article

Die Komische Oper Berlin ist ein Opernhaus im Bezirk Mitte von Berlin.

Geschichte des Gebäudes und der ansässigen Bühnen


Das Gebäude wurde 18911892 als Theater Unter den Linden durch das Wiener Architekturbüro Fellner & Helmer unter dem Architekten Ferdinand Fellner d. J. erbaut und am 24. September 1892 mit einer Aufführung von Adolf Ferrons Operette Daphne und Gaul und Haßreiters Ballett Die Welt in Bild und Tanz eröffnet. Berlin Komische Oper 2003.jpg Nach Umbauten im Jahre 1898 sowie einer Umbenennung in Metropol-Theater führte man zur Neueröffnung Julius Freunds Revue Paradies der Frauen auf. (Hinweis: Das Haus hieß zwar 1898–1934 Metropol-Theater, ist jedoch weder identisch mit dem heutigen Metropol-Theater, dem ehemaligen Admiralspalast in der Friedrichstraße, noch existiert irgendeine Verbindung mit der Diskothek Metropol am Nollendorfplatz.)

1934 wurde das Haus umbenannt in Staatliches Operettentheater, am 7. Mai 1944 durch Bomben zerstört, teilweise provisorisch wieder hergerichtet und am 9. März 1945 erneut durch Bomben zerstört.

Nach provisorischen Reparaturen zwischen 1946 und 1947 wurde das Haus am 23. Dezember 1947 als Komische Oper mit Johann Strauß' Die Fledermaus wiedereröffnet. Es wurde ein völlig neues Ensemble gegründet und von dem Kapellmeister Leo Spies ein Orchester neu aufgebaut; das Haus leitete Walter Felsenstein von 1947 bis zu seinem Tod im Jahr 1975, der das "Musiktheater" an deutschen Bühnen etablierte. (Hinweis: Eine 1905 in Berlin begründete Komische Oper in einem nicht mehr existierenden Theatergebäude in der Friedrichstraße an der Weidendammerbrücke, die zunächst komische Opern, dann Operetten und in den 1920er Jahren meist Revuen spielte, hatte weder räumlich noch personell mit der heutigen Komischen Oper zu tun.)

19651966 wurde die Fassade durch das Architektenkollektiv Kunz Nierade modernisiert und das Haus am 4. Dezember 1966 mit Mozarts Don Giovanni neu eröffnet. 1986, 1987 und 1989 fanden die letzten Modernisierungsarbeiten statt. Das Haus verfügt heute über eine Kapazität von 1270 Sitzplätzen.

Künstlerisches Profil


Der Name »Komische Oper« verweist auf die Tradition der französischen Opéra comique und ihren Anspruch eines modernen Musiktheaters. Seit der Saison 2002/03 ist Andreas Homoki nach jahrzehntelanger Arbeit von Harry Kupfer neuer Chefregisseur des Hauses. Zur Seite steht ihm Kirill Petrenko als Generalmusikdirektor. Das neue Leitungsteam ist bestrebt, die Komische Oper Berlin auf der Basis von Felsensteins Vision eines kraftvoll in die Gesellschaft hineinwirkenden Musiktheaters zu erneuern. Die ersten beiden Spielzeiten unter Andreas Homokis Leitung belegen dies exemplarisch vor allem an der Auswahl der Regisseure, die hier arbeiten. Die Komische Oper Berlin, von der wesentliche Impulse für die Entwicklung des Musiktheaters ausgingen, will heute die Wirkung dieser Impulse aufzeigen, indem sie die ganze Breite des Spektrums zeitgenössischer Regiehandschriften präsentiert. So ist es gelungen, Regisseure wie Peter Konwitschny, Hans Neuenfels, Willy Decker, Barrie Kosky, Richard Jones und Calixto Bieito langfristig an das Haus zu binden. Seit der Spielzeit 2004/05 ist Andreas Homoki Intendant des Hauses.

Das Repertoire des Hauses umfasst heute ein breites Spektrum von Opern des 18. Jahrhunderts bis zu Schlüsselwerken unserer Zeit und Uraufführungen. Dass alle Opern in deutscher Sprache aufgeführt werden, stellt heute eine Besonderheit im internationalen Opernbetrieb dar. Auch diese künstlerische Grundentscheidung geht auf Walter Felsenstein zurück und ist Ausdruck seines Strebens nach Verständlichkeit und unmittelbarer Wirkungskraft des theatralischen Ereignisses, das bis heute für die Arbeit der Komischen Oper Berlin verbindliche Richtschnur geblieben ist.

Das Ballett der Komischen Oper, 1966 von Tom Schilling als Tanztheater der Komischen Oper gegründet und fast 30 Jahre lang erfolgreich geleitet, zählt zu den auch international renommierten Compagnien. Zahlreiche Ur- und Erstaufführungen und die unterschiedlichen stilistischen Handschriften der Choreographen haben dem Ensemble ein eigenes künstlerisches Profil verliehen. 1999 wurde das Tanztheater in BerlinBallett – Komische Oper umbenannt. Nach Richard Wherlock, der das Ballett von 1999 bis 2001 leitete, war die Spanierin Blanca Li von 2001 und 2002 Chefchoreographin und künstlerische Leiterin der Compagnie. Danach war Adolphe Binder künstlerische Leiterin des Balletts und sorgte mit Produktionen wie Casa und Screensaver für eine Ausrichtung auf Erst- und Uraufführungen im Bereich des zeitgenössischen Tanztheaters. Zum Ende der Spielzeit 2003/04 wurde das Tanztheater auf Druck des Berliner Senates aufgelöst.

Bedeutende Uraufführungen


Siehe auch


Weblinks


Opernhaus | Theater (Berlin) | Bauwerk in Berlin | 1892

Komische Oper | Komische Oper Berlin | Komische Oper Berlin

 

This article is licensed under the GNU Free Documentation License. It uses material from the "Komische Oper Berlin".

Home Pageartsbusinesscomputersgameshealthhospitalshomekids & teensnewsphysiciansrecreationreferenceregionalscienceshoppingsocietysportsworld