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Karl_Marx.jpg, Begründer des Kommunismus]]

Kommunismus (vom lateinischen communis = "gemeinsam") bezeichnet nach allgemeinem Verständnis das Ideal einer klassenlosen Gesellschaft, in der die sozialen Unterschiede zwischen den Menschen aufgehoben sind und das erwirtschaftete Sozialprodukt allen gehört. Dieses Ziel setzt nach der von Karl Marx (1848) geprägten Auffassung die Abschaffung des Privateigentums an Produktionsmitteln und dessen Überführung in Gemeinbesitz (Vergesellschaftung) voraus.

Überblick


Der Begriff "Kommunismus" wurde in historisch verschiedenen Zusammenhängen gebraucht. Nachdem 1848 das "Kommunistische Manifest" erschienen ist, bezeichnet Kommunismus vor allem die politischen Vorstellungen und Theorien von Karl Marx und Friedrich Engels, sowie deren Weiterentwicklungen. In den Konflikten kommunistischer Richtungen erhielt der Kommunismus divergierende Bedeutungen. Daher bezeichnet Kommunismus heute mehrere Gesellschaftsentwürfe und deren Umsetzungsversuche:
  • Urkommunismus: eine vermutete, in manchen Überlieferungen belegte Gütergemeinschaft vor-antiker Gesellschaften. Sie wurde im Judentum Bestandteil der Heilserwartung und dort wie später auch im Urchristentum als „Liebeskommunismus" ansatzweise praktiziert.
  • in verschiedenen Entwürfen des „utopischen“ bzw. des Frühsozialismus: die soziale, nicht nur politisch-rechtliche Gleichstellung aller Menschen in Bezug auf den Besitz (Gemeineigentum, Kollektiv). Dies wurde aus der Gleichheitsforderung der Französischen Revolution von 1789 abgeleitet und in der Pariser Kommune von 1871 als erstem proletarischen Revolutionsversuch in Ansätzen realisiert.
  • Marxismus: die "klassenlose Gesellschaft", die in den sich zuspitzenden Klassengegensätzen des Kapitalismus angelegt und nur durch eine soziale Revolution und anschließende Vergesellschaftung der Produktionsmittel zu erreichen ist. Sie setzt eine hoch entwickelte kapitalistische Industriegesellschaft voraus. Nach der Übergangsphase einer Diktatur des Proletariats sei die Rolle des Staates als Instrument der Klassenherrschaft überflüssig und der Staat werde "absterben". Die Aufhebung der Klassengegensätze wird durch die weltweite gemeinsame Organisation der Produktion ermöglicht. Marx formulierte eine erste Phase (Diktatur des Proletariats) und eine höhere Phase der kommunistischen Gesellschaft, wobei in der höheren Phase die Produktivkräfte soweit entwickelt sein würden, dass das Prinzip "Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen" möglich wäre. Generell waren für Marx und Engels Sozialismus und Kommunismus jedoch synonyme Begriffe.
  • Leninismus: die Weiterentwicklung der „Diktatur des Proletariats“ zur Alleinherrschaft einer revolutionären Kaderpartei, die die Staatsmacht erobert, um dann die klassenlose Gesellschaftsordnung durchzusetzen und die Rückkehr neuer kapitalistischer Klassenherrschaft ("Konterrevolution") zu verhindern. Lenin unterschied anknüpfend an Marx zwischen einer niederen und einer höheren Phase der kommunistischen Gesellschaft, wobei dann die erste Phase als Sozialismus (Diktatur des Proletariats) und die zweite Phase als Kommunismus (klassenlose Gesellschaft) bezeichnet wurde. Der sozialistischen Phase ordnete er die Vergesellschaftung der Produktionsmittel und die Entlohnung nach Leistung zu und der kommunistischen Phase das Bedürfnisprinzip. Der Begriff Kommunismus wurde seit der russischen Oktoberrevolution 1917 auf die Sowjetunion, die von ihr beherrschten Staaten Osteuropas, die Volksrepublik China und Kuba angewandt ("real existierender Sozialismus"). So verstehen ihn auch die K-Gruppen, die sich entweder an einen oder mehrere der bestehenden "kommunistischen" Staaten anlehn(t)en.
  • Trotzkismus: die Theorie der permanenten Revolution, nach der der Kommunismus im Gegensatz zu dem in der Sowjetunion propagierten Aufbau des Sozialismus in einem Land nur weltweit, also durch eine Weltrevolution durchgesetzt werden könne.
  • Eurokommunismus und Reformkommunismus: die Programmatik europäischer Parteien und Gruppen, die einen eigenständigen Kommunismus auf parlamentarischem Weg und Mischformen zwischen Privat- und Staatseigentum an Produktionsmitteln anstreb(t)en.
  • in der Kritischen Theorie: die Herausbildung eines neuen "revolutionären Subjekts" aus der "formierten Gesellschaft" des Spätkapitalismus, die den "autoritären Charakter" (Erich Fromm) und "eindimensionalen Menschen" (Herbert Marcuse) sowohl des Faschismus wie auch des orthodoxen Marxismus-Leninismus überwindet. In ihrem Gefolge steht die Wertkritik von Autoren wie Michael Heinrich, Robert Kurz und Moishe Postone und die sich auf sie beziehenden "wertkritischen" und "antideutschen" Gruppen in der heutigen Bundesrepublik.

Frühkommunistische Entwicklungen


Ursprünge in der Antike

Die Vorstellung des Gemeineigentums, das das Privateigentum ablösen soll, setzt die prinzipielle Gleichstellung aller Menschen in Bezug auf den Erwerb ihrer Lebensmittel voraus. Diese Idee ist uralt und schon in manchen Naturreligionen und den monotheistischen Religion angelegt.

Die beherrschende Produktionsweise der Antike war die Sklavenhaltergesellschaft, die meist religiös begründet wurde. Ausnahme war im Vorderen Orient nur das frühe, als lose Amphiktyonie organisierte Israel. Schon die ältesten Gesetzestexte der Bibel enthalten die Forderung, das Land regelmäßig so umzuverteilen, dass jeder Bauer sein Auskommen findet (Lev 25,23):

Darum sollt ihr das Land nicht verkaufen für immer. Denn das Land ist mein, und ihr seid Fremdlinge und Gäste bei mir.
Die theologische Begründung lautet also: Weil alles Land nur dem Schöpfer der Welt gehört, der sich Israel als Sklavenbefreier bekannt gemacht hat (Ex 3,7), sind menschliche Besitz- und Herrschaftsprivilegien nicht ewig, sondern veränderbar. Die vermeintlichen Herren sind selber nur "Fremde" wie die, die aktuell besitzlos und von ihnen abhängig sind. Die geforderte Gleichstellung der Landbewohner sollte den verarmten, in Sklaverei geratenen Landlosen eine Zukunftsperspektive eröffnen und die Enteignung der Sklavenbesitzer anbahnen.

Dieses Gesetz setzte sich jedoch historisch in Israel nicht durch. In der jüdischen Prophetie wird die gerechte Umverteilung und Überwindung der sozialen Gegensätze daraufhin fester Bestandteil der endzeitlichen Zukunftshoffnung (Jes 65,21f):

Sie werden Häuser bauen und bewohnen, sie werden Weinberge pflanzen und ihre Früchte essen. Sie sollen nicht bauen, was ein anderer bewohne, und nicht pflanzen, was ein anderer esse.
Diese Utopie einer gerechten Sozialordnung ohne Ausbeutung, in der alle gemeinsam leben und arbeiten und sich die Früchte ihrer Arbeit aneignen, war hier immer zugleich eine Sozialkritik an der Gegenwart (Am 5,11f):
Darum, weil ihr die Armen unterdrückt und nehmt von ihnen hohe Abgaben an Korn, so sollt ihr in den Häusern nicht wohnen, die ihr von Quadersteinen gebaut habt. Denn ich kenne eure Freveltaten, die so viel sind, und eure Sünden, die so groß sind, weil ihr die Gerechten bedrängt und Bestechungsgeld nehmt und die Armen im Tor Recht gesprochen wurde unterdrückt.
Die Verheißung einer gerechten Zukunft für die aktuell Unterdrückten und Bedrängten wird hier zur scharfen Anklage gegen die Unterdrücker; außenpolitische Niederlagen werden als zwangsläufige Folge innenpolitischer Korruption des Rechts durch die Besitzenden gedeutet. Die verheißene Zukunft bildete also einen kritischen Kontrast zur Realitätserfahrung und gegen ungerechte Politik gerichteten Maßstab, der sich in der jüdischen Religionsgeschichte immer wieder Geltung verschaffte.

Dies zieht sich bis zu Jesus von Nazaret, der das alte Gottesrecht des regelmäßigen "Erlassjahres" erneuerte (Lk 4,18-21) und Großgrundbesitzer zur Besitzaufgabe zu Gunsten der Armen einlud (Mk 10,21). Die Urchristliche Gütergemeinschaft der Jerusalemer Urgemeinde wird daher als beispielhaftes Abbild des kommenden, alle Besitzverhältnisse umwälzenden Reiches Gottes verstanden (Apg 4,44):

Alle, die gläubig geworden waren, waren beieinander und besaßen alle Dinge gemeinsam.
Ähnliche Konzepte einer religiös begründeten Kommune, die nicht nur Armenfürsorge, sondern Gemeineigentum praktiziert, findet man auch im Hellenismus (z.B. bei Pythagoras), später - an jüdische Sozialgesetze angelehnt - im Islam sowie in manchen indianischen Stammesgesellschaften Nordamerikas. Hier wurde jedoch selten ein Umgestaltungsanspruch für die Gesamtheit damit verbunden.

Friedrich Engels hat in seiner marxistischen Epochengliederung der Menschheitsgeschichte angenommen, dass ein Urkommunismus die generelle Lebensform protofamiliärer Stammesgemeinschaften war, bevor mit der Gattenfamilie das eigene Haus und Territorium in Abgrenzung von anderen üblich geworden sei (Über den Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staates, 1884, MEW, Bd. 21). Damit hat er den Kommunismus als Erneuerung des "Urzustands" auf höherer Ebene postuliert, die erst von der hochindustrialisierten, arbeitsteiligen kapitalistischen Produktionsweise ermöglicht werde und die uralten Menschheitsträume realisiere.

Frühkommunistische Experimente im Mittelalter

Gesellschaftsveränderung in Richtung soziale Gerechtigkeit war im vom Christentum dominierten Mittelalter kaum möglich, wenn nicht ökonomische Bedingungen und die Berufung auf biblische Tradition zusammenkamen. Während die Großkirchen sich häufig eng an politische Herrschaftssysteme anlehnten und durch Amtsprivilegien mit diesen verflochten waren, knüpften verschiedene Minderheiten im Lauf der Kirchengeschichte Europas an das Ideal der Urgemeinde an.

Manche Orden wie die Franziskaner praktizierten Gemeineigentum als freiwillige Armut in Klöstern in Distanz zur kirchlichen und sozialen Normalität, andere dagegen - etwa die Minoriten - wollten ursprünglich die Kirche insgesamt reformieren und damit die Mehrheitssituation tendenziell verändern.

Vor, während und nach der Reformation tauchte die Idee des Gemeineigentums in verschiedenen Zusammenhängen wieder auf, etwa bei:

  • Jan Hus in Prag und den tschechischen Taboriten, die sich von der päpstlich-kaiserlichen Zentralmacht absetzen und auf das Neue Testament gegründete Kommune gründen wollten;
  • Hans Böhm im Kontext einer Wallfahrerbewegung, die gegen die ständische Ordnung gerichtet war und Kirchen- und Sozialreformen gegen den korrupten katholischen Klerus und die weltlichen Fürsten verlangte;
  • Nikolaus Storch (Zwickau) und Thomas Münzer (Allstedt) , die in Thüringen und Sachsen radikaldemokratische Stadtverfassungen durchzusetzen versuchten; Müntzer schloss sich dann den von Süddeutschland ausgehenden Bauernaufständen an;
  • Jakob Hutter begründete 1533 in Tirol eine Wiedertäuferkommune und die bis heute existierende Gemeinschaft der Hutterer;
  • Gerrard Winstanley in Wales, der im Kontext des englischen Bürgerkriegs eine Landkommune aufbaute und damit die Enteignung aller Adeligen als konkrete Zukunftsvision verband.

Keiner dieser oder ähnlicher Reformanläufe konnte sich lange halten. Sie scheiterten meist an den Machtverhältnissen oder inneren Unstimmigkeiten.

Utopischer Sozialismus

Der Humanismus des 16. Jahrhunderts hatte - parallel zu den durch wirtschaftliches Elend hervorgerufenen Bauernaufständen - Ideen einer gerechten, von allen Bürgern gleichermaßen getragenen Gesellschaftsordnung entwickelt, die ihrerseits auf die antike Polis und ihre Demokratie- Vorstellungen zurückgriffen. Folgenreich war besonders der lateinische Bildungsroman "Utopia" des englischen Staatsrechtlers Thomas Morus von 1516. Ohne den Begriff zu kennen, stellte Morus hier eine Art Kommunismus als Gegenbild zur europäischen Feudalherrschaft dar: Alle arbeiten und besitzen alles gemeinsam, auch und gerade Grund und Boden (die damaligen Produktionsmittel); zugleich darf jeder dem Glauben anhängen, der ihm gemäß ist.

Im 17. und 18. Jahrhundert machten Naturwissenschaften und Fertigungstechniken rasante Fortschritte. Sie erlaubten im Manufaktur- und Verlagswesen bereits eine Massenherstellung von Produkten, noch ohne maschinelle Produktionsmittel. Dies veränderte die Lebensbedingungen und Interessenlagen für große Bevölkerungsteile enorm.

Im Zuge der Aufklärung entstanden mit der Idee der Menschenrechte Vorstellungen eines gleichberechtigten und herrschaftsfreien Zusammenlebens. In zahlreichen - stets von der Obrigkeit bedrohten - Geheimbünden und Vereinen suchten mittellose Handwerker, Bauern und Intellektuelle ein Forum und Anhänger für ihre Ideen. Sie waren kaum an der wissenschaftlichen Erhebung empirischer Daten interessiert, entwickelten ihre Vorstellungen aber aus der widersprüchlichen Erfahrung enttäuschter Demokratiehoffnungen und relativer Rechtsfortschritte. Doch erst mit der Emanzipation des Bürgertums bekamen diese Ideen eine politische Stoßkraft.

Seit Karl Marx werden diese frühsozialistischen Gleichheits- und Demokratisierungsbestrebungen, die sich auch auf die Ökonomie erstreckten, als Utopischer Sozialismus zusammengefasst. In ihrer Zielvorstellung sind sie mit dem Kommunismus weitgehend einig, auch wenn der Klassenantagonismus und die Frage nach den Bedingungen einer erfolgreichen Revolution noch keine Rolle spielt.

Das Zeitalter der bürgerlichen Revolutionen

Durch die Aufklärung, die bürgerliche Französische Revolution zum Ende des 18. Jahrhunderts und schließlich die zuerst in England beginnende Industrialisierung Zentraleuropas (vgl. Industrielle Revolution), wurde das 19. Jahrhundert zu einem Jahrhundert bedeutender ökonomischer und sozialer Umwälzungen. Nach Überwindung des Ancien Régime, d. h. der absolutistischen Adelsherrschaft in Frankreich entwickelte auch das aufgeklärte Bürgertum in den benachbarten Staaten revolutionäre Ambitionen, - vor allem in den deutschen und den italienischen Fürstentümern. Einige ihrer Ziele waren die Befreiung von Ausbeutung, Unterdrückung, Leibeigenschaft. Für das vormalig politisch eher einflusslose Bürgertum selbst, den damaligen dritten Stand der Gesellschaft nach Aristokratie und Klerus, war dies verbunden mit der Forderung nach wirtschaftlicher und politischer Emanzipation gegenüber den herrschenden Fürstenhäusern.

Der Aufstieg Napoléon Bonapartes und dessen Eroberungsfeldzüge verbreiteten beispielsweise durch sein Gesetzeswerk, den Code Civil mit neuen bürgerlichen Rechten, europaweit auch Ideen der französischen Revolution. Von vielen Intellektuellen wurden Napoléons Reformen zunächst begrüßt, allerdings trug er auch dazu bei, die Idee des (unabhängigen) Nationalstaats zu verbreiten, und schaffte so bei breiten bürgerlichen Schichten in den eroberten Gebieten auch eine Grundlage für die Opposition gegen sich und seine Herrschaft, die in den Befreiungskriegen letztlich zu seiner Niederlage und seinem Sturz führten. Nach dem Wiener Kongress begann ab 1815 mit der Phase der wesentlich vom österreichischen Staatskanzler Fürst von Metternich geprägten Restauration der Versuch der europäischen Fürsten, die Machtverhältnisse wieder herzustellen, wie sie vor der französischen Revolution geherrscht hatten. Aber die Ideen und Ideale von bürgerlichen Freiheiten und nationaler Einheit hatten sich im Bürgertum festgesetzt. Über Jahrzehnte hinweg kam es in fast ganz Europa immer wieder zu nationalen und bürgerlich-liberalen Aufständen und Revolutionen, die sich gegen die Politik der Restauration wandten (Julirevolution 1830 in Frankreich, verschiedene polnische Unabhängigkeitserhebungen, Risorgimento in Italien, Februarrevolution 1848 in Frankreich, Märzrevolution von 1848/49 in den Staaten des Deutschen Bundes und den außerhalb des Bundes gelegenen österreichischen und preußischen Provinzen).

Ein Teil des Bürgertums hatte Anfang des 19. Jahrhunderts – während einer Zeit, in der jede freiheitliche liberale Äußerung vom herrschenden Adel verfolgt, und Zeitungen zensiert und verboten wurden – erkannt, dass mit dem Entstehen von bürgerlichem Handel und Gewerbe bereits eine neue soziale Sprengkraft entstand. Im Zuge der Industrialisierung entwickelten sich auch neue gesellschaftliche Gruppen, die in der entstehenden Wissenschaft als „Klassen“ bezeichnet wurden. Mit Kapitalisten- und Arbeiterklasse traten soziale Akteure in die Weltgeschichte ein, die – einander bedingend – um die Macht zu kämpfen begannen. Die Arbeit Friedrich Engels’, „Die Lage der arbeitenden Klassen in England“, wies auf die Verelendung großer Teile des Volkes hin, die nun nicht mehr durch eine herrschende Schicht des Adels, sondern durch die liberale bürgerliche Gesellschaft verursacht wurde. Andere gesellschaftliche Klassen wurden aus dem Fokus der Veränderung zurückgedrängt.

19. Jahrhundert


Das Kommunistische Manifest

Das Kommunistische Manifest von 1848 ist so etwas wie die Gründungsurkunde des modernen Kommunismus, der sich als Gegensatz und Überwindung des Kapitalismus versteht. Es wurde von Karl Marx und Friedrich Engels in London als Programm für den Bund der Kommunisten verfasst.

Dieser Zusammenschluss ging aus dem frühkommunistischen Bund der Gerechten hervor, den der christliche Schneider Wilhelm Weitling gegründet und bis zu seiner Ablösung durch Marx 1847 geführt hatte. Er bestand aus einer Gruppe nach Frankreich emigrierter deutscher Gesellen, Handwerker und linksliberaler Bürger. Weitling grenzte sich bereits seinerseits von den Frühsozialisten (u.a. Proudhon, Saint-Simon, Fourier) ab und propagierte eine nicht nur politische, sondern auch soziale Revolution des Proletariats gegenüber dem Bürgertum. Er strebte die Aufhebung des Geldes als Tauschmittel und den direkten, planvoll und gemeinschaftlich verwalteten Warentausch an.

Das Manifest ist das Ergebnis der ideologischen Abgrenzung, die Marx vom utopischen Sozialismus Weitlings und seiner Vorläufer vollzog. Es propagiert den internationalen Klassenkampf der lohnabhängigen Arbeiterklasse gegen die Bourgeoisie und beschreibt auch die Stellung und Aufgabe der Kommunistischen Partei als „Bildung des Proletariats zur Klasse, Sturz der Bourgeoisherrschaft, Eroberung der politischen Macht durch das Proletariat“. Es weist ihr damit einerseits eine politische Führungsrolle, andererseits die Unterordnung unter das proletarische Gesamtinteresse zu: nämlich eine Gesellschaftsform zu finden, in der „jeder nach seinen Fähigkeiten“ tätig sein und „jedem nach seinen Bedürfnissen“ der produzierte Reichtum offen stehen solle. (Marx:Kritik des Gothaer Programms)

Als Grundlage der Revolution und der von Marx selbst so genannten globalen Theorie galt der gewaltsame Klassenkampf. Im letzten Abschnitt des Manifests heißt es:

Die Kommunisten verschmähen es, ihre Ansichten und Absichten zu verheimlichen. Sie erklären es offen, daß ihre Zwecke nur erreicht werden können durch den gewaltsamen Umsturz aller bisherigen Gesellschaftsordnung. Mögen die herrschenden Klassen vor einer kommunistischen Revolution zittern. Die Proletarier haben nichts in ihr zu verlieren als ihre Ketten. Sie haben eine Welt zu gewinnen. Proletarier aller Länder – vereinigt euch!

Von England aus wurde diese Schrift in ganz Europa und darüber hinaus verbreitet. Sie hatte jedoch noch keinen nennenswerten Einfluss auf den Verlauf der bürgerlichen Märzrevolution in den Staaten des Deutschen Bundes. Erst nach deren gewaltsamer Niederschlagung begannen die Arbeiter, sich nach und nach in eigenen Vereinen, den Vorläufern der Gewerkschaften zu organisieren.

Das "Kapital"

Mit seinem Hauptwerk „Das Kapital“ formulierte Karl Marx eine umfassende „Kritik der politischen Ökonomie“ (Untertitel). Er analysierte hier die Gesetzmäßigkeiten des Kapitalismus, die auf der grundlegenden Spaltung der Gesellschaft in Kapitaleigner und lohnabhängig Arbeitende beruhen.

Kapital entstehe, wenn die Zirkulation von Ware, die gegen Geld mit anderer Ware getauscht wird, sich verselbstständigt zu einem Einsatz von Geld zur Warenproduktion, um mit deren Verkauf wiederum mehr Geld (Mehr-wert) zu erzielen. Lebendige Arbeit, die eigentlich menschliche Selbstverwirklichung sein und gesellschaftlich nützliche Produkte herstellen soll, wird dann zur Ware, die es möglichst billig einzukaufen und auszubeuten gilt. Die Arbeiter erhalten also immer weniger Lohn, als der Kapitalist (im Durchschnitt) durch den Verkauf der Ware gewinnen kann (Profit). Dieses "Wertgesetz" ist der Kern des Klassengegensatzes von Kapital, das die Bourgeoisie einsetzt, und Arbeit, die das Proletariat leistet.

Klassenherrschaft ist demnach für Marx keine zufällige, sondern eine gesetzmäßige Folge von Ausbeutung. Diese ist aber kein böser Wille der Kapitalisten, sondern ein Zwang: Um auf dem vom Kapital beherrschten Markt konkurrieren zu können, müssen sie lebendige Arbeit, die den Mehrwert produziert, ausbeuten. Die Konkurrenz, führe zu immer größerer Kapitalkonzentration (Monopol- und Kartellbildung) und damit zwangsläufig zu Absatzkrisen und Kriegen. Sie zwinge die Kapitaleigner dazu, die Arbeitskosten so gering wie möglich zu halten und den größtmöglichen Profit anzustreben, um diesen in technologische Neuerungen investieren zu können. Dies wiederum führe zu einer immer stärkeren Bewusstwerdung der Notwendigkeit eines Umsturzes. Die Revolution zum Sozialismus ist also nach Marx in den kapitalistischen Strukturen selber angelegt.

Damit erscheint die bürgerliche Gesellschaft nicht als moralisch zu verurteilende, sondern als nüchtern zu durchschauende Herrschaftsform, deren Strukturen die Gewalt von Menschen über Menschen zwangsläufig machen. Deren Analyse will die realen Ansatzpunkte zur Umwälzung der Gewaltverhältnisse erkennbar machen. Friedrich Engels.jpg

Das Kapital besteht aus drei Bänden. 1867 erschien der erste Band: Der Produktionsprozeß des Kapitals von Karl Marx. Friedrich Engels stellte nach Marx´ Tod 1883 aus dessen Manuskripten zwei weitere Bände zusammen und veröffentlichte diese als Band II: Der Zirkulationsprozeß des Kapitals 1885, und Band III: Der Gesamtprozeß der kapitalistischen Produktion 1895.

Dieses dreibändige Werk bildet das Herzstück der Gesellschaftstheorie, die man allgemein als „Marxismus“ bezeichnet. Sie beansprucht im Gegensatz zu allen idealistischen Vorstellungen des Utopischen Sozialismus, des Anarchismus oder eines bürgerlichen Kathedersozialismus, streng empirisch und „wissenschaftlich“ vorzugehen, also durch reale Entwicklungen falsifizierbar und korrigierbar zu sein. Wie andere Wissenschaften des 19. Jahrhunderts - z.B. die Naturwissenschaften, etwa Charles Darwins Evolutionstheorie - will sie ein materialistisches Weltbild gegenüber dem christlich geprägten Irrationalismus etablieren.

Für Marx und Engels war Kommunismus also die revolutionäre Bewegung des „wahren Sozialismus“ der Arbeiterbewegung gegenüber bürgerlichen Strömungen. Später deuteten sie eine Unterscheidung von Sozialismus als Vorform zur klassenlosen Gesellschaft im Kommunismus an. Dazu äußerten sie sich jedoch bewusst zurückhaltend und knapp.

Marxismus versus Anarchismus

Aus den Ideen der Aufklärung, verbunden mit den sich verstärkenden radikalen Strömungen des revolutionären Liberalismus im Gefolge der französischen Revolution und verschiedenen frühsozialistischen Ansätzen entwickelten sich die Vorstellungen des modernen Anarchismus etwa zeitgleich mit den kommunistischen Ideen von Wilhelm Weitling bis Karl Marx.

Einer der frühen Vordenker des Syndikalismus, Pierre-Joseph Proudhon (-gilt als der Begründer der anarchistischen Richtungen Föderalismus und Mutualismus-) kam 1840 in seiner Schrift „Qu´est-ce que la propriété ?“ (deutsch: Was ist das Eigentum ?) zum Schluss: „Eigentum ist Diebstahl !“. Damit machte er das Privateigentum zum Grundstock seiner Kritik an den herrschenden nicht nur politischen, sondern auch den sozialen Verhältnissen in der sich entwickelnden kapitalistischen Gesellschaft. Karl Marx hingegen sah die Betrachtungsweisen von Proudhon kritisch letztlich als eine bloße moralische Aufstellung von Idealen. Nach Marx galt es die inneren Widersprüche der bestehenden Verhältnisse (Kapital und Arbeit) aufzuzeigen und daraus eine Gesellschaftskritik zu entwickeln. Konkret machte Marx den "Privatbesitz an den Produktionsmitteln" als das Grundübel aus. Die Anhänger Proudhons, die seine Theorien später erweiterten und mit der Agitation für eine soziale Revolution verbanden (Michail Bakunin im Kollektivistischen Anarchismus, Pjotr Kropotkin im kommunistischen Anarchismus), teilten trotz Unterschiedlichkeit der politischen Konzepte jedoch mit Marx und Engels die Einschätzung der Notwendigkeit einer sozialen Revolution mit einer radikalen Umwälzung der Besitzverhältnisse. Aber während es in der Theorie von Karl Marx um die Herstellung der Diktatur des Proletariats gehe, an dessen Ende der Staat beim Übergang zur klassenlosen Gesellschaft absterbe, ging es im Gegensatz dazu den genannten Vertretern des Anarchismus um die sofortige Abschaffung des Staates, um so auf diesem Wege einen Zustand der Klassenlosigkeit zu erreichen.

So kristallisierten sich schon in der frühen Korrespondenz zwischen Marx und Proudhon sehr unterschiedliche Auffassungen um die Frage der Macht, der Freiheit des Individuums, der Rolle des Kollektivs als revolutionärem Subjekt und anderen philosophisch-ethischen Grundsätzen heraus. Diese unterschiedlichen Betrachtungsweisen, gegenüber den von beiden Seiten angestrebtem Ziel der Aufhebung der Klassengesellschaft, eskalierten während der gemeinsamen Zeit der Organisation in der ersten Internationale Internationale Arbeiterassoziation (IAA) zwischen 1864 und 1872 zu einem grundsätzlichen ideologischen Konflikt zwischen den Anhängern Bakunins und denen von Marx.

Bakunin lehnte die führende Rolle einer revolutionären Kaderpartei ebenso ab wie staatliche Hierarchien und verwarf damit Marx´ Forderung nach der Gründung kommunistischer Parteien als revolutionäre Elite in den einzelnen Staaten ebenso wie die These von der „Diktatur des Proletariats“. An diesem Konflikt zerbrach die erste Internationale, nachdem Bakunin 1872 aus ihr ausgeschlossen wurde. 1876 erfolgte die offizielle Auflösung der IAA.

Diese Auseinandersetzung zwischen revolutionären Anarchisten und Marxisten bedeutete die erste entscheidende Spaltung der internationalen Arbeiterbewegung des 19. Jahrhunderts - noch vor dem Konflikt um die Frage „Reform oder Revolution zur Durchsetzung des Sozialismus“, die Ende desselben Jahrhunderts den Beginn der Spaltung der Sozialdemokratie in revolutionär-kommunistische und reformistisch-sozialdemokratische Parteien einläutete.

Folgende Abgrenzungen vom Marxismus werden von Anarchisten, wie hier von Rudolf Rocker u.a., fast grundsätzlich getroffen:

  • Ablehnung der von Hegel geprägten marxistischen „Schicksalstheorien“. In der Geschichte gebe es überhaupt keine Zwangsläufigkeiten (‘historischen Notwendigkeiten’, ‘Zwangsläufigkeit des historischen Geschehens’), „sondern nur Zustände, die man duldet und die in Nichts versinken, sobald die Menschen ihre Ursachen durchschauen und sich dagegen auflehnen“ (Rocker).
  • Ablehnung des „Historischen Materialismus“. Aus den wirtschaftlichen Verhältnissen könnten nicht alles „politische und soziale Geschehen" erklärt werden.
  • Der Anarchismus begreift die Menschen als handelnde Individuen, lehnt die Betrachtung von Menschen als Masse ab.
  • Grundsätzliche Ablehnung eines Staates. Die Produktionsmittel von der Privatwirtschaft einem Staates zu übergeben, „führt lediglich zu einer Diktatur durch den Staat“ (Rocker).
  • Ablehnung von Gesetzen und Gesetzgebern. Entscheidungen werden dezentral, kollektiv und im Konsens entschieden. „Nur das freie Übereinkommen, “könnte“ das einzige moralische Band aller gesellschaftlichen Beziehungen der Menschen untereinander sein" (Rocker).
  • Ablehnung einer Übergangsphase vom Kapitalismus zum Sozialismus. Der „Wille zur Macht“ müsse in einer freien Gesellschaft grundsätzlich bekämpft werden.
  • Radikale Ablehnung aller kapitalistisch geprägten Begriffe. „Sämtliche Wertbegriffe, wie wir sie heute kennen, sind samt und sonders kapitalistische Begriffe. Luft, Sonnenlicht, Regen, Erdfeuchtigkeit, Humus, kurz, viele der wichtigsten Produktionsfaktoren sind, weil sie nicht monopolisiert werden konnten, heute kapitalistisch wertlos. (…) Mit dem Aufhören des Eigentumsbegriffes an Produktionsmitteln hört auch jeder Wertbegriff für den einzelnen auf.“ (Pierre Ramus, Franz Barwich)

Andere Kommunismus-Begriffe

Im kommunistischen Anarchismus und Anarchosyndikalismus wird das Konzept einer Arbeiterselbstverwaltung ohne die Führung einer Partei Kommunismus genannt. Dieses ist verwandt mit rätedemokratischen Strukturen. Bekannteste Vertreter sind die Anarchisten Pjotr Alexejewitsch Kropotkin und Gustav Landauer. Für den Konflikt und die fundamentalen Gegensätze zwischen Kommunisten und Anarchisten siehe unter dem Kapitel Marxismus versus Anarchismus.

Der Begriff des Kommunismus der Konsumtion bezeichnet eine Gesellschaftsordnung oder Wirtschaftsweise, in der alle Beteiligten den gleichen Anteil an den erzeugten Gütern bekommen. Dabei geht es nicht darum wer die Waren produziert hat oder wem die Produktionsmittel gehören, sondern nur um eine Verteilungsgleichheit.Ein Beispiel dafür ist die Verteilungspraxis der Beute im Heer des römischen Sklavenführers Spartacus. In der frühen Soziologie sind auch andere Kommunismusbegriffe erarbeitet worden. So bezeichnet Ferdinand Tönnies in „Gemeinschaft und Gesellschaft“ (1887) im Untertitel den Kommunismus als „empirische Kulturform“. Dieser ist nach seiner Theorie aber nur in überschaubaren Gemeinschaften möglich; hingegen geht es in größeren gesellschaftlichen Zusammenhängen immer nur um den „Socialismus“. Da bei ihm zwar eine Gesellschaft aus Gemeinschaften hervorgehen kann, er den umgekehrten Prozess aber für unmöglich hält, kann bei ihm aus Sozialismus auch nie Kommunismus werden. Auch Max Weber sieht Kommunismus als Vergemeinschaftung, wenn er zum Beispiel auf den ‚Familienkommunismus‘ und den ‚Mönchskommunismus‘ hinweist.

Verhältnis zur Frauenbefreiung

Bei allen frühen kommunistischen und sozialistischen Vorstellungen wurde allerdings nicht von der Gleichheit der Geschlechter ausgegangen und meist nicht auf eine individualistische Konzeption, sondern auf die Familie als gemeinschaftliche Basis Bezug genommen. Das gilt für frühsozialistische Modellgemeinden, etwa die von Robert Owen, bis hin zur Räterepublik, wie sie in Deutschland 1918 angestrebt wurde. In letzter sollten Betriebe (und soldatische Einheiten) die Vertreter der Basis in die höheren Gremien entsenden, die strukturell keine Gleichheit der Geschlechter aufwiesen, sondern fast nur aus Männern bestanden. Erst später wurde auch die Familie an sich kritisiert.

Die Kritik der besonderen Unterdrückung der Frau war – oft in Anknüpfung an Fouriers Der Stand der Frau kennzeichnet den Stand der Gesellschaft – immer wieder besonderes Element der Arbeiten von Marx und Engels. Nach ihren Vorstellungen würde mit Abschaffung der Klassengesellschaft auch die Unterdrückung der Frau enden, so wie überhaupt die „Herrschaft des Menschen über den Menschen“. Bereits im Kommunistischen Manifest bekannten sie sich zur Aufhebung der Familie durch freies Lieben, Aufhebung der „Stellung der Weiber als bloße Produktionsinstrumente“ sowie der „Ausbeutung der Kinder durch ihre Eltern“ und zur gesellschaftlichen Erziehung der Kinder.

In den entstehenden sozialistisch-kommunistischen Staaten waren zwar formal die Geschlechter meist gleichgestellt, nicht aber im Alltag. Auch wenn in der Produktion Frauen eine den Männern ähnliche Stellung aufwiesen, waren sie im Haushalt doch weiterhin patriarchalen Strukturen unterworfen.

20. Jahrhundert


Kommunismus versus Reformismus

Um die Jahrhundertwende bezog sich die europäische Sozialdemokratie theoretisch meist auf Karl Marx und das Kommunistische Manifest. Sozialistische Parteien teilten trotz vorhandener interner Konflikte das Ziel einer kommunistischen Gesellschaftsordnung, die sie begrifflich allenfalls graduell vom Sozialismus unterschieden.

Ende der 1890er Jahre verloren die Begriffe jedoch ihre Eindeutigkeit, da sich nun ein Gegensatz zwischen den eher gewerkschaftlich orientierten "Reformisten" und der revolutionären "Marxisten" entwickelte. Sowohl 1899 in der deutschen wie 1903 in der russischen Arbeiterbewegung gab es einen Machtkampf beider Richtungen. In der SPD löste der Mitautor des Erfurter Programms von 1890, Eduard Bernstein, die Revisionismusdebatte aus. Er forderte Verzicht auf das Ziel der proletarischen Revolution, da der Kapitalismus sich flexibel zu modernisieren und der Arbeiterschaft auch auf parlamentarischem Weg Teilhabe am gesellschaftlichen Wohlstand zu erlauben schien. Obwohl die Parteimehrheit dies ablehnte, setzte sich der Reformismus bis zum Ersten Weltkrieg in der SPD durch.

Eine Ursache dafür war die mit Wahlerfolgen zunehmende Einbindung sozialdemokratischer Partei-Eliten in Ämter und Privilegien, so dass ihre Vertreter andere Interessen als die Masse ihrer Wählerschaft entwickelten. Deren Alltagskampf um bessere Lebensbedingungen verlor das Ziel der Umwälzung der Produktionsverhältnisse aus dem Blick. Die politische Machteroberung schien vielen nun auch auf legalem, nicht revolutionärem Weg erreichbar. Das Heraufziehen des 1. Weltkriegs verstärkte auch bei anderen sozialistischen Parteien nationalstaatliche Prioritäten und untergrub den proletarischen Internationalismus, den Marx postuliert hatte. Dies war eine wesentliche Voraussetzung für die Zustimmung der SPD-Reichtagsfraktion zu den Kriegskrediten. Daran zerbrach die Zweite Internationale.

Darauf spalteten sich revolutionäre Gruppen von den meisten sozialistischen und sozialdemokratischen Parteien ab und gründeten neue, nun ausdrücklich kommunistische Parteien: besonders nach der erfolgreichen russischen Oktoberrevolution von 1917. Hier setzten die Bolschewiki die Maßstäbe für die folgende Entwicklung in Russland und etablierten mit der KPdSU eine neue Staats- und Gesellschaftsführung.

Lenin3.jpg]] Seit der Gründung der Dritten Internationale im Jahr 1919 unter Führung Lenins, ab 1924 Stalins, war die Spaltung zwischen Sozialdemokraten und Kommunisten unüberwindbar. Seitdem wird Kommunismus im allgemeinen Verständnis der meisten westlichen Gesellschaften fast immer mit Diktatur, Demokratie vor allem mit Wirtschaftsliberalismus gleichgesetzt, obwohl auch Kommunisten und Sozialisten die Verwirklichung von Demokratie und die Versöhnung individueller Freiheit mit sozialer Gerechtigkeit beanspruchen.

Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 gewann der sogenannte Realsozialismus - besonders seit der erfolgreichen Revolution Mao Zedongs in der Republik China - ein weltpolitisches Gegengewicht zu den marktwirtschaftlich ausgerichteten Ländern unter Führung der USA. Dieser Gegensatz bestimmte den Kalten Krieg und das im Westen herrschende Verständnis von "Kommunismus". Es setzte oft auch sozialistische und sozialdemokratische Parteien unter Druck, die sich gegen Diffamierungen wehren mussten, etwa die "fünfte Kolonne Moskaus" zu sein (Wahlkampfparole Konrad Adenauers) oder die "Verteidigung der Freiheit" im Rahmen des westlichen Militärbündnisses (NATO) zu vernachlässigen.

Da viele der realsozialistischen Staaten Theoreme und praktische Vorschläge von Karl Marx mit ihrer Staatsideologie des Marxismus-Leninismus zu realisieren behaupteten, werden ihre Systeme oft als folgerichtiges Ergebnis seiner ursprünglichen Ideen betrachtet. Gemeinsame Merkmale der sich so nennenden „Volksdemokratien“ oder „Volksrepubliken“ wie die Alleinherrschaft einer Kommunistischen Partei werden von Befürwortern wie Gegnern oft mit der von Marx intendierten "Diktatur des Proletariats" identifiziert. Während Marx sich nicht eindeutig dazu äußerte, unterschied Lenin zwischen der Diktatur des Proletariats und dem Ziel der klassenlosen Gesellschaft. Er bezeichnete die Phase nach der Machtergreifung und anschließende Machtverteidigung des Proletariats als Sozialismus, betrachtete diesen - inklusive der notwendigen Diktatur - also als Vorstufe zum vollendeten eigentlichen Kommunismus, in dem der Staat mit der Gesellschaft identisch und daher nicht mehr als Zwang empfunden werde. Diese Einteilung hat sich im Begriff „real existierender Sozialismus" durchgesetzt, der das Selbstverständnis jener Staaten bezeichnet, die sich in einer sozialistischen Übergangsphase zum Kommunismus befindlich sahen.

Marx forderte das "Primat der Partei" für die kommende Revolution und entstehende Gesellschaftsordnung Diktatur des Proletariats. Aber die Alleinherrschaft der Partei war für ihn allenfalls Mittel zum Zweck der Eigenherrschaft des Proletariats, die alle Ausbeutung verhindert und somit nach der Weltrevolution letztlich Herrschaftsformen überflüssig machen könnte. Um die Diktatur des Proletariats zu verwirklichen schuf Lenin in theoretischer und praktischer Auseinandersetzung mit den Bedingungen zur Machterringung und anschließender Bewahrung des Sozialismus jedoch eine "Partei neuen Typs" ("Was tun?", 1902 und "Ein Schritt vorwärts- zwei Schritte zurück", 1904), die dafür nach seinem Prinzip des demokratischen Zentralismus von "oben nach unten" organisiert war . Stalin baute die Alleinherrschaft der Partei ab 1924 zur unumschränkten Macht ohne gesellschaftliches Korrektiv aus.

Die Auseinandersetzungen zwischen reformistisch orientierten Sozialdemokraten und stalinistischen Kommunisten in der Weimarer Republik, besonders seit der von Stalin propagierten Sozialfaschismusthese, begünstigten den Aufstieg und die Machtergreifung des Nationalsozialismus. Damit wurde auch der Begriff des Sozialismus, der im 19. Jahrhundert weithin mit Demokratie gleichgesetzt wurde, ein weiteres Mal von totalitärer Herrschaft (diesmal vom Faschismus) übernommen, missbraucht und nachhaltig korrumpiert.

Aufstieg des „real existierenden Sozialismus“

Mit der Oktoberrevolution 1917 entstand zunächst in Russland erstmals ein Regime, das allmählich den Kommunismus aufbauen und realisieren wollte. Dieser Staat, der von der Partei der Bolschewiki regiert wurde verstand sich als Arbeiter- und Bauernstaat. An der Spitze der Partei und des entstandenen Staates stand Lenin, der als unumstrittene Führungsautorität anerkannt war. In dem der Oktoberrevolution folgenden Bürgerkrieg mussten sich die Bolschewiki teilweise auch gegen einstige Verbündete behaupten. Sie dehnten ihre Herrschaft dabei auch auf benachbarte Länder aus. 1922 gründete sich daraus die "Union der sozialistischen Sowjetrepubliken" (UdSSR, kurz: SU).

Das sozialistische Rätesystem war die soziale Basis für den Aufstieg der Bolschewiki und ihren Revolutionserfolg 1917 gewesen. Doch im Verlauf des Bürgerkriegs kam es zu Hungersnöten und Aufständen. Nach dem Kronstädter Matrosenaufstand 1921 entmachteten die Bolschewiki die Sowjets, um die Herrschaft ihrer Partei zu stabilisieren. Später sahen marxistisch orientierte Gesellschaftsanalytiker wie Karl August Wittfogel und Rudolf Bahro hier eine Hauptursache für die spätere Inflexibilität der Parteibürokratie, die die SU langfristig scheitern ließ.

1922 leitete Lenin die Neue Ökonomische Politik ein, um unter staatlicher Aufsicht Eigeninitiative und Gewinnstreben der Bauern anzuregen und so ihre Erträge zu steigern. Damit wollte er für eine Übergangszeit Selbstversorgung und Entfaltung von Marktstrukturen zulassen, um die Landwirtschaft später erneut zu verstaatlichen (siehe auch Zentralverwaltungswirtschaft).

Die Bolschewiki hatten die Diktatur des Proletariats in Russland in einem Land errichtet, das wenig Industriearbeiter (etwa 10 Prozent der Bevölkerung) und auch keine entwickelten kapitalistischen Voraussetzungen für eine erfolgreiche und ohne größere Probleme ablaufende Umgestaltung zum Sozialismus besaß. Noch bis 1923 setzte Lenin nach der Novemberrevolution auf den Sieg der deutschen Revolutionäre, um die junge SU aus ihrer außenpolitischen Isolation zu führen und einen Anstoß zur Weltrevolution zu schaffen. Doch mit den Ruhrkämpfen und dem Hamburger Aufstand scheiterten die letzten Anläufe in Deutschland zu einer sozialistischen Gesellschaftsordnung, so dass die SU in einen bleibenden politischen Gegensatz zu den westeuropäischen Staaten geriet. Kurz vor seinem Tod 1924 warnte Lenin testamentarisch vor Stalins Despotie, für die er selbst die Weichen gestellt hatte.

Stalin1.jpg]] Stalin entmachtete im Machtkampf in der KPdSU bis 1927 die „Linke Opposition" um Trotzki und Kamenew und erreichte damit die Alleinherrschaft. Dazu bediente er sich wie Lenin im Bürgerkrieg des Geheimdienst-Terrors der Tscheka, wie ihn schon die zaristische Ochrana geübt hatte. Mit Zwangsumsiedlungen, Zwangsarbeitslagern (Gulags), „Säuberungen" und der Errichtung eines Personenkults festigte er dann seine Diktatur. Mit brutalem Zwang begann er zudem die Kollektivierung der Landwirtschaft und eine rigide Industrialisierung, bei der riesige Staatsbetriebe entstanden, um die sowjetische Produktivität an die westlichen Industrieländer heranzuführen. Die Zentralisierung der Wirtschaft führte dazu, dass 1928 die Zentralverwaltungswirtschaft flächendeckend eingeführt werden konnte.

Ebenso wie in der SU etablierte Stalin in der Kommunistischen Internationale den Marxismus-Leninismus als neue Herrschaftsdoktrin und sorgte für die scharfe Abgrenzung gegen alle Kräfte, die die Führungsrolle der SU und den „Sozialismus in einem Land" ablehnten: vor allem den „Trotzkismus" auf der einen, den „Sozialfaschismus" (Sozialdemokratie) auf der anderen Seite. Das verhinderte in Europa wie auch in China wirksame Allianzen von Sozialreformern und Kommunisten. Im Spanischen Bürgerkrieg kämpften Anarchisten, Demokraten und Kommunisten bis 1936 letztmals gemeinsam, aber erfolglos gegen Franco.

Mitte der 1930er Jahre verkündete die KPdSU den endgültigen Sieg des Sozialismus in der Sowjetunion. Seitdem entstand die kritische Bezeichnung „Realsozialismus", die besonders für die Sowjetunion, ihr System und ihre Ideologie benutzt wird, später aber auch auf andere Staaten mit einem Ein-Parteien-System und marxistisch-leninistischer Staatsideologie ausgedehnt wurde.

Von 1936 bis 1938 erreichte Stalins „Säuberungs"-Politik ihren grausamen Höhepunkt: Er ließ nun auch die Generation der Oktoberrevolutionäre als seine möglichen innenpolitischen Gegner verbannen und ermorden, darunter die meisten hohen Führungsoffiziere der Roten Armee. Dies war mit ein Grund für den Hitler-Stalin-Pakt von 1939, der ihm Zeitgewinn zur militärischen Reorganisiation verschaffen sollte.

Trotzkismus

siehe Hauptartikel Trotzkismus

Maoismus

Die Volksrepublik China sah sich nach der Revolution 1949 als besonderer Teil des "Weltkommunismus" und pflegte die „Bruderfreundschaft“ mit der SU unter Stalin. Nach dessen Tod 1953 und der durch Chruschtschow 1956 eingeleiteten Entstalinisierung trennten sich jedoch die Wege: Mao kündigte der SU die Gefolgschaft. Seitdem war das "kommunistische Lager" in zwei verfeindete Großstaaten mit ähnlicher Staatsideologie, aber konkurrierenden Führungsansprüchen gespalten. Die SU vertrat nun die Linie einer Friedlichen Koexistenz mit dem Kapitalismus, während China auf der "permanenten Revolution" (Trotzki) bestand. Zu seinem Einflussbereich gehörten vor allem Nordkorea und Nordvietnam, zeitweise auch Kambodscha und Laos, während Indien und die Kaukasusregion sich eher an die Sowjetunion anlehnten.

In vielen Staaten Asiens, Afrikas und Lateinamerikas führten die „Blockmächte“ USA, SU und China Stellvertreterkriege miteinander. Der Koreakrieg (1950-1953) z.B. war eigentlich ein chinesisch-amerikanischer Konflikt, in dem die USA erstmals nach Hiroshima wieder den Einsatz von Atombomben erwogen. In der Mongolei wiederum stritten die SU und China mit Drohgebärden und militärischen Scharmützeln um Grenzverläufe. Sie unterstützten auch in der "Dritten Welt" verschiedene revolutionäre Gruppen und Ziele. Die Roten Khmer in Kambodscha etwa beriefen sich zeitweise auf den „Maoismus“. Ihrer kurzen Herrschaft (1975-1979) fielen bis zu 2 Millionen Menschen zum Opfer.

Näheres siehe Hauptartikel: Maoismus.

Kommunistische Befreiungsbewegungen

Diese Entwicklung entsetzte viele Sozialisten und Kommunisten weltweit, die aber angesichts des aufstrebenden Faschismus dennoch nicht ihre grundsätzliche Solidarität zur SU aufgaben. Infolge des 2. Weltkriegs dehnte diese ihren Machtbereich nach Osteuropa aus und übertrug ihr System nach 1945 auf die von ihr besetzten Staaten. Sie wurden im Westen als „Ostblock“ bezeichnet, weil sie keine reale Autonomie besaßen, sondern faktisch Satellitenstaaten der vom Politbüro gelenkten KPdSU waren.

Gegenüber dem europäischen Imperialismus und Kolonialismus hatten die Ideen von Karl Marx schon seit 1900 auch in vielen nichtindustrialisierten, vom Weltmarkt und westlicher Hegemonie beherrschten Ländern Anhänger gefunden. Mit dem opferreichen Sieg der SU über Hitlerdeutschland und dem folgenden Kalten Krieg gewann die Vorstellung des Antagonismus zweier "Lager" nach 1945 auch unter ihnen neue Plausibilität. Viele Befreiungsbewegungen griffen den "Marxismus-Leninismus" nun auf und entwickelten ihn als antiimperialistische Ideologie für ihre eigenen Situationen weiter.

Titoismus

Der "Kommunismus" als staatliche und weltpolitische Zustandsbeschreibung differenzierte sich im Verlauf des Kalten Krieges weiter: Mit Jugoslawien unter Tito und Albanien unter Hoxha kamen zwei verschiedene Sonderformen einer Unabhängigkeit vom sowjetischen Führungsanspruch hinzu, die ihrerseits autoritäre Ein-Parteien-Diktaturen hatten.

Siehe Hauptartikel:Titoismus.

Rumänien

Auch Rumänien gelang es unter Nicolae Ceauşescu eine relative Unabhängigkeit zur Sowjetunion zu erreichen, so wurde der sowjetische Einmarsch in die Tschechoslowakei 1968 ebenso verurteilt wie die Boykottierung der Olympischen Spiele 1984 in Los Angeles, bei denen Rumänien als einziger Ostblock-Staat teilnahm.

Reformkommunismus Ost

In den Ostblockstaaten mit einer älteren demokratischen Tradition gab es seit 1953 Anläufe zu Eigenständigkeit und Abnabelung vom "großen Bruder" in Moskau. Diese Bemühungen um Reformen auf weiterhin staatssozialistischer Grundlage lassen sich als "Reformkommunismus" einordnen. Sie begannen mit dem eher anti- als reformkommunistischen Volksaufstand des 17. Juni 1953 in der DDR, der zuerst Arbeitszeit- und Lohnreformen forderte, dann das Machtmonopol der SED in Frage stellte und auch schon die Deutsche Einheit anvisierte. Sie führten etwa 1956 in Ungarn, 1968 in der Tschechoslowakei (damals CSSR) zu einer Wiederbelebung der Räte und der Genossenschaften in Verbindung mit einer vorsichtigen Liberalisierung der Wirtschaft und Zulassung von Privatunternehmen. Diese Versuche waren stets von breiten Bevölkerungsschichten getragen und wurden immer dann gewaltsam von der Roten Armee niedergeschlagen, wenn die Loslösung von der SU in Reichweite kam.

Auch in der staatsunabhängigen Gewerkschaftsbewegung Solidarnosc in Polen gab es anfangs prominente Vertreter mit reformkommunistischen Ansätzen, die z.B. die Kontrolle über die Lebensmittelverteilung in Polen forderten. Hier wurde der Einmarsch sowjetischer Truppen 1980 nur knapp vermieden, indem General Wojciech Jaruzelski zuvor das Kriegsrecht verhängte.

Eurokommunismus West

In Westeuropa waren kommunistische Bewegungen bis zum Zweiten Weltkrieg in vielen Staaten verbreitet. Nach dem Krieg gab es vor allem in Frankreich und Italien bis in die 80er Jahre starke kommunistische Parteien; sehr dogmatisch auf Sowjet-Kurs in Frankreich, während in Italien der so genannte „Eurokommunismus“ entstand, der sich an die Sozialdemokratie annäherte.

In Westdeutschland, wo die Kommunistische Partei 1956 verboten wurde, entstanden in der allgemeinen politischen Spannungslage nach der Studentenbewegung zahlreiche sogenannte K-Gruppen, die oft stark gegeneinander konkurrierten und sich je nach Vorbild an einen oder mehrere "real existierende" kommunistische Staaten anlehnten. Sie werden daher nicht zum Eurokommunismus gerechnet.

Zerfall der Sowjetunion

Der allmähliche Zusammenbruch des Ostblocks begann um 1973, als die UdSSR in der Schlussakte von Helsinki erstmals die individuellen Menschenrechte anerkannte und damit Bürgerrechtsbewegungen Auftrieb gab. Zugleich wuchsen Staatsdefizite und Auslandsverschuldung. Mitte der 80er Jahre war die Hochrüstung unbezahlbar geworden, das Haushaltsdefizit erzwang politische und gesellschaftliche Reformen. Mit Michail Gorbatschow gewann ein Mann die Führung des Kreml, der mit geschicktem Vorgehen "Glasnost" (Öffnung zur Meinungsfreiheit) und "Perestroika" (Partei- und Verwaltungsreform) in Angriff nahm.

1986 konnte er in Reykjavík einen entscheidenden Durchbruch zur Abrüstung der Mittelstreckenraketen aus Europa verbuchen. Kurz darauf zog er die Rote Armee aus Afghanistan zurück und hob auch die seit 1968 gültige Breschnew-Doktrin auf. Damit schuf er die außenpolitische Voraussetzung für die "Wende" von 1989 im gesamten Ostblock. Nach Unabhängigkeitsbestrebungen im Baltikum wollte er schließlich auch die Selbstbestimmung der seit 1945 eingegliederten Völker in einer neuen föderalen Verfassung verankern, um die staatliche Einheit der SU bei gleichzeitiger Demokratisierung zu retten. Der Putschversuch vom August 1991 versuchte diese Entwicklung nochmals zurückzudrehen, wurde aber von der erstarkten Demokratiebewegung gestoppt. Diese beendete das Machtmonopol der KPdSU endgültig. Kurz darauf löste sich der Staatsverband der UdSSR, danach auch der Comecon und Warschauer Pakt auf.

Zuvor hatte Gorbatschow nach dem Sturz Erich Honeckers durch die Bürgerrevolution in der DDR der Wiedervereinigung beider deutscher Staaten zugestimmt. Damit war der "real existierende" Sozialismus im östlichen Teil Deutschlands am Ende; aber auch sämtliche Vorstellungen eines nun endlich demokratischen Sozialismus in einer reformierten DDR, die den Einigungsprozess gleichberechtigt mitbestimmen könnte. Die staatliche Einheit wurde gegen den Willen der Bürgerbewegung als Beitritt vollzogen, der Verfassungsentwurf des "Runden Tischs" blieb auf der Strecke.

Seither halten sich neben China nur noch zwei Staaten, deren Verfassung dem sowjetischen oder chinesischen Modell folgt: In Kuba herrscht seit der Revolution 1959 ununterbrochen die kommunistische Partei unter Fidel Castro ("dienstältester" Diktator der Welt). In Nordkorea herrscht ein von China gestütztes, auf die Person des Diktators zugeschnittenes Ein-Parteien-Regime, das Hochrüstung und Atomkriegsdrohung auf Kosten der hungernden Bevölkerung zu seiner Existenzerhaltung benutzt.

Die kommunistischen Staaten waren besonders in ihren Anfangsjahren stark durch die jeweilige historische Situation bestimmt und konnten Teile der arbeitenden Bevölkerung (inkl. der "landlosen" Bauern) und der bürgerlichen Intelligenz für sich gewinnen, weil sie einschneidende soziale Reformen durchführten. Dazu gehörten die Vergesellschaftung der Produktionsmittel und die Enteignung von Landbesitzern.

Jedoch wurden meist bereits wenige Jahre später große Teile der Reformen revidiert, weil die Produktivität der „vergesellschafteten“ Betriebe nicht ausreichend war, die Bedürfnisse der Bevölkerung und des Staates zu befriedigen. So starben in der schon durch den Ersten Weltkrieg geschwächten Sowjetunion in den 1920er Jahren in Folge des der Oktoberrevolution folgenden Bürgerkrieges gegen die zaristische „Weiße Armee“ (die sich eher aus verschiedenen Gruppen und teilweise gegeneinander konkurrierenden Militärs zusammen setzte) mehrere Millionen Menschen an Hunger. Nach einigen Schätzungen starben bis zu über 5 Millionen. Insbesondere im Bereich der Landwirtschaft wurden die selbständigen Kleinbauern zwangsweise zu Produktionsgenossenschaften zusammengefasst. Auch wurde die Macht der jeweiligen Kommunistischen Partei gestärkt und quasi mit dem Staat gleich gestellt, zum Teil mit bürgerkriegsähnlicher Gewalt (faktische Verstaatlichung anstelle der Vergesellschaftung der Produktionsmittel im Zuge der Planwirtschaft), was auch mit der Instabilität vieler kommunistischer Konzepte und den dadurch notwendig werdenden Kontrollen zusammenhing.

Aber auch die revolutionären Vorstellungen sozialistischer Intelligenz wurden zum Beispiel in der UdSSR schon in den 20er Jahren zurück genommen (zum Beispiel sozialistische Modelle gemeinschaftlichen Wohnens; Durchsetzung des „Sozialistischen Realismus“ in der Kunst; Verschärfung der Moralvorstellungen).

Einfluss auf die Entwicklung der kommunistischen Staaten hatte auch, dass sie zumeist in Zusammenhang mit kriegerischen Auseinandersetzungen entstanden: so beispielsweise Sowjetrussland im Ersten Weltkrieg und die Volksrepublik China im chinesischen Bürgerkrieg mit der Bewegung Chiang Kai-sheks, der Kuomintang (die sich später nach Taiwan zurückzog und dort einen eigenen – von China bis heute nicht anerkannten – Staat gründete).

Es waren nicht nur äußere Probleme, die die kommunistischen Staaten – getragen durch deren KP – zu Diktaturen werden ließen. Die jeweiligen Machthaber interpretierten die von Marx und Engels vorgelegten Arbeiten zum Wissenschaftlichen Sozialismus auch entsprechend der eigenen Machtinteressen. Primär wurde eine absolute Führungsrolle der Kommunistischen Partei als Stellvertreter des Proletariats definiert, die anstelle der Arbeiterklasse und der Bauern die Geschicke des Landes allein, ohne echte demokratische Legitimation bestimmte. Eine vermeintlichte Beauftragung durch die Bevölkerung wurde meist mit Hilfe von Scheinwahlen erreicht. Dazu kommt, dass in der angestrebten Gesellschaft gleichgestellter Menschen dauerhafte machtausübende Organisationen nicht vorgesehen waren - also auch keine Mechanismen, Machtmissbrauch derartiger Organisationen zu verhindern, wie z. B. Gewaltenteilung, Pressefreiheit, Checks-and-Balances und sonstige demokratische Kontrollinstanzen. Dementsprechend konnten Machthaber oft weitgehend ungehindert extreme Maßnahmen durchsetzen.

So waren es äußere wie innere Strukturen, die in den kommunistischen Staaten zum Teil zu extremer Unterdrückung der Oppositionen führten, und auch die innerparteiliche Auseinandersetzung um die Macht in den jeweiligen Kommunistischen Parteien führte zu extremen Gewaltexzessen, die vor allem mit Stalin, Mao Zedong und der Kulturrevolution und den Roten Khmer unter Pol Pot verbunden werden.

Die Konzepte des Marxismus-Leninismus (auch Historischer Materialismus und Dialektischer Materialismus als „verstaatlichte Ideologie“) wurden nach der Oktoberrevolution vor allem über die Kommunistische Internationale (Komintern) verbreitet. Die UdSSR griff über sie in vielen Ländern in die sozialen, zum Teil revolutionären Auseinandersetzungen ein und exportierte dabei auch das Modell des „Roten Terrors“, mit dem sich die Kommunisten unter Lenin in Russland durchgesetzt hatten. In der Ost-West-Blockkonfrontation des Kalten Krieges blieb vielen Befreiungsbewegungen, die in wenigen Fällen eher nationalistisch als kommunistisch waren, nichts anderes übrig, als sich als KP unter dem Einfluss der UdSSR oder China zu organisieren (zum Beispiel für Waffenlieferungen).

Kritik des Realsozialismus


Innermarxistische, sozialistische und liberale Kritikansätze

Die Kritik an den "real existierenden" Systemen mit kommunistischem Anspruch setzt an mehreren Aspekten an:
  • fehlende Basisdemokratie: Das von Lenin verhängte Partei- und Fraktionsverbot lähme die notwendige gesellschaftliche Partizipation und Eigeninitiative der Arbeiter und gefährde so den Aufbau des Sozialismus (Rosa Luxemburg).
  • Bürokratie: Durch die Isolierung Sowjetrusslands konnte eine neue "Bürokratenschicht" die Macht an sich reißen, was zu einer "Entartung" des Arbeiterstaates führte (Leo Trotzki).
  • Zentralismus: Die von oben nach unten aufgebaute sowjetische Kaderpartei sei strukturell unfähig, die Wirtschaftsprobleme des Landes zu lösen (Wolfgang Leonhard)
  • Ideologische Manipulation: Lenins und Stalins "Marxismus-Leninismus" sei ein Bruch mit den ursprünglichen Ideen von Marx und Engels und verkehre sie in ihr Gegenteil (George Orwell, Oskar Negt, Iring Fetscher).
  • Autoritärer Totalitarismus: Die Staatsform der SU lasse strukturell keine Demokratisierung zu und schalte die freie Entfaltung der Menschen ähnlich total aus wie der Faschismus (Herbert Marcuse, Hannah Arendt).
  • die Gesellschaftsformation der SU und Chinas sei kein Sozialismus/Kommunismus, sondern eine bürokratisch erstarrte Form des Asiatischen Despotismus (August Wittvogel, Rudolf Bahro, Rudi Dutschke),
  • Imperialismus: Die innerstaatliche Diktatur und ökonomische Schwäche der SU führe zu äußerem Expansionsdrang und Hegemonialansprüchen, die den Weltfrieden gefährden (Konsens von Reformkommunisten, Antikommunisten und manchen Befreiungsbewegungen der Dritten Welt)

Im Zentrum vieler Kritikansätze steht die Einparteienherrschaft, die das gemeinsame Kennzeichen der so genannten „Volksdemokratien“ war und ist. Formell konnten z.B. im Blockparteiensystem der DDR weitere kleine Parteien existieren, die aber gleichgeschaltet mit der SED waren und deren Mehrheit nie gefährden durften.

Totalitarismus

Die Totalitarismus-These vergleicht seit ihrem Aufkommen in den 20er Jahren die Systeme des Faschismus mit dem Stalinismus. Vertreter der Totalitarismus-These gehen von formalen und inhaltlichen Ähnlichkeiten aus. Kritiker, insbesondere in Deutschland, werfen der Totalitarismus-These jedoch vor, damit die Einmaligkeit des Nationalsozialismus zu leugnen und seine Verbrechen zu verharmlosen. Allgemein muss differenziert werden zwischen historisch tatsächlich existent gewesenen Ausprägungen wie dem Stalinismus und dem theoretischen Gebilde des Kommunismus, die nicht bereits dadurch deckungsgleich werden, dass die Akteure des Stalinismus sich mitunter als Kommunisten bezeichneten.

Gegenwart


Neben den weiterhin bestehenden tradtionalistischen Parteien und trotzkistischen Parteien existieren heutzutage folgende Strömungen:

Postkommunistische Parteien

Aus dem Zusammenbruch des realexistierenden Sozialismus gingen neben traditionalistischen auch Strömungen und Vorschläge hervor die die sozialen Probleme der Gegenwart neu angehen. So gibt es gewandelte sozialistische/kommunistische Parteien, die heute politisch überwiegend auf Basisdemokratie und "Sozialistische Demokratie" statt auf Diktatur des Proletariats und den Führungsanspruch einer einzigen Partei setzen.

Postmarxistische Ansätze: Wertkritik und Antideutsche

In der so genannten "Neuen" oder "alternativen" Linken findet heute weiterhin eine kritische Auseinandersetzung mit der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaftsordnung statt. Als ihr Ausdruck kritisiert werden bestimmte Ideologien und Tendenzen wie Arbeitsfetisch, Personalisierung abstrakter Verhältnisse, Antisemitismus und Antiamerikanismus. Dabei beziehen sich die Kritiker nicht nur auf Karl Marx, sondern auch auf die "Kritische Theorie" (Adorno, Horkheimer) und den Wertkritiker Moishe Postone.

Verschiedene Gruppen des linksalternativen Spektrums vertreten heute neue gesellschaftskritische Ansätze, aus denen sich besonders nach dem 11. September 2001 zwei postmarxistische Strömungen herausbildeten:

  • die "Wertkritiker": Exit, Krisis und die Wertkritischen Kommunisten Leipzig (WKL);
  • die "Antideutschen": Dazu gehören die Zeitschrift Bahamas, die Initiative Sozialistisches Forum (ISF), die Antideutschen Kommunisten Berlin (ADK), Kritik&Praxis Berlin (KP) sowie die Leipziger Gruppe in Gründung (GiG).
Beide Strömungen nehmen positiv Bezug auf den Kommunismus. Darunter verstehen sie emanzipatorische Bewegungen, die weltweit und prozessual die bürgerlich-kapitalistischen Verhältnisse aufheben und in eine befreite Gesellschaft transformieren wollen. Ihr Ziel ist eine zwangslose und gemeinschaftliche Gesellschaft, in der der Mensch und seine Bedürfnisse im Mittelpunkt stehen und die zusätzlich verantwortungsvoll mit Natur und Umwelt umgeht.

Die kommunistische Gesellschaft wird vor allem negativ gegen das definiert, was überwunden und abgeschafft werden soll. Sie lasse sich nicht auf dem Reißbrett und aus den heutigen Verhältnissen heraus konzipieren, sondern könne nur aus der Kritik am Bestehenden heraus im gemeinsamen und bewussten Diskussions- und Transformationsprozess entstehen. Besonders die "Antideutschen" beharren auf dem von Adorno (Negative Dialektik, Minima Moralia) proklamierten "Bilderverbot", also dem bewussten Verzicht auf das Ausmalen der befreiten Zukunft.

Im Vordergrund dieser negativen und gesellschaftskritischen Bestimmung steht die Analyse des Kapitalismus. Dieser wird aus der als dominant verstandenen „Wert-Logik“ heraus erklärt, deren wesentlicher Ausdruck der „Selbst-Verwertungs-Prozess“ des Kapitals sei: In einem beständigen Prozess muss der Kapitalist aus Geld mehr Geld "machen", indem er menschliche Arbeitskraft, Maschinen und Rohstoffe ankauft, damit Waren produziert, diese verkauft und die erzielten Gewinne (Profit, Mehrwert) zum großen Teil wieder in den Produktionsprozess reinvestiert. Das "Kapital" wird damit zum "automatischen Subjekt", über dessen abstrakten Selbstzweck die menschlichen Beziehungen vermittelt sind. Kapitalisten (Ankäufer der Ware Arbeitskraft) und Arbeiter (Verkäufer der Ware Arbeitskraft) werden als zwei notwendige und konkurrierende Funktionsträger/Akteure innerhalb dieses Verhältnisses betrachtet. Menschliche Tätigkeit als „Arbeit“ wird dabei zu einer entsinnlichten und aus dem Lebensumfeld der Menschen herausgerissenen Form menschlicher Tätigkeit, die nur noch dem Zweck der Kapitalvermehrung unterworfen ist. Der Begriff des "Werts" ist in dieser Kritik zentral, da er in Form von "gesellschaftlich notwendiger Arbeitszeit" das so genannte abstrakte "gemeinsame Dritte" darstellt, auf dem Warenproduktion und -tausch beruhen (vgl. dazu Karl Marx: "Das Kapital. Band I").

Diese Gesellschaftlichkeit werde im Kapitalismus zwar von den Menschen hervorgebracht, verselbständige sich allerdings fetischhaft und vollziehe sich als grundlegende Struktur hinter deren Rücken. Sie sei als Ganzes nur schwer fassbar und trete ihnen "verschleiert" gegenüber, weil der eigentliche Zweck des Warentauschs, die Kapitalvermehrung, durch die scheinbare Angleichung von Gebrauchs- und Tauschwert einer Ware auf dem "freien Markt" verdeckt werde.

Nach Roswitha Scholz (Exit) und anderen besteht das zugrundeliegende Strukturverhältnis im Kapitalismus nicht allein auf dem Wertprinzip, sondern auf einem in sich gebrochenen Verhältnis von Wert (das "Männliche", Rationale, Gesellschaftliche, Subjekthafte) und Abgespaltenem (das "Weibliche", Emotionale, Natürliche, Objekthafte). Dies wird als Wert-Abspaltungsansatz bezeichnet.

Beide Strömungen grenzen sich scharf vom traditionellen Marxismus ab, da dieser das Proletariat als so genanntes „revolutionäres Subjekt“ und Tätigkeitsform „Arbeit“ positiv besetzt. Dagegen wird hier Arbeit streng als spezifisch kapitalistische und aus dem Lebensalltag der Menschen herausgerissene menschliche Tätigkeit kritisiert. Auch die marxistische Klassenkampfrhetorik wird als Personalisierung abgelehnt.

Den "real existierenden Sozialismus" analysieren Wertkritiker als eine spezifische Form von Entwicklungsdiktaturen, die unter der Vorgabe (und im Glauben), eine sozialistische Gesellschaft zu errichten, nur eine nachholende Industrialisierung auf dem Boden der warenproduzierenden Vergesellschaftung durchsetzten.

Kritisiert wird auch das bürgerliche Subjekt als zugerichtete und unfreie Form des menschlichen Individuums. Damit zusammenhängend, werden Begriffe wie "Gerechtigkeit", "Menschenrechte", "Aufklärung", die Ideale "Gleichheit, Freiheit, Brüderlichkeit" und "Demokratie" als Ausdruck der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft, deren Maßstäben gemäß, aufgefasst. Sie seien in dieser Form nicht in eine kommunistische Gesellschaft hinüberzuretten (vgl. dazu Karl Marx: "Zur Judenfrage", |362|-|370|.).

Anders als andere kommunistische Strömungen solidarisieren sich Wertkritiker und Antideutsche prinzipiell mit dem Staat Israel. Sie begreifen diesen als direkte Antwort auf den Holocaust an den Jüdinnen und Juden Europas, als Bastion und Zufluchtsort gegen jeden Antisemitismus und billigen ihm ein uneingeschränktes Existenz- und Verteidigungsrecht zu. Antisemitismus wird als barbarische Krisenideologie der kapitalistischen Vergesellschaftung definiert.

Nach dem 11. September und vor allem seit dem Angriff der USA auf den Irak wurden starke Differenzen zwischen beiden Strömungen offensichtlich. Diese stellten sich vor allem in den Einschätzungen realer Entwicklungen und als notwendig erachteten Reaktionen dar:

  • "Antideutsche" bejahen den Krieg der USA gegen den Terrorismus in Afghanistan und im Irak, weil westliche Werte und die Aufklärung als "Bedingungen der Möglichkeit für Emanzipation" gegen die Gegenaufklärung verteidigt werden müssten. Ihre Abgrenzung richtet sich gegen Elemente von Antizionismus, Antisemitismus und Antiamerikanismus, die sie auch in den sozialen Bewegungen gegen den Irakkrieg oder die Globalisierung wiederfinden. Gegen diesen "deutschen Mob" und die "islamistische Internationale" organisieren sie Gegenkundgebungen zu Antikriegsdemonstrationen oder Mahnwachen an amerikanischen Konsulaten oder stören Diskussionsveranstaltungen und Lesungen.

  • "Wertkritiker" hingegen wenden sich zwar ebenfalls gegen Antiamerikanismus, kritisieren und warnen aber vor der den USA zugefallenen Rolle, als so genannter "ideeller Gesamtimperialist" und "letzte Weltmacht" stellvertretend für den sich global durchgesetzten Kapitalismus Weltordnungskriege gegen Warlords, Terrorismus und militanten Fundamentalismus zu führen. Sie begreifen Aufklärung und Gegenaufklärung als zwei Seiten einer Medaille innerhalb eines Bezugssystems (Kapitalismus), so dass man sich auf keine der beiden Seiten positiv beziehen könne. Sozialen Bewegungen gegen soziale, ökonomische Zumutungen und Krieg stehen sie eher positiv gegenüber (solange diese solidarisch und nicht offen rassistisch, antisemitisch und antizionistisch auftreten), beteiligen sich an ihnen und üben Kritik an auftretenden rechten Tendenzen, Nationalismus und Standortlogik sowie Forderungen nach mehr Arbeit. Das praktische Wirken konzentriert sich hier v.a. auf das Publizieren von Texten, das Verteilen von Flugblättern und Halten von Redebeiträgen auf Kundgebungen und Demonstrationen, sowie das Durchführen von Veranstaltungen. Seltener beteiligen sie sich an Bündnissen (z.B. gegen Hartz IV oder Olympia) oder konkreten Aktionen.

(siehe dazu Weblinks)

Bekannte Vertreter kommunistischer Strömungen


Thomas Morus Theodor W. Adorno François Noël Babeuf Sahra Wagenknecht Ernesto Che Guevara
Josip Broz Tito Antonio Gramsci Wilhelm Weitling Robert Kurz Wilhelm Reich
Karl Marx Walter Ulbricht Anton Pannekoek Enver Hoxha Georg Lukács
Erich Honecker Nikita Chruschtschow Friedrich Engels Rosa Luxemburg Herbert Marcuse
Wilhelm Liebknecht Mao Zedong Clara Zetkin Ernst Busch Ernst Bloch
Ho Chi Minh Karl Liebknecht Fidel Castro Walter Benjamin
Wladimir Iljitsch Lenin Paul Frölich Leo Trotzki Johannes Agnoli
Herman Gorter Otto Bauer Ernst Thälmann Otto Rühle
Max Reimann Bertolt Brecht Hanns Eisler Ernest Mandel
Imre Nagy Alexander Dubček Leszek Kołakowski Robert Havemann

Literatur


  • Adamczak, Bini: Kommunismus. Kleine Geschichte, wie endlich alles anders wird. Unrast: Münster 2004, ISBN 3-89771-430-2
  • Courtois, Werth, Panné, Paczkowski, Bartosek, Margolin: Das Schwarzbuch des Kommunismus, Unterdrückung, Verbrechen und Terror. Piper: 1998, ISBN 3492040535
  • Mecklenburg, Jens: Roter Holocaust'? Kritik des Schwarzbuchs des Kommunismus. Konkret: Hamburg 1998, ISBN 3894581697
  • Kurz, Robert: Marx lesen. Die wichtigsten Texte von Karl Marx für das 21. Jahrhundert. Eichborn: Frankfurt 2000, ISBN 3821816449
  • Isaac Deutscher: Die unvollendete Revolution, Frankfurt 1973
  • Edgar Snow: Roter Stern über China, Frankfurt 1970

Siehe auch


Weblinks


Textsammlungen

Zeitschriften

marxistisch

wertkritisch

antideutsch

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