| Kolibris | ||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| : | Wirbeltiere (Vertebrata) |
| : | Vögel (Aves) |
| : | Neukiefervögel (Neognathae) |
| : | Seglervögel (Apodiformes) |
| : | Kolibris |
Die Familie der Kolibris umfasst mehr als 100 Gattungen mit mehr als 330-340 Arten.
Kolibris sind meist sehr kleine Vögel. Die kleinste Vogelart überhaupt, die Bienenelfe (Mellisuga helenae), misst samt Schnabel und Schwanzfedern nur 6 cm. Die größte Art, der Riesenkolibri (Patagona gigas), ist ca. 25 cm lang. Die meisten Kolibris haben ein buntes, in der Regel metallisch grün schimmerndes Gefieder. Die Kehle beim Männchen ist oft glänzend rot, blau oder smaragdgrün.
Ein besonderes Merkmal der Kolibris ist der Schnabel, der bei fast jeder Art anders aussieht. Beim Schwertschnabelkolibri (Ensifera ensifera) z.B. ist der Schnabel fast so lang wie der ganze übrige Körper, der 10 cm misst. Demgegenüber hat der Kleinschnabel-Kolibri (Ramphomicron microrhynchum) nur eine Schnabellänge von 5 mm. Die Adlerschnabel-Kolibris (Eutoxeres) besitzen einen stark nach unten gebogenen Schnabel, wogegen der Säbelschnabelkolibri (Avocettula recurvirostris) wiederum einen Schnabel hat, der an der Spitze nach oben gebogen ist. Jeder Schnabel ist auf einen anderen Blütentyp abgestimmt, sodass jede Art ihre eigene ökologische Nische besetzt und damit dem Konkurrenzkampf mit anderen Arten entgeht.
Ihre Zunge ist lang, kann weit hervorgestreckt werden und ist an der Spitze gespalten und strohhalmförmig, sodass der Nektar gut aus den Blüten getrunken werden kann.
Die Phaethornitinae und die Trochilinae sind Unterfamilien der Kolibris. Bei den Phaethornitinae sind die drei Vorderzehen an der Basis aneinander geheftet. Sie besitzen auch stark verlängerte Steuerfedern. Bei den Trochilinae sind die Vorderzehen frei. Die mittleren Steuerfedern sind hier nicht verlängert.
Kolibris fliegen mit einer sehr hohen Frequenz von bis zu 80 Flügelschlägen pro Sekunde. Das ermöglicht ihnen, auch rückwärts oder seitwärts zu fliegen oder in der Luft stehen zu bleiben. Eine weitere Besonderheit der Kolibris ist, dass sie acht Rippenpaare besitzen. Normalerweise haben Vögel sechs Rippenpaare. Ihr Herz schlägt 400 bis 500 mal pro Minute und ihre Atemfrequenz liegt bei bis zu 250 Zügen pro Minute. Während des Schlafes senken viele Kolibris ihre Herzfrequenz drastisch ab, da sie ansonsten aufgrund ihres extrem hohen Stoffwechsels verhungern würden.
In Deutschland gibt es keine Kolibris, es kann allerdings zu Verwechslungen mit dem Schmetterling namens Taubenschwänzchen kommen.
Die Kolibris ernähren sich vorwiegend von Blütennektar. Diese sehr energiereiche Nahrung macht den kraftraubenden Flugstil erst möglich. Insbesondere knallig rot oder orange gefärbte Blumen ziehen die Kolibris an.
In den Blüten sammeln sich zudem Insekten, die ebenfalls von den Kolibris gefressen werden und eine ausreichende Versorgung mit Eiweiß sicherstellen. Daneben werden noch Pollen und Fruchtfleisch gefressen. Um den Flüssigkeitsbedarf zu decken, trinken die Kolibris zusätzlich noch Wasser.
Natürliche Feinde der Kolibris sind Schlangen, Raubvögel und Raubkatzen. Die Feinde der Kolibris sind aber auch die Menschen. Sie zerstören den Lebensraum der Kolibris und verarbeiten Teile dieser Vögel zu Schmuck.
Der deutsche Paläoornithologe Gerald Mayr vom Frankfurter Forschungsinstitut Senckenberg hat die vermutlich ältesten Kolibrifossilien der Welt in der Grube Unterfeld im baden-württembergischen Frauenweiler (Stadtteil von Wiesloch) entdeckt. Er beschreibt im Fachmagazin "Science" den Fund zweier über 30 Millionen Jahre alte Fossilien, die den heute lebenden amerikanischen Kolibris ähnelten. Es sind die ersten Funde von Kolibris in der Alten Welt.
Die Skelette sind etwa vier Zentimeter lang, haben einen langen Schnabel, um Blütennektar zu saugen, sowie Flügel, die zum Schweben auf der Stelle befähigen. Damit zeigen sie die typischen Merkmale heutiger Kolibris.
Mayr taufte sie auf den Namen Eurotrochilus inexpectatus - "unerwartete europäische Art des Trochilus".
Kolibris gelten als schwierig zu haltende Ziervögel. Zu den wenigen Arten, die auch von Privatpersonen gehalten werden, gehört der Veilchenohrkolibri, bei dem bereits auch die Nachzucht gelungen ist.
Siehe auch: Systematik der Kolibris
Колибриподобни | Hummingbird | Kolibro | Colibrí | Kolibrit | Trochilidae | קוליבריים | Kolibri | Colibrì | ハチドリ | კოლიბრები | Kolibriniai | Kolibries | Kolibrier | Kolibry | Beija-flor | Kolibri | Kolibrier | 蜂鸟
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Kolibris".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world