Kolding ist eine dänische Hafenstadt am Koldingfjord in der Amtskommune Vejle. Mit 63.000 Einwohnern zählt sie zu den zehn größten Städten in Dänemark.
Geschichte
Wie die meisten Fördestädte in
Jütland und
Schleswig entstand Kolding im 12. Jahrhundert als Handelsplatz mit geschütztem Zugang zur See. Als sich das Herzogtum Schleswig im 13. Jahrhundert vom Königreich Dänemark löste, bekam Kolding zusätzliche Bedeutung als Grenzort. Spätestens unter König
Erik Klipping (gest. 1286) wurde die Burg Koldinghus errichtet.
Obwohl Kolding zur Zeit des Reisekönigtums, das erst im 16. Jahrhundert mit der Etablierung von
Kopenhagen als zentraler Residenz endete, und auch im 17. Jahrhundert häufig von den Königen aufgesucht wurde, stand die Stadt lange im Schatten bedeutenderer Nachbarstädte wie
Hadersleben und dem im 17. Jahrhundert gegründeten
Fredericia.
Durch die Grenzziehung von
1864, welche die Trennung des
Herzogtums Schleswig von der dänischen Krone zur Folge hatte, wuchs die Bedeutung der Stadt. Als kurz darauf
Esbjerg als Nordseehafen gegründet wurde und schnell an Bedeutung gewann, wurde Kolding ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt.
Der Bau der Brücken über den
Kleinen Belt gab der Stadt und den mit ihr oft als
Dreieck bezeichneten Nachbarstädten
Vejle und
Fredericia einen weiteren Aufschwung, der durch den Bau der Brücke über den
Großen Belt 1997 noch verstärkt wurde. Außer Kopenhagen hat keine Region heute eine so günstige Wirtschaftsprognose wie das Dreieck um Kolding.
Kolding war seit Ende des 13. Jahrhunderts und bis 1970 Stadt. Im letztgenannten Jahr wurde sie mit zahlreichen Umlandgemeinden zu einer
Großkommune vereinigt, die 2007 weiter vergrößert wird.
Entwicklung der Einwohnerzahl
Stichtag ist jeweils der (1. Januar):
Wirtschaft und Verkehr
Die Stadt ist Standort der Metall- und Textilindustrie. In jüngster Zeit haben zahlreiche internationele Firmen ihre Hauptsitz für Dänemark nach Kolding gelegt. Gemeinsam mit Fredericia und Vejle bildet sie sowohl straßenverkehrs- als auch eisenbahntechnisch den Verkehrsknotenpunkt des westlichen Dänemark. Hier treffen sich die Nord-Süd-Autobahn E 45 und die Ost-West-Autobahn E 20 sowie die Eisenbahn-Hauptstrecken nach Esbjerg, Flensburg-Hamburg, Fredericia-Vejle-Århus und Odense-Kopenhagen. Kleinere Regionalbahnen wurden allerdings stillgelegt. Auch wenn der Hafen im Schatten von Fredericia steht, konnte er seine Bedeutung bewahren.
Sehenswürdigkeiten
- Schloss Koldinghus, im Kern aus dem 13. Jahrhundert, 1808 ausgebrannt, bis 1990 teils modern (aber angepasst) rekonstruiert, mit kulturhistorischem Museum; die Lage hoch über der Stadt ist ebenfalls eindrucksvoll.
- Kunstmuseum Trapholt für Kunstgewerbe und Gegenwartskunst.
- Nikolaikirche, im Kern frühgotisch, aber immer wieder umgebaut.
- einzelne Bürgerhäuser des 17. Jahrhunderts; das historische Straßennetz ist zwar erhalten geblieben, doch wirkt die Bausubstanz aus den vergangenen 120 Jahren recht unharmonisch.
- Geografischer Garten mit Gehölzen aus aller Welt und einem eindrucksvollen Kamelienhaus.
Städtepartnerschaften
Kolding unterhält eine Städtepartnerschaften mit:
- Anjo, Japan (seit 1997)
- Delmenhorst, Deutschland (seit 1979)
- Drammen, Norwegen (seit 1946)
- Huéscar, Spanien (seit 1982)
- Lappeenranta, Finland (seit 1947)
- Panevėžys, Lithuania (seit 2000)
- Stykkishólmur, Island (seit 1979)
- Szombathely, Ungarn (seit 1991)
- Örebro, Schweden (seit 1946).
Der Feuerwerksunfall in Seest
Am 3. November 2004 explodierte N. P. Johnsens Feuerwerksfabrik in Seest, einem Vorort von Kolding. Ein Feuerwehrmann starb, 85 Personen wurden verletzt und ca. 2000 Menschen wurden evakuiert.
Weblinks
Ort in Dänemark
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