Die Kolbengeschwindigkeit ist die Geschwindigkeit, mit der sich der Kolben eines Verbrennungsmotors vom oberen Totpunkt zum unteren Totpunkt bewegt und umgekehrt.
Weil die Kolbengeschwindigkeit keine lineare Geschwindigkeit ist, spricht man normalerweise von der mittleren Kolbengeschwindigkeit.
Diese berechnet sich wie folgt:
oder:
Die maximale Kolbengeschwindigkeit ist begrenzt, da der Ölfilm schmierölabhängig reißen kann, wenn sie überschritten wird. Hoch drehende Motoren verlangen deshalb nach vollsynthetischen Ölen.
Langhubige Motoren (der Kolbenhub ist größer als der Kolbendurchmesser) weisen schon bei relativ geringer Drehzahl eine hohe Kolbengeschwindigkeit auf. Das liegt daran, dass der Kolben bei gleicher Drehzahl im Gegensatz zu Quadrat- (Kolbenhub gleich Kolbendurchmesser) und Kurzhubern (Kolbenhub kleiner als Kolbendurchmesser) einen längeren Weg zurücklegt. Langhubige Motoren haben bei niedrigen Drehzahlen dadurch ein höheres Drehmoment, da der Kolben sich schon bei niedriger Drehzahl mit viel Schwung nach unten bewegt (Kraft = Masse * Beschleunigung, hier ist die Beschleunigung höher als beim Kurzhuber).
Motoren mit einem ausgewogenen Kolbenhub-Kolbendurchmesser-Verhältnis (Quadrathuber) haben bei niedrigen Drehzahlen ein geringeres maximales Drehmoment sind aber drehzahlfester. Solche Motoren erreichen ihr maximales Drehmoment im mittleren Drehzahlbereich. Kurzhubige Motoren sind wegen der geringeren Kolbengeschwindigkeit am drehzahlfestesten und erreichen ihr maximales Drehmoment in höheren Drehzahlregionen.
Diese Angaben haben allerdings nur Faustregelcharakter. Die Drehmomentkurve wird auch entscheidend vom Einlass- und Auslasst(r)akt des Motors, sowie der Motorelektronik bestimmt.
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