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Ein Kolloquium (auch: Colloquium; aus dem Lateinischen colloquor - sich besprechen, sich unterreden, gebildet zu loquor - reden, sprechen) ist ein Gespräch oder eine Unterredung und wird heute meist in seiner Bedeutung als wissenschaftliches Gespräch verstanden.

Der allgemeine Begriff wird in verschiedenen Bereichen verwendet:

  • für einen mündlichen Test im Stil eines Gesprächs (Frage-Antwort) zwischen Professor oder Laboringenieur und Student (z. B. als Eingangstest für ein Praktikum, um zu prüfen, ob der Student vorbereitet ist)

  • für wissenschaftliche bzw. universitäre Tagungen

  • als eine Form der mündlichen Prüfung bei der Habilitation, mit der das offizielle Recht erworben wird, an einer Hochschule oder Universität zu lehren

  • als Begriff für die Verteidigung der Seminarfacharbeit, die in manchen Bundesländern (z.B. Thüringen) Bestandteil des Abiturs ist.

Außerdem werden an Hochschulen regelmäßige Treffen von Diplomanden oder Doktoranden als Kolloquium bezeichnet. Dort können die Teilnehmer ihre laufenden Forschungsarbeiten vorstellen und unter Fachpublikum diskutieren.

Früher nannte man insbesondere die lateinischen Redeübungen Colloquia, die mitunter auch publiziert wurden. Berühmt sind die Colloquia des Erasmus.

Zur Zeit der Reformation nannte man die Religionsgespräche der streitenden Parteien zuweilen Colloquia (charitativa). Später wurde Colloquium die gelehrte, an Stelle der Prüfung stehende Unterredung mit den Vorgesetzten genannt, der sich norddeutsche protestantische Geistliche unterziehen mussten, wenn sie befördert werden sollten oder in eine andere Landeskirche übertreten wollten.

Studium | Akademische Bildung

Kollokvium

 

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