mit dem er einer endgültigen Niederschlagung der chinesischen Kommunisten auswich, führte zu einem verstärkten Einfluss seiner Person in der Führung der KPCh.
Mit dem Hegemoniestreben Japans, das zunehmend zur Bedrohung für China wurde, kam es 1936 erneut zum Bündnis zwischen Kuomintang und KPCh. Der Chinesisch-Japanische Krieg - der 1937 den Beginn des 2.Weltkriegs in Asien markierte und bis 1945 dauerte - führte zum gemeinsamen Kampf beider Parteien während des 2. Weltkriegs auf dem asiatischen Festland gegen die Japaner. Aber dieses dennoch konfliktbeladene Bündnis brach unmittelbar nach der Niederlage Japans, und damit dem Ende des 2. Weltkriegs auch in Asien, wieder auseinander.
Es folgte ein weiterer 4-jähriger Bürgerkrieg in China, aus dem die Kommunisten unter Mao schließlich siegreich hervorgingen, und Mao am 1. Oktober 1949 die Volksrepublik China ausrufen konnte.
Die Kuomintang zogen sich auf die Insel Formosa, für China die Provinz Taiwan, zurück, wo sie 1950 mit der nationalchinesischen "Republik China" (oft auch als "Nationalchina" bezeichnet) einen eigenen, bedeutend kleineren, am politischen Westen ausgerichteten chinesischen Staat gründeten. Dieser Staat ist bis heute nicht von der Volksrepublik China anerkannt. Bedingt durch die auch militärische Unterstützung Taiwans beziehungsweise Nationalchinas durch die USA im Rahmen des Kalten Krieges blieb nach Einschätzung vieler politischer Beobachter eine militärische Intervention der Volksrepublik in Taiwan bis dato aus. Mao Zedong Porträt am Eingang zur Verbotenen Stadt.jpg]] Zwischen China unter Mao Zedong beziehungsweise der KPCh und der UdSSR beziehungsweise der KPdSU folgte nach der Entstalinisierung durch Chruschtschow in der Sowjetunion spätestens ab 1957 ein gravierender ideologischer Konflikt, in dem die KPch die Vormachtstellung der KPdSU über die weltweite kommunistische Bewegung ablehnte. Außerdem legte Mao mit seiner eigenen Ideologie, dem Maoismus, den Marxismus-Leninismus anders aus als die KPdSU. Mao hatte seine Ideologie für die breite Bevölkerung aufbereitet in einem nicht nur in China weit verbreiteten kleinen roten Buch, der so genannten "Mao-Bibel".
Der Konflikt zwischen den beiden größten KPs der Welt führte zu einer weiteren Spaltung der KPs beziehungsweise zur Neugründung maoistischer KPs auch in einigen anderen Staaten der Erde. Mit dem maoistischen China hatte damit neben der UdSSR und den USA sozusagen eine dritte Weltmacht und zweite kommunistische Großmacht die weltpolitische Bühne des Kalten Krieges betreten. Noch vor Ende des Vietnamkriegs nahmen die USA mit Präsident Richard Nixon das erste Mal diplomatische Kontakte mit der Volksrepublik China auf, wodurch eine gewisse Entspannungspolitik im kriegs- und krisengeschüttelten Südostasien eingeleitet wurde, mit der jedoch auch das Ziel verfolgt wurde, den Einfluss der UdSSR in der Region zu schwächen, beziehungsweise zu verhindern.
1966 leitete Mao die Kulturrevolution in China ein (siehe oben im Einleitungsabschnitt zu China, Maoismus), die erst 10 Jahre später 1976 mit dem Tod Maos enden sollte. Bis zu Maos Tod beeinflusste die so genannte "Viererbande" um Maos dritte Frau Jiang Qing die Strukturen und Politik der KPCh. Mao selbst war zum Ende seines Lebens hin zunehmend handlungsunfähig geworden. Die "Viererbande" wurde nach Maos Tod gestürzt und 1980 zum Tode verurteilt; 1983 wurden die Urteile in lebenslange Haft revidiert. Jiang Quing beging 1991 kurz nach ihrer Haftentlassung Suizid.
Ab 1978 leitete die KPCh - nun unter Deng Xiaoping - mit den so genannten "Vier Modernisierungen" vor allem wirtschaftliche Reformen ein, die auch zu einer Öffnung Chinas gegenüber dem Weltmarkt führten. Allerdings schlugen sich diese Reformen kaum auf die Innenpolitik in China nieder, wo die KPCh weiterhin allein herrschende Staatspartei blieb.
Die in den 1980er Jahren sich verstärkende vor allem von Studenten getragene Demokratiebewegung (vergleiche Unterkapitel Volksrepublik China im Artikel Bürgerrechtsbewegung), die auch liberale und demokratische Reformen einforderte, wurde unter Einsatz von Panzern gegen eine Großdemonstration der Demokratiebewegung auf dem Platz des himmlischen Friedens 1989 blutig niedergeschlagen.
(Weitere Entwicklung in China siehe weiter unten)
Nach dem Sieg der Alliierten über Deutschland und dem Ende des 2. Weltkrieges gewann die UdSSR die Oberhand über die osteuropäischen Staaten Polen, Tschechoslowakei, Ungarn, Rumänien, Bulgarien und den sowjetisch besetzten Teil Deutschlands (1945-55 war auch der Osten Österreichs darunter). Aus der sowjetischen Besatzungszone, in der 1946 die unter der NS-Diktatur verbotenen Parteien SPD und KPD zur sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) unter Wilhelm Pieck und Otto Grotewohl (zwangs-)vereinigt wurden, ging 1949 die Deutsche Demokratische Republik (DDR) hervor. Gemeinsam mit der DDR bildeten die genannten Staaten unter Oberhoheit der UdSSR 1955 das östliche Militärbündnis Warschauer Pakt als Antwort auf die kurz zuvor von den USA und ihren westlichen Verbündeten gegründete NATO.
Albanien gehörte bis 1968 dem Warschauer Pakt an, trat aber 1968 aus Protest gegen das Vorgehen der UdSSR in der Tschechoslawakei wieder aus.
Wirtschaftlich schlossen sich die Staaten des Ostblocks ab 1949 im RGW (Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe), englisch: Comecon (Council for Mutual economic Assistance) zusammen. Der RGW bildete die wirtschaftliche Konkurrenzbündnis zur westlichen OECD und zur EWG (Europäische Wirtschaftsgemeinschaft) Bis 1978 schlossen sich weitere kommunistische Staaten dem RGW an, so die Mongolische Volksrepublik (Mongolei) 1962, Kuba 1972 und Vietnam 1978. In den 1970er Jahren erhielten auch einige nicht-kommunistische Staaten einen Status im RGW, so zum Beispiel Finnland, Mexiko und Irak.
Albanien, Mitglied seit 1949, wurde 1961 aus dem RGW ausgeschlossen.
Die Länder des Warschauer Pakts wurden alle von stalinistischen kommunistischen Parteien regiert. Nach Stalins Tod 1953 wurde Georgij M. Malenkow Generalsekretär der KPdSU, dessen Amt aber noch im gleichen Jahr von Nikita Chruschtschow übernommen wurde. Reformen der Partei in der UdSSR unter Chruschtschow (Entstalinisierung) seit Februar 1956 nach Chruschtschows Rede auf dem 20. Parteitag der KPdSU, bei der er die Politik des stalinistischen Systems und einen großen Teil seiner Verbrechen offenlegte und kritisierte, wurden in den anderen Staaten des Warschauer Pakts (außer in Albanien) ebenfalls eingeführt. Die Entstalinisierung beließ es zwar auf dem Anspruch der Alleinherrschaft der KPdSU, machte die Partei jedoch wieder zu einem kollektiven Entscheidungsorgan und schwächte die Position des Generalsekretärs in der Sowjetunion.
Trotz der Entstalinisierung wurden reformkommunistische Bestrebungen, die die Vorherrschaft der KPdSU in Frage stellten oder stellen konnten, innerhalb des Warschauer Paktes weiterhin unterdrückt. Entsprechende reformistische Bestrebungen oder gar Aufstände wie etwa in Ungarn 1956 oder in der Tschechoslowakei 1968 (Prager Frühling) wurden gegebenenfalls mit militärischer Gewalt niedergeschlagen. Auch schon der Arbeiteraufstand am 17. Juni 1953 in der DDR, war - nur wenige Monate nach Stalins Tod -, nachdem die SED nicht mehr Herr der Lage schien, von sowjetischen Panzern überrollt worden.
Außenpolitisch führte die Entstalinisierung unter anderem zum ideologischen Konflikt und schließlich bis Ende der 1950er Jahre zum Bruch mit China unter Mao Zedong, wodurch es zu einer Art kommunistischen Schisma kam, weil nun zwei unterschiedliche kommunistische Großmächte weltpolitisch führende Rollen einnahmen. Brezhnev 1.jpeg Insgesamt konnten Chruschtows Reformen unterschiedlich starken Tendenzen der Restalinisierung unter seinen Nachfolgern Leonid Iljitsch Breschnew (1964 bis 1982), Juri Wladimirowitsch Andropow (1982 bis 1984), Konstantin Ustinowitsch Tschernenko (1984 / 1985) jedoch standhalten. Weitere entscheidende und für den Kommunismus insgesamt schwerwiegende Reformen wurden schließlich ab 1985 unter der Regierung Michail Gorbatschows eingeleitet.
(Weitere Entwicklung in der UdSSR, Russland und Osteuropa siehe weiter unten)
Jugoslawien unter dem Ministerpräsidenten und später auch Staatspräsidenten auf Lebenszeit Josip Broz Tito zerwarf sich mit der KPdSU schon 1948 und wurde aus dem Kominform ausgeschlossen (siehe auch weiter oben). Es war politisch freier und folgte wirtschaftlich einem eher der Marktwirtschaft und weniger der Planwirtschaft folgenden Modell. Titos Modell des Weges zum Kommunismus prägte die Ideologie des Titoismus. Jugoslawien gehörte mit Ägypten und Indien zu den Initiatoren des 1961 gegründeten Bündnisses der blockfreien Staaten, dem sich neben anderen Staaten auch das kommunistische Kuba und das arabisch-revolutionäre Libyen unter dessen Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi anschlossen.
Tito war in Jugoslawien darauf bedacht, dass die Teilrepubliken Serbien, Kroatien, Montenegro, Slowenien, Mazedonien und Bosnien untereinander gleichberechtigt waren. Diese Politik der Gleichstellung der Teilrepubliken wurde nach Titos Tod 1980 nach und nach schleichend aufgegeben und wich spätestens nach Übernahme der Partei- und Staatsführung unter Slobodan Milošević einer zunehmenden Dominanz Serbiens mit einem verstärkten serbischen Nationalismus, der in den anderen Teilrepubliken zu zunehmenden Autonomiebestrebungen führte, die nach den Unabhängigkeitserklärungen Sloweniens, Makedoniens, Kroatiens und Bosniens ab den den frühen 1990er Jahren in Bürgerkriegen eskalierten.
Albanien (siehe auch weiter oben) hatte unter der Parteiführung Enver Hoxhas bis 1948 zunächst noch enge Beziehungen zu Jugoslawien. Zeitweise wurde sogar eine Vereinigung beider Staaten erwogen. Das Verhältnis beider Staaten verschlechterte sich jedoch drastisch nach Titos Bruch mit Stalin.
Die weiterhin streng stalinistisch ausgerichtete KP Albaniens ("Partei der Arbeit") distanzierte sich im Zuge der Entstalinisierung in der UdSSR ebenfalls, wenn auch aus anderen Gründen als die jugoslawische KP, zusehends von der Sowjetunion und wandte sich verstärkt China zu. Ansonsten verfolgte Hoxha eine Politik der Abgrenzung nach außen und verschloss sich jeglichen Reformen. Seine Innenpolitik war von starker repressiver Kontrolle gekennzeichnet.
Die UdSSR beendete 1961 endgültig die diplomatischen Beziehungen zu Albanien, das nach dem Ausschluss aus dem RGW auf die wirtschaftliche Unterstützung aus China angewiesen war. Dennoch blieb Albanien vorerst noch Mitglied im Warschauer Pakt, aus dem es erst 1968 aus Protest gegen den die sowjetische Intervention in der ČSSR austrat.
Auch zu China verschlechterten sich die albanischen Beziehungen ab der 1970er Jahre, nachdem Mao diplomatische Kontakte zu den USA aufgenommen hatte. Nach mehrfacher öffentlicher Kritik Albaniens an China, stellte China schließlich 1978 seine Wirtschaftshilfe für das Land ein. Albanien blieb im wesentlichen bis zum Tod Hoxhas 1985 stalinistisch geprägt.
1985 übernahm Ramiz Alia die Führung der KP in Albanien. Im Zuge der Demokratiewelle im Ostblock kam es auch in Albanien ab Ende der 1980er Jahre zu Reformen - bis hin zur Zulassung anderer Parteien. Trotz starker politischer Unruhen und vor allem von Studenten getragenen Massendemonstrationen zwischen 1989 und 1991, die zur Ausrufung des Ausnahmezustandes führten, gewann die KP, die sich inzwischen in Albanische Sozialistische Partei umbenannt hatte, 1991 die ersten freien Parlamentswahlen in Albanien. Unter anderem aufgrund der katastrophalen wirtschaftlichen Lage gingen die Massendemonstrationen und Unruhen weiter. Im Laufe der 1990er Jahre kam es außerdem zu großen Flüchtlingswellen. Viele Albaner versuchten, über die Adria nach Italien zu gelangen.
Nach den Parlamentswahlen 1992 kam das erste Mal nach dem 2. Weltkrieg eine nicht-kommunistische Regierung in Albanien an die Macht. Das Land blieb jedoch weiterhin von Krisen geschüttelt.
In Westeuropa waren die großen kommunistischen Parteien in Frankreich und Italien in Wahlen am erfolgreichsten. Sie entwickelten ab der späten 1960er und in den 1970er Jahren die eigenständige Ideologie des Eurokommunismus, in der die Forderung nach einer Revolution abgelegt, und die Legitimität von freien Wahlen sowie ein Mehrparteiensystem akzeptiert wurden. Ihre hohen Mitglieder- und Wählerzahlen stellten eine Akzeptanz der Kommunistischen Partei sicher, wie es in anderen westlichen Staaten oft nicht der Fall war. Die kommunistischen Parteien spielten in Frankreich und Italien eine oft tragende Rolle in der Politik und waren zeitweise auch an Regierungen beteiligt.
Aufgrund ihrer Ablehnung existierender Wirtschafts- und Gesellschaftsstrukturen im Westen und der teilweise auch bloß unterstellten Bereitwilligkeit, Veränderungen auch mittels Gewalt herbeizuführen, wurden kommunistische Parteien in vielen westlichen marktwirtschaftlich orientierten Industriestaaten, vor allem in den USA, aber auch in der Bundesrepublik Deutschland und anderen Ländern, mit großem Misstrauen betrachtet. Insbesondere während des Kalten Krieges wurden dort kommunistische Parteien oft verboten oder von Geheimdiensten beobachtet.
Unter dem Generalsekretär Waldeck Rochet bis Ende der 1960er Jahre gab die PCF ihre Moskauorientierung auf und bekannte sich zur friedlichen Koexistenz, zum pluralistischen System und zum Mehrheitsprinzip. Unter Georges Marchais wurde die Partei 1973 mit 20,6 % stärkste Fraktion der französischen Nationalversammlung. Ende der 1970er Jahre ging der Einfluss der Partei vor allem wegen ihrer positiven Haltung zum sowjetischen Einmarsch in Afghanistan ab 1979 zunächst wieder zurück, stieg aber in den 1980ern wieder an. Zwischen 1981 und 1984 stellte die PCF vier Minister in der sozialistischen Regierung François Mitterrands. Von 1997 bis 2002 war die Partei erneut unter dem sozialistischen Premierminister Lionel Jospin an der Regierung beteiligt.
Die PCP ist eine der erfolgreichsten kommunistischen Parteien Westeuropas. Sie hat gegenüber den meisten anderen linken Parteien in Europa den Vorteil, ein Pendant im Bereich der Gewerkschaften, CGTP-IN, zu haben. Bei Wahlen tritt sie im Rahmen des Wahlbündnisses CDU an. Die Partei bekennt sich ausdrücklich zum Marxismus-Leninismus. In ihrer inneren Struktur besteht die PCP nach wie vor auf den demokratischen Zentralismus. Entscheidungen werden umfassend diskutiert, sind aber nach dem Beschluss bindend für alle Parteimitglieder.
Veränderungen und Erfolge der Nelkenrevolution waren die Wiederherstellung der Demokratie und die Entlassung der afrikanischen Kolonien, darunter Angola und Mosambik, in die Unabhängigkeit.
Dort folgten der Unabhängigkeit lange Bürgerkriege, die sich auch zu Stellvertreterkriegen im Kalten Krieg entwickelten und wo sich schließlich die marxistischen Befreiungsbewegungen MPLA in Angola, FRELIMO in Mosambik, wenn auch mit Zugeständnissen an die jeweiligen Gegenparteien und gewissen Anpassungen an den politischen "Westen" durchsetzen konnten. (Angola siehe weiter unten, Mosambik siehe noch weiter unten)
Auf dem 17. Parteitag der Kommunistischen Partei Portugals (PCP) wählten 1298 Delegierte ein Zentralkomitee von 176 Mitgliedern. Carlos Carvalhas, der die Partei seit 1992 als Generalsekretär geführt hatte, kandidierte auf eigenen Wunsch nicht wieder. Zum neuen Generalsekretär wurde der 57jährige Jerónimo de Sousa gewählt.
Auf dem Parteitag bekräftigte die PCP ihre ablehnende Haltung zur Europäischen Verfassung. Diese sei ein Projekt des Neoliberalismus und den Interessen des internationalen Monopolkapitals verpflichtet, das die souveränen Rechte der kleineren Mitgliedstaaten einschränke und damit auch nicht im nationalen Interesse Portugals liege.
Darüber hinaus lehnte der Parteitag eine Mitgliedschaft der PCP in der »Europäischen Linkspartei« ab. Eine supranationale Partei entspräche in der gegenwärtigen Situation bei der Vielfalt der ideologischen Positionen nicht den Anforderungen, sondern stelle eher ein Zugeständnis an die Strukturen der Europäischen Union (EU) dar.
Auch die anarchosyndikalistische Gewerkschaft CNT wurde wieder neu gegründet. Wie die PCE erlangte die CNT jedoch ebenfalls bei weitem nicht mehr die Bedeutung, die sie in der Zeit der zweiten spanischen Republik und des spanischen Bürgerkriegs bis 1939 hatte (siehe weiter oben).
Die Labour-Party war lange Zeit eine linkssozialdemokratische Volkspartei, in der es zeitweilig einen relativ starken trotzkistischen Flügel gab. Jedoch vor allem unter Tony Blair als britischem Premierminister in der Gegenwart kam die Mehrheit der Labour-Party zunehmend von einem relativ linken Kurs ab und schwenkte auf den Neoliberalismus um.
Die CPGB löste sich 1991 im Zuge der Veränderungen im Ostblock auf. Weiterhin als KP fungieren die Communist Party of Britain und andere kommunistische Splittergruppen, die allerdings so gut wie keinen nennenswerten Einfluss auf die offizielle Politik Großbritanniens haben.
In den drei Besatzungszonen Westdeutschlands nach dem 2. Weltkrieg lehnte die SPD unter Kurt Schumacher eine Vereinigung der SPD mit der KPD, wie sie 1946 in der sowjetischen Besatzungszone stattgefunden hatte, ab. Die KPD spielte in der Trizone nur eine untergeordnete Rolle. Sie stand dort im Schatten der SPD, die für viele Westdeutsche als die bedeutendere politische Vertretung der Arbeiterinteressen angesehen wurde, und anfangs teilweise Maßnahmen vertrat, die auch von der KPD gefordert wurden, so etwa unter anderem die Verstaatlichung einiger Bereiche der Schwerindustrie.
Die Anhängerschaft der KPD war im Westen Deutschlands auch mit durch die Ermordung vieler KPD-Mitglieder in den KZs der Nazis in der vorhergehenden Zeit der 12-jährigen NS-Diktatur deutlich dezimiert worden. Die meisten der überlebenden Kommunisten, die aus dem Exil zurück gekehrt waren, setzten ihre Hoffnung in eine von Ostdeutschland ausgehende kommunistische Gesellschaftsentwicklung unter dem Dach und Schutz der UdSSR. Entsprechend hatten sich auch viele von ihnen hauptsächlich in der sowjetischen Besatzungszone, der nachfolgenden DDR, für die SED oder in der SED engagiert.
Als 1949 die Bundesrepublik gegründet wurde, war die westdeutsche KPD mit einer kleinen Fraktion noch im ersten deutschen Bundestag bis 1953 vertreten. Sie lehnte die Westbindung der CDU-Regierung unter Bundeskanzler Konrad Adenauer ab, und forderte die Annahme der Stalin-Noten, die im Wesentlichen die Neutralität und Entmilitarisierung Deutschlands als Voraussetzung für die Aufhebung der deutsch-deutschen Teilung forderten.
Anders als Österreich, wo eine Teilung des Landes vermieden wurde, akzepierte Adenauer diese Bedingungen nicht. Er setzte seine Politik der wirtschaftlich-militärischen Westorientierung fort, die insbesondere an den Vorgaben der USA ausgerichtet war, die mit dem Marshall-Plan den Grundstein für den wirtschaftlichen Erfolg Westdeutschlands im so genannten "Wirtschaftswunder" der 1950er und frühen 1960er Jahre legten.
Nach der Bundestagswahl 1953 fiel die KPD unter die Fünf-Prozent-Hürde und spielte danach als Splitterpartei auf parlamentarischer Ebene im Bund keine Rolle mehr.
In der Bundesrepublik Deutschland wurde die KPD schließlich 1956, unter anderem im Zusammenhang mit den massenhaften Protesten gegen die Remilitarisierung (Gründung der Bundeswehr) und später gegen eine atomare Bewaffnung der Bundeswehr (vergleiche Friedensbewegung) durch das Bundesverfassungsgericht als "grundgesetzwidrig" verboten.
1968 und danach kam es nach dem Niedergang der Studentenbewegung (APO) neben Gründungen verschiedener kleiner kommunistischer Splitterparteien, - den so genannten K-Gruppen -, auch zur Gründung der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP), die sich als Nachfolgerin der KPD betrachtete und sich politisch an der SED in der DDR ausrichtete, aber letztlich bis auf kleinere kommunale Erfolge (etwa in Tübingen oder Marburg sowie einigen Städten im Ruhrgebiet) ohne nennenswerten parlamentarischen Einfluss in der Bundesrepublik Deutschland blieb.
In den 1970er Jahren waren vor allem Mitglieder der DKP erneut staatlichen Repressionen ausgesetzt, besonders, wenn sie eine Anstellung im öffentlichen Dienst oder als Beamte anstrebten. Durch den Radikalenerlass (von der sich dagegen formierenden Protestbewegung auch Berufsverbote genannt) der SPD / FDP-Regierung unter Bundeskanzler Willy Brandt (SPD) wurde vielen von ihnen eine entsprechende berufliche Laufbahn verwehrt.
In den 1970er und 1980er Jahren beteiligte sich die DKP neben anderen kommunistischen Splittergruppen in verschiedenen Bündnissen an den Protesten der Neuen sozialen Bewegungen, vor allem in der Friedensbewegung und der Anti-Atomkraft-Bewegung. Bei den Atomkraftgegnern fand die DKP jedoch weniger Resonanz, da sie die Kernkraftwerke Osteuropas als sicherer betrachtete, weil sie "unter der Kontrolle des Volkes" stünden; ein Argument, das bei den meisten Aktiven der Anti-AKW-Bewegung als eher lächerlich abgetan wurde und durch die Reaktorkatastrophe 1986 im ukrainischen Tschernobyl auch ad absurdum geführt wurde.
(Weitere Entwicklung in Deutschland siehe weiter unten)
Die Kommunistische Partei Österreichs (KPÖ) war von 1945 bis 1959 nur vier Jahre über die Besatzungszeit der Alliierten hinaus als kleine Fraktion im österreichischen Nationalrat vertreten und musste sich danach auf außerparlamentarische Aktivitäten beschränken. Österreich war nach dem 2. Weltkrieg ähnlich wie Deutschland, jedoch länger als dort, bis 1955 in vier Besatzungszonen unter den Alliierten USA, Frankreich, Großbritannien und UdSSR aufgeteilt. Die Vertretung der KPÖ im Nationalrat war in dieser Zeit vor allem der Präsenz der Sowjetunion als Besatzungsmacht zu verdanken. Eine Teilung Österreichs in 2 unterschiedliche Staatssysteme wie in Deutschland konnte vermieden werden, weil sich Österreich anders als die Bundesrepublik Deutschland auf die Bedingungen Stalins, beispielsweise die Verpflichtung zur Neutralität zwischen den Blöcken, eingelassen hatte. Nach der Wiedererlangung der vollen staatlichen Souveränität Österreichs und dem Rückzug der Besatzungsmächte verlor die KPÖ deutlich an politischem Einfluss und Bedeutung.
Die KP Finnlands war seit 1966 an verschiedenen Volksfrontregierungen des ostskandinavischen Landes beteiligt.
In den 1960er und 1970er Jahren bildeten sich in einigen Ländern Westeuropas (vor allem in Westdeutschland, Italien, Großbritannien und Frankreich) nach der abflauenden Studentenbewegung kleine, oft heftig gegeneinander konkurrierende kommunistische so genannte "Splitterparteien", die teilweise anderen als den bis dahin in Europa tradierten kommunistischen Konzepten folgten. Neben dem Versuch mancher, den Stalinismus wiederzubeleben, vertraten andere Konzepte des Trotzkismus, des Maoismus oder anderer neuer / alternativer linker Gesellschaftsentwürfe, die sich oft auch an den Befreiungsbewegungen der Entwicklungsländer und Schwellenländer orientierten beziehungsweise sich mit ihnen solidarisierten (Antiimperialismus) (vergleiche auch Neue soziale Bewegungen). Mit Ausnahme einiger kleiner Erfolge, in Italien zum Beispiel durch die anarchistisch-alternativ geprägte radikale Partei (Partito Radicale), zeitweilig mit der prominenten Pornodarstellerin Ilona Staller als einem "Zugpferd" unter ihren Kandidatinnen, konnten diese Parteien parlamentarisch jedoch nicht Fuß fassen und blieben auf außerparlamentarische Aktivitäten beschränkt.
In antikommunistisch orientierten Staaten erfuhren auch Einzelpersonen, die einer kommunistischen Partei angehörten oder nahe standen, Probleme.
In den USA kam es Anfang der 1950er Jahre in der so genannten McCarthy-Ära, benannt nach dem rechtskonservativen republikanischen Senator Joseph McCarthy zu einer regelrechten Hetzjagd gegen Kommunisten und deren Sympathisanten. In einem Senatsausschuss für unamerikanische Umtriebe mussten sich viele prominente und nicht prominente Amerikaner oder in den USA lebende Ausländer teilweise entwürdigenden öffentlichen Verhören unterziehen. Unter ihnen war auch ein deutscher Emigrant, der Dichter und Dramaturg Bertolt Brecht.
In den USA waren es vor allem Wissenschaftler und Künstler, hier insbesondere aus dem Filmgeschäft und der Unterhaltungsindustrie, die in der McCarthy-Ära ihre Beschäftigung verloren und der sozialen Ächtung ausgesetzt wurden. Der berühmte und legendäre britische Schauspieler, sozialkritische Regisseur und Fimkomödiant Charlie Chaplin kehrte aus Protest gegen diese Praxis der politischen Denunziation und des extremen Antikommunismus von einer Europareise 1952 nicht mehr in seine langjährige Wahlheimat USA zurück, und ließ sich in der Schweiz nieder.
Bei alledem spielte die Kommunistische Partei der USA in den USA selbst kaum eine nennenswerte Rolle. Noch am ehesten bekannt wurde sie durch Aktivitäten einzelner hervorgehobener Mitglieder bei bestimmten Gelegenheiten, so etwa durch den Journalisten und Schriftsteller John Reed, der 1917 eine große Reportage über die Oktoberrevolution geschrieben hatte, und der zeitweilig US-amerikanischer Delegierter bei der Dritten Internationale war; oder durch die afroamerikanische Aktivistin Angela Davis, die sich in der US-amerikanischen Studentenbewegung der 1960er Jahre engagiert hatte und durch Protestaktionen gegen den Vietnamkrieg bekannt wurde.
In manchen Ländern der im Kalten Krieg so genannten "Dritten Welt", die noch nicht lange von den Kolonialmächten unabhängig geworden waren, oder wo westlich unterstützte Diktaturen regierten, versuchten durch Revolutionen und Bürgerkriege an die Macht gekommene kommunistische Parteien, die oft aus Guerilla- oder Befreiungsbewegungen entstanden (Kuba) oder teilweise mit ihnen synonym waren (Nicaragua, Mosambik, Angola, Algerien), eine Verbesserung der Verhältnisse gegen den Widerstand von oft aus den USA finanzierten konterrevolutionären Kräften umzusetzen; etwa in Form von sozialen Veränderungen zugunsten der ärmeren Schichten, Bildungsprogrammen, Enteignungen ausländischer Konzerne, freier medizinischer Versorgung usw..
Die entsprechenden Bewegungen hatten dort nicht notwendigerweise wegen ihrer Ideologie Zulauf, sondern aufgrund ihrer Gegenposition zur herrschenden Elite und der dahinter stehenden Großmacht oder Kolonialmacht, die oft genug mit repressiven Unterdrückungsmethoden gegen die Mehrheit der Bevölkerung vorging. Wie in China gelang es den Kommunisten in Vietnam, die Bestrebungen innerhalb Bevölkerung nach Unabhängigkeit aufzugreifen. Die sozialen Dienstleistungen und die höhere Akzeptanz der kommunistischen Führung, bedingt durch deren Anpassung an die Bedürfnisse der städischen und vor allem ländlichen Unterschicht, hatte beide KPs für die Mehrheit attraktiv gemacht. Dagegen waren bei ihren Gegnern eine strukturelle Korruption, Nepotismus und Erscheinungsformen von Organisierter Kriminalität vorherrschend.
In vielen Staaten Asiens, Afrikas und Lateinamerikas konnten Kommunisten mit einigen Ausnahmen wie beispielsweise in der Mongolei, in Libyen (dort in eigener Art kommunistisch geprägt), Algerien , Vietnam, Laos, Nordkorea oder Kuba nur vergleichsweise selten politischen Erfolg über einen längeren Zeitraum erreichen (siehe auch weiter unten).
In einigen anderen Staaten, in denen Regierungen mit vom Kommunismus geprägten Versprechungen an die Macht kamen, schufen sie dort manchmal staatsterroristische Regime, die letztlich mit dem Kommunismus, wie man sich ihn auch vorstellen mochte, kaum noch etwas gemein hatten. Soziale, wirtschaftliche und gesellschaftliche Veränderungen im Sinne einer kommunistischen Idee wurden dabei oft genug fallen gelassen zugunsten des persönlichen Machterhalts und der damit verbundenen Privilegien der entsprechenden Diktatoren, die sich meist nur mit Hilfe des Militärs an der Macht halten konnten.
(Weitere Entwicklung der MRVP zur erneuten Regierungsmacht ab 2000 siehe weiter unten'')
Der Bürgerkrieg zwischen Nord- und Südvietnam eskalierte ab etwa 1963 nach der von den USA unterstützten Regimes unter Ngô Đình Diệm in Südvietnam zum Vietnamkrieg gegen Nordvietnam und die oppositionelle südvietnamesische Guerillabewegung FNL. Die US-Regierung befürchtete durch das relativ erfolgreiche Beispiel Nordvietnams eine weitere Ausbreitung des Kommunismus in ganz Südostasien und versuchte letztlich, mit ihrer militärischen Intervention eine solche Entwicklung zu verhindern. Der starke Widerstand der kommunistischen Guerilla gegen die im Grunde technisch überlegene Militärmaschinerie der Amerikaner machte es für Präsidenten Lyndon B. Johnson ab Mitte der 1960er Jahre erforderlich, massive Truppenkontingente und schweres militärisches Gerät nach Vietnam zu verlegen und das Land starken Bombardements auszusetzen. Unter Richard D. Nixon, der ab 1969 einen schrittweisen Truppenabzug vollzog, verbesserte sich die Lage der Amerikaner nicht wesentlich.
Viet cong verluste.jpg Die zehnjährige militärische Kampagne der USA im Vietnamkrieg konnte den Sieg der Kommunisten nicht verhindern. 1973 hatten die USA, nicht zuletzt in Folge der Proteste im eigenen Land, von ihrem Engagement, das von vielen Kriegsverbrechen und Grausamkeiten überschattet war, zurück gezogen. Der Klientelstaat im Süden konnte nicht gehalten werden. Der Vietnamkrieg hatte auf vietnamesischer Seite mindestens 1,5 Millionen Menschen, auf US-amerikanischer Seite etwa 58.000 Soldaten das Leben gekostet.
Das Bestreben der USA, die Ausbreitung des Kommunismus in Südostasien auf gewaltsame Weise zu stoppen, war gescheitert. Auch in den Nachbarstaaten Vietnams - Laos und Kambodscha, die im Laufe des Krieges in den Krieg verwickelt worden waren, kam es zu kommunistischen Revolutionen, die die mit den USA verbündeten Regime stürzten. Der Vietcong besiegte bis 1975 die letzten südvietnamesischen Einheiten. 1976 folgte die offizielle Vereinigung Nordvietnams mit Südvietnam unter Herrschaft der kommunistischen Partei, die dort bis in die Gegenwart an der Regierung ist (siehe weiter unten).
1993 wurde Kambodscha zu einer parlamentarischen Monarchie und Sihanouk bestieg wieder den Thron. Die CPP blieb weiterhin eine einflussreiche politische Partei im Land und war, wenn auch nicht ohne Konflikte und Unruhen, an verschiedenen Regierungen beteiligt. Die Roten Khmer blieben trotz Illegalität weiterhin im Untergrund aktiv und waren besonders im Grenzgebiet zu Thailand noch einflussreich. Erst nach dem Tode Pol Pots gaben die letzten Kämpfer der Roten Khmer Ende 1998 auf.
Bei den Parlamentswahlen 2003 erreichte die CPP eine Mehrheit von 73 Sitzen und stellt mit Hun Sen in einer Koalition mit 2 anderen Parteien, die erst 3 Monate nach der Wahl auf Vermittlung des Königs zustande kam, den aktuellen Ministerpräsidenten.
Die kubanische Revolution und die Revolutionsbewegung Castros hatten auch prägenden Einfluss beziehungsweise Vorbildfunktion für weitere revolutionäre Bewegungen in ganz Lateinamerika, so etwa in Nicaragua, wo 1979 die sandinistische Befreiungsbewegung FSLN unter Daniel Ortega den Diktator Somoza stürzte und gegen den Widerstand der von den USA finanzierten und ausgebildeten Contras an die Regierung kam. Nach 11 Jahren wurde sie dort 1990 bei demokratischen Wahlen von einer bürgerlichen Partei abgelöst.
Auch die Volksfrontregierung Chiles unter dem Sozialisten Salvador Allende setzte nach ihrer demokratischen Regierungsübernahme 1970 ähnliche soziale und wirtschaftspolitische Maßnahmen wie in Kuba in Chile um. US-Geheimdienste und US-amerikanische Konzerne unterstützten darauf General Augusto Pinochet bei seinem Militärputsch, der 1973 die Regierung Allendes gewaltsam stürzte und eine Jahrzehnte lange Militärdiktatur etablierte. Neben Tausenden von den Militärs hingerichteten Linken und Intellektuellen war auch Allende selbst bei dem Putsch ums Leben gekommen.
Weitere Beispiele von Kuba beeinflusster, aber unabhängiger linksrevolutionärer Bewegungen waren die FMLN in El Salvador, die zwischen 1979 und 1991 in einem blutigen Bürgerkrieg, die dortige grausame Militärdiktatur zu stürzen versuchte; oder die auch schon globalisierungskritische Bewegung der Zapatistas im südmexikanischen Bundesstaat Chiapas, die Mitte der 1990er Jahre versuchte, die Rechte der vor allem indianischen Landbevölkerung gegen die Zentralregierung Mexikos durchzusetzen.
(Weitere Entwicklung anderer linkssozialistischer Regierungen in Lateinamerika – bspw. in Venezuela und Brasilien – siehe weiter unten)
Andere Beispiele bilden erfolgreiche und nicht erfolgreiche Umsturzversuche der einen oder anderen Seite, Bürgerkriege und Aufstände etwa im Kongo, in Angola, Mocambique, Äthiopien, Madagaskar, in El Salvador, Kolumbien, in Indonesien, den Philippinen, Afghanistan, Myanmar (Birma) und anderen Staaten. In einigen dieser Länder waren kommunistische Parteien oder Bewegungen zeitweise an der Macht; vereinzelt regieren manche von ihnen unter veränderten Bedingungen bis in die Gegenwart (Myanmar, Angola, Mocambique).
Dieses Kapitel behandelt Entwicklungen und "Spielarten" kommunistisch orientierter Parteien in der arabisch-islamischen Welt und anderen Staaten mit moslemisch geprägter Kultur bis in die Gegenwart.
In arabischen beziehungsweise vor allem islamisch geprägten Staaten des Nahen und Mittleren Ostens sowie Nordafrikas spielten kommunistische Parteien meist keine über einen längeren Zeitraum bedeutsame Rolle, sofern sie in den jeweiligen Staaten (wie zum Beispiel in eher säkularisierten Ländern wie etwa Ägypten, Libanon, Syrien) - zumindest zeitweilig - zugelassene Parteien waren. Vom Kommunismus beeinflusst waren auch große Teile der Bewegung des säkularen Panarabismus.
Sowohl Gaddafi als auch die PLO unterstützten während des kalten Krieges lange Zeit auch terroristische Methoden und weltweit agierende Gruppen zur Durchsetzung ihrer Ziele und verstanden sich als "Teil einer internationalen Befreiungsbewegung gegen den Imperialismus", - aus ihrer Sicht insbesondere gegen den der USA und Israels. Sie gewährten auch Mitgliedern linksterroristischer Gruppierungen aus Westeuropa (beispielsweise Rote Brigaden aus Italien, Rote Armee Fraktion aus Westdeutschland) Unterschlupf und anderweitige Unterstützung.
Im Zuge der antizionistischen Kominform-Politik unter Stalins Vorherrschaft wurden führende jüdische Politiker der Kommunistische Partei der Tschechoslowakei vor allem bei den Prager Prozessen aus der dortigen KP entfernt. Der Mapam war in diesem Zusammenhang die Beteiligung an einer zionistischen Verschwörung in Prag vorgeworfen worden. Nach dieser Konfrontation mit dem Stalinismus wandte sich die Mapam im Laufe der 1950er Jahre von ihren radikal linken Positionen ab, und wurde zu einer linkssozialdemokratischen Partei. Ein Teil der Führungskader der Partei machte den Kurswechsel jedoch nicht mit und wechselte in eine eigenständige Kommunistische Partei Israels, die allerdings nur eine marginale Rolle in der israelischen Politik spielte.
1969 beteiligte sich die Mapam zusammen mit der Arbeitspartei (Avoda) am linken Wahlbündnis Maarach (Vereinigung). Sie verließ 1992 dieses Bündnis aus Protest gegen die Entscheidung von Schimon Peres, eine Koalition mit der rechtskonservativen Likud-Partei einzugehen.
Mit anderen linken und linksliberalen israelischen Bewegungen gründete die Mapam daraufhin die Wahlkoalition Meretz, in der die Partei schließlich aufging, als Meretz 1996 in eine eigenständige links orientierte Partei umgewandelt wurde. Meretz war die erste zionistische Partei Israels, die die Gründung eines unabhängigen palästinensichen Staates neben Israel befürwortete.
Als Wahlbündnis war Meretz von 1992 bis 1996 und als Partei von 1998 bis Anfang 2001 an von der Arbeitspartei geführten Koalitionsregierungen beteiligt. 2004 vereinigte sich Meretz mit der Partei Shahar (Morgenröte), einer linken Abspaltung der Arbeitspartei, die vom pazifistischen Politiker Jossi Beilin geführt wurde, zu einer neuen linkssozialdemokratischen Partei unter dem Namen Yachad (Sozialdemokratisches Israel).
Unter den antizionistischen Parteien gilt in der Gegenwart insbesondere die Chadasch (Demokratische Front für Frieden und Gleichberechtigung) als in der Knesset, dem israelischen Parlament, vertretene KP, deren Wählerpotenzial sich mehrheitlich aus arabischen Arbeitern und nur in einer Minderheit aus jüdischen Kommunisten rekrutiert.
1990 hob Gorbatschow das in der sowjetischen Verfassung von 1977 festgeschriebene Machtmonopol der Partei auf. Beim Bestreben, die KPdSU selbst zu reformieren, kam es im August 1990 zu einem orthodox-kommunistischen Putschversuch gegen Gorbatschow. Nach dessen Scheitern aufgrund des Widerstands des russischen Präsidenten Boris Jelzin und der Moskauer Bevölkerung wurde die KPdSU vom Obersten Sowjet unionsweit verboten.
Die turbulenten Ereignisse im Zuge der Volksaufstände gegen die Vorherrschaft der KPs in allen Staaten Osteuropas bis zum Ende der 1980er Jahre, beginnend in Polen mit der Gründung der unabhängigen Gewerkschaft Solidarność und endend mit dem Fall der Berliner Mauer in der DDR sowie dem Sturz und der Hinrichtung des Diktators Nicolae Ceauşescu in Rumänien, führten letztlich doch zur Auflösung des Warschauer Paktes und schließlich auch zur Auflösung der UdSSR am 12. Dezember 1990 in der GUS = Gemeinschaft unabhängiger Staaten, zunächst noch unter dem Dach Russlands. Gorbatschow trat als Staatspräsident der UdSSR zurück. Als Präsident Russlands trat darauf Boris Jelzin sozusagen Gorbatschows Nachfolge in Russland an.
Im Zuge dieser Ereignisse kam es in den Folgejahren auch zu einer Veränderung der kommunistischen Parteien Osteuropas.
Nach dem Verbot der KPdSU gründeten die orthodoxen Kommunisten Russlands unter dem Vorsitz Gennadij Sjuganows die Kommunistische Partei der Russischen Föderation (KPRF). Sie bildeten in der neuen Duma, dem russischen Parlament, zwar die größte Fraktion, blieben aber in Relation zu den übrigen, inzwischen zugelassenen Parteien dennoch insgesamt in der Minderheit und waren bislang nicht mehr an einer Regierung in Russland beteiligt.
Als politische Nebenströmung oder Abspaltung kann die rechtsextreme Nationalbolschewistische Partei Russlands betrachtet werden.
Viele ehemals kommunistische Parteien des Ostblocks wandelten sich in linksgerichtete sozialistische Parteien um, die eine soziale Marktwirtschaft und ein Mehrparteiensystem unterstützen. Als Neugründungen oder Abspaltungen entstanden aber auch kommunistische Parteien, die mehr oder weniger der traditionellen kommunistischen Ideologie folgen.
Dies begann sich zu ändern, nachdem sich die PDS (umbenannt in Linkspartei.PDS) im Juni 2005 mit der linken SPD-Abspaltung WASG (Wahlalternative für Arbeit und Soziale Gerechtigkeit) zum Wahlbündnis „die Linkspartei“ zusammengeschlossen hatte. Bei der Bundestagswahl 2005 wurde dieses Wahlbündnis mit bundesweit 8,7 % der Stimmen bzw. 54 Mandaten in den 16. deutschen Bundestag gewählt, wo sie, nun deutlich über der 5%-Hürde, eine wiedererstarkte parlamentarische Kraft links von der SPD darstellt.
Weiterhin bestehen die DKP und verschiedenste Splitterparteien z.B. die MLPD und andere sogenannte K-Gruppen (mit entweder maoistischer oder trotzkistischer Ausrichtung, und andere parteiähnliche Organisationen), die jedoch auf Länder- und Bundesebene in Deutschland parlamentarisch nicht vertreten sind.
Auch im übrigen Europa und in vielen Ländern der Welt fand eine Neuorientierung innerhalb kommunistischer Parteien statt.
Die italienische PDS stellte mit Massimo D'Alema von 1998 bis 2000 den ersten Ministerpräsidenten in einem westeuropäischen Staat, der aus einer (ehemaligen) kommunistischen Partei kam.
Ohne die Vorreiterrolle der KPdSU haben sich in auch in weiteren Ländern viele eigenständige Ausprägungen des Kommunismus herausgebildet, die jedoch insgesamt betrachtet von abnehmender politischer Bedeutung sind.
Durch die weltweit wirkenden sozialen und wirtschaftlichen Veränderungen zu Ungunsten der ärmeren Bevölkerungsschichten im Zuge der wirtschaftlichen Globalisierung und der von sehr vielen als immer aggressiver empfundenen Politik des so genannten "Neoliberalismus", einer modernen Form des internationalen Kapitalismus, kam es ab Mitte der 1990er Jahre zu einer Renaissance kommunistischer und linkssozialistischer Ideen innerhalb der sich schnell verstärkenden Basisbewegung der Globalisierungskritiker. Die wirtschaftliche Situation in vielen teilweise hoch verschuldeten Staaten des Trikont hatte zu einem verstärkten auch politischen Druck von Weltbank und Internationalem Währungsfonds (IWF) auf entsprechende Staaten geführt. In manchen Staaten war es in Folge der um sich greifenden Inflation und der sich extrem verteuernden Lebenshaltungskosten vermehrt zu Hungerrevolten mit teilweise bürgerkriegsartigen Zuständen gekommen, beispielsweise in Argentinien, Venezuela und anderen Ländern.
Die entsprechende Situation führte inzwischen in manchen Staaten auch zu demokratisch legitimierten Regierungsübernahmen linkssozialistischer und kommunistisch beeinflusster Kräfte.
Nordkorea folgt seit 1948 einer autoritären kommunistischen Politik, die mit dem Personenkult um Staatschef Kim Jong-il, seit 1997 Generalsekretär der Partei der Arbeit Koreas (PdAK), auch Elemente aus dem Stalinismus aufgreift, wie dies schon unter Kim Il-sung, seinem Vater und Amtsvorgänger der Fall war. Seit dem Bekanntwerden seines Atomwaffenprogramms wird Nordkorea von US-Präsident George W. Bush neben dem Irak unter Hussein, dem Iran und anderen Ländern mit dem Terminus eines so genannten „Schurkenstaates“ und Mitglied der „Achse des Bösen“ belegt, und gilt auch als mögliches Ziel in Bushs „Krieg gegen den Terrorismus“. Nordkorea begründet seine atomaren Ambitionen seinerseits mit der Bedrohung durch die USA und Südkoreas, die unter anderem durch gemeinsame Manöver vor Nordkoreas Küste 2002 entsprechende Maßnahmen provoziert hätten.
In der demokratischen Volksrepublik Laos ist seit der unblutigen Revolution von 1975 durch die Pathet Lao - nach dem Vietnamkrieg - die leninistische Laotische Revolutionäre Volkspartei (LRVP) in einer Ein-Parteien-Regierung an der Macht. Antikommunistische Rebellen im Norden des Landes werden von den USA unterstützt, wobei auch Gelder aus Opiumtransaktionen eine Rolle spielen sollen.
In Angola regiert seit dem Sieg im Bürgerkrieg die marxistisch orientierte Befreiungsfront MPLA. Nach der Gründung der sozialistischen Volksrepublik im Zuge des Unabhängigkeitskampfes von Portugal führte die von der UdSSR und Kuba unterstützte MPLA seit der Unabhängigkeit des Landes 1975 einen langen Bürgerkrieg gegen die vom Westen unterstützten Organisationen UNITA und FNLA, in dem sich letztlich die MPLA durchsetzen konnte. 1991 wurde die UNITA als Partei anerkannt und 1992 demokratische Wahlen zugelassen, die von der MPLA gewonnen wurden. Daraufhin setzte die UNITA den Bürgerkrieg fort. Die USA versagten 1993 die weitere Unterstützung für die UNITA und erkannten die MPLA an. Der Bürgerkrieg endete jedoch erst 2002, nachdem UNITA-Führer Jonas Savimbi von der Armee getötet wurde. Neben der regierenden MPLA ist auch die UNITA in der Minderheit im angolanischen Parlament vertreten.
In Mosambik, einem der ärmsten Länder der Erde, ist mit der Befreiungsbewegung FRELIMO ebenfalls nach einem langen Bürgerkrieg in der Folge der Unabhängigkeit von Portugal 1974 eine ehemals marxistisch orientierte Befreiungsbewegung an der Regierung, die sich Anfang 1990 jedoch offiziell vom Marxismus losgesagt und Wahlen zugelassen hatte. Dennoch ist Mosambik weiterhin von politischer Unruhe und Korruption geprägt. Im Jahr 2000 war ein wichtiger Vertreter der unabhängigen Presse, Carlos Cardoso, ermordet worden.
In Algerien ist seit der Unabbhängigkeit von Frankreich 1962 die kommunistisch orientierte Front de Libération Nationale (FLN) an der Macht. Die ersten freien Wahlen 1992 waren annulliert worden, als sich eine Mehrheit der fundamentalislamistischen Front Islamique du Salut (FSI) abzeichnete. Nach der Ausrufung des Ausnahmezustands und der Auflösung des Parlaments war es zu Unruhen und bis in die Gegenwart anhaltenden terroristischen Anschlägen der Islamisten gegen westlich oder regierungsfreundlich eingestellte Personen und Einrichtungen gekommen. Der Bürgerkrieg forderte in den 1990er Jahren über 100.000 Todesopfer. Bei den Präsidentschaftswahlen 1999 wurde der FLN-Kandidat Abd al-Asis Bouteflika zum Staatspräsidenten gewählt. Bei den Parlamentswahlen im Mai 2002, die allerdings von oppositionellen, vor allem islamistischen Organisationen boykottiert wurden, erreichte die FLN die absolute Mehrheit. Im Mai 2003 setzte Bouteflika den Premierminister Ali Benflis ab und bestimmte Ahmed Ouyahia zu dessen Nachfolger.
Die bis 1996 regierende Mongolische Revolutionäre Volkspartei (MRVP) hatte sich 1991 vom Marxismus-Leninismus losgesagt. Nach einer Verfassungsänderung gewann sie die ersten demokratischen Wahlen in dem sich nunmehr als Republik Mongolei bezeichnenden Staat. Bei den Parlamentswahlen 1996 hatte die MRVP ihre Regierungsmacht an eine Koalition aus mehreren anderen demokratischen Parteien zunächst verloren. Die Maßnahmen der neuen Regierung zur Einführung einer Freien Marktwirtschaft führten jedoch schnell zu enormen wirtschaftlichen und sozialen Problemen, so dass die MRVP schnell wieder die Gunst der Wähler zurück gewann. Bei den Präsidentschaftswahlen im Mai 1997 wurde der MRVP-Vorsitzende Natsagiin Bagabandi zum Staatspräsidenten gewählt und im Mai 2001 für eine weitere Amtszeit bestätigt. Bei den Parlamentswahlen im Juli 2000 wurde die MRVP erneut mit absoluter Mehrheit in die Regierungsverantwortung gewählt. Der neue MRVP-Vorsitzende Nambaryn Enchbajar war bis zum 13. August 2004 Ministerpräsident in der Mongolei, danach bis 2005 Sprecher des Parlaments, dem "Großen Volkshural". Bei den Präsidentschaftswahlen am 22. Mai 2005 wurde Enchbajar mit einem Stimmenanteil von 53,4 % zum neuen Staatschef gewählt und löste Bagabandi in diesem Amt ab.
In Moldawien, das ehemals zur UdSSR gehörte, regiert seit Februar 2001 die Kommunistische Partei Moldawiens (KPM) mit absoluter Mehrheit in der inzwischen pluralistisch-demokratischen Präsidialrepublik.
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