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Kolkrabe
: Vögel (Aves)
: Sperlingsvögel (Passeriformes)
: Singvögel (Passeri)
: Rabenvögel (Corvidae)
: Raben und Krähen (Corvus)
: Kolkrabe
Wissenschaftlicher Name Corvus corax Linnaeus, 1758 Der Kolkrabe (taxonomisch Corvus corax) ist mit über 60 cm Körperlänge der größte Rabenvogel und gleichzeitig auch der größte Singvogel der Welt. Die Bezeichnung Corvus corax leitet sich vom lateinischen Wort Corvus (=Rabe) sowie von Corax, einem griechischen Redner, ab.

Merkmale


Der Kolkrabe ist mit einer Größe von 64 cm und einer Flügelspannweite von 1,20 Meter deutlich größer als die europäischen Krähen. Von seinem schwarzen Gefieder rührt die Bezeichnung „kohlrabenschwarz“ her. Aus nächster Nähe betrachtet glänzen vor allem die Flügeldecken metallisch. Der Kolkrabe hat einen klobigen schwarzen Schnabel. Vor allem im Flug auffallend ist sein keilförmig endender Schwanz.
Eine Unterart (Varietät) mit Partien weißen bzw. hellgrauen Gefieders (Weißbunter Rabe, Corvus corax varius var. leucophaeus Brünnich), die bis Mitte des 20. Jahrhunderts auf den Färöern vorkam, gilt nach rücksichtslosem Nachstellen durch Trophäenjäger als ausgestorben (letzte Sichtung 1948).

Im Flug lässt der Kolkrabe laute Rufe hören, die wie korrk oder krock klingen. Er kann aber auch artfremde Laute und die menschliche Sprache täuschend echt nachahmen.

Verbreitung


Corvus corax map.jpg Der Kolkrabe kommt in weiten Teilen der nördlichen Halbkugel vor.

Sein Verbreitungsgebiet reicht nach Süden bis in den Maghreb, den Iran und Nordindien sowie nach Mittelamerika. In Europa, Nordamerika und Nordchina gibt es größere Verbreitungslücken aufgrund von Nachstellungen. In Europa ist er jedoch wieder am Vordringen. Außerdem fehlt der Kolkrabe in Zentralasien, in Grönland und den nördlichsten Teilen Sibiriens.

Vorkommen und Lebensraum


Der Kolkrabe lebt in Wäldern, in felsigen Gebirgsgegenden, aber auch im freien Gelände und an Küsten. Im Unterschied zu den anderen europäischen Rabenvögeln lebt er meist weit entfernt von menschlichen Ansiedlungen. In Deutschland ist er vor allem im Alpenraum und in Nordostdeutschland noch anzutreffen. Vereinzelt nistet er aber auch in der Nähe menschlicher Siedlungen. So gibt es beispielsweise am Rande des Stadtgebietes von Bad Harzburg zwei Horste von Kolkraben. Diese haben sich (jeweils mit ihren Jungen) im Laufe der Zeit an die Menschen gewöhnt, denn sie erscheinen gelegentlich auch in den Vorgärten und auf den Balkonen, um sich dort Futter abzuholen.

Bestandsentwicklung


Der Kolkrabe besiedelte einst ganz Europa. Im 19. Jahrhundert wurde er dann als „Schädling“ bekämpft, so dass er in größeren Gebieten bereits um 1900 nicht mehr vorkam. Der Bestandsrückgang ging bis zum Zweiten Weltkrieg weiter. Vor allem in den letzten Jahrzehnten fand jedoch eine Erholung der Bestände und eine Ausweitung des Verbreitungsgebiets in Räume, in denen er zuvor ausgerottet worden war, statt. In einigen Gebieten wie zum Beispiel in Belgien, den Niederlanden und Nordrhein-Westfalen wurde er in den 1970er und 1980er Jahren bewusst wieder angesiedelt.

Lebensweise und Verhalten


Corvus corax jouveniles.jpeg Der Kolkrabe ist ein Standvogel, der sich nach dem Nisten in der weiteren Umgebung des Nestes aufhält. Während der Balz im Frühjahr kann man Kolkraben paarweise bei akrobatischen Flugspielen beobachten. Sein mächtiges Nest baut er auf Felsvorsprüngen oder Bäumen. Die in ständiger Gemeinschaft lebenden Paare benutzen dieses oft mehrere Jahre lang. Die vier bis sechs Eier werden überwiegend vom Weibchen bebrütet. Nach dem Schlüpfen werden die Jungvögel im Nest von beiden Eltern mit Nahrung versorgt.

Der Kolkrabe ist ein Allesfresser, der jedoch Fleischnahrung bevorzugt. Er jagt kleine Tiere wie Kaninchen oder Ratten, „stiehlt“ Eier und Küken anderer Vögel, frisst aber auch Aas. Im Mittelalter war er eine typische Erscheinung an Richtstätten, woher die Bezeichnung Galgenvogel stammt.

Der Kolkrabe kann gezähmt werden und zeichnet sich durch verhältnismäßig hohe Intelligenz aus.

Im Gegensatz zu allen anderen Tieren fliegt der Kolkrabe bei dem Schuss eines Jägers in die Richtung, aus der der Schuss kam. Als Aasfresser weiß der Kolkrabe, dass dort wo gejagt wird, möglicherweise auch Nahrung für ihn abfällt.

Trivia


Weblinks


  • http://www.kolkraben.de
  • http://rabe.heiderich.org

Rabenvögel

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